Beiträge von fossi74

    ich mache das Ref in Baden- Württemberg und leider ist hier alles sehr sehr viel konservativer

    Als eingeborener Bayer kann ich das kaum bestätigen. Ich muss nur gerade schmunzeln - wie muss man sich den Hinweis Deines dipfelesscheißenden Kollegen vorstellen? Etwa so? "Gelt, Frau Holly, mir ihne Ihrem Deitsch müsset sie ein bissle sorgfältiger sei, weil des fallt denne Schüler scho arg auf, wenn d'r Lehrer koi aschtreins Hochdeitsch schwätze duht!"

    - Nimm den Wichtigtuer nicht ernst.

    edit: Ich muss mich korrigieren. "Ihne ihrem" wäre eher badisch in Richtung Pfalz.

    Ähem, welche Gruppe und Stufe und welche Steuerklasse hast Du denn da für den Angestellten angenommen? Ich bin 45, habe auch zwei Kinder (für den Angestellten egal) und bekomme in B-W mit E13/5 brutto etwas mehr, netto fast genausoviel wie Dein Beispielbeamter. Und bei mir ist die KV schon abgezogen.

    Gegenfrage: Was befürchtest du bei einem Verfahrensfehler?

    Ich vermute: Was Lehrer halt immer so befürchten - strenge Rüge vom Schäff, Disziplinarverfahren, Rückstufung um eine oder mehrere Gehaltsstufen, fristloser Rauswurf, Verlust der Pensionsansprüche und der bürgerlichen Ehrenrechte, you name it.

    Einige Fragen die mich quälen

    Du schreibst, Du würdest an dieser Konferenz "teilnehmen" (also nicht sie leiten). Woher dann die Qual? Quälen müsstest Du Dich nur, wenn Deine Notengebung nicht rechtlich einwandfrei wäre, aber das ist doch sicher nicht der Fall, oder?

    Übrigens hättest Du persönlich auch dann nichts zu befürchten, wenn Dir ein Verfahrensfehler nachzuweisen wäre. Chill mal!

    Aber auch armer Schulleiter. Ich kann mir nicht vorstellen, jeden Tag in eine Schule zu fahren, wo ich von Lehrern, Schülern, Eltern und letztlich auch der Schulaufsicht Kontra kriege weil der Laden nicht läuft und ich noch nicht mal jemand anderem die Schuld dafür zuschieben kann. Weg kann ich auch nicht. Das ist doch die Hölle auf Erden. :huh:


    "Mama, Mama, ich will nicht in die Schule!"

    "Aber du musst in die Schule!"

    "Die Schüler mögen mich nicht, die Lehrer hassen mich, der Hausmeister kann mich nicht leiden, und der Busfahrer kann mich nicht ausstehen."

    Jetzt reiß dich bitte zusammen: "Du bist jetzt 45 Jahre alt und der Direktor - du musst in die Schule!"

    Muss man solche Coachings, was oftmals auch Psychotherapien sind, nur eben von den Ärzten bewusst als "Coaching" verkauft, damit es wegen Amtsarzt keine Probleme gibt, denn nicht auch angeben beim Amtsarzt??

    Was Du selbst bezahlt hast, musst (im Sinne von Zwang, nicht im Sinne von Pflicht!) Du beim Amtsarzt gar nicht angeben - der hat nämlich keine Möglichkeit, ohne Dein Zutun von Behandlungen zu erfahren, die nicht über die Kasse gelaufen und damit auch nicht aktenkundig sind.

    Jedenfalls habe ich danach im Rest des Referendariats nicht mehr jeden Sonntagabend beim Gedanken an die Fahrt zur Schule (Wochenendpendler) ins Waschbecken gekotzt.


    Ich weiß noch gut, dass ich nach Antritt meiner ersten Stelle jeden Tag - wie im Ref - mit mulmigem Gefühl in die Schule gefahren bin, bis ich eines Tages - da war es schon November - im Auto ein Erweckungserlebnis hatte, als mich buchstäblich wie ein Blitz die Erkenntnis traf, dass mir ja dort gar nichts passieren konnte. Ab diesem Moment bin ich fast immer gern hingegangen.

    Plattyplus: Das Rot auf der normalen Tafel kann ich ja noch lesen, aber das Rot auf der Milchglastafel (bei der man hinten Linien oder Kästchen einklemmen kann) kann ich nicht sehen.

    Hauptseminarleiter: Ich habe dazu folgende Fortbildungen gemacht... und auch an der Universität eine Arbeit verfaßt. Das machen wir so, damit auch Schüler mit rot/grün Schwäche das lesen können.

    Plattyplus: Ich bin Betroffener und kann es nicht sehen. Ihre Fortbildungen helfen mir da nicht weiter.
    Treffer versenkt!

    Treffer versenkt?! Du oder der Oberaff? Seminarleiter zu düpieren kommt normalerweise gar nicht gut...

    Ich denke, der Artikel untertreibt eher noch.. :teufel:

    Nein, im Ernst: Was in dem Artikel (der, wie alles, was von Wochenschriften mit "S" kommt, mit Vorsicht zu genießen ist) ganz gut rüberkommt, ist IMHO die Tatsache, dass das Bestehen des Referendariats ganz klar eine Persönlichkeitsfrage ist. Genau diese Persönlichkeit wird auch einem mehrjährigen Stresstest unterzogen - etwas anderes ist das Referendariat eigentlich nicht. "Ausbildung" im klassischen Sinn findet meist kaum statt (um mal für mein Fach Deutsch zu sprechen: "Wie baue ich eine ordentliche Stunde auf?" - "Wie baue ich unter Zeitdruck eine Stunde auf, die immer noch als 'ordentlich' durchgeht?" - "Wie übersetze ich den Lehrplan in einen Stoffverteilungsplan und diesen in Unterrichtssequenzen und einzelne Stunden?" - "Was mache ich eigentlich konkret mit einer Lektüre?" - usw.: Alles unbeantwortete Fragen).

    Klischeehaft:

    Es gibt Leute, denen das Referendariat leicht fällt, weil sie einfach so rüberkommen, wie die Ausbilder sich das vorstellen: Solche Leute könnten sich, überspitzt gesagt, vor die Klasse stellen und 45 Minuten lang die "Ilias" aufsagen und würden trotzdem eine tolle Note einfahren.

    Es gibt Leute, für die das Referendariat die Hölle ist, weil sie unglaublich perfektionistisch sind und sich in die an sie gestellten Aufgaben verbeißen. Solche Leute müssen ein bisschen Glück haben - manche Ausbilder verwecheseln das mit Engagement und lieben es, manche finden es furchtbar unauthentisch, fassadär oder was es sonst noch für küchenpsychologische Etikettierungen gibt. Entsprechend fallen die Beurteilungen aus.

    Es gibt Leute, die eigentlich ziemlich gut für den Beruf geeignet sind, aber bei den Ausbildern nicht "ankommen". Die haben es sehr, sehr schwer.

    Und - das sei nicht verschwiegen - es gibt Leute, die für den Beruf aus welchem Grund auch immer ungeeignet sind, weil sie eigentlich nicht mit Kindern können oder sich vor Gruppen unwohl fühlen oder oder oder. Dürfte in Zeiten wesentlich ausgedehnterer Praktika (gegenüber früher) eigentlich nicht mehr so häufig vorkommen.

    Zu welchem Typ Du gehörst, findest Du nur in der Praxis raus. Also auf sie mit Gebrüll! Abbrechen und nochmal ein anderes Fach studieren oder Lokführer werden kannst Du immer noch.

    Achtung!

    bei cholerischen Disputen elterlicherseits fragen gutmütige Hauptschullehrer im Jammerton kleinlaut:
    "Labern Mütter neuerdings ohne Pause Quatsch?" "Richtig", sagen total verschiedene Wissenschaftsinstitute (Xanthen, Yemen, Zentralafrika). Also brauchen charismatische Dienstanwärter ein feines Gehör.

    Hans ist ja kein Lehrer mit nasaler Orientierung. Pressante Quälereien rennen stets trompetend und vigilant westwärts. Xerophile yankees zischen anders.

    Dass dich zu viel Obst anwidert und du es nur hin und wieder mal mit Genuss isst, ist erschreckend, aber natürlich deine Sache. Du kannst aber doch nicht ernsthaft anzweifeln, dass Obst oder Gemüse gesund ist. Wo sind denn Vitamine drin? In Obst und Gemüse? Oder in Süßigkeiten?

    Jetzt greifst Du aber selbst ganz tief in Muttis Schatzkästlein der bewährten Weisheiten.

    Ich z.B. vertrage allergiebedingt kaum noch rohes Obst. Für mich sind saure Apfelringe von Haribo wesentlich gesünder als Äpfel. Und da bin ich beileibe kein Einzelfall.

    Mikael: Sag uns doch mal eine belastbare Hausnummer: Welches Gehalt würdest DU für einen Lehrer für angemessen halten? Der Vergleichbarkeit halbe wäre ich dankbar, wenn Du das fiktive Angestelltengehalt zu Grunde legen würdest, bei dem das Dir angemessen scheinende Nettogehalt rauskäme. Die Einladung gilt natürlich für alle. Herzlichen Dank.

    A9 als Werkstattlehrer in NRW macht im ersten Berufsjahr: 2240€ - 270€ PKV = 1970 €.

    Jetzt hör doch mal auf mit Deinem Werkstattlehrer, der ohne Studium in den Beruf kommt. Wir sollten hier schon über die Leute reden, die gemeinhin unter dem Begriff "Lehrer" subsumiert werden. Das Gehalt von Fahr- oder Tanzlehrern steht hier ja auch nicht zur Debatte.

Werbung