Beiträge von fossi74

    Auch bei anderen Kollegen ist dies üblich, dass schlechten Noten zu streichen sind. Insbesondere in Klassenarbeiten oder Klausuren. Klassenarbeiten oder Klausuren mit einem schlechten Ergebnis werden hier in Sachsen-Anhalt sehr oft von der SL nicht genehmigt. Dann muss man die Klassenarbeit oder Klausur mit einem niedrigeren Anforderungsniveau noch mal schreiben.


    Ich habe mal - flüchtig - nach den entsprechenden Erlassen gegoogelt. Nach dem, was man auf dem Landesbildungsserver Sachsen-Anhalt so findet, scheint das ja bei Euch wirklich die offizielle Linie zu sein. Das ist ja furchtbar... so kann man doch nicht arbeiten. Ich glaube, ich würde dann auf Krampf versuchen, das Niveau zu niedrig anzusetzen und dann zu testen, ob ich damit wieder anecke. Schreib doch mal einen Vokabeltest in Englisch als Oberstufenklausur (oder lass die Schüler gleich ein Mandala malen)!


    Viele Grüße
    Fossi


    edit: Gerade an einem gestern verfassten Beitrag gesehen, dass die "Bearbeiten"-Funktion jetzt anscheinend doch zeitlich begrenzt wurde. Gut so!

    Vor einiger Zeit gab es einen Skandal, der durch die Presse ging, weil ein SL die Abiturnoten in einer Klausur eigenmächtig verbessert hat (und somit den zuständigen Fachprüfungsausschuss übergangen hat).


    Was den SL zunächst 60 Tagessätze kostete (Amtsgericht), dann 90 (Landgericht) und demnächst mit einiger Wahrscheinlichkeit den Job (Oberlandesgericht). Und das - wohlgemerkt - in Bayern.


    Viele Grüße
    Fossi

    Einmal hatten sich vehement Eltern wegen Noten in schriftlichen Leistungskontrollen beschwert. Auf Anweisung des Schulleiters hatte ich alle "schlechten" Noten zu streichen.

    Ich gehe davon aus, dass Du den Sachverhalt leicht verkürzt wiedergegeben hast. Ansonsten klingt die Geschichte - sorry - nicht sehr glaubwürdig. Im Übrigen hättest Du Dich gerade als Beamtin den Anweisungen des Schulleiters beugen müssen; als Angestellte hast Du da wesentlich mehr Möglichkeiten.


    Viele Grüße
    Fossi

    Das Referendariat hat aber relativ wenig mit dem zu tun, wie ich den Beruf jetzt ausübe - bis auf ein paar Eindrücke, wie die Grundstruktur von Unterricht sein sollte.

    Und damit hast Du, meiner sehr persönlichen Meinung nach, bereits überdurchschnittlich viel aus dem Referendariat mitgenommen.


    Viele Grüße
    Fossi

    Einige Kinder kommen aus Ein-Eltern- oder Patchworkfamilien; die meisten jedoch (soweit ich das weiß) aus traditionellen Familien.

    Wäre es dann nicht ein Ansatz, verschiedene Familienmodelle zu thematisieren? Da würden mir einige Aspekte einfallen: Verschiedene Rollen in der Familie, unterschiedliche Aufgaben, unterschiedliche Problemlösungsstrategien (z.B. in der traditionellen Familie - in der Patchworkfamilie - in der Ein-Eltern-Familie) etc.

    Das Thema "Gewalt in der Familie" würde ich für einen UB auch für sehr problematisch halten.


    Viele Grüße
    Fossi

    - sorry, das wird wieder mal etwas rauher im Ton. Ist leider unvermeidlich, aber nicht persönlich gemeint, keckskrümel.

    WARUM kommen solche Anfragen immer von denen, die - in der gesamten Arbeitswelt! - mit am sichersten im Sattel sitzen? Mädel, hunderttausende von Frauen machen sich solche Gedanken nicht. Warum? Weil sie nicht BEFÜRCHTEN, sondern WISSEN, dass sie MASSIVE BERUFLICHE NACHTEILE erleiden werden, wenn sie ein Kind bekommen.

    Und du hockst auf einer Beamtenstelle, bei der es Dir (nicht nur, aber auch in finanzieller Hinsicht) furzegal sein kann, ob Du heute, nächstes Jahr oder in zehn Jahren mit der "Probezeit" (allein die Verwendung dieses Begriffs durch einen Beamten ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Arbeitnehmer, der tatsächlich eine Probezeit überstehen muss, heutzutage gern auch als befristeter Vertrag getarnt) fertig bist, und machst Dir völlig unnütze Gedanken.

    Werd schwanger, geh in Elternzeit, werd wieder schwanger, verlänger Deine Elternzeit, werd ein drittes Mal schwanger, verlänger Deine Elternzeit nochmal - und wenn Du mit Ende dreißig wieder in den Schuldienst gehst (was Du einfach so tun kannst - Du musst Dich nicht bewerben, musst keinem Personalchef erklären, warum Dir die Familie wichtiger war als die Karriere, musst Dich nicht gegen zehn Jahre jüngere Absolventen durchsetzen), dann machst Du GENAU DA weiter, wo Du aufgehört hast. Und hoffentlich hast Du dann ein paar Bekannte, die keine Lehrer sind und Dir klarmachen können, was für eine komfortable Situation das ist.


    Viele Grüße
    Fossi

    Das ist, glaub ich, die letzte Bastion :rauchen:


    Die ist meines Wissens mittlerweile auch gefallen. Wir hatten bis vor kurzem einige Neuzugänge in der Klinik, die das 1. StEx für Lehramt hatten (querbeet, auch Berufsschule) und die übereinstimmend sagen, dass sie die letzten seien, denen dieser Weg zum Psychotherapeuten offen gestanden hätte.


    Viele Grüße
    Fossi

    Spät, aber bei dem Thema kann ich nicht widerstehen:

    Die meisten (fast alle) Postulate der Didaktik und [lexicon='Pädagogik',''][/lexicon] sind wissenschaftlich fragwürdig, weil sie der wissenschaftlichen Grundlage entbehren - das hat Nele schon dargelegt.

    Ich halte aber zwei andere Gründe für mindestens ebenso wichtig:

    1. Keine Wissenschaft (exotische naturwissenschaftliche Spezialdisziplinen vielleicht ausgenommen) ist dermaßen selbstreferentiell und kocht dermaßen im eigenen Saft wie die universitäre [lexicon='Pädagogik',''][/lexicon] und Didaktik. Man nehme drei beliebige, ähnlich alte Monographien aus diesem Bereich - Thema völlig egal! - und vergleiche die Bibliographien: Ich garantiere eine Übereinstimmung von mindestens 70%, wobei die dort aufgelisteten Werke zu ca. 90% von den immer gleichen drei Verlagen stammen (nennen wir doch Ross und Reiter: es handelt sich um Friedrich (Seelze), Beltz (Weinheim) und Schneider (Hohengehren/Baltmannsweiler). Anscheinend müssen pädagogische Fachverlage in Orten mit komischen Namen sitzen).

    2. Keine Fachrichtung ist dermaßen von Leuten durchsetzt, die eigentlich mal Lehrer werden wollten, dann aber entsetzt feststellen mussten, dass die praktische Beschäftigung mit Kindern um einiges stressiger, unvorhersehbarer und nervenaufreibender ist als die theoretische und die nach kurzer praktischer Tätigkeit in die akademische Lehre flüchten. Gegenbeispiele (ich habe einiges bei einem Deutsch-Didaktiker gelernt, der tatsächlich noch 15 Stunden unterrichtet hat) stechen denn auch wie Leuchttürme heraus, wenn man als Student schon mal einem begegnet.

    Bezeichnend fand ich damals an der Uni auch, dass niemand seine Titel so monstranzartig vor sich her trug wie die Pädagogen und Didaktiker. Da war kein Magister zu popelig, als dass er nicht aufs Türschild gepappt werden musste... während der Nobelpreiskandidat aus der Physik darauf bestand, mit "Herr X" angeredet zu werden.


    Viele Grüße
    Fossi

    aber die Kinder sind einfach lauter!

    Ich war gestern bei der Weihnachtsfeier der 3. Klassen an der GS meiner Tochter... keinen ganzen Vormittag würde ich das aushalten! Gut, es war mehr als eine Klasse, es war ein Haufen Eltern mit dabei, und das Ganze hat weitgehend auf den Fluren des recht alten und halligen Schulhauses stattgefunden, aber trotzdem. Puh! Größten Respekt vor jedem, der diesen Trubel wegstecken kann.


    Viele Grüße
    Fossi

    Interessant wäre natürlich noch die Frage, ob der SL sich an seine Dienstanweisung erinnert hätte, wenn - Gott bewahre - auf dem Botengang etwas passiert wäre und der Dienstherr für die Unfallfolgekosten hätte aufkommen müssen. Meine Vermutung: dann wäre aus der Dienstanweisung ganz schnell eine Gefälligkeit geworden ("Ich hatte doch ausdrücklich gesagt, nur wenn sie ohnehin da vorbeikommen, Frau Traci!")...


    Pessimistische Grüße
    Fossi


    PS. Traci, Tipp an Dich (Du warst doch die mit den zwanzig Einsatzschulen und der Mörder-Fahrerei): Solche Sachen IMMER schriftlich festhalten. Du bist im Falle eines Falles zehnmal besser abgesichert (vor allem wenn Körperschäden dazukommen), wenn es sich um einen Dienstunfall handelt als wenn Du (aus Gefälligkeit) privat umhergondelst.

    Fossy, pleaaase... bei allem Verständnis für die Empörung.... könntest du bitte ein bisschen nachbessern?

    Hätte ich getan. War leider zu spät dran, hat sich also erledigt.

    Nur weil wir bei einem Thema verschiedener Meinung sind?

    "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" (angeblich von Brecht; könnte natürlich auch Churchill oder Gandhi sein). Für Klerikalfaschismus gilt das Gleiche.


    Fossi

    [...]

    Viele Grüße
    Fossi

    Edit by Mod: Gesichert und entfernt aufgrund Verstoß gegen die Nutzungsbestimmungen. kl. gr. frosch, Moderator

    Weil ich expliziert habe (zugegeben: mit der Spaltaxt, nicht mit dem Gänsekiel), was "lehrerinbw", "plattenspieler" und noch ein paar andere die ganze Zeit sicher nicht wörtlich, wohl aber in der Aussage verbreiten? Nun denn, so sei es. Ist der User "lehrinbw" mittlerweile eigentlich gesperrt?


    Fossi

    Nebenbei bemerkt, Leute wie Plattenspieler, Claudius et al. haben - leider! - ganz sicherlich damit Recht, wenn sie sich in den christlichen Mainstream einordnen; zumindest im Maßstab des Christentums als Weltreligion. Hierzulande hat man leider oft die völlig verkürzte Perspektive, die hiesige, verhältnismäßig liberale Ausbildung für die Sache an sich zu halten. Das ist aber nicht wahr. Jemand wie Plattenspieler oder Claudius würden mit ihrer Haltung zur Homosexualität in Regionen der Welt, in den Christentum die Diskurshoheit hat, z.B. in weiten Teilen der USA, in Russland oder in Irland, in etlichen afrikanischen Staaten, als völlig moderat und "normal" in ihren Ansichten wahrgenommen. Und das ist von der jeweiligen Konfession völlig abgelöst.

    Es ist leider so - mit wachsender Religiösität wächst die Unfähigkeit zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Der Physiker Steven Weinberg hat das sehr elegant auf den Punkt gebracht.

    Na, na, lieber Nele - magst Du nicht endlich zugebenlassen, dass auch in Dir jene tief verborgene Sehnsucht nach der katholischen Kirche schlummert, die auch die Triebfeder der irregeleiteten Ungläubigen des IS ist? :D


    Viele Grüße
    Fossi

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