Das sind aber komische Empfehlungen hier. Einen Job zu machen, weil man eben eine Job machen muss, und das "Leben" irgendwo außerhalb zu verorten, das ist doch nichts Gescheites. Leben hört doch nicht auf, wenn man einen Klassenraum betritt. Im Gegenteil, da pulsiert das Leben doch erst recht. Es ist immer voller Überraschungen, immer etwas Neues dabei. Immer neue Menschen, neue Erfahrungen. Nervig, ja, kommt vor, aber oft doch auch lustig und anrührend, erfreulich oder ermutigend. Lasst ihr wirklich eure Emotionen zu Hause, wenn ihr in die Schule geht? Ich kann das nicht, ich will das auch nicht.
Ja, das ist alles oft sehr anstrengend, aber dafür hat man ja auch nach dem Klingeln und in den Ferien Ruhe. Nichts ist so verlässlich wie die Ferientermine. Und dann kann man ja seinen Bürojob machen, wenn man was zu arbeiten hat. Ich finde das oft total entspannend.
Abschalten lernen: Das wäre wichtig. "Suchen Sie sich einen Raum, in dem Sie niemals an Schule denken". Muss kein Raum sein, Garten geht auch, Sportplatz, Wald, was auch immer, geht hervorragend. Finde ich viel wichtiger, als sich schon in jungen Jahren Fluchtpläne zurechtzulegen.
Es ist ein ständiges Ausbalancieren zwischen "Dienst nach Vorschrift" und "Engagement, um etwas zu verbessern". Innerlich kündigen ist jedenfalls bestimmt keine Lösung.
Nicht in der Schule sein heißt im Übrigen auch nicht, sich irgendwo im Liegestuhl des Lebens zu erfreuen. Sich und seine Familie zu versorgen ist oft viel anstrengender und belastender. Wenn ein Kleinkind sich durch die Nacht hustet, gibt es kein Pausenklingeln, das einen davon erlöst. Unterricht hat auch so etwas Ordnendes im Leben. Man muss nicht überlegen, was man alles tun müsste, man ist einfach beschäftigt.