Beiträge von fossi74

    Ach, was bin ich mal wieder froh, dass meine Gehaltsabrechnung (nicht aber das Geld) nicht mehr vom Staat kommt, sondern von meinem privaten Arbeitgeber. Meine Abrechnung kommt seit meinem Eintritt bei der Firma mit exakt 7 Zeilen aus:

    • Bruttogehalt
    • Lohnsteuer
    • Versicherungen (Krankenkasse, Rente, Pflege, Arbeitslosenvers.)
    • Nettogehalt

    Wenn ich in der Klinik gegessen habe, gibt es noch eine Zeile mehr. Wer mag, kann sich HIER gern mal ein Beispiel von vor >10 Jahren anschauen, als ich noch im Staatsdienst war und regelmäßig an "Hinz-Beträgen", "Aufrollungs-" und "Abrollungsbeträgen", "Nachverrechnung Vormonate" und ähnlichem verzweifelt bin und im Endeffekt eigentlich nie wissen konnte, ob die Abrechnung stimmt. Das Ganze wohlgemerkt im gleichen System (TV-L) wie heute!

    Meine erste Stelle war an der FOS/BOS. An der BOS sind SchülerInnen, die schon eine Berufsausbildung haben, z.T. schon Jahre im Beruf sind. Als ich da frisch anfing, waren auch einige SchülerInnen mindestens so alt wie ich, wenn nicht älter.

    Mein Glück war, dass die alle in Englisch und Geschichte nicht fitter waren, als ich.

    "Wenn nicht älter", pah! Meine älreste Schülerin an der FOS war in der 11. Klasse 52. Sie hatte aber ein paar Jahre pausiert (und hat die Probezeit nicht überstanden, was ihre 16-jährigen Tochter - die war in der Parallelklasse - durchaus freute).

    Die Tätigkeit als SL einer größeren Schule halte ich für unvereinbar mit einem intakten Familienleben, an dem man selbst auch angemessen partizipieren kann

    Das kann ich nur unterstreichen, zumal man bedenken muss, dass man für einen solchen Posten unter Umständen auch einen längeren Fahrtweg in kauf nehmen muss - schlicht weil man ihn meist erst in einem Alter erreicht, in dem man eher ortsgebunden ist. Ich denke da immer an einen meiner ehemaligen SL: 70 km einfach - und wenn (Achtung: möglicherweise überspitztes Bild) sonntags der Unterstufenchor auf dem Marktplatz sang, war er selbstverständlich da.

    Bitte richtig lesen - es gibt semantisch einen deutlichen Unterschied zwischen einer "anständigen bezahlten Tätigkeit" und einer "anständig bezahlten Tätigkeit".:aufgepasst: Außerdem war der Begriff "anständig" durchgestrichen und stellte nur eine kleine Spitze gegen die Beamten seitens eines Angestellten dar.

    "Entlohnt" wirst Du als Beamter sowieso nicht, diese Vorstellung solltest Du Dir als erstes abgewöhnen. Als Beamter wirst Du besoldet bzw. nach dem Alimentationsprinzip "amtsangemessen versorgt". Im Prinzip ist das eine Entschädigung dafür, dass Du Deine Zeit im und mit dem Amt verbringst und währenddessen keiner anständigen bezahlten Tätigkeit nachgehen kannst. Das ist auch der Grund für die relativ strikten Regelungen zur Nebentätigkeit von Beamten, die grundsätzlich auch im Ruhestand gelten, und für die Tatsache, dass der Beamte fürs Heiraten und Kinderkriegen Geld bekommt.

    BTW: Ich halte es für absolut legitim, sich schon zu Beginn der Laufbahn (schon der Begriff spricht übrigens Bände!) Gedanken zu machen, wohin man will und wie man dieses Ziel erreicht. Unaufgefordert erzählt einem nämlich niemand, welche Voraussetzungen z. B. ein Schulleiterkandidat mitbringen muss. Und leider gibt es nun einmal Weichen, die man schon im Studium stellen muss, wenn man nicht dauerhaft auf A13 hocken will (Irgendwelche Notengrenzen z. B., die schon im 1. StEx erreicht werden müssen, um später eine bestimmte Funktionsstelle übernehmen zu können).

    Und jemand, den die Managementaufgaben reizen, ist womöglich ein besserer Schulleiter als jemand, der diesen Bereich als lästiges Beiwerk betrachtet. Nichtsdestotrotz - der TE wird es bemerkt haben - kommen angehende Lehrer, die solche Fragen stellen, natürlich leicht so ein bisschen Christian-Lindner-mit-18-in-SternTV-mäßig rüber.

    Man kann aus allem eine Staatsaffäre machen. Die Arbeit misst die erbrachte Leistung - das war ohne Betrug ein "gut".

    Nun hat der Schüler versucht, sich durch Betrug eine bessere Note zu erschwindeln.

    Ich würde "gut" stehen lassen und eine Ordnungsmaßnahme verhängen, ruhig eine härtere - ich mag so ein Verhalten nämlich überhaupt nicht.

    Zu "meiner Zeit" am bayerischen Gymnasium (84-93 als Schüler, 03-11 als Lehrer) hätte es da keinerlei Diskussion gegeben. Die 6 wäre dem betreffenden Schüler sicher gewesen. Da hätte auch keine übergeordnete Stelle anders entschieden.

    Aber das mag heute natürlich anders sein.

    Hm, soll ich das jetzt echt verraten? Wir haben heuer unserer Großen erstmals den Besuch einer Silvesterparty erlaubt. Da müssen wir natürlich zu Hause bleiben, falls "was ist". Und das wiederum bedeutet: keine öde Silvesterparty, hurra!

    Duum findet wie ich Partys, bei denen man aus irgendeinem Grund auf Mitternacht warten muss, ganz furchtbar.

    Frage deine Kollegen, ich wette, kein einziger hat seine GKV-Akte angefordert, um ja nix falsch zu machen. Das entspricht nicht der Realität und ich wette ebenso, dass es kein Gerichtsverfahren gab, indem wie von dir erläutert verurteilt wurde

    Lehrer ist nun mal ein knallharter Job, bei dem man immer mit einem Bein im Knast steht. Dass man nie Kollegen kennenlernt, denen all die gängigen Horrorgeschichten wirklich passiert sind, liegt daran, dass diese Kollegen natürlich nicht mehr da sind - sie sitzen ja im Knast! Was übrigens auch der wahre Grund ist für den Lehrkräftemangel. Denk mal drüber nach...

Werbung