Beiträge von Piksieben

    Ob man seinen Job gut macht, hängt von vielen Faktoren ab. Das lässt sich nur bedingt prognostizieren.

    Nichts anderes sagte ich. Genauer sagte ich: Einen unbefristeten Vertrag zu haben ist ein legitimer Wunsch und heißt nicht, dass man "es nur wegen des Geldes" tut. Es gibt genug Leute, die irgendwie nolens-volens (oder wie das heißt :rolleyes: ) in ihren Job rutschen und den nachher gut ausfüllen. Bei Seiteneinsteigern gibt es eine Probezeit. Und dann die Prüfung. Da wird niemand durchgelassen, der den Job nicht kann - so what?

    Was genau unterscheidet den Seiteneinsteiger vom Referendar? Haben Referendare etwa keine Flausen und falsche Vorstellungen im Kopf? Bestehen alle Referendare ihre Prüfungen? Sind alle grundständigen Lehrer zum Lehramt geboren? Nein, nein, und nochmals nein.

    Ich finde es schon in Ordnung, interessierten Seiteneinsteigern zu erklären, dass es wohl etwas anders wird, als sie es sich vielleicht vorstellen oder wünschen. Aber jemanden so anzugiften und abzuschrecken - das finde ich doof. Die Leute werden ja gebraucht.

    Und du meine Güte - wie viele Leute sind irgendwo, wo sie eigentlich nicht sein wollen, einfach weil ihnen nichts anderes übrig bleibt? Was ist daran Besonderes?

    Gegen wen kämpfst du hier, Panama?

    Dir reichen die 4 Tage nicht.

    Hier wird gesagt, dass es nun mal nur diese 4 Tage gibt und dass man das vorher weiß. Chemicus zeigt weitere Handlungsmöglichkeiten. Verständnis ansonsten in allen Beiträgen.

    Und du tust so, als lägen die Forenteilnehmer auf der Lauer, um dich zu verhaften.

    Und das, obwohl sie selbst gerade falsch geparkt haben.

    ?(?(?(

    Und dieser "jeder" muss wie jeder andere auch bei einem Berufswechsel eine Art Umschulung mitmachen. Verstehe dieses Problem einfach nicht. Die Obasler holen doch während ihrer Ausbildungszeit das nach, was die grundständig Ausgebildeten ihnen voraus haben.

    Eben. Bin ich als Seiteneinsteigerin nach bestandener Prüfung etwa immer noch eine dieser verkrachten Existenzen, die anderswo nicht unterkamen?

    Ist es nicht eher so, dass ich Berufs- und Lebenserfahrung mitbringe, die ein grundständiger Lehrer nicht hat? Und speziell in Maschinenbautechnik etc: Wäre Berufserfahrung da nicht eigentlich obligatorisch?

    Für Profs an der Fachhochschule ist außeruniversitäre Berufserfahrung sogar Einstellungsbedingung.

    Aber viele an der Uni haben eben keinen unbefristeten Vertrag. Sonst wäre es ja nicht "unsicher".

    Ehrlich gesagt, kann ich über diese Argumentation nur immer wieder den Kopf schütteln. Wenn man ein regelmäßiges Gehalt und eine unbefristete Anstellung schätzt - warum sollte man dann seinen Job schlecht machen? Warum sollte eine feste Anstellung kein Grund sein, die Mühen der Ausbildung auf sich zu nehmen?

    Was unterscheidet da den Lehrerjob von einem anderen? "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" - so altmodisch es klingt, es stimmt ja immer noch.

    Und warum in aller Welt sollte man Lehrer nur aus "Berufung" werden wollen? Arbeitet hier jemand ehrenamtlich als Lehrer und ernährt sich von Kartoffelschalen?

    Das wäre wohl eine Nebenbeschäftigung die genehmigungspflichtig ist. Bei Promovierten könnte da die Schulaufsicht einigermaßen vorsichtig sein, da die gelegentlich die Erfahrung gemacht haben, dass solche schon Mal Haupt- und Nebenbeschäftigung verwechseln. Bei Forschungstätigkeit kommt ja leicht ein recht hoher Zeitaufwand zusammen, der sich nicht immer mit den dienstlichen Verpflichtungen vereinbaren lässt.

    Eine wissenschaftliche, künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeit nebenher ist auch für Beamte grundsätzlich nicht genehmigungspflichtig, sondern, sofern man etwas dabei verdient, nur anzeigepflichtig. Angestellte müssen Nebentätigkeiten nur anzeigen. So jedenfalls in NRW.

    Ich mache das seit ich an der Schule unterrichte, habe es auch in der Ausbildungszeit gemacht (Nebentätigkeit an der Uni, "außerhalb der Dienstzeit"). Das ist überhaupt kein Problem.

    Unitätigkeiten werden angerechnet, es wird überhaupt so ziemlich alles an Tätigkeiten angerechnet, achte drauf, dass du auch gleich in die entsprechende Erfahrungsstufe kommst, das passiert nämlich nicht von selbst.

    An deiner Stelle würde ich mich einfach mal bewerben, an ein paar Schulen hospitieren und ausprobieren, wie sich das anfühlt. Und dann musst du halt bereit sein, dich auf die Schülerinnen und Schüler und das System "Schule" überhaupt einzulassen. Und dazuzulernen und dir Kritik anhören zu müssen und noch mal durch eine Prüfung zu müssen. Und dich an den Gedanken gewöhnen, dass die Schüler nicht freiwillig im Physikunterricht sitzen, sich oftmals nicht dafür interessieren, es nicht verstehen und mit 1001 anderen Sachen beschäftigt sind.

    Ich schätze an der Schule, dass es wirklich darauf ankommt, guten Unterricht zu machen und dass der Unterricht nicht nebenher (und meist schlecht) läuft wie an der Uni, wo die erwähnten Veröffentlichungen das Einzige sind, das wirklich zählt. Wenn du die Ausbildung durch hast, musst du dich natürlich weiter an die Lehrpläne halten und dich mit den Kollegen abstimmen. Aber wie du deinen Unterricht machst, das bestimmst du im Wesentlichen selbst. Ob du weißt, wie es geht, musst du in der Prüfung zeigen.

    Nur Schule wäre mir auf Dauer auch zu langweilig, aber es gibt auch in diesem Bereich viele Möglichkeiten, seine Interessen zu verwirklichen. Und wie du schon schreibst: Uni auf Dauer nervt auch.

    Die gesetzlich gewährten Kranktage reichen normalerweise nicht. Irgendwie muss man es so arrangieren, dass der Fall "Kind ist krank" eintreten kann, ohne dass gleich alles zusammenbricht oder man sich selbst krankmelden muss (wobei ich mich doch sehr wundere, wie oft das hier empfohlen wird, es heißt ja, dass man lügt. Ich kann das nicht, will es nicht, tue es nicht). Alles andere ist doch ein erheblicher Verlust an Lebensqualität für alle Beteiligten. Es macht überhaupt keinen Spaß, mit schlechtem Gewissen zu Hause zu bleiben. Und Kinder haben das Recht, ihre Infekte auszukurieren.

    Wir haben das mit flexiblen Arbeitszeiten und Teilzeitbeschäftigung gelöst. Das war nicht immer einfach. Aber drei Monate beide Eltern in Vollzeitjobs mit einem häufig kranken Kleinkind haben uns gereicht. Das war furchtbar. So wollte ich nicht weiterleben, und das wollte ich auch meinem Kind nicht zumuten.

    Das Schöne am Lehrersein ist doch, dass man ohne Probleme für einige Jahre auf Teilzeit gehen kann, und das auch noch nach Bedarf dosieren kann. Dazu die familienkompatiblen Ferien. Da kenne ich Jobs, in denen das alles viel schwieriger ist.


    Mal Spaß beiseite, ich glaube es gibt auch seriöse Statistiken die zeigen, dass Alkoholismus auch bei der Elite sehr verbreitet ist.

    Aber ja. Noch ein Grund mehr, das nicht als Jugendsünde abzutun. Man kann sich das Leben auch durch den Alkohol versauen, obwohl es beruflich ganz gut läuft. Ich meinte auch nicht das. Ich dachte eher: Es polarisiert sich mehr. Ganz reich - ganz arm. Nichttrinker - Komasäufer.

    Mir zeigen die Schüler völlig ungeniert die Fotos von der Klassenfahrt, wo sie sich die Kante geben.

    Das hätten wir früher niemals gemacht. Gibt's das überhaupt noch, dass einem was peinlich ist ?(

    Hört hier eigentlich jemand zu?

    Linnea fragt nach Möglichkeiten *außer sich krank schreiben zu lassen*.

    Die Möglichkeit, sich krank schreiben zu lassen, kennt sie also schon.

    Und alle antworten: "Krank schreiben lassen".

    Linnea, warum rufst du nicht bei der Pflegekasse an? Dann gibt es auch noch den psychosozialen Dienst im Kinderkrankenhaus. Irgendjemand wird dir da doch eine verbindliche Auskunft geben können.

    Ja, wir waren früher schon welche :whistling:

    Klar war früher alles irgendwie genauso und doch anders und dann doch nicht so schlimm. Schreiben die, die es überlebt haben (trotz der hohen Unfallzahlen in den Siebzigern), die dem Suff nicht anheimgefallen, sondern feine Lehrer geworden sind, die vielleicht sogar das Rauchen aufgegeben haben. Die Gestrandeten, Gestorbenen, die äußern sich hier halt nicht. Da kann man dann immer leicht sagen, "es hat mir nicht geschadet".

    Im Gegensatz zu früher veröffentlicht man heute Fotos von peinlichen Partys mal gleich im Internet. Vor diesen Folgen schützt die Jugendlichen niemand. Ich bin froh, dass meine Eskapaden nur mehr verschwommene Erinnerungen und keine Filmchen bei Youtube sind.

    Besäufnisse "normal" zu finden heißt nur zu akzeptieren, dass Deutschland, wie es mein Fahrlehrer sagte, ein Land voller Alkoholiker ist.

    Die Tendenz, dass insgesamt weniger getrunken wird, aber das Komasaufen zunimmt, passt zu der Tendenz, dass die Schere zwischen den Schichten immer weiter aufgeht. Kommt mir jedenfalls so vor. So viele Eliteschüler einerseits und hoffnungslose Fälle andererseits.

    Momentan habe ich in der Wirtschaft eine Festanstellung, die ich ungerne für eine kurze Vertretungsstelle aufgeben möchte.

    Wäre auch nicht ratsam - das ist ja immer befristet und endet vor der Sommerferien. Es ist auch durchaus so gedacht, dass du direkt einsteigst. Dann hast du eine normale Probezeit und dann die Garantie, übernommen zu werden, wenn du die Prüfung bestehst.

    Ich kenne mehrere, die das auf diesem Weg gemacht haben, ohne Vertretungstätigkeit vorher. Bewirb dich doch einfach mal. Viel Erfolg!

    Ich fürchte, hier sind alle einer Meinung :)

    Mich stört es auch sehr, wenn auf eine E-Mail oder einen Beitrag überhaupt keine Reaktion kommt. Das ist nicht die feine Art - oftmals habe ich aber das Gefühl, solche Leute sind einfach schlecht organisiert und haben ihren Maileingang nicht im Griff.

    Von professioneller Seite kenne ich diese Nicht-Reaktion außerhalb der Schule fast gar nicht. Ein Vorgang wird irgendwie abgeschlossen, sei es mit "Danke" oder "okay" oder wie auch immer. Viele Korrespondenzen mit schulischen Kollegen enden dagegen im Nirgendwo. Gut, man läuft sich ja auch später noch über den Weg und sagt dann "danke" oder "okay".

    Im Forum gilt das aber nicht!

    Es soll auch Lehrer geben, die aus ihrem Job rauswollen. Am besten in einen "Bürojob" - denn da hat man ja keinen Stress :S

    Eigentlich sollten alle mal für ein paar Wochen tauschen. Lehrer in das "gemütliche" Büro - Lehrer, die immer denken, sie seien die einzige Berufsgruppe, die Stress hat. Und Leute aus dem Büro in den Klassenraum - speziell die, die den Untergang des Abendlandes der Unfähigkeit der Lehrkräfte anlasten.

    Sieh es mal so: Das Abenteuer "Kind kriegen" wird der UPP viel ihrer Dramatik nehmen. Die Aufregung, die du dir normalerweise für die Prüfung aufgespart hättest, wird durch die Ankunft des Babys schon verbraucht sein. Lebenserfahrung, echt.

    Sieh zu, dass du die Unterrichtsbesuche wirklich möglichst frühzeitig alle durch hast und die Prüfungsstunden zumindest im Groben geplant hast. Und dann geht das auch.

    Wie habe ich doch so schön mal gelesen, man behält von dem Gerlernten in der Schule mal gerade 5% ? Das spricht nicht gerade für die Effektivität einer frontalen Lernform.

    Von den Buchstaben und Zahlen, die ich in der Grundschule gelernt habe, habe ich 100% behalten.

    Liegt das am Frontalunterricht, den ich damals ausschließlich hatte?

    Ich habe auch mal was Schönes gelesen: Use it or lose it.


    Im Übrigen fand ich die Anfrage hochgradig befremdlich: wenn man mit so einem Laufbahnwechsel liebäugelt, informiert man sich dann nicht entsprechend über den Arbeitgeber?
    Anders gefragt: gehört es nicht zum Allgemeinwissen, dass im ÖD die Gehälter eben nicht verhandelbar sind? Aber das ist natürlich Off Topic, nur so meine Gedanken :whistling:

    Es ist ja genau wie Silicium schreibt: Gerade die Seiteneinsteiger, die du so abschätzig beschrieben hast, sollen ja nicht angelockt werden.

    Werden sie aber, oder vielmehr: Nur die. Die anderen bleiben weg, aus gutem Grund.

    Und wie erwähnt: Auch der ÖD ist in der Lage, Gehälter anzupassen, wenn die Not es erfordert.

    Ich finde es sehr merkwürdig, wie angep* die etablierten Lehrkräfte reagieren, wenn es darum geht, dass Nachwuchskräfte ausgebildet werden sollen, sowohl Schüler (denn einzig in deren Interesse werden die Lehrkräfte ja gesucht) als auch künftige Kollegen (die, was ich gut verstehen kann, die Arbeitsbedingungen vorher abchecken).

    Da frage ich mich, wer da auf dem hohen Ross sitzt? Muss ein Seiteneinsteiger mit eingezogenem Kopf ankommen und sagen: O ja, mit 45 Jahren möchte ich gern noch mal Azubi sein, und für den notleidenden Staat verzichte ich gern auf mein gutes Gehalt, eigentlich kann ich ja auch nix, nur ein bisschen E-Technik und so ... nichts wichtiges.

    Was gibt denn für einen Grund, dass du ein höheres Gehalt oder eine geringere Arbeitszeit möchtest als alle anderen? Noch dazu als Seiteneinsteiger ohne pädagogische Ausbildung?

    Leider bekommt ein Lehrer mit zwei zweitaufwändigen Korrekturfächern wie beispielsweise Französisch und Englisch das gleiche Gehalt wie ein Sport-Kunst-Lehrer.

    Der Grund ist, dass ein Seitensteiger, etwa ein Ingenieur, soll er denn tatsächlich an eine Schule kommen, um den extremen Mangel z. B. im Bereich Maschinenbautechnik, zu beheben, auch einen Grund haben muss, eine vermutlich besser bezahlte Stelle zu verlassen, um sich auf das doch sehr ungewisse Unternehmen "Lehrerausbildung" einzulassen. Den beiden Beiträgen, die ich weiter oben verlinkt habe, ist zu entnehmen dass

    a) der Mangel in den technischen Fächern an den Berufskollegs dramatisch ist und ebenso dramatische Folgen für den Standort Deutschland hat
    b) Bewerber absagen, weil ihnen das Gehalt an den Schulen zu gering ist
    b) in BaWü tatsächlich Zulagen gezahlt werden, wenn jemand mit einem gefragten Fach an die Schule kommt.

    Bei allem Respekt vor dem immensen Korrekturaufwand in Sprachen und vor der hohen pädagogischen Verantwortung der Primarlehrer: Um die ging es gerade nicht. Es ging um die Fachkräfte speziell im berufsbildenden Bereich, die im Moment händeringend gesucht werden. Wenn man Leute anlocken will, die den Lehrerberuf nicht nur als "Plan B" wählen, weil "Plan A" in eine Sackgasse führte (was ja oft persönliche Gründe hat), dann müsste man ihnen schon etwas bessere Konditionen bieten.

    Der Interessent hier ist sicher schon abgeschreckt.

    Aus einer Stellungnahme des VLBS von 2009:

    "Im Übrigen scheint der Lehrermangel an Berufskollegs in den Köpfen der Verantwortlichen in NRW noch nicht angekommen zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass Baden-Württemberg zur Lehrergewinnung bereits im Oktober 2008 für Direkteinsteiger in den Mangelbereichen Metall- und Elektrotechnik Zulagen beschlossen hat, die zu einem um bis zu zwei Stufen höheren Entgelt führen. Dies bedeutet im Vergleich zu den anderen Bereichen eine monatliche Erhöhung der Bruttobezüge zwischen 600,--€ (gehobener Dienst) und 800,--€ (höherer Dienst). Hier werden die entscheidenden „Hard-Facts“ im Wettbewerb der Länder um knappen Lehrernachwuchs gesetzt, während NRW wohl noch glaubt, über Zeitungsannoncen mithalten zu können."

    klick

    Auch Westpol (WDR) machte den Lehrermangel am Berufskolleg zum Thema - ganz neu.

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