Beiträge von plattyplus

    Der Planungsaufwand an sich ist sehr sehr hoch, weil nicht Gesetze und Verordnungen zu beachten sind, sondern auch noch ein ganz Latte an technischen Normen

    Da sagst Du was. Wenn ich mir hier die Siedlungshäuser aus den 1950ern anschaue, sehen die praktisch alle gleich aus. Damals war es auch so. Da wurde ein Standard-Siedlungshaus durchgeplant und man konnte sich dann den Bauplan günstigst kaufen und loslegen. Und brauchte man Bauunternehmen, hatten die Handwerker eh alle Maße und Kniffe des Baus im Kopf. Und nein, so richtig schlecht sind diese Einfamilienhäuser nicht.

    In meinem Bundesland hat die AfD fast 20%. Das ist echt zum Kotzen und ich schäme mich für RLP.

    Das es alles Andere als schön ist, ist klar. Aber wo liegen die Ursachen?

    Für mich liegt eine Ursache darin, dass sich die SPD von einer Arbeitnehmerpartei hin zu einer Partei der Arbeitslosen und Rentner entwickelt hat. Ich habe jedenfalls in den letzten Jahrzehnten niemanden von der SPD gehört, der für "mehr Netto vom Brutto" Werbung gemacht hat. Stattdessen werden überall Sozialleistungen verteilt.

    Würde die SPD wirklich wieder die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertreten, sie würde der AfD Wähler abjagen können. Stattdessen versucht sie auf dem Feld der Sozialhilfe Boden gutzumachen. Dort hat sich aber schon die Linke positioniert.

    Aber in Bezug auf NRW stimmt die Aussage. A14.

    Um jetzt mal für den Frosch zu sprechen, empfinde ich es als ungerecht, daß ich für einen zusätzlichen Nebenjob bei uns am Berufskolleg A14 bekomme, während er schon Schulleiter werden muss, um aufs gleiche Geld zu kommen. Ok, Grundschulen sind üblicherweise kleiner als Berufskollegs, aber wenn ich an die Anzahl der Kollegen denke, die unter ihm dienen und an die zugrunde liegende Anzahl an Schülern, würde ich seine Tätigkeit schon mit der eines Abteilungsleiters bei uns vergleichen und dann wären wir bei A15.

    Auch das ist, wenn man Alimentation konsequent denkt, richtig.

    Ja, wenn man die Alimentation konsequent denkt:

    • Dann müßte es auch eine an den Mietspiegel angepaßte Zulage für den Beamten ohne Kinder geben?
    • Dann müßte es auch eine Zulage für den Beamten in der GKV geben?
    • Dann müßte die Fahrt zur Arbeit komplett erstattet werden, da die Strecken doch recht unterschiedlich sind?
    • ...

    Wo willst Du da aufhören?

    Kindergeld ist doch keine Besoldungsleistung.

    Es ist aber anzurechnen, genauso wie das (fiktive) Partnereinkommen. Tust du das nicht, hast du das Alimentationsprinzip nicht verstanden.

    Aber deine Aussage bzgl "Er verdient mehr als der Schulleiter mit A16" lässt sich wahrscheinlich nicht halten.

    Meine Gegenrechnung:

    ReferendarSchulleiter
    Grundgehalt1.769,43 € (A13 Z)7.934,20 € (A16, E10)
    Familienzulage3.141,37 € (Stufe 5, Mietstufe 6)168,76 € (Stufe 1)
    Zulage 5. Kind898,17 €---
    Zulage 6. Kind898,17 €---
    Kindergeld1.554 € (6x 259€)---
    Summe:8.261,14 €8.102,96 €

    Jetzt kannst Du natürlich zurecht einwenden, dass ein VW Bus mit langem Radstand und 8 Sitzplätzen ja auch teurer ist als ein kleiner Porsche Cayman, aber die Relationen bei der Gegenüberstellung von Grundgehalt bzw. Anwärterbezügen und Zulagen finde ich schon bedenklich extrem.

    Wie viele Kolleginnen mit 4 oder 6 Kindern arbeiten in Vollzeit?

    Das hat wohl nur Ursula von der Leyen geschafft. ;)

    Spaß beiseite: Bei so vielen Kindern muss man halt schauen wer von den beiden Ehepartnern mehr Geld nach Hause bringt und dann durcharbeitet. Wir haben bei uns an der Schule z.B. auch den Fall, dass der Mann mit A14 jahrelang auf Teilzeit gegangen ist wegen der Kinder, weil die Zahnarztpraxis seiner Frau einfach mehr einbringt. Außerdem kann man so eine Praxis nicht beliebig rauf- und runterskalieren, was die Arbeitszeit angeht. Da hängen auch noch MFAs dran, die man ggf. entlassen und neu einstellen muss. Außerdem sind die Patienten dann erst einmal weg.

    Da nützt es auch nichts, dass Frau Zauberwald ihnen Dampf macht. Es tut mir leid, das schreiben zu müssen, aber manche wissen gar nicht, wie sich das, was auf dem Besoldungszettel steht, zusammensetzt. :(

    Bei uns können die Frauen eher rechnen und es ist auch durchaus im Lehrerzimmer Thema, dass sich Teilzeit massiv auf die Pension auswirkt, weil man die Prozente nicht zusammen bekommt.

    Wenn ich mir das Urteil ansehe, frage ich mich eher, ob wir in Zukunft eine regional unterschiedliche Besoldung bekommen. Also mehr Geld für Beamte in Städten, weniger für Beamte auf dem Land.

    Wenn Du das so machen willst, muß aber auch der Dienst- und nicht der Wohnort maßgeblich sein. Sonst suche ich mir eine schöne Schule auf dem Land mit üblicherweise einfacherer Schülerklientel und ziehe in die teuerste Stadt, die ich im Umkreis finden kann, um die entsprechenden Zuschüsse abgreifen zu können. :pirat:

    Wie an anderer Stelle schon einmal beschrieben könnten ansonsten kinderreiche Beamte dazu verleitet werden gezielt in Düsseldorf oder Köln mit dem Familienzuschlag eine Immobile zu finanzieren (und eben nicht zu mieten!) und bei Auszug der Kinder diese verkaufen, zurück aufs Land ziehen und so die Familienzuschüsse der letzten Jahrzehnte als zusätzliches Lebenseinkommen realisieren. Bei der Miete wäre das Geld weg, bei finanziertem Eigentum hingegen nicht. In keinem anderen Bundesland sind die Kinderzuschläge so groß wie in NRW, nicht einmal ansatzweise. Das ist ja das "Problem". Unser Referendar mit 6 Kindern bekommt mehr als unser Schulleiter mit A16. Sicher kosten 6 Kinder Geld, aber die Dimension des Familienzuschlags ist schon immens.

    Mit Kindern steigen die Kosten des Beamten, daher ändert sich damit auch amtsangemessene Alimentierung. Für mich (kinderlos) immer noch logisch nachvollziehber.

    Dann müßte sich aber auch die amtsangemessene Alimentierung ändern, wenn der Beamte in der GKV und eben nicht in der PKV + Beihilfe ist und entsprechend jeden Monat 1.200€ für die Kranken- und Pflegekasse bezahlen muss, da er den Arbeitgeberanteil zusätzlich aus seinem Netto zu entrichten hat. Aber an der Front, also konkret bei der pauschalen Beihilfe, tut sich ja auch nichts.

    Was aber mE stimmt: der Beruf ist nicht Teilzeit freundlich. Das ist ein so grosses minus-Geschäft, dass ich davon dringend abrate.

    Unser Beruf ist dann nicht familienfreundlich, wenn Flexibilität gefordert ist. Ich hatte hier an anderer Stelle ja schon einmal davon gesprochen, dass 2 Tage Sonderurlaub einfach nicht ausreichen, wenn ein Elternteil gestorben ist und man das alles abwickeln muss. Da man aber keinen normalen Urlaub während der Schulzeit nehmen kann, schließlich haben wir 30 Tage Urlaub, die in den Schulferien zu nehmen sind, wird unser Beruf dann richtig familienunfreundlich.

    Edit: ich musse gerade sehr schmunzeln. Gibt es wirklich aktuell Regionen/Städte, in denen man sich den Kitaplatz aussuchen kann, pädagogische Konzepte vergleicht etc.? Hier heiß es einfach nur "Friss oder stirb! Nimm den Platz oder der nächste in der Warteschlange sagt sofort zu"

    Bei uns in der Gegend ist es inzw. so, dass Kindergärten mangels Kindern geschlossen werden.

    --> https://www1.wdr.de/nachrichten/we…as-owl-100.html

    Das ist logisch, da die Gerichte nach Kontinuität entscheiden und sich Mütter statistisch gesehen am meisten kümmern, bleiben die Kinder also auch meist dort.

    Wobei man aber auch anmerken muss, dass die Wartezeiten auf einen Gerichtstermin mitunter so lang sind, dass alleine durch die Wartezeiten genau diese Situation geschaffen wird, dass es zum Gerichtstermin eben heißt: "Das hat sich jetzt aber so eingespielt..."

    und ich kenne durchaus auch Frauen

    Womit wir wieder bei der anekdotischen Evidenz wären. Würde ich jetzt auf der gleichen Schiene antworten, müßte ich jetzt die Väter ins Feld führen, die inzw. einen sechsstelligen Betrag bei Anwälten gelassen haben, um das Sorgerecht auch wirklich durchzusetzen, weil sie sich von den Aussagen der Mutter: "Der Leon will heute nicht zu dir", nicht abspeisen lassen.

    Keine Sorge, wir haben beide getrennte Konten, unser jeweils eigenes Einkommen und die eigenen Finanzierungen laufen. Wir haben uns einfach so spät kennengelernt, dass bis dahin das ganze Finanzielle schon geregelt war.

    Aber wenn wir eine gemeinsame Baufinanzierung hätten etc. und ein "liebt nicht mehr" inkl. der folgenden Scheidung den Ruin für die/den jeweils Anderen bedeuten würde, würde zumindest auzs meiner Sicht die Sache ganz anders aussehen.

Werbung