Wie bei vielen Dingen im Leben gibt es auch bei Unverträglichkeiten ein Spektrum zwischen "verträgt größere Mengen nicht" und "bekommt bereits bei "kann Spuren enthalten von" gesundheitliche Probleme". Betroffene müssen möglichst früh (durch Eltern und medizinische Fachkräfte) aufgeklärt werden, um zu wissen, woraus sie genau achten müssen, um eigenverantwortlich ihren Lebensmittelkonsum gestalten und gesundheitliche Gefahren abwehren zu können.
Keine/r kann erwarten, dass beim Beispiel "Geburtstagsmuffins" sämtliche Ernährungsgewohnheiten Berücksichtigung finden - das ist bei 20+ Schülern (m/w/d) nicht leistbar. Wer etwas nicht mag oder nicht essen darf, lehnt dankend (!) ab und reicht das Tablett weiter - und alles ist gut.
Dein Beitrag geht an meinem Punkt komplett vorbei. Aber ich greife ihn dennoch auf, um weiter aufzuklären. Zöliakie ist keine Unverträglichkeit. Deshalb gibt es da auch absolut kein Spektrum. Wer Zöliakie hat, verträgt kleinste Mengen nicht und Punkt, diese Mengen schaden dem Körper enorm. Es ist nicht gleichzusetzen mit einer Glutenunverträglichkeit (die gibt es auch) oder einer Laktoseunverträglichkeit. Bei denen zerstört der Körper sich nicht quasi selbst, wenn man etwas Falsches isst, um es einfach auszudrücken.
Keiner kann erwarten, dass bei Geburtstagsmuffins alle Ernährungsgewohnheiten berücksichtigt werden - wobei Zöliakie eine Krankheit und keine Gewohnheit ist - und das habe ich auch nicht gefordert.
Ich möchte lediglich sensibilisieren dafür, dass Scherze zum Thema glutenfrei vielleicht nicht so angebracht sind. Und ich danke dir, WilliG, dafür, dass du meine Intention verstehst.
Wobei ich nochmal zu den Geburtstagsmuffins zurückkomme. Als jemand, der im Lehrerzimmer ständig dankend das Tablett ablehnen muss, und zwar aus Gründen, die nicht in meiner Macht liegen, freue ich mich unfassbar darüber, wenn das Geburtstagskind mir eine Packung glutenfreie Kekse besorgt. Das kommt extrem selten vor. Ich erwarte das auch nicht. Aber wenns mal passiert, ist es ein Highlight. Wie es ist, jahrelang von gemeinsamen Essen ausgeschlossen zu sein und jeden Bissen vorab überdenken zu müssen, kann man sich erst vorstellen, wenn man es erlebt. Und gerade deshalb besorge ich für "meinen" laktoseintoleranten Schüler Gummibärchen, die er sich dann nehmen darf, wenn es wieder mal Kuchen gibt, von dem er nichts essen kann.