Ich denke, der Artikel untertreibt eher noch.. 
Nein, im Ernst: Was in dem Artikel (der, wie alles, was von Wochenschriften mit "S" kommt, mit Vorsicht zu genießen ist) ganz gut rüberkommt, ist IMHO die Tatsache, dass das Bestehen des Referendariats ganz klar eine Persönlichkeitsfrage ist. Genau diese Persönlichkeit wird auch einem mehrjährigen Stresstest unterzogen - etwas anderes ist das Referendariat eigentlich nicht. "Ausbildung" im klassischen Sinn findet meist kaum statt (um mal für mein Fach Deutsch zu sprechen: "Wie baue ich eine ordentliche Stunde auf?" - "Wie baue ich unter Zeitdruck eine Stunde auf, die immer noch als 'ordentlich' durchgeht?" - "Wie übersetze ich den Lehrplan in einen Stoffverteilungsplan und diesen in Unterrichtssequenzen und einzelne Stunden?" - "Was mache ich eigentlich konkret mit einer Lektüre?" - usw.: Alles unbeantwortete Fragen).
Klischeehaft:
Es gibt Leute, denen das Referendariat leicht fällt, weil sie einfach so rüberkommen, wie die Ausbilder sich das vorstellen: Solche Leute könnten sich, überspitzt gesagt, vor die Klasse stellen und 45 Minuten lang die "Ilias" aufsagen und würden trotzdem eine tolle Note einfahren.
Es gibt Leute, für die das Referendariat die Hölle ist, weil sie unglaublich perfektionistisch sind und sich in die an sie gestellten Aufgaben verbeißen. Solche Leute müssen ein bisschen Glück haben - manche Ausbilder verwecheseln das mit Engagement und lieben es, manche finden es furchtbar unauthentisch, fassadär oder was es sonst noch für küchenpsychologische Etikettierungen gibt. Entsprechend fallen die Beurteilungen aus.
Es gibt Leute, die eigentlich ziemlich gut für den Beruf geeignet sind, aber bei den Ausbildern nicht "ankommen". Die haben es sehr, sehr schwer.
Und - das sei nicht verschwiegen - es gibt Leute, die für den Beruf aus welchem Grund auch immer ungeeignet sind, weil sie eigentlich nicht mit Kindern können oder sich vor Gruppen unwohl fühlen oder oder oder. Dürfte in Zeiten wesentlich ausgedehnterer Praktika (gegenüber früher) eigentlich nicht mehr so häufig vorkommen.
Zu welchem Typ Du gehörst, findest Du nur in der Praxis raus. Also auf sie mit Gebrüll! Abbrechen und nochmal ein anderes Fach studieren oder Lokführer werden kannst Du immer noch.