Beiträge von fossi74

    Gerelila, Du schreibst, dass Dein Mann ebenso lange in die andere Richtung fährt - wäre es denn keine Option, dass einer von Euch sich an den Arbeitsort des anderen versetzen lässt? Und bis das klappt, würde ich persönlich mir ein Zimmer am Schulort nehmen und nur noch am Wochenende (vielleicht auch mal zwischendrin, wenn ich nachmittags keinen Unterricht hätte) nach Hause fahren. Klingt vielleicht erstmal doof, aber bedenke - ihr habt keine Kinder, und mit der Pendelei und Deinem vollen Deputat habt Ihr unter der Woche wahrscheinlich ohnehin gerade nicht besonders viel voneinander.

    Wir - meine Frau und ich - fahren jeweils eine halbe Stunde und empfinden das als gerade noch akzeptabel; aber auch nur, weil wir über die Dörfer fahren und keine Staus kennen. Wir sind uns aber auch einig, dass - sollte der Fahrtweg sich für einen von uns dramatisch verlängern - wir die oben beschriebene Lösung praktizieren würden. Trotz zweier Kinder im Kiga-/GS-Alter. Man lässt so viel auf der Straße - Zeit, Nerven, Geld -, gar nicht zu reden vom Unfallrisiko, das mit jedem gefahrenen Kilometer wächst.


    Viele Grüße
    Fossi

    Zum anderen gibt es konträre Ansagen beim Führungskräftetraining (die besuche ich ja gern, aus personalrätlicher Sicht, da lernt man für meine Arbeit richtig viel!): der Mitarbeiter ist kein Kollege mehr, das wird ganz klar vermittelt. Weniger klar in semantischer Hinsicht, aber sehr klar in der Richtung ist, dass der Lehrer als "Verfügungsmasse" gesehen wird, der im Betrieb Schule eine Funktion erfüllt, die auch jedes andere Zahnrad erfüllen kann und die es zu "nutzen" gilt. Bei den Kommunikationstrainingseinheiten solcher Führungsakademien geht es dann eher darum, wie man dem Mitarbeiter seinen Willen aufdrückt, ohne dass er es bemerkt, anstelle zu einer echten Einigung/Berücksichtigung seiner Interessen zu kommen.

    Um Gottes Willen, das klingt ja echt gruselig. Und diese Zombies werden dann Schulleiter? Da ist mir ja die bayerische Methode fast lieber; auch wenn es natürlich eine böswillige Unterstellung ist, dass bayerische Schulleiter nach dem Parteibuch ausgewählt werden.


    Viele Grüße
    Fossi

    Wenn man die Frau und die Kinder, für die man einiges mehr bekommt, mal wegdenkt, bleiben sicher nicht 5000 netto. Und wenn man dann dafür von 7-18 Uhr in der Schule ist und kaum noch Zeit für die Familie hat...ich kann die Kollegen schon verstehen, die abgelehnt haben.

    Vielleicht findet sich ja hier ein lediger Studiendirektor, der uns Aufschluss über sein Salär geben kann. Dann hätten wir in dem Punkt Klarheit. Und sicher, ja - wenn man die Arbeitszeiten bedenkt, sieht die Sache anders aus. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist womöglich für den kleinen Studienrat ohne Funktionsstelle wirklich am besten.


    Viele Grüße
    Fossi

    Nein, wer die Jahresentgeldgrenze überschreitet kann sich privat versichern, muss es aber nicht.


    Stimmt. Man kann auch zu horrenden Beiträgen freiwillig gesetzlich versichert bleiben, wobei man dann immerhin die Vorteile der Familienversicherung genießt. So oder so ist es ein teurer Spaß (bei mir zuletzt ca. 700 Euro im Monat). Im öffentlichen Dienst übernimmt der AG dann die Hälfte der Beiträge (bzw. zahlt sie als Zuschuss mit dem Gehalt aus), wie es damit in der Privatwirtschaft aussieht, weiß ich nicht.


    Viele Grüße
    Fossi

    A15 und "kaum merklich mehr Geld"??? Das halte ich für ein Gerücht... Wobei ich 5000 € netto sehr hochgegriffen finde. Da war bestimmt das Kindergeld dabei und die PKV für die vierköpfige Familie geht bestimmt noch runter, so dass man dann bei 4000 € netto landet, was aber immer noch ein Haufen Kohle und "merklich" mehr Geld als A12 ist.


    Klar, die 4.900 waren der Auszahlungsbetrag. Ich habe den Zettel auch nicht so genau studiert, dass man denken könnte, ich würde mich für anderer Leute Gehalt interessieren :-). Wer allerdings als Angestellter die Beitragsbemessungsgrenze überschreitet, muss sich auch privat versichern - hier also kein Nachteil für den Beamten.


    Gruß
    Fossi

    Ja, so habe ich das verstanden. Danke für die schnelle Antwort!
    An unserer Schule ist es anscheinend so, dass es manchmal Probleme gibt, überhaupt jemanden zu finden. Als das letze Mal eine A15-Stelle ausgeschrieben war, wurde sie ohen Bewerbung 8 Leuten angeboten und niemand wollte es machen. Das Argument: Viel zu viel Mehraufwand für kaum merklich mehr Geld. Mit Famlie usw. ist das ja auch wirklch schwierig. Habe ich aber nicht, deswegen ist es mir egal, ob es mehr Arbeit ist.

    Ich hatte kürzlich das Vergnügen, die Gehaltsabrechnung eines A15-Kollegen einsehen zu dürfen (verheiratet, 2 Kinder, Mitte 50), die knapp 5000 Euro netto auswies. Von "kaum merklich mehr Geld" können da IMHO eigentlich nur Snobs sprechen... nur zur Orientierung: Wer in der "freien Wirtschaft" auf 5000 netto im Monst kommen will, braucht ein Brutto von - grob geschätzt - ca. 100.000 im Jahr.


    Viele Grüße
    Fossi

    Ich habe diesen Trolley auch noch und auch ein Problem mit den Rädern, das eine dreht sich inzwischen sehr schwerfällig, es ist anstrengend, ihn zu ziehen, wenn der Untergrund nicht glatt wie ein Spiegel ist :(
    Das werde ich wohl mal reklamieren müssen.

    Das Ding sieht haargenau so aus wie der (immer schwer beladene) Wenger-Trolley meiner Frau, die mit dem Ding sehr zufrieden ist und bisher keinerlei Verschleiß (am Trolley) zu beklagen hat. Scheint also kein allgemeines Problem der Marke zu sein. Die Taschenmesser von Wenger sind allerdings nicht so toll, um das der Vollständigkeit halber mal anzumerken.


    Viele Grüße
    Fossi

    Hi,
    sehr blöd auch für die Kolleg_innen, die jetzt alle Noten in drei verschiedenen Varianten neu berechnen mussten und zum Teil ganz pflichtbewusst die Noten am Tag vor dem Notenschluss, als die Anweisung kam, schon eingetragen hatten, bzw. jetzt das Gefühl haben über 50 Stunden umsonst korrigiert zu haben, wenn die Note eh gestrichen werden kann. Unverständlich auch, warum die Klausuren in Englisch und Deutsch betroffen sind, wo das Problem doch in Mathematik auftrat.

    Ja, meine Frau ist auch very amused. Just my two Cents: Wenn alle ("alle"? Hey, wir sprechen von Lehrern, also sagen wir mal: bestenfalls 60 Prozent) betroffenen Lehrer sich - natürlich ganz informell - für eine bestimmte Woche verabreden würden, um sich die 50 Stunden als Freizeitausgleich wiederzuholen (per gelbem Urlaubsschein), dann würden ein paar Leute ganz schön alt aussehen. Aber das ist wie immer illusorisches Wunschdenken: "Um Gottes Willen, da müssten ja unsere Schüüüler drunter leiden, und die können doch nichts dafür!"


    Viele Grüße

    Fossi

    @Fossi: Ich habe auch drei Jahre FOS/BOS hinter mir ... ja, immer Abschlussprüfungen mit viel Korrekturaufwand ... dafür allerdings kaum mehr Vorbereitungsaufwand, denn da die FOS nur zwei Jahrgangsstufen (für eins meiner Fächer sogar nur eine) hat, hatte ich mit Unterrichtsvorbereitung über das ganze Jahr hinweg nicht mehr viel Aufwand.
    Dass wir - um die Ferien "herein zu arbeiten" - auch auf mehr als die 40/42 Wochenstunden kommen müssen, ist klar. Aber die Belastung von mehreren 60 Stunden Wochen hintereinander (Abitur) ist enorm und fällt bei der Art und Weise, die Arbeitszeit über das ganze Jahr hinweg (einschließlich Ferien) zu betrachten etwas unter den Tisch.


    Mensch, verrat doch nicht alles... So ganz stimmt die Überlegung auch nicht - zum Einen hast Du an der (bayerischen) FOS/BOS mittlerweile ständig neue Aufgabenformen, die eingeübt werden müssen (ich spreche nur für meine Fächer), zum anderen wurde bei uns sehr großer Wert drauf gelegt, dass immer wieder neue Texte verwendet werden; nicht zu reden von der äußerst aufwendigen Erstellung gemeinsamer Klausuren in Englisch (Zeitaufwand im Schnitt 15 Stunden). Aber im Großen und Ganzen hast Du natürlich recht.


    Viele Grüße

    Fossi

    Nein, mich haben Lehrer, die nie irgendwelches Engagement gezeigt haben und uns das auch so vermittelt haben ("ich sitz hier eh nur meine Zeit bis zur Rente ab") als Schüler auch immer gestört. Ich bin auch sehr gerne in AGs u.ä. tätig. Mich haben jedoch die extremen Stundenzahlen (in diesem Forum oder z.B. hier: http://www.youtube.com/watch?v=Gd2s52yrBCI ) stutzig gemacht. Da muss doch einfach entweder

    A) Übertreibung

    oder

    B) unglaublich schlechtes Zeit- und Effizienzmanagement

    dahinterstecken.


    Pssst... ganz unter uns: Ja, beides. Ersteres bei so gut wie allen, letzteres bei ganz vielen Kollegen.

    Disclaimer: Das soll nicht heißen, dass Lehrer kein zeitintensiver Job ist, mit sehr schwankender Arbeitsbelastung. Trotzdem - ich war fünf Jahre an der FOS/BOS (= reine Oberstufenschule) in Bayern (= viele, viele schriftliche Leistungsnachweise) mit Deutsch und Englisch (= jedes Jahr mindestens drei Abiturklassen), und auf sechzig Stunden bin ich sicher nie gekommen. Man muss dann halt auch den Mut haben, mal zu sagen, lieber Schulleiter, die Klausur werde ich nicht innert drei Wochen korrigiert haben, und wenn Dir das nicht passt, kannst Du mir gern helfen.
    Bin trotzdem froh, dass es vorbei ist.


    Viele Grüße
    Fossi


    PS: Machen wir doch mal die Rechnung auf zwischen einem "normalen" Arbeitnehmer und einem Lehrer. Der AN arbeitet 40 Stunden die Woche und hat sechs Wochen Urlaub. Er arbeitet also 1840 Stunden im Jahr. Der Lehrer hat dreizehn Wochen unterrichtsfrei und arbeitete bei einer 40-Stunden-Woche ca. 38*40, also 1520 Stunden. Um auf die 1840 des Arbeitnehmers zu kommen, müsste er 1840/39, also 47,2 Stunden pro Woche arbeiten, wobei die Ferien dann komplett frei wären. Das scheint mir auch ein relativ realistischer Wert zu sein, wenn man bedenkt, dass es kaum möglich ist, die Ferien komplett von Arbeit frei zu halten.

    Weder zu meiner eigenen Schulzeit noch an meiner jetzigen Schule gibt es Lehrer, die nicht unterrichten. Was meinst du denn damit?
    Ich fand grundsätzlich meine Mathelehrer doof und meine Deutschlehrer nett. Obs an derem Unterricht lag, oder an meiner (Anti-)Präferenz für die jeweiligen Fächer... hm. *Ironie an: Eines weiß ich sicher, dass ich Mathe nicht konnte, lag nur an den Lehrern. Ironie aus*
    Ich habe im Leben nicht erlebt, dass ein Lehrer im Unterricht betrunken war (klar, gemunkelt wurde viel, aber ich selbst habe es nie erlebt).


    Zumal wir hier wohl von anderen Zeiten reden, oder? Ich erinnere mich an einen meiner Mathelehrer (wir hatten heuer 20-jähriges Abi-Jubiläum), Herrn S. - Stalingradveteran, Kettenraucher, Trinker mit ständig präsenter Bier- und Knoblauchfahne. Sein Unterricht fand stets im Physiksaal statt, dann konnte er nämlich zwischendurch immer mal wieder in die Sammlung verschwinden (Eingang war neben der Tafel), um eine zu quarzen. Klausurnachschriften fanden ebenfalls in jener Sammlung statt, unter passivem Konsum von etlichen Gauloises, und wer nicht rechnen konnte, wurde trotzdem an die Tafel gerufen, musste dort aber nicht rechnen, sondern nach Diktat Sinnsprüchlein anschreiben wie z.B. "Siehst Du dort im Waldesgrün / Feindliches Gewehrmaschin / Ja, was ist denn schon dabei / Ziel wie gestern, Feuer frei!"

    - Nein, das ist weder gelogen noch übertrieben. Das war so. Und das hat damals weder Eltern noch (offiziell) den Schulleiter sonderlich aufgeregt. Heute wäre der Mann nach spätestens einer Woche suspendiert und nach drei Wochen entlassen. Wer heute als unfähiger Lehrer unterrichten will, muss also etwas unauffälliger auftreten. Aber es geht immer noch, und es geht lange.


    Viele Grüße
    Fossi

    Um mal mit brutalstmöglicher Ehrlichkeit zu antworten: Lass es sein. Ob Philosophie Mangelfach ist, weiß ich nicht - Deutsch ist es jedenfalls nicht und wird es auf absehbare Zeit auch nicht werden; in keinem Bundesland. Als Germanistin im Verlagswesen hast Du momentan wahrscheinlich noch bessere Chancen als im Lehramt.


    Viele Grüße
    Fossi

    Die Frage klingt jetzt vielleicht etwas blöd, aber in welchem Job arbeitet man nur 1 Stunde am Tag?

    Sorry, mit großem Verlaub: Die Frage klingt nicht nur blöd, zumal ausdrücklich von fünf Stunden die Woche die Rede war.

    OnT: In Bayern durfte ich im Ref - wie übrigens jeder Beamte, und das dürfte nicht nur für Bayern gelten - maximal ein Fünftel, also 20% meiner regulären Arbeitszeit für einen zusätzlichen Nebenjob aufwenden, ohne das genehmigen lassen zu müssen. Bei einer 40-Stunden-Woche waren das exakt 8 Stunden, die ich in einer Filiale einer bekannten ehemaligen (daran bin ich aber nicht einmal zu 20% schuld) Baumarktkette verbringen durfte. Das waren stressige, aber auch lehrreiche Samstage: Wer mit Baumarktkunden zurechtkommt, den schreckt so schnell kein durchgeknallter Schüler mehr...


    Viele Grüße

    Fossi


    Diese Art der Kommunikation scheint ja in der Grundschule üblich zu sein. Kann mir mal jemand erklären, warum? Der Zeitversatz ist doch furchtbar, wenn E-Mail und Telefon schon erfunden sind...


    Das ist halt so. Ich habe kürzlich SEHR erstaunte Blicke geerntet, als ich in der neuen Klasse meiner Tochter beim Elternabend vorgeschlagen habe, die "schnelle Trommel" (= Telefonkette -->jeder benachrichtigt zwei weitere Leute) durch eine Broadcast-Nachricht bei What's App (oder etwas ähnliches) und die Nachricht im Hausaufgabenheft durch E-Mail zu ersetzen. Dabei haben alle sowohl Smartphone als auch E-Mail-Account.


    Gruß
    Fossi

    Wie ist das denn wenn man mal verbeamtet wird, MUSS man dann in die PKV? Oder liegt das am Einkommen?

    Meines Wissens musst Du nicht - Du kannst Dich freiwillig gesetzlich versichern, bist dann aber nicht beihilfeberechtigt. Ist ein teurer Spaß, der im Endeffekt kaum etwas bringt. Ich weiß nicht, ob es den Fall gibt, dass ein Beamter wegen seines Gesundheitszustands nicht in der PKV aufgenommen wird.


    Viele Grüße
    Fossi


    PS: Was waren denn genau die Unterschiede bei den Geburten? Wir haben das zwei Mal mit der GKV erlebt und hatten nie den Eindruck, nicht bestmöglich behandelt zu werden.

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