Beiträge von fossi74

    Und, notabene: Es handelt sich um Bayern. Ich empfehle also allen hoffnungsvollen Aspiranten, sich schon mal darauf einzustellen, bei der nächsten passenden Gelegenheit den goldenen Arschtritt zu bekommen. Bis jetzt ist es dem KuMi noch bei jedem Kandidaten gelungen, bei Bedarf ein genau passendes Ausschlusskriterium zu finden, warum man gerade ihn/sie nicht unbefristet einstellen kann (zu jung, zu alt, zu dick, zu dünn, Noten passen nicht, Sternzeichen passt nicht, Nase passt nicht - you name it!). Die schwarze Null aus Ingolstadt hat nicht umsonst die "schwarze Null" zum obersten Staatsziel erhoben, und die schwarze Doppelnull aus Franken achtet strikt auf die Umsetzung dieses Ziels.

    Alternativ steckt man die 50 EUR jeden Monat in einen passiven Indexfond auf den Weltindex z.B. MSCI World und wartet einfach nur.

    Die letzten 25 Jahre haben Aktienfonds (Fondak A z.B.) z.B. 8% Rendite abgeworfen, wenn ich 35 Jahre lang 50 EUR pro Monat in einen passiven Indexfond stecke und mal von 7% ausgehe (auf so eine lange Zeit ist das durchaus realistisch) habe ich am Ende 86000 EUR, davon sind 65000 EUR Zinsen.

    Kapitalertragssteuer jetzt mal nicht beachtet, aber da weiß man auch nicht, wie das in 35 Jahren aussieht.

    Um Gottes Willen - Aktien ?!?!?!!!!!einself Was denkst Du denn, warum ich Lehrer geworden bin? Etwa wegen der leuchtenden Kinderaugen? Nein - ich will Sicherheit. SI-CHER-HEIT. Da werd ich Aktien kaufen, muhaha. *Ironieaus* Leider hast Du vollumfänglich recht, und ich bin immer kurz davor, diesen Vertrag zu kündigen. Aber es ist wie mit dem Kirchenaustritt: Irgendwas ganz, ganz tief drinnen hält einen dann doch wieder davon ab. Scheiß Über-Ich!

    Im Ernst: Den Vertrag bei der Huk habe ich vor fast zehn Jahren abgeschlossen, und jetzt läuft er halt, in der Hoffnung, dass am Ende ein wenig mehr rauskommt als die Garantierente. 50 Euro im Monat tun halt auch nicht weh. Ich wollte eigentlich auch nur darlegen, dass die VBL keineswegs so unlukrativ ist, wie Primarlehrer das darstellt.

    Für mich ist die VBL ungefähr genau so ein Witz wie die gesetzliche Rente, d.h. ich erwarte nicht, dass ich ansatzweise das, was ich einzahle wiederbekommen werde.

    Ich habe in nur fünf Jahren staatlichen Schuldienstes eine VBL-Rente von 120 Euro erwirtschaftet. Das ist alles andere als schlecht. Die HUK-Coburg garantiert mir fast genau den gleichen Betrag als Privatrente - aber nur, wenn ich bis 65 brav jeden Monat 50 Euro einzahle. Ich ärgere mich sehr darüber, die VBL an der Privatschule nicht weiterführen zu können.

    nur wie soll sie das mit der Lehrerin klären. Diese ist der Meinung, das MUSS das Kind schaffen...

    Gibt es an der Schule keinen Schulleiter? Was würde die Kollegin wohl unternehmen, wenn die Klasseneltern an einem Strang zögen und die Kinder nach einer Stunde die Hausaufgaben beenden ließen? Man muss sich doch mit uneinsichtigen Menschen nicht auseinandersetzen, wenn es dafür Vorgesetzte gibt. Ach so, die SL zeigt sich ebenfalls uneinsichtig dem Thema gegenüber? Dann ab zum Schulrat mit dem Problem. Gerade in Bayern ist das Prinzip "Ober sticht Unter" doch heilig.

    Neben allem Genannten noch ein Rat aus eigener Erfahrung: Sofern möglich, geh weg aus Bayern. In jedem anderen Bundesland wirst du mit Kusshand genommen und musst dich nicht so behandeln lassen.


    Viele Grüße und viel Erfolg
    Fossi
    - der mittlerweile ohne Wimpernzucken auf jede erdenkliche Art bereit wäre, den bayerischen Staat zu bescheißen. Wie man in den Wald hineinruft...

    Ich hab's in einer Klasse auch schon mal angesprochen und die SuS darauf hingewiesen, dass meine männlichen Kollegen eben auch nur MÄNNER sind und ihnen klar sein muss, dass ein Mann dann eben guckt.

    Ich sag ja immer: Wer sein Schaufenster schön dekoriert, der muss auch damit rechnen, dass die Leute hinschauen. Allerdings habe ich auch schon Schülerinnen (dezent) auf das Problem hingewiesen.

    So ein bisschen klarer wird die Haltung, wenn man ihre Grundeinstellung gegenüber Kollegen nachliest:

    Wenn ich der einzige kompetente Mensch in einem Meer voller Irrer wäre, würde ich wohl auch nicht zur Weihnachtsfeier gehen...

    Und dann ist da noch die Sache mit dieser Autobahn, auf der mir immer all diese Geisterfahrer entgegenkommen... :mad:

    Naja, ein Buch über Mobbing unter Lehrern und eines mit "lustigen Mietgeschichten". Da verwurstet wohl eine ihr barockes [1] Leben...


    Viele Grüße
    Fossi


    [1] Hier natürlich im Wortsinne zu verstehen. "Barocco" heißt ja so was ähnliches wie "schiefrunde Perle".

    Über Weihnachtsfeiern mag man geteilter Ansicht sein. Grundsätzlich fände ich es aber eine gute Idee, wenn es auch an staatlichen Schulen bzw. Behörden für so etwas ein Budget gäbe (sollen sie halt beim Weihnachtsgeld nochmal 40 Euro kürzen, das würde dicke reichen). Selbst bei der insgesamt recht schäbigen blau-gelben Baumarktkette, bei der ich mal gearbeitet habe, gab es eine anständige Weihnachtsfeier im guten Restaurant (natürlich auf Firmenkosten, inklusive Ansprache vom Marktleiter: "blabla... schwieriges Jahr liegt hinter uns... blabla... nächstes Jahr wird auch nicht einfacher... blabla... gemeinsam schaffen wir das" - also das, was ein durchschnittlich begabter Schulleiter auch ohne Schwierigkeiten dahersülzen könnte).

    Dass das eine typisch bayerische Ansicht ist, war mir allerdings neu

    Gut, lass es mich umformulieren: Eine Ansicht, die möglicherweise nicht untypisch ist für gewisse traditionell eher leistungs- als schülerorientierte Bundesländer. Neutral genug? :)

    Bei mir war es besonders bitter, weil meine damalige Liebe zeitgleich mit dem BWL Studium fertig war und ähnlich gute Noten hatte, wie ich in meinen Fächern. Ihm ermöglichten die guten Noten eine tolle Stelle direkt nach dem Studium, mit Personalverantwortung und einem Einstiegsgehalt direkt nach dem Studium, wovon ich als armer Reffi nur träumen konnte und meine Noten eigentlich vergebene Liebesmüh waren.
    Psychisch extrem belastend für mich, er als Chef über ein paar Leute, mit Sekretärin (allerings nicht nur für ihn alleine, aber immerhin), die er mit Verwaltungsaufgaben betrauen konnte und eben einem Gehalt, dass er uns einen guten Lebensstandard bieten konnte. Klar hat er auch noch übergeordnete Chefs gehabt und da mal Druck bekommen, allerdings fühlte er sich durchaus selber als Chef, eben über seine kleine Abteilung. Dies war eine Perspektive, die ich als Lehrer, auch wenn ich für eine Lerngruppe verantwortlich war, so nie empfinden konnte, denn es sind ja auch irgendwie nur Kinder. Man fühlt sich da nicht sonderlich wichtig, eher wie ein besseres Kindermädchen, das eben noch ein paar Dinge beibringt.

    Auch war es alles andere als schön immer zu hören "Komm Schatz, ich zahl das", denn den Nebensatz "Du verdienst ja fast nichts als Referendar" hat man sich zwischen den Zeilen immer selber gedacht. Und dann die mitleidigen Blicke, wenn er zur Weihnachtsfeier auf Firmenkosten mit dem Taxi abgeholt wurde und zu einem tollen Buffet fuhr, während ich für unsere dödelige Weihnachtsfeier gar selbst noch zahlen musste (als Reffi immerhin nur die Hälfte, hahaha!).
    In Erinnerung geblieben ist mir auch, wie ich in einer Jugendherberge eine Klassenfahrt begleitete und über den Fraß, die ollen Betten und die Dusche auf dem Gang moserte und er keine 4 Wochen später zur Fortbildung beordert wurde (alles schön auf Firmenkosten) und vom Hotel mit Minibar schwärmte. Um fair zu sein, er versuchte es herunterzureden mir zuliebe, aber meine Fragen offenbarten dann, dass es echt toll war.

    Besonders schlimm, und daran ist dann auch die Beziehung zerbrochen, war das Gefühl, dass ich trotz der Schlechterstellung in eigentlich allen Bedingungen mindestens (!) genausoviel arbeitete und der Psychodruck im Ref (zumindest für mich) trotzdem viel größer war. Er hat auch wirklich viel gearbeitet, aber die Nächte vor Unterrichtsbesuchen nicht schlafen können habe ich, oder die Wochenenden mit Unterrichtsplanung verbracht und Termine mit Freunden absagen müssen, weil noch so viel zu tun war vor dem UB. Vor allem auch dieses Gefühl wieder ganz unten in der Nahrungskette zu sein, also nicht nur finanziell, sondern auch von der Stellung an der Schule oder die Situation wieder wie ein Lehrling behandelt zu werden (von den Fachleitern).

    Meine ganz große Empfehlung, such dir einen Partner aus dem Seminar, denn jeder normal Karriere machende Partner erregt irgendwann, ohne, dass er etwas dafür könnte, deinen Neid. Auch gilt: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich glaube nur, wer Lehrer ist, kann die Situation nachvollziehen.

    Sorry, aber so eine selbstmitleidige gequirlte Kacke hab ich hier schon lang nicht mehr gelesen.

    - Wusstest Du nicht, was Du als Lehrerin (ja, auch als Natuuuurwissenschaftlerin) verdienen würdest?
    - Und warum bist Du gleich nochmal Lehrerin geworden? Als Natuuuurwissenschaftlerin hättest du ja locker einen dieser so verbreiteten 200-k€-Jobs in der *ehrfürchtigerschauer* freien Wirtschaft bekommen und hättest Deinen Goldeselsschatz behalten können.
    - Und, zum gefühlt hundertsten Mal: Ja, wir Lehrer sind finanziell nicht so wahnsinnig auf Rosen gebettet. Aber so schlecht, wie hier gern getan wird - vor allem von den so aufopferungsvollen Natuuuurwissenschaftlern, die freiwillig auf hunderttausende Euros an Gehalt verzichten, nur um der leuchtenden Kinderaugen willen - geht es uns auch wieder nicht; das gilt vor allem für die beamteten Kollegen.

    Ach so, noch ein Lesetipp, vielleicht ein kleiner Trost: http://www.mainpost.de/regional/wuerz…;art735,9013305 (ich hoffe, der Link geht für eine Weile. Irgendwann werden die Artikel kostenpflichtig).

    Ferner musst Du darlegen, warum Deine Versuche, ihn zur Mitarbeit zu bewegen, nicht fruchten

    Hm, vielleicht bin ich doch zu bayerisch sozialisiert... hierzulande müsste schon das Kind begründen, warum es die Mitarbeit verweigert. Wäre mir auch schleierhaft, wie der Lehrer das hinkriegen soll. Kann ja niemand dem Schüler in den Kopf gucken.

    Wenn du im Staatsdienst unterkommst, wirst du nicht reich, kannst aber locker einen etwas gehobenen Lebensstil finanzieren, wenn's nicht die eigene Yacht sein muss.

    Und wenn wir mal ehrlich sind: Das Modell "Lehrerehepaar" bietet ein kaum zu übertreffendes Verhältnis von verfügbarem Einkommen (Gymnasium, beide Vollzeit verbeamtet: zwischen 7 und 8000 € im Monat) und genügend Zeit (Ferien), um es gemeinsam (!) auszugeben. Das ist von "reich" schon während des Arbeitslebens nicht so wahnsinnig weit entfernt, und nach der Pensionierung schaut das Lehrerehepaar - zumindest Stand heute - auf den größten Teil seiner Altersgenossen ziemlich weit runter. Wie das in dreißig Jahren aussieht, steht natürlich in den Sternen; dem in dieser Hinsicht überaus schlauen Staat wird schon was einfallen, um die Pensionen auf das Rentenniveau runterzubringen.

    Ach so, @Threadersteller der allfällige Hinweis (zu lesen in 72 Punkt fett kursiv): Finger weg von Geschichte!


    Viele Grüße
    Fossi

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