Beiträge von Kathie

    Ich komme nicht aus Bayern, kann mich aber daran erinnern, dass das Ref in Bayern an 3 unterschiedlichen Einsatzorten stattfand. Keine Ahnung, ob das immer noch so ist. Ich fand das immer extrem nervig und die bayrischen Refs haben mir wirklich leid getan. Sie mussten in den zwei Jahren mehrfach umziehen oder eben lange Strecken pendeln, weil die Wohnungssuche ja auch nicht immer funktionert und/oder man eben familiär eingebunden ist und man nicht einfach mal nebenbei umziehen kann. Der einzige Trost war, dass es ja begrenzt ist auf 2 Jahre.

    Das stimmt für Grundschulen nicht. Man wird einem Seminar zugewiesen und hat eine Seminarschule, wo man an zwei Tagen die Woche ist, es sei denn, man macht mit dem Seminar Unterrichtsmitschauen und besucht die Schulen von den Mit-Reffis. Und man hat seine Stammschule, an der man drei Tage die Woche unterrichtet. Das bleibt für die zwei Jahre gleich. Keiner muss während dem Referendariat dreimal umziehen.

    Hier hält sich auch weiterhin hartnäckig das Gerücht, dass Grundschullehrkräfte nach dem Ref erstmal ins Münchner Umland geschickt werden. Was da wirklich dran ist, kann ich nicht einschätzen, aber die Grundlage für dieses Gerücht ist halt, dass es im Münchner Umland wohl eine besonders hohe Dichte an Grundschulen gibt, quasi auf jedem Kaff eine, während das wohl in Franken nicht so ist. Auch diese Aussage müsste man wohl verifzieren.

    Ich bin ja in München und aus Erfahrung gesprochen stimmt das schon. Ganz viele Grundschullehrkräfte kamen in den letzten 15 Jahren nach dem Ref nach München (Stadt) und brauchten dann Jahre, bis sie wieder zurück in der Heimat waren. da waren auch verheiratete Lehrkräfte dabei.

    Letztes Jahr war das erste Jahr, wo München Stadt "voll" war, also wo nach dem Ref einige Lehrkräfte aus München wegversetzt wurden. Das war vorher noch nie der Fall gewesen. Wer in München im ref war, konnte bis jetzt IMMER bleiben und es kamen viele von außerhalb, auch wenn sie nicht wollten.

    Momentan ist es doch so (zumindest bei mir) dass man in den Ferien weniger arbeitet (nichts nichts, aber auch keine 8 Stunden am Tag) und während gewisser Schulwochen absolute Spitzen drin hat, wo man täglich weit mehr als 8 Stunden arbeitet und auch an den Wochenenden viel. In der Grundschule sind das die Wochen mit den Lernentwicklungsgesprächen, die Zeugniszeit, und dann so Wochen wie die Schuleinschreibungswoche oder auch der Schulbeginn. Schullandheim, Wochen mit Fortbildungen und Elternabenden, Elternsprechtage... Naja, so Wochen eben.

    So. Wird man nun verpflichtet, täglich 8 Stunden in Präsenz an der Schule zu sein, dann funktioniert das in normalen Wochen sicher ganz gut. An den Wochen, in denen diese Spitzen auftreten, funktioniert es nicht mehr. Dann möchte ich bitte Überstunden aufschreiben und diese dann auch nehmen dürfen. Ebenso, wie wenn ich am Wochenende doch was arbeite, möchte ich es als Überstunden gewertet haben. Einfach so mal mehr machen funktioniert dann halt nicht mehr.

    Wenn mein Arbeitsplatz an der Schule ist, dann würde ich auch alles Material dort vorfinden wollen, Rotstifte, Buntpapier, Laminierfolien etc pp. Wenn mein Computer an der Schule nicht funktioniert, kann ich ihn nicht benutzen. Nachdem ich dann ja aber die 8 Stunden an der Schule gearbeitet habe, mache ich daheim am privaten PC nichts mehr.

    Ich denke, die Qualität der Unterrichtsvorbereitung würde leiden, die Attraktivität des Berufs ebenso, und ob es umsetzbar ist, dass jeder Lehrer einen Arbeitsplatz an der Schule bekommt, wo er in Ruhe und ungestört auf einem ergonomischen Stuhl arbeiten kann, bezweifle ich auch. Mir persönlich würde die Mittagspause sehr fehlen, ich bin nach 6 Stunden Unterricht mit Zweitklässlern sowas von erschöpft, dass ich meistens erst gegen 17 oder 18 Uhr wieder effektiv weiterarbeiten kann. Das ist halt mein persönliches Problem dann, alles andere oben genannte ist aber allgemeingültig, denke ich.

    Wie sieht das eigentlich bei Beamten aus, wenn sie die Beförderung zurückgeben? Die Pension bemißt sich ja nur anhand der letzten 3 Dienstjahre. Wenn da jemand eine Beförderung zurückgibt, fallen damit die Jahre bzw. Jahrzehnte, die man ein höheres Amt bekleidet hat, bei der Pensionsberechnung ja dann auch komplett unter den Tisch, oder?

    Entschuldige, aber kannst du das mal kurz erklären?Ich dachte, das war früher so, aber mittlerweile bamäße sich die Pension auf den Durchschnitt des erarbeiteten Gehalts (einfach gesagt). Liege ich da falsch?

    Ich warte zwar auf den Aufschrei des Entsetztens, der jetzt sicher gleich kommt "Wie kann man das bloß nicht wissen!!!", möchte aber dennoch gern eine Antwort und stelle somit mein Unwissen zur Schau.

    Uiuiui. Jetzt wird es aber wild.

    Nicht jedes Kind ist gleich, das hat nicht immer was damit zu tun, ob es "erziehungstechnisch rund läuft" oder nicht.

    Bleiben wir beim Beispiel eines sechsjähriges Kindes. Es kann einen Schulvormittag durchhalten, aber an einer Schule, die es nicht kennt, wo es keine Freunde hat und nicht weiß, wo zum Beispiel die Toiletten sind, und mit Mama oder Papa in "Rufweite", wird sich das Kind mit Sicherheit nicht stundenlang komplett ruhig verhalten, sondern auch mal Aufmerksamkeit brauchen.

    Und nicht jede Klassenkonstellation ist gleich.

    Ich bleibe bei meiner Aussage von vorhin, es ist eine Notlösung, die mit manchen Kindern und in manchen Klassen einfacher klappt als in anderen, und es sollte halt immer nur die absolute Notlösung sein.

    Dito, meine Schüler haben sich da meist sehr gefreut und die Kids gleich unter ihre Fittiche genommen.

    Das ist bei größeren Schüler*innen mit Sicherheit so. Meine eigenen Kinder fanden es in der Mittelstufe auch mal ganz toll, als die Lehrerinnen ihre Kinder dabei hatten.

    Unterrichtet man aber Erstklässler oder auch Förderschüler, die selbst viel und konstante Aufmerksamkeit brauchen, nimmt da keiner die eigenen Kinder unter die Fittiche, sondern man muss halt darauf hoffen, dass die eigenen Kinder sich ruhig beschäftigen, keine große Aufmerksamkeit brauchen und die Klasse nicht durcheinanderbringen. Ich will sagen: es ist sicher möglich, in Ausnahmefällen sein Kind mitzunehmen, wenn die Umstände es gar nicht anders zulassen. Es ist aber nicht optimal und auch bestimmt nicht immer ein Selbstläufer.

    Ich würde nach den eigenen persönlichen Vorlieben gehen. Was magst du? Wie geführt muss bzw. frei darf eine Stunde sein, damit du dich damit wohl (und sicher) fühlst?

    Buchstabeneinführungen laufen ja meist nach einem sehr ähnlichen Schema ab, da könntest du weit im Voraus drauf hinarbeiten und dann hättest du weniger Unsicherheit.

    Erzählen am roten Faden kann man auch üben, ist aber von den Ergebnissen her sicherlich unberechenbarer. Das gleiche gilt für Bilderbücher, je nachdem was du dann damit machen möchtest (alternatives Ende ausdenken, Brief an die Hauptperson schreiben - wahrscheinlich noch zu schwierig! - nacherzählen lassen, Bilder wieder in die erzählte Reihenfolge bringen, da gibt es ja 100 Möglichkeiten).

    Ich würde also erstmal schauen, was mir selbst am meisten liegt, und dann schauen, was in drei Monaten mit der Klasse ansteht. Das würde ich als Entscheidungsgrundlage nehmen.

    Wir feiern in der Schule die christlichen Feste, weil sie Teil der Kultur hier sind. In der Weihnachtszeit fällt man draußen ja auch quasi von einem Weihnachtsmarkt in den anderen und die Vorweihnachtszeit bestimmt einfach den ganzen Dezember. Jüdische und muslimische Feste sind unterrepräsentiert, weil ein Großteil der Bevölkerung eben christliche Feste feiert und das auch Tradition hat. Soweit jetzt mal die Rahmenbedingungen. Das mag im Wandel sein, gerade auch in Gegenden mit einer sehr großen muslimischen Einwohnerzahl.

    Sollte man in der Schule muslimische, jüdische und andere Feste feiern, die Frage kommt, finde ich, auch aufs Schülerklientel an. Hat man eine Klasse, in der viele Schüler*innen muslimisch sind, und wünschen sie sich zum Zuckerfest eine gemeinsame Feier (ich hatte schon Schüler, die brachten an dem Tag für die ganze Klasse kleine Süßigkeitenbeutelchen mit), dann spricht meiner Meinung nach gar nichts dagegen, aber sehr viel dafür. Hat man kein einziges muslimisches Kind in der Klasse, wäre es in meinen Augen Unsinn, ein Zuckerfest zu feiern. Wohl aber kann man den Tag als Anlass nehmen, im Ethik- bzw. Religionsunterricht das Zuckerfest zu thematisieren. Als jemand, der lange Zeit in Asien gelebt hat, kann ich nur sagen, dass wir damals die dortigen Feiertage mitgefeiert haben. Ich würde es aber komisch finden, hier in meiner Klasse ein chinesisches Neujahrsfest auszurichten, weil es nicht "mein" Fest ist. Hätte ich chinesische Schüler, könnte man besprechen, ob man zu Chinese New Year eine Unterrichtsstunde hernimmt und gemeinsam feiert. Das gilt in meinen Augen für alle religiösen Feste, die den Schülern wichtig sind. Eine Klassenfeier ermöglichen, wenn gewünscht, und ansonsten einfach in der Theorie darüber lernen. Steht ja auch im Lehrplan.

    Dass die einen von Kartoffelsalat traurig werden finde ich ebenso interessant wie die Verletzlichkeit durch fremde Plätzchen. Und gleichzeitig werden Vorträge gehalten zu Gemeinsamkeiten von Religionen... Menschen sind sonderbare Wesen. Nur kommt man ja leider ohne sie auch nicht aus.

    Was esst ihr eigentlich an Silvester?

    Silvester gibt es nur akzeptable zwei Optionen. Fondue oder Raclette. Wir essen Raclette.

    ..... Und das mit den zwei Optionen war natürlich ein Scherz.

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