Ich kann nur aus privater Sicht berichten. Es ist schon eine besondere Aufgabe, kranke Kinder zu unterrichten, die haben ja nicht alle nur ein Bein gebrochen, und da finde ich deine Motivation, nun ja, nicht sehr überzeugend.
Für Kinder, die lange im Krankenhaus sind, heißt der Unterricht weniger, dass sie etwas lernen, sondern vor allem, dass da Leute sind, die an ihre Gesundung glauben. Ich weiß nicht, ob du schon mal auf einer kinderonkologischen Station warst. Sich zwischen Chemo und Bluttransfusion auf Bruchrechnen zu konzentrieren ist nicht so einfach, da ist "wenig motiviert" oft noch geschmeichelt. Zuversicht ausstrahlen, wenn wirklich alles zum Erbrechen ist, das muss man auch erst mal können. Ja, du hast viel persönlichen Kontakt - auch z. B. zu Eltern in Ausnahmesituationen - aber ob dich das weniger belastet als eine unruhige Hauptschulklasse, das wage ich zu bezweifeln. Die Kinder wechseln natürlich auch sehr rasch, du musst also sehr flexibel sein. Das ist nicht dasselbe wie Freiheit.
Es gibt auch Hausunterricht; heißt natürlich: Fahrerei. Wobei ich auch das ein merkwürdiges Argument finde. Nun denke ich aber auch, dass es in dem Bereich nicht so furchtbar viele Stellen gibt und da sehr genau geschaut wird, wen man nimmt. Und ohne Unterrichtserfahrung oder Zusatzausbildung? Ich kenne mich, wie gesagt, nicht aus, aber da kann ich mir nicht vorstellen, dass du gute Chancen hast.
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