Beiträge von Piksieben

    Es sei denn, die soziale Gemeinschaft und Geselligkeit ist wichtig.

    Boah, ich muss mal eben diesen Uralt-Thread ausbuddeln, um mich auszuweinen.

    Ich habe gedacht, ich könnte bei der VHS mal etwas über den Tellerrand schauen ... andere Leute kennenlernen ... keine Lehrer ... und dabei noch was lernen ...

    Und nun schon zum wiederholten Mal: Es gibt keine Geselligkeit. Es gibt nur einen Dozenten/eine Dozentin und der oder die (da gibt es keine Unterschiede) redet ohne Punkt und Komma gefühlte 99 Prozent der Zeit. Selbstdarstellung pur.

    Da hätte ich auch ein Video kaufen können - wäre billiger und vermutlich unterhaltsamer. Oder einfach ein Buch, das wäre auch noch deutlich zeitsparender.

    Ich sage dann schon, was mich stört, sage das oder schreibe es doch wenigstens auf den Feedback-Bogen. Und denke mir dann jedes Mal:

    a) typisch Lehrerin - wie konnte ich so werden. Keiner hat mich lieb :weissnicht:
    b) nutzt ja eh nichts - die wissen es halt nicht besser

    *schluchz*

    Dann denke ich noch

    c) gut, wenn man ab und zu dran erinnert wird, wie unangenehm es ist, vollgelabert zu werden und keinen Schritt allein machen zu dürfen.

    Und gehe mit besten Vorsätzen in die nächste Woche.

    Aber das ist mir eigentlich zuviel Lehrgeld für einen Vorsatz :motz:

    Dass man sich mit dem Mentor nicht so versteht, kann passieren. Ich habe in der Ausbildung auch einmal gewechselt, das war kein Problem. Das ist doch das leichteste von allem - Fachleiter-, Schul- oder Seminarwechsel sind doch viel komplizierter.

    Dir kann die "Stimmung" erst mal egal sein. Wie sagt man beim Rundfunk: Das versendet sich.

    Du weißt ja überhaupt nicht, was du dir mit einer neuen Schule einkaufst. Das ist doch ein Mordsaufwand.

    Ich drücke dir die Daumen!

    Ich schildere dir das mal aus der Perspektive einer, die vor 1,5 Jahren die Prüfung(als Seiteneinsteigerin) gemacht hat. Ich hatte, genau wie meine Ausbildungskollegen, Zweifel und Krisen und dachte zwischenzeitlich sehr ernsthaft ans Aussteigen. Ich verstehe dich von daher sehr gut.

    Wir haben im Seminar vieles sehr kontrovers diskutiert. Man muss nicht nachbeten, was die Ausbilder einem vorbeten. Mit Blick auf die Prüfung muss man schauen, dass man das abliefert, was erwartet wird - aber dazu gehört durchaus auch selbstständiges Denken und Handeln. Ja, viel ist einfach schön gedacht, aber unrealistisch und an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Schüler vorbei.

    Dass du jetzt kritischer bewertet wirst, liegt natürlich auch daran, dass es auf den Abschluss zugeht und entsprechend mehr erwartet wird.

    Ich weiß nicht, wie schlimm deine organisatorischen Probleme sind, aber in der letzten Phase hat jeder den Kopf voll und vergisst schon mal was.

    Denke daran, in der Zukunft musst du nicht mit den Ausbildern klar kommen - die bist du bald los -, sondern mit den Kindern und den Kollegen. Und das scheint ja zu funktionieren. Du glaubst gar nicht, wie man sich auf ganzer Linie entspannt, wenn man erst mal fertig mit der Ausbildung ist.

    Ein Abbruch zum jetzigen Zeitpunkt würde sich im Lebenslauf ähnlich schlecht machen wie eine versiebte Prüfung, also kannst du das ebenso gut noch durchziehen. Und auf dem Arbeitsmarkt umsehen kannst du dich später immer noch - allerdings ist das mit einer festen Stelle viel entspannter.

    Viel Erfolg und lass dich nicht mürbe machen ;)

    Ein Polizist kann sogar in große Schwierigkeiten geraten, wenn er außerdienstlich von Straftaten Kenntnis erhält. Z. B. hiernotiert.

    Ein Arzt kann außerdienstlich auch nicht so tun, als verstünde er nichts von Wiederbelebung.

    Es gibt Regeln, die gelten nur in der Schule. Aber alles rund um Sucht betrifft uns zu jeder Tageszeit und überall. Den Schülern zu sagen, es sei einem egal, wie viel sie zu Hause saufen und rauchen, finde ich unmöglich.

    Tja Silicium, du scheinst ja in jeder Hinsicht vergraulungsresistent zu sein. Kein Mensch zwingt dich, Lehrer zu werden. Was bildest du dir denn ein, wie viel rote Teppiche in anderen Berufen ausgerollt werden? Werd doch freier Autor. Text dürftest du ja schon genug zusammen haben, und deine Weisheit reicht ja weit über dein Alter und deinen Ausbildungsstand hinaus /ironie off/.

    Bitteschön, macht euch mal locker. Schaut euch in den Lehrerzimmern um. Da sitzen nicht nur Ruinen. Da sitzen auch viele, die ihr Leben und ihren Beruf genießen. Solche, die nach jahrzehntelanger Erfahrung über den Dingen stehen und sich in erster Linie amüsieren. Und solche, die ganz viel Optimismus ausstrahlen und die jungen Leute mitziehen. Auch die Referendare.

    Man findet immer Leute, die alles katastrophisieren. Sonst wäre es ja auch keinen Spiegelartikel wert. Es ist halt kein Spaziergang. Aber man kann es überleben. Echt.

    Was soll sich denn ändern? Mehr Geld wollen alle, aber wir wissen alle auch, wie knapp die Mittel sind. Die Ansprüche herunterschrauben? Ist das eine ernsthafte Forderung? Vielleicht sollte man schon im Studium mehr Wert auf das Training psychischer Belastbarkeit legen. Wenn man sowas trainieren kann.

    Wie kann es sein, dass Lehrkräfte nicht ernst genommen werden?

    Bei uns würde man mit so etwas beim Schulleiter vorstellig und der ließe sich schon etwas einfallen, es gibt es doch genügend Möglichkeiten, Regelverstöße zu ahnden. Schüler, die einfach weglaufen, kann man später aufspüren, die sind schließlich irgendwo im Unterricht. Eine Suspendierung vom Unterricht spricht sich herum. Natürlich zeigt das Wirkung.

    Ich habe auch schon Schüler mit Überweisungsträgern in der Hand gesehen. Die haben unerlaubt geraucht. Natürlich interessiert die Polizei das. Ist ja schließlich ihr Job.

    Tja, das ist leider in vielen Foren so, und eigentlich finde ich es hier noch recht gemütlich.

    Wobei es mich auch manchmal nervt, wenn Leute unbedingt ihren Senf abgeben müssen, ohne dass es zum Thema gehört. Oder dass sie manchmal nicht mal richtig lesen, was gefragt wurde, geschweige denn, dass sie darauf antworten ...

    Jetzt ist natürlich die spannende Frage, ob man sich darüber unterhalten kann *ohne* zu streiten :huh:

    Ich möchte denen, die ein sich ein Abitur ehrlich erarbeitet haben, nicht im Weg stehen, im dem ich jemanden ein Abitur schenke, mit dem erstgenannte um einen Studienplatz oder Ausbildungsplatz konkurrieren müssen.

    Zwischen einem - in Worten: einem - Punkt, die die schlechteste Note von einer immer noch grottenschlechten Note trennen und dem Hinterherwerfen eines Abiturzeugnisses ist doch wohl ein kleiner Unterschied.

    Wann gebt ihrdenn Sechsen für sonstige Mitarbeit? Wie viel Aufwand treibt ihr, wenn es um einen einzigen Punkt für eine einzige Schülerin geht? Wenn wir uns um jeden Punkt so einen Kopf machen würden, hätten die Schulleiter aber viel zu tun.

    Du kannst dich hier nicht absichern. Dazu ist kein Forum autorisiert. Wenn du 0 Punkte geben willst, dann tu das doch. Leg dir eine Begründung zurecht und gut ist. Vielleicht kommt ein Anwalt, vielleicht nicht. Woher sollen wir das wissen.

    Bei 0 Punkte würde ich als Außenstehende denken: Na, die war wohl nie da.

    Wenn sie da war und nicht massiv den Unterricht boykottiert hat, dann kann man ihr einen Punkt geben, mit den schriftlichen 0 Punkten verwerten und das zu einem Punkt machen. Dass ein Abi an einem einzigen Punkt scheitern soll, finde ich nicht nachvollziehbar.

    Aber du wilst das ja so. Warum fragst du überhaupt? Was hat das mit "kleinkriegen" zu tun? Fingerspitzengefühl ist doch eine Kernkompetenz von Lehrern. Das heißt nicht, dass man aus Furcht vor dem Anwalt gute Noten geben muss, aber es heißt eben auch nicht, dass man unbedingt seine Linie durchziehen muss, auch wenn es (wie hier) wenig Sinn macht.

    Aber was meinst du, was die Ursachen dafür sind?
    Mir geht es auch in ähnlich im Fach Deutsch im Bereich der Rechtschreibung, die bis zum Ende der 10. bei viel zu vielen noch eine Katastrophe ist. Aber was ist die Ursache? Schüler können nur das wissen, was man ihnen beigebracht hat! Sind unsere MEthoden doch verkehrt? Sollte man wieder mehr pauken? Das ganze Kompetenzerwerbsgesäusel über Bord werfen? Eltern haben das Gefühl, dass das Niveau schon ab der Grundschule deutlich gestiegen ist (im Vergleich zu ihrer eigenen Schulzeit), wir Lehrer beobachten, dass das abrufbare Wissen stetig abnimmt. Ich weiß wirklich nicht, was da falsch läuft, wo die Stellschrauen sind.

    Ich glaube nicht, dass es um das "Wissen" geht. Ich weiß ja, dass die Sachen, die ich von den Schülern in Sek II eigentlich erwarten darf, in der Sek I behandelt wurden. Die Schüler haben ja die Abschlussprüfung auch bestanden. Vermutlich "wissen" sie mehr, als ich sehe, nur: Sie haben es nicht parat. Sie haben schon mal was von Prozentrechnung gehört und fangen unglaublich umständlich an, zu rechnen. Sie wissen irgendwas vom Hauptnenner, aber sie können es nicht anwenden. Vor allem aber haben sie keine Lust, ihren Kopf anzustrengen (ich rede jetzt nicht von allen. Nur von den Problemfällen).

    Ich schrieb es irgendwo anders schon: Die Motorik von Kindern ist heute auch schlechter entwickelt. Sie haben zu wenig Bewegung. Vielleicht ist es einfach so, dass bestimmte Fähigkeiten sich verschlechtert haben, so insgesamt, nicht nur das aus-einem-Bein-stehen. Vermutlich hängt das sogar zusammen. Wir überschätzen unsere Macht als Lehrer vermutlich dramatisch. Vermutlich sind die Weichen für gutes Schreiben und Rechnen schon lange vor Schuleintritt gelegt, und es gibt nun mal Kinder, die von früh auf beobachten, kombinieren, zählen und eben auch rechnen, wobei manche gefördert werden - und manche verkümmern schon in jungen Jahren. Bei den einen bleibt das, was im Unterricht gemacht wird, hängen. Bei anderen perlt alles ab, weil grundlegende Denkstrukturen fehlen. Dabei sind die es ja eigentlich, die mit dem ganzen Kompetenzgetue eigentlich angelegt werden sollen.

    Tja.

    Aber vielleicht ist es auch ganz anders. Vielleicht versuchen wir, zu viel aus Kindern herauszubringen, was nicht in ihnen angelegt ist. Früher wären diese Kinder gleich in die Lehre oder aufs Feld gegangen - heute sollen sie Fachabi machen.

    Für mich wärmt der Artikel nur Altbekanntes auf. Der Autor will wahrscheinlich nur auf sein Werk aufmerksam machen.

    Mich öden Artikel von dieser Art auch allmählich an. Neulich hatten sie auch so einen über eine Aufgabe, die man mit einem geschickten Kniff einfach lösen kann. Da gibt es ja viele. Und daraus ist dann abzuleiten

    - dass man für Mathe nur den gesunden Menschenverstand braucht
    - dass Mathe unglaublich spannend ist
    - dass Mathe, wenn es nur anständig unterrichtet würde, auch von jedem begriffen werden könnte
    - dass Leute Mathe nicht können, weil die Mathelehrer ihnen jeden Spaß daran genommen haben
    - dass Mathe ganz unglaublich lebensnah ist und jeder sie ununterbrochen benötigt - und wenn er sich gerade die Fußnägel schneidet

    Das ist ungefähr so, als wollte man jemandem mit einem Comic zeigen, dass Lesen ganz einfach und sehr lustig ist (und die Deutschlehrer die Buhmänner sind, die einem alles verderben mit Iphigenie auf Tauris) und als wollte man Leuten weismachen, sie müssten nur mal öfter nach Paris fahren, dann kämen die französischen Vokabeln ganz von allein.

    Zum Lesen braucht man Buchstaben, und die muss man nunmal lernen, anders geht es nicht. Bevor man in die Geheimnisse der Quantenphysik einsteigt, braucht man viel mühselig zu erwerbendes Handwerk. Wer tanzen will, muss auch erst mal gehen können.

    Übrigens: Auch Erwachsene fangen mehr oder weniger automatisch zu rechnen an, wenn sie Zahlen hören. Sind das auch die Mathelehrer schuld?

    Man fängt auch automatisch zu lesen an, wenn man Buchstaben sieht ... da gibt es doch immer diese Tests mit den bunt geschriebenen Farben, also blau in grün geschrieben usw. Wenn man da nur die Farben oder nur die Buchstaben wahrnehmen soll, ist es sehr schwierig. Sind die Deutschlehrer schuld oder die Kunstlehrer ^^

    Ja, lustiges Thema. Also so ein Kleinkind/Baby macht ja zugleich sehr jung (was man an der Sprache hört: "Ja wo ist er denn? Duzi duzi! Hast du aber in schönes Balli!" und zugleich sehr alt - nach ein paar durchwachten Nächten fühlt man sich schon mal wie 80.

    In der Schule muss man immer auf Zack sein (hält fit) und lernt natürlich viele wichtigen Neudeutschwörter wie "dissen", aber manchmal ist alles so vergebens, dass ich mir wünsche, schon in Rente zu sein. Und außerdem werde ich verdammt oft dran erinnert, wie lang meine Pubertät schon her ist, dass ich für die Schüler jenseits von gut und böse bin ... wenn man nach dem Spruch "Man ist so alt, wie man sich fühlt" geht, trifft sich das vermutlich irgendwo in der Mitte beim wirklichen Alter.

    Tja, das ist ja genau die Frage: Wer ist denn zuständig für den Lernzuwachs?

    Die Kölner Dozentin hat ihre Sachen wohl nicht so toll rübergebracht, aber es hörte sich schon so an, als sei klar kommuniziert worden, was drankommt. Ich habe mir die Aufgaben auch angeschaut und fand sie machbar.

    Ich habe eine Menge schlechter Vorlesungen überstanden, indem ich
    a) mich mit Kommilitonen zusammengetan habe und die kritischen Dinge so lange diskutiert habe, bis es alle verstanden haben und
    b) Bücher gelesen habe (gerade für Anfänger gibt es wirklich eine große Auswahl)

    Man nennt dies Eigenständigkeit - und ohne eine schlechte Vorlesung entschuldigen zu wollen: Das ist ein unabdingbares Lernziel im Studium und sollte schulischerseits unbedingt vorbereitet werden.

    Wie würde man sonst Berufseinstieg, Referendariat, Fortbildungen etc. überstehen?

    fec, ich finde, das machst du richtig: Du hast es einer Klasse erlaubt, in der es funktioniert. Wenn es nicht funktioniert, ist es eben verboten, aus die Maus.

    Im Moment solltest du nur noch ein bisschen vorsichtig sein - du wirst ja von den Kollegen beobachtet.

    Ich finde das rigorose Verbot ohnehin antiquiert. Die Lehrer laufen alle mit ihrem Smartphone herum und nutzen tolle Apps für die Notenverwaltung, und die Schüler, die in einer Berufswelt hineinwachsen, in der es von Anfang an so laufen wird, dürfen nicht? Wäre es nicht ein Stück Medienerziehung, den sinnvollen Einsatz von Elektronik zu üben? Bei mir dürfen die Schüler z. B. das Tafelbild fotographieren. Ich bitte dann einen darum, mir das als E-Mail zu senden. Das ist eine große Hilfe für mich. Wenn aber nur gespielt wird, wird das Handy halt auch mal kassiert.

    Mir persönlich geht die Dauerberieselung und das ständige "Verstöpseltsein" der Schüler auf den Wecker, aber in einigen Unterrichtsphasen kann man es wohl machen.

    Es gibt auch böse Kommentare dazu: http://www.dkriesel.com/blog/2012/0414…ndschule_praegt

    *lach* Besonders witzig finde ich den Hinweis auf die Mutter, die sich durch ihre Beschwerde im Internet verewigt hat.

    Und ich habe gedacht, das mit den Hubschrauber-Eltern wäre eine Legende :D Ist das den Studies eigentlich nicht peinlich, wenn ihre Eltern da reinglucken?

    Als ich studierte, haben wir sowas mit Hilfe der Fachschaft gelöst. Da wäre wirklich im Traum niemand auf die Idee gekommen, nach seiner Mama zu rufen.

    Gerade in Mathematik ist es oft nicht wesentlich, was genau man lernt. Das Wesentliche sind die Strukturen, die man dabei erwirbt. Natürlich muss man Grundschulkindern keine vollständige Induktion beibringen, weswegen sich auch erübrigt, zu vermitteln, wie man das vermittelt. Aber vollständige Induktion zu verstehen ist eine Denkleistung. Die zu vollziehen ist, unabhängig davon, ob man das nachher braucht, hilfreich. Oftmals versteht man das aber erst Jahrzehnte später.

    Der Ausgang dieser Klausur bestätigt nur, wie wichtig es ist, dass auch Grundschullehrer solide fachliche Grundlagen mitbringen. Denn unsere Mathematikausbildung an den Schulen ist offenbar mangelhaft. Ich kann nicht fassen, welche Lücken Schüler an die Sekundarstufe II mitbringen. Sie haben eine Fachoberschulreife, können aber keine Gleichung aufstellen, wissen nicht, was 10 Prozent Steigung bedeuten, fürchten sich vor Bruchrechnung und sind nicht in der Lage, ihre Abneigung auch nur eine halbe Stunde mal zu vergessen und zuzuhören. Zum Verzweifeln. Wie soll man Schülern die Differentialrechnung beibringen, die immer noch aus Summen kürzen? Diese Verzweiflung ist längst in den Hochschulen angekommen. Ich kann schon in der Sek II viele Schüler nicht mehr da abholen, wo sie stehen, denn dann müsste ich bei den Grundrechenarten anfangen, und die Hochschulen können das erst recht nicht.

    Und wenn man mit der Vorstellung heranwächst, dass Mathe nur was für selbstverliebte Spezialisten ist und man für die Grundschule im Wesentlichen mit dem Zahlenraum bis 1000 auskommt, kann es ja nur schiefgehen.

    Offenbar fördert die Schule auch die Konsumentenhaltung, die die Studierenden immer noch beibehalten. Natürlich kann man sich auch unabhängig von der Schule auf ein Studium vorbereiten! Es gibt Schnupperkurse, Brückenkurse, Internet, Bücher etc. - klar denkende Menschen nehmen diese Angebote auch wahr. Aber plopp, schon werden wieder die Lehrer beschuldigt. Niemand muss Abitur machen. Aber wer es macht, sollte es auch wollen. Und wer studieren will, kann sich informieren, wie das geht.

    Ich sage es meinen Schülern immer wieder, dass ihnen an der Uni keiner mehr ihre Brocken hinterherträgt und dass ich das deshalb auch nicht tue. Natürlich muss man sich immer fragen, woran es liegt, wenn Klausuren schlecht ausfallen. Aber ich muss mir auch nicht jeden Stiefel anziehen.

    Es gibt doch Erhebungen, wonach Kinder heute unbeweglicher und ungeschickter sind als früher. Liegt das am Sportunterricht? Wohl kaum!

    Was kann man denn nun tun? Bessere Lehrer einstellen? Ja, sicher. Vielleicht heißt das, 94 Prozent auszusieben ?(

    Tja, vor dem Satz "Lehrer kann jeder" fürchten sich grundständige Lehrer offenbar. Wieso eigentlich? Es gibt doch in sehr vielen Bereichen Quereinsteiger. Da werden Physikerinnen Bundeskanzlerin und Theologen Bundespräsidenten, was qualifiziert die denn? Politiker kann jeder?

    Auch im Journalismus ist der Quereinstieg eine häufige Sache. Das ist auch gut zu vergleichen: Journalisten sind nämlich, wie Lehrer, Universaldilettanten. Man kann nicht alles wissen - aber alles unterrichten/über alles schreiben. Oder? Ist die fachliche Sicherheit nicht doch die Basis für alles (und letztlich ist das Fach dabei weniger entscheidend - entscheidend sind die Methoden, die man gelernt hat)?

    Was letztlich zählt, ist doch der Erfolg. Und ein Seiteneinsteiger qualifiziert sich nun mal letztlich genauso durch eine Prüfung wie der grundständige Lehrer. Ich kann diese Empfindlichkeit immer noch nicht nachvollziehen.

    Und ja, unterrichten steckt so drin. So wie das Lernbedürfnis des Nachwuchses gibt es ein Bedürfnis der Älteren, ihr Wissen weiterzugeben. Und viele geben weiter ohne pädagogische Grundkenntnisse. Professoren, Handwerkermeister, Eltern und und und. Man kann das finden, wie man will - offenbar funktioniert es.

    Und hier will doch niemand ernsthaft behaupten, dass einem in einem Pädagogikstudium der Stein der Weisen vermittelt wird. Wie man letztlich klar kommt, hängt viel von der Persönlichkeit, vor allem aber von Erfahrung ab. Deshalb ja auch die vorgezogenen Praktika inzwischen.

    Im anderen Strang schon erwähnt: SE haben eine Probezeit. Man kann sie entfernen, wenn man merkt, es funktioniert nicht. Es ist nicht notwendig, sie einer Gesinnungskontrolle zu unterziehen. Dass jemand seinen beruflichen Weg ändert, ist doch nicht beklagenswert. Im Gegenteil!

    Unsere Schule könnte ohne SE dicht machen.

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