Beiträge von Piksieben

    Jetzt ist der betreffende Kollege aber akut erkrankt und es ist fraglich, ob er wiederkommen wird. Sprich: Ich bin jetzt gefragt worden, ob ich sofort einsteigen kann. Es gibt fünf Ermässigungsstunden, die allerdings in diesem Schuljahr (da schon laufend) nicht als Stundenausgleich "gezahlt" werden können, sondern ich würde mein volles Deputat behalten und die Überstunden bezahlt bekommen. Soweit so gut.

    Finde ich kein bisschen gut. Der Kollege fällt aus und Arbeit in erheblichem Umfang wird ohne Entlastung umverteilt - ich finde, das geht nicht. Von der Bezahlung hast du nichts, wenn deine Genesung durch Überlastung gefährdet ist, und Zeit, die erst in einem Jahr frei wird, nutzt einem auch nichts, wenn man gerade völlig am Rad dreht.

    Wer würde dir denn diesen Job "wegschnappen"? Es ist immer schlecht, wenn eine Sache nur von einer einzigen Person erledigt werden kann. An deiner Stelle würde ich mich weigern. Man könnte schließlich fünf deiner Stunden auf mehrere andere Schultern verteilen, damit du nicht mehrbelastet wirst und dich in Ruhe mit dem neuen Job anfreunden kannst. Das sind ja nicht einfach nur ein paar Unterrichtsstunden, die man mit etwas Routine gut einschieben kann, sondern offenbar anspruchsvolle Aufgaben, für die man Zeit und Konzentration braucht.

    Die Schüler machen doch nachmittags sowieso, was sie wollen. In der Schule nervt das Gedudel - wenn nicht die Mitschüler, dann jedenfalls mich, und das reicht ja wohl, um es zu untersagen. Jedenfalls laut. Wenn ich höflich gefragt werde, ob man während der Freiarbeit Musik über Kopfhörer hören darf, sage ich "ok", wenn ich vermute, dass auch wirklich gearbeitet wird.

    Was ich aber interessant finde, ist, wie subjektiv es wahrgenommen wird, ob etwas "stört" oder nicht. Aus dem Artikel ging ja hervor, dass die Musik mit Text eben doch ablenkt, auch wenn das nicht so empfunden wird. Es gibt auch Studien zu Fluglärm, bei denen gezeigt wurde, dass er den Schlaf nachhaltig stört, obwohl die Probanden behaupten, sie hätten wunderbar geschlafen.

    Mir geht es oft so, dass ich Musik höre, um störende Geräusche zu überdecken oder mich wenigstens davon abzulenken. Wenn es mal richtig leise ist, genieße ich das so sehr, dass ich gar keine Musik hören will. Vermutlich geht das vielen Leuten, und besonders jungen, ähnlich: Die Musik soll, wenn nicht von Geräuschen, dann doch von Missempfindungen ablenken. Zum Beispiel von Langeweile ...

    Ich bin auch über eine Vertretungsstelle an die Schule gekommen. Sie suchten dringend jemand, der Informatik unterrichten kann. Die Alternative für die Schüler wäre gewesen, dass der Unterricht nicht stattfindet.

    Natürlich kann man auch als Vertretungskraft etwas lernen, z. B., wenn man in Teamteaching eingebunden ist. Das habe ich anfangs gehabt und mir dabei viel abgucken können. Außerdem redet man ja mit den anderen Lehrern. Später habe ich den Seiteneinstieg gemacht und hatte den großen Vorteil, zumindest den groben Ablauf des Schulbetriebs zu kennen.

    Die Bezahlung als Vertretung ist weder verhandelbar noch gut.

    Aber das kann ja alles noch werden. Versuch's doch einfach mit einer Bewerbung. Dazu habe ich leider keine Tipps. Eigentlich suchst du schon richtig da, wo du suchst.

    P.S. Es zeigt sich mal wieder: Wer viel fragt, kriegt viele Antworten ... denk dran, du musst hier niemanden um Erlaubnis fragen.

    Es gab mal diese Karikatur, wo ein Lehrer vor hunderten von Schülern steht und sagt: Ich bin die Lehrerschwemme, seid ihr der Pillenknick?

    Es heißt Prognose, weil vieles so unvorhersehbar ist. Jetzt kommen viele Flüchtlinge. Das ändert die Situation auch. Aber vielleicht gehen viele irgendwann wieder? Weiß man's? Jede Berufswahl ist mit Risiken verbunden. Und wenn man halt in Bayern bleiben möchte, weil man es da so schön findet, na gut, dann ist man halt eingeschränkt.

    Wenn Eltern und Lehrer Ratschläge zur Berufswahl geben, sollte man als junger Mensch sehr vorsichtig sein. Die gucken alle durch ihre persönliche Brille und nehmen einen mehr oder weniger voreingenommen wahr. Meistens eher mehr. Natürlich bin ich begeistert, wenn ich merke, ein Schüler interessiert sich für Informatik und kann das auch. Aber ob das dann wirklich das Richtige ist, stellt sich ja doch erst Jahre später raus.

    Welche Antwort erhält man, wenn man im Bekanntenkreis fragt, was einen guten Mathe/NW-Lehrer ausmacht? I.A. doch "einer der gut erklären kann".

    Wenn Schüler aufgrund des Gruppenarbeitsdogmas in 20 Minuten selbständig herausfinden sollen, wofür Newton 20 Jahre gebraucht hat, ist das m.E. nicht nur lächerlich sondern führt vor allem auch dazu, dass schwächere Schüler abgehängt werden. D.h. in MINT sind ausführliche (gute!) Erklärungen ein zentraler Punkt, die Schüleraktivität muss natürlich anschließen.

    Ja, im Nachhinein kommt es mir auch so vor: Erklären in Unterrichtsbesuchen war irgendwie Bäh. Und das Stundenschema musste auch bei uns so sein, wie du es beschreibst.

    Nicht dass Erklären nicht erlaubt war oder für unnötig befunden wurde. Auch nicht, um den Lehrer während der Vorführstunde aus der Schusslinie zu nehmen. Beim Unterrichtsbesuch soll man nur eben etwas anderes zeigen.

    Und da hat man sich dann werweißwas ausgedacht, damit die Schüler mit großer Begeisterung etwas herausfinden oder anwenden und möglichst schöne Plakate machen. Nur nicht üben, wiederholen, Hausaufgaben kontrollieren. Machen ja, zeigen nein.

    Nun gut, man hat sich damit abgefunden und das dann so gemacht, wie sie es haben wollten, und oft kamen auch schöne Stunden dabei heraus. Die kann man nicht jede Woche halten, klar.

    Man sollte sich aber nicht einbilden, dass die Fachleiter das nicht wissen.

    Ich finde es auch klar, dass zu Hause bleibt, wer eben gerade zu Hause bleiben kann. Hättest du Unterricht, wäre das ggf. dein Mann. Sich darüber zu streiten macht alles nur noch nerviger. Er kann doch auch nichts dafür, und mit den Kinderkranktagen zu haushalten ist nun mal notwendig.

    Wir haben es nach der Erfahrung langer, trüber, virenreicher Winter immer irgendwie so organisiert, dass einer im Fall der Fälle zu Hause bleiben kann. Es ist fürchterlich, wenn mit jeder Infektion die ganze Planung zusammenbricht. Und manchmal muss halt mal das ein oder andere liegenbleiben.

    Ein Lehramtsstudium ist nicht "Nummer sicher"! Du musst erst mal alle Prüfungen bestehen und das Referendariat erfolgreich abschließen. Und dann musst du auch noch eine Stelle finden. Das ist ein langer Weg.

    Du hast jetzt auch nicht die gefragtesten Fächer. Du solltest dich über die Einstellungschancen schlau machen.

    Ich finde ungepflegte Männer (Dreitagebart, ungebügelte Hemden, Motorradkluft ... ) nicht nur irritierend. Mich stören sie, sehr sogar. Bei Frauen stört es mich auch, aber ungepflegte Frauen begegnen mir im Job nicht so oft. Aufreizende Kleidung finde ich für Lehrerinnen auch nicht geeignet, wobei es da wohl Geschmacksunterschiede gibt.

    Was vermittelt man Schülern, wenn man zur Arbeit erscheint, als wäre man gerade aus dem Bett gefallen? Dass das voll authentisch ist? So läuft das in unserer Gesellschaft nicht, auch wenn das alberne Gerede vom "Authentisch sein" immer wiederholt wird. Besser man lernt früh, dass man sich im Job angemessen kleidet. Ein Job ist eine Rolle, wir können viele Rollen spielen, welche soll denn da die "echte" sein? Es ist auch eine Frage der Psychohygiene: Wenn ich eine Arbeitskleidung und ein Arbeitszimmer habe, fällt es mir viel leichter, mit Wohnzimmer in Freizeitkleidung auch wirklich auf Freizeit umzustellen.

    Ich muss lächeln über die Befürchtung, spießig zu erscheinen. Je älter ich werde, desto entspannter gehe ich mit dieser Befürchtung um: Ja, für die Schüler bin ich steinalt und grottenspießig und habe von der Jugend von heute keine Ahnung. Die jungen Menschen brauchen wohl solche Projektionsflächen, das ging mir doch als junger Mensch nicht anders. Schön, wenn sie mich trotzdem ein bisschen mögen :)

    vielleicht_Lehrerin, mit Jeans und Blazer machst du bestimmt nichts falsch, und überhaupt sind es nicht die Klamotten, die spießig machen, es ist das, was drinsteckt.

    An deiner Stelle würde ich es schon im Auge behalten, aber es von der Lerngruppe abhängig machen, was du machst. Natürlich ist es klasse, mal ein paar Folgen in Excel darzustellen. Auf jeden Fall machen! Auch Wertetabellen darstellen, Funktionen plotten. Solche Sachen. Nur eben fortgeschrittenes Programmieren in der Hoffnung, dass das irgendwie hilft - das halt eher nicht.

    Ich probiere immer mal wieder was aus, mit Excel, oder auch Selbstprogrammierten, um Mathe ein bisschen lebendiger zu machen.

    Ich unterrichte ja beides. Und habe noch nie feststellen können, dass Lernende besser in Mathe werden, wenn sie programmieren lernen. Es wird doch eher andersherum ein Schuh daraus. Wer kein mathematisches Verständnis hat, scheitert in der Regel auch beim Programmieren, und ja: Es kann sein, dass Schwächere tatsächlich noch mehr durcheinanderkommen. Schon das Gleichheitszeichen ist ein Problem, es kann eine Rechnung kennzeichnen, eine Gleichung herstellen oder Zuweisung sein. Ich habe oft den Eindruck, dass es solche grundlegenden Begrifflichkeiten sind, an denen Schüler scheitern. Die Zuweisung hat eine Richtung, die Gleichung nicht.

    Mathe und Informatik haben eine Menge gemeinsame Baustellen, natürlich. Die Fallunterscheidung und die Syntax, die ganze Struktur, die Logik. Ich fürchte, es hat nicht viel Sinn, an einer anderen Stelle (Programmierung) herumzuschrauben, wenn es an der einen Stelle (pq-Formel) nicht klappt.

    Trotzdem ist es natürlich höchst sinnvoll, die Fächer miteinander zu verzahnen. Ich mache immer wieder gern die pq-Formel mit Excel. Daraus lässt sich für beide Fächer etwas lernen; wir erstellen ein Flussdiagramm und daran sieht man, wie man das Problem löst und welche Fallunterscheidungen es gibt und wie super-sorgfältig man die auseinanderhalten muss, damit man keine hässlichen Fehlermeldungen bekommt.

    Wenn du wirklich ablehnen möchtest, dann solltest du rasch zum Telefon greifen und bei den entsprechenden Stellen nachfragen, was du jetzt tun musst.

    Für mich klingt es aber eher, als hättest du Angst vor deiner eigenen Courage bekommen. Hey, ein Neuanfang ist doch toll! Ihr habt das so besprochen, ihr werdet es schon hinkriegen. Du musst ja langfristig denken, und dein Kind wird größer - und teurer.

    Man muss nicht bis ans Lebensende in seiner Heimatstadt wohnen. Für mich war das schon immer eine abschreckende Vorstellung.

    Whatsapp benutze ich auch nur privat.

    Aber, Aktenklammer, das sind doch ungelegte Eier ("sicherlich...", "wohl..."). Warte doch erst mal ab, wie es sich entwickelt. Leute mit Whatsapp haben doch wohl ein Handy, auf dem kann man sie anrufen. Oder SMS schreiben. Oder man spricht sich erst mal persönlich zu diesem Thema aus. Vielleicht war der Grundschullehrerin das mit Whatsapp bequemer oder die Eltern haben ihre E-Mail verheimlicht? Prinzipiell müssen Eltern doch telefonisch erreichbar sein. Was sollen sie schon sagen, wenn du behauptest, dass du gar kein Whatsapp hast?

    Ich könnte mir vorstellen, dass deine Rückenschmerzen auf deine etwas angespannte Situation im Moment zurückzuführen sind. Ein Arztbesuch schafft da Klarheit und vielleicht gehen deine Schmerzen schon weg, wenn du weißt, dass es dir nur an Bewegung und Entspannung fehlt. Spezielle Übungen helfen auch oder einfach etwas mehr rückenbewusstes Arbeiten.

    Und sollte es doch was Schlimmeres sein, muss der Arztbesuch sowieso sein. Also: Alternativlos :_o_)

    Im Übrigen fragt die PKV auch nach Beschwerden, mit denen man noch nicht ärztlich vorstellig war. Da müsstest du ja dann lügen, und das kann auch Folgen haben.

    Gute Besserung!

    Kollegen, diese Kernkompetenzen nicht auf die Reihe kriegen, die dann staunend in den Präsentationsprüfungen im Abi rumsitzen, wo Medieneinsatz Pflicht ist, und das gar nicht beurteilen können, nehme ich nicht ernst.

    Und welche Konsequenzen hat das, wenn du Kollegen "nicht ernst" nimmst, außer, dass du dich mit deinen Kompetenzen dabei irgendwie gut und überlegen fühlst? Dienstrechtliche ja wohl kaum!

    Ich bin schon auch manchmal entsetzt, wie altertümlich manche Leute noch arbeiten, aber deshalb haben sie durchaus ihre Fähigkeiten und natürlich nehme ich sie ernst. Ich kenne meine eigenen Grenzen schließlich auch. Ich glaube nicht, dass ein "ich erwarte einfach ... dies und das ..." irgendwem weiterhilft.

    Was soll die Schulleitung denn machen? Sie kann nicht vorher jeden fragen, ob der Termin genehm ist, da findet sich immer einer, dem es nicht passt. Der Termin ist auch rechtzeitig bekannt gegeben worden, Anfang Juni ist ja noch eine Woche. Also nicht ärgern und denken, die machen das, um dir zu schaden. Die machen auch nur ihren Job.
    Frag einfach, ob deine Anwesenheit unbedingt erforderlich ist. Vielleicht kannst du entschuldigt fehlen.

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