Beiträge von fossi74

    In diesem Artikel wird die Mär sehr detailliert und fundiert zerpflückt.

    Und dennoch bleibt sie eine Mär, denn es ist für den Angestellten vollkommen unerheblich, ob sein verbeamteter Kollege igendwelche imaginären Abzüge hat (BTW: 7%? Lächerlich im Vergleich zu den 18,6% Rentenbeiträgen!) oder ob in irgendeinem Gesetzentwurf von vor knapp 80 Jahren mal drinstand, dass die Beamten kurzzuhalten seien.

    Für ihn zählt, dass sein verbeamteter Kollege netto deutlich mehr einfährt als er. Dass sein verbeamteter Kollege im Ruhestand monatlich viel mehr bekommt als er. Dass sein verbeamteter Kollege Geld fürs Heiraten und fürs Kinderkriegen bekommt. Dass sein verbeamteter Kollege auch nach jahrelanger "Krankheit" immer noch jeden Monat sein ungekürztes Gehalt bekommt.

    Und all diese Ungerechtigkeiten könnte man - etwas Mut vorausgesetzt - mit einem Federstrich beseitigen...

    Das ist die ganze Zeit über mein Punkt: Ein Haufen beleidigter Aufregung dafür, dass man die Schule und dementsprechend auch die üblichen Abläufe dort nicht kennt.

    Meine liebe Frau Dr. Antimon - ich bin weder beleidigt noch geht es um "übliche Abläufe". Das hast du eigentlich aber schon längst erkannt, ebenso wie du den Unterschied zwischen einem bayerischen Landgymnasium mit irgendwas um die 50 Abiturienten und deiner Oberstufenschule mit 8 Abschlussklassen à schätzungsweise 20+ SchülerInnen schon aus eigenem Erleben kennen solltest.

    Die Verleihung findet immer vormittags statt

    Das wiederum finde ich ziemlich daneben - diesmal als Vater.

    Die Feier (bei uns Abiball) sollte dieses Jahr 45 € Eintritt kosten. Eingeladen waren die LK-Lehrerinnen. Da hatte ich dann wirklich keine Lust drauf. Ich bin nicht gewillt, den Eintritt zu zahlen. Wenn jemand möchte, dass ich da bin: bitte eine Karte in mein Fach

    Das geht natürlich nicht. Geld bezahlen für den Abiball würde ich auch nicht, nicht mal als Schulleiter.

    Bei uns erfolgt die Zeugnisübergabe zum Abiball. Dieses Jahr kostet eine Karte 55,- Euro. Sorry, da bin ich raus, obwohl ich mehrere Kurse in der Stufe hatte

    55 Euro? Gab es da Kaviar?

    Stimmt für Deutschland nur teilweise. Wir haben an unserer Schule ein paar tausend Schüler, davon mehr als tausend Schüler, die pro Jahr den Abschluss machen. In den letzten Wochen war immer irgendwo ein Abschluss zu vergeben. Da kann man nicht überall hin

    Dann ist aber schon die entsprechende Erwartung nicht da.

    Glückwunsch übrigens, ich wusste gar nicht, dass deine Große schon so groß ist, aber stimmt, Kinder wachsen ja unermüdlich weiter

    Ja, und mit ihnen die Ausgaben… Aber eigentlich kann alles gar nicht wahr sein. Wir waren doch erst letzten September zur Einschulung!

    Interessant war übrigens, gestern mal wieder die Eltern von damals zu sehen. Gut, dass nicht nur an mir der Zahn der Zeit nagt.

    Richtig würdig fand ich die Verleihung meiner Diplom-Urkunde. Die habe ich beim Prüfungsamt abgeholt, als ich gerade in der Nähe war. Mehr braucht’s nicht

    Ja, das kann man so sehen. Im Grunde meines Herzens mag ich ja auch keine Menschen.

    Nur nochmal zur Klarstellung:

    • Es war nicht der AbiBALL (zu dem die Lehrkräfte im übrigen bei freien Getränken eingeladen waren, aber darum geht es hier nicht)
    • sondern die offizielle Verabschiedung in der Schule.

    Und nein, ich bin nicht als Vater beleidigt, sondern als Schulleiter. Wobei das natürlich auch eine Frage der schulkultur und der Führung ist.

    Er hätte sich gewünscht, dass die Kollegen, die den Jahrgang irgendwann einmal hatten, alle angetreten wären

    Nein, die Lehrkräfte der letzten beiden Jahre hätten vollkommen ausgereicht. Sonst müsste man ja das komplette Kollegium verpflichten.

    "Antreten" klingt übrigens so komisch in dem Zusammenhang. "Dasitzen" reicht völlig.

    Wurden denn die Lehrkräfte alle eingeladen?

    Ja. Es ist ein Termin, der lange im Voraus feststeht und bei dem ein Erscheinen üblich ist. Allerdings habe ich wohl - zugegeben - wieder mal nicht bedacht, dass "andere Länder, andere Sitten" auch innerhalb von D gilt.

    Naja, kürzen wir es ab: Ich finde es nach wie vor armselig und katastrophal für die Außenwirkung, zumal für die Schule (finanziell) wichtige Menschen anwesend waren (Landrat, Bürgermeister).


    Wer mich hier eine Weile kennt, der weiß, dass ich grundsätzlich ein großer Freund des Neleabel'schen "es ist nur ein Job" bin. Das hat aber Grenzen. Wie gesagt, Freitag 15 bis 16.45. Das ist zumutbar. Als SL hätte ich Anwesenheit verordnet.

    Geschenke überreichen ist bei uns verboten.

    Es war mehr symbolisch - für alle das Gleiche und selbstverständlich unter 2 Euro teuer. Also von dieser Seite aus kein Problem.

    CDL Ich hoffe, du und deine Schwester konntet die Feier zu eurer Einschulung noch nachholen, als dein Vater pensioniert war :geschenk: ! Wobei die Größe heutiger Schultüten für Erstklässler ohnehin oft problematisch ist.

    OnT: Gerade weil heute so ein Geschiss um die Einschulung gemacht wird, sollten SLen und betroffene Eltern Verständnis zeigen, dass die Lehrkraft auch ihr eigenes Kind angemessen einschulen will.

    Grund, wir müssen auch 20 Euro (derselbe Preis wie alle anderen) für den Eintritt zahlen. Dafür gibt es ein Glas Sekt und belegte Brötchen. Und ich habe jedes Jahr einen Abikurs.

    Whoa! Nein, in unserem Fall war es "nur" die Entlassung und Zeugnisübergabe, da gibt's keine Bewirtung und keinen Eintritt.

    Für den anschließenden Abiball (von den SuS organisiert, andere Location) muss man natürlich Karten kaufen, IIRC waren die Lehrer da aber auch eingeladen.

    Bloßstellung muss in diesem Rahmen übrigens niemand fürchten, dafür gibt's den unsäglichen "Abistreich" (der allerdings in diesem Jahrgang ebenfalls keinen Anlass für Groll bot).

    Ihr Lieben,

    kurz in eigener Sache: Gestern musste ich mich massiv aufregen und interessiere mich für eure Meinung. Also: Tochter groß hatte gestern feierliche Entlassung und Zeugnisübergabe. Ihr Abijahrgang war weder der fleißigste noch der beste, und zu einzelnen KollegInnen war das Verhältnis getrübt (aber weit entfernt von „zerrüttet“).

    Nun hatten die Aburenten (um diesen herrlich zopfigen, in Bayern früher üblichen Ausdruck mal wieder zu benutzen) für die Lehrer der Oberstufe und einige andere, die sie über längere Zeit unterrichtet hatten, ein kleines Geschenk vorbereitet, das sie auf der Bühne überreichen wollten.

    Ratet, liebe Kolleginnen und Kollegen, wie viele von ca. 40 solcherart Bedachten ihr Geschenk persönlich in Empfang nehmen konnten… nun, es waren exakt 5. Das ist - angesichts des Stellenwerts, der dem Abi immer noch beigemessen wird - schon ziemlich armselig. Das wurde auch von den Eltern so wahrgenommen.

    Die Feier startete übrigens um 15 Uhr und dauerte knapp zwei Stunden, wir sprechen also von einem Termin innerhalb der üblichen Arbeitszeit.

    Wie seht ihr das?

    Vielleicht hätte ich Angst, dass er sagt, "ja ein Wechsel würde Ihnen sicher gut tun". Dann würde ich mich gedrängt / verpflichtet fühlen zu gehen ;)

    Dann könntest du mit ihm ins Gespräch kommen, warum er so denkt. Natürlich auf die Gefahr hin, dass du dann doch ins Nachdenken kommst. Davor scheinst du dich mehr zu fürchten als vor der ominösen Außenwirkung.

    Hhhhhm. Das ist deine persönliche Schlussfolgerung?

    Oder ist das was Offizielles?

    Siehst / erlebst du es anders? Mal eine (nicht abschließende) Aufzählung:

    • Konferenzen mit "open end" (ist wohl besser geworden, war früher absolut üblich)
    • Abendtermine (gerne auch mit open end)
    • längere Präsenz durch spontane Vertretung
    • ...

    Ich stelle sogar mal die Gegenfrage: Was macht denn unseren Beruf angeblich so familienfreundlich? Die (bislang) großzügigen TZ- und Rückkehrregelungen (nach Elternzeit etc.)? Die sind nicht lehramtsspezifisch, das sind allesamt ÖD-Regelungen. Die gelten auch, wenn du auf dem "Amt" hockst und Angelscheine ausstellst.

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