Beiträge von fossi74

    Witzig, was ich bis jetzt als Seiteneinsteiger erlebt habe widerspricht in vielen Punkten deinen Ausführungen. Punkte wie Dauerpräsenz sind aber natürlich klar, das ist wirklich stark ausgeprägt im Lehrerberuf. Allerdings finde ich sowas wie Entscheidungsdichte einfach nicht aussagekräftig. In anderen Berufen in denen (auch) mit "Kunden" umgegangen wird trifft das auch alles zu, nur ist die Tragweite der Entscheidung eine andere bzw. anders zu bemessen.

    Ich finde diesen ständigen Vergleich mit einem 08/15 Bürojob auch nicht sehr zielführend, hier wird zum Großteil A13 eingestrichen, was wohl kaum mit einem normalen Bürojob zu erreichen ist. Bei dem Verdienst müsste man das eher mit Entwicklungsingenieuren o.ä. vergleichen und da sieht die Arbeitsbelastung ganz!!! anders aus. Und dann treffen auf einmal auch 80% der Punkte zu. Ich finde diesen Tenor "Uns gehts allen so schlecht und wir arbeiten alle so viel" wirklich störend in der Schule, das ist das was mich persönlich am meisten stresst. Das einfach niemand mehr in der Lage ist einfach mal mit dem zufrieden zu sein, was er hat

    So, ich will ja auch nicht alles schlechtreden Aber in anderen so hochbezahlten Berufen müssen die Leute auch arbeiten, das wollte ich damit nur einmal zum Ausdruck bringen!

    In Zeiten des Usenet gab es u.a. "Godwin's Law", das besagt: An einem bestimmten Punkt jeder beliebigen Diskussion kommt jemand mit einem unpassenden Nazivergleich um die Ecke.

    Ich finde, hier im Forum könnte man ein ähnliches Law postulieren: An einem bestimmten Punkt jeder beliebigen Diskussion kommt ein Seiteneinsteiger und erzählt denjenigen, die leider nur Lehrer gelernt haben, dass sie vom wahren Berufsleben keine Ahnung und damit keinerlei Berechtigung haben, sich über irgendeinen Aspekt ihrer Arbeit zu beklagen...

    unter die Klausur schreiben wir gar nichts.
    Wir müssen gesonderte Gutachten anfertigen.

    Ja, dass da nichts im lokalen Sinne unter der Klausur steht, war mir schon klar. Ich meinte genau das: Ein Gutachten, das sich auf eine Abiklausur bezieht (und nicht etwa, wie man aus dem Zeitaufwand schließen könnte, auf die gesamte Prüfung).

    Drei Stunden brauchen die erfahrenen Lehrer, Frischlinge brauchen länger. Und haben nach der Kokorrektur dann nochmal zu tun.

    Wow, das geht im korrektur- und formaliaverliebten Bayern aber mit wesentlich weniger Aufwand ab. Zumindest hab ich nie drei Stunden gebraucht, und es hat sich nie jemand über meine Korrekturen beschwert. Aber wer weiß, wahrscheinlich hab ich in München längst den fetten roten Punkt in der Akte. Gut, dass die arroganten Lodenträger da unten sich nie herablassen würden, die Existenz anderer KuMis auch nur zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn mit denen zu kommunizieren. Aber was solls, ich korrigiere eh nichts mehr außer meiner Gehaltsabrechnung, wenn wieder mal zu viel Personalessen abgezogen wurde.

    Also alle anderen Versicherungen kündigen mich dann eine Woche nach der Aufnahme durch die Öffnungsklausel.

    OH MEIN GOTT... wie alt bist Du eigentlich?

    Nochmal zum Mitschreiben:
    1. Als Beamtin hast Du keine echte Wahl. Praktisch gesehen MUSST Du Dich privat versichern, wenn Du nicht massive Nachteile in Kauf nehmen willst. Es hat seinen Grund, dass PRAKTISCH ALLE Beamten privat versichert sind. BITTE KAPIER DAS JETZT ENDLICH!

    2. Man hört immer wieder Horrorstories von Leuten, die kurz vor der Rente verzweifelt versuchen, nochmal in die gesetzliche KV zurückzukehren, weil die Private mit 1000 Euro im Monat oder noch mehr unbezahlbar wird. Das betrifft aber nur Selbständige, Freiberufler und gutverdienende Angestellte. Als Beamtin bist Du davon kaum betroffen, weil Du im Grunde genommen nicht über Deine PKV, sondern über die Beihilfe versichert bist. Die PKV deckt als Zusatzversicherung bei Beamten nur die Lücke ab, die die Beihilfe lässt (bei aktiven Beamten 50%, bei Ruheständlern 30%). Deshalb steigen die Beiträge nie in die Höhen wie bei einer privaten Vollversicherung.

    3. Wenn Du Dich partout nicht privat versichern willst - es gibt zwei Möglichkeiten: a. freiwillige GKV --> aufwendig und teuer; b. Verzicht auf den Beamtenstatus --> ganz einfach, aber noch teurer.

    Kündigung seitens der PKV kommt nur bei schwerwiegenden Verstößen seitens des Versicherten in Frage...das betrifft z.B. Abrechnungsbetrug, arglistige Täuschung bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen

    Beides allerdings schneller passiert als man denkt - mein Vater hatte mal riesigen Ärger mit der Debeka, weil er eine (unbedeutende) Rechnung versehentlich zwei Mal eingereicht hatte, und wie schnell man sich mit den Gesundheitsfragen in die Bredouille bringen kann, möge man z.B. bei http://www.frag-einen-anwalt.de nachlesen. Ich weiß schon, dass es jedem braven Beamten (und ein Lehrer IST ein braver Beamter oder wird erst gar keiner) schon mangels Traute völlig fern liegt, seine Versicherung zu behumpsen, aber manchmal geht das schneller als man denkt.

    Ist ja nun ziemlich OT aber wenn die Mutter nach 6 Jahren die Geschichten ihres Kindes nicht einordnen kann, hat wohl jemand anderer (leichten) Autismus.

    Ebenfalls OT: Wenn der Schüler normalen Umgangston als Anschreien empfindet, gehört da vielleicht mal professionell was dran gemacht. Möglicherweise ist der Autismus dann nämlich nicht ganz so leicht, wie die Eltern das (verständlicherweise) gern hätten.

    Ich habe tatsächlich hin und wieder Schüler in meinem Alter.

    Und trotzdem würde mir das nicht einfallen. Vielleicht weil ich reife Leute mag

    Das könnte - ich wiederhole: "könnte" - man jetzt auch als sehr offenherzige Äußerung Deinerseits bezüglich Deiner eigenen Reife lesen :teufel: ... ich gestatte übrigens ausdrücklich, bei der Bewertung dieses Postings auf meine Signatur zurückzugreifen!

    Es wurde einfach nicht verstanden. "Aber ordentlich arbeiten ist wichtig." "Ja, das ist wichtig. Aber der Inhalt braucht auch eine Gewichtung." "Ja aber ordentlich arbeiten ist wichtig". "Mhm, und was schreibt der Lehrplan als Ziel vor?" "Ich finde Ordentlichkeit wichtig."

    Hatten wir es nicht kürzlich mal von sächsischen Kollegen und deren gelegentlich etwas, hm, angestaubten Vorstellungen von guten Leistungen? Da würde das von mir zitierte auch wieder gut ins Bild passen.

    Bis zur Neuregelung (Anlass war damals irgendein Fall in der Presse) war es dienstrechtlich nicht verboten, wenn die Lehrkraft eben nicht den Jugendlichen unterrichtet und bewertet hat.

    Ja, aber eben immer bezogen auf U18... meine Güte, worüber diskutieren wir hier eigentlich?!


    Viele Grüße
    Fossi
    - der ein einziges Mal, noch als Schüler, so einen Fall erlebt hat. Das waren damals aber ein Referendar (nicht in der Oberstufe eingesetzt) und eine 12er-Schülerin. Hat der Karriere des jungen Mannes nicht geschadet; die beiden waren dann wohl an die zehn Jahre zusammen, soviel ich weiß. Ich hab das erst bei einem Klassentreffen erfahren und bin heute noch erstaunt, dass das an unserem extrem konservativen Kleinstadtgymnasium, wo ein Anti-Atomkraft-Sticker schon hochproblematisch sein konnte, offensichtlich niemanden gestört hat.

    Ich glaube, das ist jetzt relativ neu verboten, kann aber auch sein, dass es nur Hessen ist. Vorher war das Abhängigkeitsverhältnis enger gefasst und es nur verboten, wenn man auch zusammen Unterricht hatte.

    Ich bezweifle, dass irgendwelche ministeriellen Verordnungen über dem StGB stehen. Und das sagt ganz klar: Strafbarkeit besteht nur dann unter bestimmten Voraussetzungen, wenn einer der Beteiligten unter 18 ist (§174 StGB). Natürlich steht außer Frage, dass jede LehrerIn, das halbwegs bei Sinnen ist, von den SchülerInnen die Finger lässt, selbst wenn die schon 30 sind (Abendgymnasium etc.), aber wem das nichts ausmacht... Ach so, und dass man auf sehr dünnem Eis unterwegs ist, wenn der jüngere Part sich plötzlich überlegen sollte, dass das Ganze vielleicht doch nicht sooo einvernehmlich war, ist hoffentlich auch klar. Deshalb sollte immer gelten: Finger weg - alle elf!

    Es gibt Gründe, warum ich keine Kinder haben möchte. Die liegen nicht darin, dass ich Kinder hasse, sondern zum Beispiel darin, dass sowohl mein Freund als auch ich Auto-Immunkrankheiten haben.

    Wenn Du die Fragenden in eine echt peinliche Situation bringen willst, sag das doch genau so... :teufel:

    Im Übrigen muss man das Problem wohl schlicht anthropologisch bzw. kulturhistorisch sehen. Ich hatte mal ein interessantes Buch in der Hand: Theo Löbsack, "Unterm Smoking das Bärenfell". Besser als mit diesem Titel kann man die geistig-psychologische Situation des modernen Menschen wohl nicht zusammenfassen. Der Wunsch nach Fortpflanzung und Arterhalt ist so dermaßen tief im Menschen verwurzelt, dass bei Frauen (Männer fragen doch nicht, oder?!) die unpassende Frage nach Kindern wohl gelegentlich rausmuss. Ich habe jahrelang in der Altenpflege gearbeitet und konnte häufig Demenzpatientinnen beobachten, die - wenn einmal ein bestimmtes Stadium erreicht war - immer wieder wegliefen, weil sie doch zu Hause ihr Kind (meist "ihren kleinen Jungen", s.u.) versorgen müssten. Instinkt. Kann man nix machen.

    Interessant in diesem Zusammenhang übrigens auch, wie viele Leute - wenn der Babybauch unverkennbar ist - sich bemüßigt fühlen, aus irgendwelchen Anzeichen darauf zu schließen, dass ein Junge unterwegs sei. Konnte ich bei beiden Schwangerschaften meiner Frau beobachten und fand es ziemlich erschreckend. Ob wir von Kulturen, in denen weibliche Nachkommen weniger gelten als männliche, wirklich so weit weg sind?

    Sag mal Fossi, du bist durch, oder? Dein Kommentar ist sowas von widerlich. Ich kann da auch keine Ironie erkennen.

    Du hast es erfasst: Mit Leuten, die Kinder mit Haustieren gleichsetzen und beides als "Privatvergnügen" bezeichnen (was im Übrigen auch Haustiere nicht sind), bin ich in der Tat durch. Ich halte sowohl den Vergleich von Kindern mit Haustieren als auch ihre Titulierung als Privatvergnügen für eine zwar zeittypische, aber dennoch unglaublich dumme, gedankenlose und letztlich sogar menschenverachtende Haltung. Und ich werde mir immer wieder die Freiheit nehmen, darauf mit deutlichsten Worten zu reagieren.

    - Das soll übrigens nicht heißen, dass ich das Anliegen der TE für berechtigt halten würde.

    Es hilft in Diskussionen um pädagogische Maßnahmen sehr, wenn man weiß, wovon man redet ("Das dürfen Sie aber nicht", "Nachsitzen ist doch verbooooten" etc.)

    Dazu ein Nebentipp: Schulordnung (oder wie es auch immer bei Euch heißt) dabeihaben, dem Protestanten hinlegen und sich die Bestimmung zeigen lassen, auf die er sich bezieht. Kann er das nicht (sie können es NIE!), Schulordnung selbst zur Hand nehmen und dem Kandidaten die Bestimmung zeigen, die besagt, DASS Du darfst, was Du gerade angeordnet hast. Schüler - vor allem diejenigen einer bestimmten Geisteshaltung - sind wandelnde Kompendien für Rechtsirrtümer.

    Ich kenne aber viele Kollegen, die einfach gar keine mündlichen Noten geben und am Ende schätzen

    Als Ex-Bayer frage ich da fassungslos: Echt jetzt? Und da kommt nie mal einer und fragt, wann Du welche mündliche Einzelnote wie ermittelt hast? Naja, scheint auch zu gehen...

    Ich wollte das schon immer mal sagen: Viel Glück und Freude im besten Job der Welt!

    Versteh ich jetzt nicht. Die TE ist doch Lehrerin geworden, oder?

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