Beiträge von plattyplus

    Die Schule wäre 35km und knapp 35 Minuten entfernt.

    Das ist der wichtige Punkt. Das Seminar geht vorbei. 1,5 Jahre sind 60 Seminartermine insg., das sollte doch zu schaffen sein. Bei sowas würde ich über einen Umzug nicht einmal nachdenken.

    Ich fahre seit inzw. 14 Jahren jeden Tag eine Stunde zur Schule. Ich bin bei uns nicht der Einzige mit >100km Arbeitsweg. Das geht auch. Es hat auch Vorteile, wenn die Schule weit weg ist. So kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass mir in meinem Privatleben keiner meiner Schüler über den Weg laufen wird. Bei unangenehmen Schülern, und man hat da jedes Jahr immer ein paar Wenige, die man nicht sehen will, ist das echt vorteilhaft, wenn man sie damm im Sportverein etc. nicht wieder vor der Nase hat.

    Ich sage nicht, dass es immer klappt, ich sage nicht, dass es einfach ist, aber ernsthaft, ich kann es nicht mehr hören, dass KuK sich über SuS beschweren, aber keine Klassenbucheinträge machen, keine Lust auf Papier haben, keine Lust auf eine Teilkonferenz haben und dann meckern, weil das Kind versetzt wird, weil das Kind auf Klassenfahrt mitkommt, usw.

    Keine Sorge, ich mache zwar keine Klassenbucheinträge, ich schreibe aber fleißig Aktennotizen, die dann in der jeweiligen Schülerakte landen. Ich schreibe auch fleißig Mahnungen und schreibe gerne auch mal eine Mahnung mehr als ich eigentlich müßte. Es gibt also nicht nur die 1. und 2. Mahnung sondern auch noch eine 3. Mahnung bevor ich es weiter eskalieren lasse. ... Nur bekomme ich irgendwann ein Problem bei den Teilkonferenzen, weil es der SL zu viele werden... :(

    Ich habe aber auch Schüler, die ganz gerade heraus sagen, dass sie nur da sind, damit ihre Eltern Kindergeld bekommen, sie einen Auffenthaltstitel bekommen, ... und eigentlich nicht die Bohne am Unterricht interessiert sind.

    Und ich verstehe, dass das sehr ätzend ist. Ich würde den Tausch auch nicht machen wollen. Aber "schlimme Klasse" ist kein sachliches Gegenargument, wenn es primär um Arbeitszeit geht, meine ich.

    Wie ist das eigentlich, wenn man die ätzende Klasse nimmt und dort dann wirklich den Hammer kreisen läßt? Also Mahnungen (natürlich schriftlich), Teilkonferenzen, ... das volle Programm. Da kommt in der Sek 1 zwar nichts bei raus, weil die Kids ja schulpflichtig sind, aber das alles kostet Arbeitszeit. Kann man dann die nächste Überlastungsanzeige schreiben, weil man bzgl. der Arbeitszeit mit der ganzen Erziehungsarbeit und Verwaltung nicht mehr hinterher kommt?

    Was ist denn eine Beförderungsstelle?

    Ich habe zu spät gesehen, dass Du in Österreich bist. Eine Beförderungsstelle bei uns ist der Aufstieg in der Schule vom einfachen Lehrer über mehrere Zwischenstufen bis zum Schulleiter. Bei jeder Stufe ist man frei sich an anderen Schulen zu bewerben und, sollte man dort die Beförderungsstelle erhalten, muss einen die aktuelle Schule mit sofortiger Wirkung gehen lassen.

    Als meine Kollegin die Scheidung eingereicht hat, ihr Ex auch an unserer Schule arbeitete, die Schulleitung sie nicht gehen lassen wollte und es entsprechend jeden Tag zu Zoff zwischen ihr und ihrem Ex kam, war das ihr eleganter Weg, um mitten im Schuljahr (2 Wochen nach den Herbstferien) mit 5 Tagen Vorlauf die Schule zu wechseln. Die SL konnte sie so auch nicht mehr aufhalten.

    Die Stufen wären:

    • Studienrat (einfacher Lehrer)
    • Oderstudienrat
    • Studiendirektor (Abteilungsleiter)
    • Studiendirektor mit Zulage (stellv. Schulleiter)
    • Oberstudiendirektor (Schulleiter)

    Und es gab da dann in diesem Jahr tatsächlich für einige Schüler erst später Zeugnisse?

    Die Kollegen haben gleich, als der Zeitplan für die Abschlussprüfungen kollegiumsintern rauskam, remonstruert, dass eine Korrektur in der avisierten Zeit nicht zu schaffen sei, zumal bei nicht bestandenen Prüfungen ja auch eine Zweitkorrektur notwendig wird. Da wurde dann der Zeitplan entsprechend angepasst. Als es dann wirklich zur Zweitkorrektur kam, wurde dafür dann auch tageweise vom Unterricht freigestellt.

    Zeig uns doch bitte noch die Stelle im Wahlprogramm, in der sich die AfD für pauschale Beihilfe einsetzt, damit dieser ewig dahinsiechende Satz wenigstens einen Hauch Restsinn eingeflößt bekommt.

    Ich zeige Dir gerne die Stelle wo die CDU gegen ihr Wahlversprechen und gegen den Koalitionsvertrag die pauschale Beihilfe ablehnt. Man muss sich nur mal das Plenarprotokoll zur entsprechenden Landtagssitzung durchlesen:

    --> https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dok…F56%7C139%7C146

    Auf der ersten Seite beginnt es in der linken Spalte unten mit "Wir kommen zu 15. ..."
    Auf Seite 3 in der linken Spalte wird es dann deutlich.

    Da hat die AfD zumindest den Vorteil, dass zumindest bisher ihr Wahlprogramm mit dem übereinstimmt, was sie auch nachher macht. Die CDU hingegen sichert sich mit Lügen den Zugang zu den Fleischtöpfen der Macht.

    Ein wirklich merkwürdiges Gefühl rein gar nichts zu meckern zu haben. Es macht mich unruhig.

    ... extrem ungleichmäßige Stundenpläne sind doof. In der einen Woche habe ich 30 Stunden mit 8 Springstunden dazwischen und in der anderen Woche (A und B Woche) 24 Stunden mit 2 Springstunden. Im Laufe des Schuljahres wird es Stück für Stück weniger, weil unsere Azubis uns dann verlassen. Die ersten Azubis haben am 1. und 2. Dezember Lehrabschlußprüfung. Über das ganze Schuljahr gerechnet passt die Stundenanzahl.

    Wenn man dann in der Woche mit den 30 Stunden zusätzlich noch 6 Vertretungsstunden in die 8 Springstunden reingeschoben bekommt, in Summe also 36 Stunden hat...

    ... und sich dann im eigenen Schulgebäude verläuft bzw. mit den Stockwerken durcheinander kommt. :sterne:

    Meine Korrekturstapel hat bisher noch keiner mitgenommen. 💩

    Als ich vor einigen Jahren die Techniker-Abschlußarbeiten an einem Freitag habe schreiben lassen und wir am gleichen Tag noch vom Kollegium aus nach Düsseldorf zum Landtagsbesuch gefahren sind, habe ich im Sekretariat darum gebeten, dass die geschriebenen Arbeiten bis zum nächsten Montag im Schul-Tresor verwart werden. Ich wollte die Dinger nicht im Auto liegen haben. Schließlich hätte ja ggf. ein Prüfling, der die Prüfung verbockt hat, ein Motiv mein Auto aufzubrechen und die Arbeiten verschwinden zu lassen. :stumm:

    Wieso suchst du dein Handy zu Hause, wenn du es nachmittags in der Konferenz noch genutzt hast? Oder bist du dir doch nicht sicher, wo du es zuletzt noch hattest?

    Ich würde spontan auch mal alle Ablagefächer im Auto durchsuchen. Hab selber mal den Fahrzeugschlüssel für Papas Auto (ich habe seinen Zweitschlüssel) verloren und ihn nach 2 Wochen in einem Ablagefach in meinem Auto wiedergefunden. Hab ihn wohl da reingelegt, als ich an einem Tag mal beide Autos aus der Doppelgarage gefahren habe.

    Er muss seine Familie nicht den ganzen Tag von Sicherheitsleuten bewachen lassen
    Er muss keine Sicherheitsfirma für sein Haus engagieren, die 24 Wache schiebt

    Das sag mal der Familie Albrecht, Eigentümer des Aldi Konzerns und insb. Theo Albrecht, der schon in den 1970ern entführt wurde, um Lösegeld zu erpressen.

    Die wirklich Reichen können sich auch bei uns nicht ohne Bodyguards durch die Öffentlichkeit bewegen. Was meint ihr, was passieren würde, wenn Gerhard Schröder als Beispiel wirklich allein durch Hannover gehen würde. Ihre Unterkünfte müssen auch bei uns 24/7 bewacht werden.

    Am Ende ist das alles nicht gut, aber die Schulen laufen trotzdem.

    An den Berufskollegs in NRW läuft es ähnlich. Wir haben offiziell eine Vorsorgung von 102%, kommen aber trotzdem vorne und hinten nicht mit dem Personal aus. Unser Problem sind die Bezirks- und Landesfachklassen im Berufsschulbereich. Bei diesen Klassen in der Dualen Ausbildung handelt es sich um Azubis in sehr seltenen Lehrberufen. Um die Schulwege noch irgendwie handhabbar zu gestalten, wird dann von der Bezirksregierung oder vom Land angeordnet, dass wir entsprechende Klassen einrichten müssen, weil es ansonsten im Regierungsbezirk oder gar im Bundesland keine zweite Berufsschule gibt, auf die die Azubis gehen können. Das Problem dabei: Die Ausbildungen sind wie gesagt sehr selten. Entsprechend werden dann durchaus auch Klassen mit 3 Azubis eröffnet, weil wir sie eröffnen müssen. Diese sehr kleinen Klassen werden uns aber voll auf unsere Lehrerstellen angerechnet. Wir müssen also an wirklich allen anderen Stellen Klassen mit >30 Schülern bilden, um auch nur in die Nähe des geforderten Durchschnitts von 19,5 Schülern pro Lehrer zu kommen und erreichen diese Zahl trotzdem nicht. Die Bezirksregierung rechnet uns aber diese Mini-Klassen auch nicht mit fiktiven 19,5 Schülern an, so dass diese sich nicht auf den übrigen Schulbetrieb auswirken.

    Neben den Bezirks- und Landesfachklassen gibt es auch noch Bundesfachklassen. Es gibt also auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nur eine Berufsschule, auf die die Azubis gehen können. So müssen z.B. alle Hörgeräteakustiker nach Flensburg und alle Steinmetze nach Mainz. Dort findet dann aber Internatsbetrieb in 6-Wochen Blöcken statt.

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