Beiträge von Eugenia

    Hallo,

    kein Geheimtipp, aber eine Anmerkung: als ich in der 10. Klasse war, hatte ich eine Deutschlehrerin, die uns genau die Lektüren vorgelegt hat, die du als "abschreckend" nennst. Sie hat es verstanden, selbst scheinbar "alte" Texte so zu "verkaufen", dass es uns Spaß gemacht hat - und ich zähle mich noch nicht zu einer sooo alten Generation, dass das nicht auch heute ginge. Was ist denn ein Text, der "wirklichen Lebensbezug" für Jugendliche hat? Muss das immer etwas mit Gewalt / Beziehungskrise / Drogen / Alkohol / Randgruppen sein? Mir scheint es oft leider so. Und ich erinnere mich noch heute mit großem Bedauern an meinen Französischunterricht, in dem wir ein "aktuelles" Werk nach dem nächsten gelesen haben - die zeitlosen Werke der frz. Literatur sind leider damals ganz an uns vorbei gegangen.

    LG Eugenia

    Ich habe eher den Eindruck, dass die Kommunikation etwas gestört ist und möglicherweise unterschiedliche Erwartungen zugrunde liegen: du fragst nach, wie die Kollegin dich einsetzen möchte, weil das für dich Teil der Kooperation ist - sie fasst das offenbar negativ als "diskutieren" auf und fühlt sich in ihrern Kompetenzen beschnitten. Evtl. könnte ein sachliches Gespräch in Anwesenheit eines vermittelnden Dritten (Personalrat?) hier zumindest eine Frontenklärung herbeiführen. Natürlich ist ihr Auftreten nicht professionell, aber eine weitere Konfrontation bringt hier, denke ich, wenig. Ansonsten: 100% Hut ab für das, was du da leistest, und danke für deine Berichte, die ich immer mit großem Interesse lese! Zum einen, weil man so als Gymnasiallehrer einmal einen Einblick in die Arbeit einer Sonderpädagogin bekommt und sieht, wie ungeheuer vielfältig die Kompetenzen sein müssen, die du mitbringst. Zum anderen, weil ich es unfassbar finde, was man an Einsatz "im fliegenden Wechsel" von Schule zu Schule von dir verlangt und wie du dich trotz all dieser Widrigkeiten für die Kinder einsetzt! Ich wünsche dir weiter viel Kraft und Erfolg! Eugenia

    @ Kiray: Es kommt natürlich darauf an, wie lange die Fahrt bei euch dauern soll. Zum Thema Ansprüche und Reiseziele: ich bin gern bestrebt, diesen Faktor zu relativieren, allerdings stößt man dabei meist auf massiven Widerstand der Schüler! Auch vielen Eltern ist nicht bewusst, was heute eine Auslandsfahrt mit Schülern kostet, man geht oft von eigenen doch schon lang zurückliegenden Erfahrungen aus. Und der Lehrer soll dann den Spagat schaffen zwischen Ausland, attraktives Ziel, sinnvolles Programm, Fun und Freizeit,möglichst langer Aufenthalt, Top- Unterkunft und natürlich alles total preiswert...

    @Paulchen:380 Euro für 7 Tage Barcelona oder Italien bei Vollpension mit sinnvollem Programm - würde mich sehr interessieren, wie das zu schaffen ist ( Anfahrt, Unterkunft, wie sieht das Programm aus?). Wir sind im Moment bei gut 400 Euro - 7-8 Tage ohne Vollpension! Mit einer Fahrt in den Harz lockt man heute meiner Erfahrung nach kaum noch einen Schüler der Oberstufe hinter dem Ofen hervor. Für meinen Begriff ist die Schmerzgrenze bei € 400 dreutlich erreicht. Allerdings muss bei einer Fahrt meiner Meinung nach auch ein inhaltlich sinnvolles Programm geboten werden und viele Oberstufenfahrten, die ich von Kollegen kenne, bieten für teures Geld oft nur viel Leerlauf oder Herumlaufen in südlichen Städten, bei dem wenig hängen bleibt.
    Grüße Eugenia

    Eine Frage: Wer hat diese Fahrt denn geplant?! Fünferzimmer für die Begleiter (und Eltern?), Lehrer übernehme alle Kosten, Eltern fahren mit, zahlen aber nichts - bei uns käme, glaube ich, gar keiner auf die Idee, so etwas zu planen. Ist das an der Schule, an der du bist, üblich?

    Entschuldige, aber das hat nichts mit Naivität zu um. Das IST die Erfahrung. Und ich verschließe nicht die Augen vor Tatsachen. Falls Gewerkschaftsmitgliedschaft zum Problem werden sollte, stimmt da an der Schule oder im Seminar was nicht und es ist ein Fall für den Personalrat. Falls du trotzdem Bedenken hast ... austreten und Tasche entsorgen.

    Ehrlich gesagt finde ich diese Diskussion doch recht absurd. Hier wird ernsthaft spekuliert, ob man Mitglied einer Gewerkschaft sein darf? Beinuns gibt es Leute in der GEW, im Philologenverband, mit Kalender oder Tasche, mit Kulilogo oder ohne ... Und es kümmert absolut keinen! Zu Beginn des Referendariats kamen extra Verbandsvertreter und stellten sich vor, und zwar im Seminar! Wo bitte sollte es da ein Problem geben? Ich finde diesen vorauseilenden Gehorsam in ganz normalen demokratischen Zusammenhängen irgendwie schon sehr irritierend.

    Hallo,

    eine sehr unschöne Situation für dich! Ich würde mich sofort mit dem Personalrat in Verbindung setzen und dann, wenn der Schulleiter dich zu der Hospitation verpflichtet, unbedingt einen Kollegen / eine Kollegin als Zeugen mit dazunehmen. Ich würde mich auf keinen Fall auf Formulierungen wie "noch andere Dinge" einlassen, sondern die Sonderschulkollegin eventuell - ebenfalls in Anwesenheit eines Dritten - vorher zu einem kurzen Gespräch bitten. Das ist keine Art, mit dir als Lehrerin umzugehen, das sollte auch gegenüber der Schulleitung eigentlich klar sein.

    Liebe Grüße Eugenia

    Ich weiß gar nicht, warum "Dienst nach Vorschrift" immer negativ akzentuiert wird. Ich fände es schon eine Menge, wenn jeder seinen Dienst so erfüllt, wie es vorgeschrieben ist, d.h. sich an die geltenden Vorschriften hält. Man sollte bei dieser Formulierung mal überlegen, ob irgendeinem anderen Beruf vorgeworfen würde, wenn er "nach Vorschrift" arbeitet - wer würde etwa einem Handwerker vorhalten, dass er nach Vorschrift seine Arbeit verrichtet?

    Natürlich können Klassenfahrten auch Spaß machen, natürlich lerne ich dabei meine Schüler einmal auf ganz andere Weise kennen und natürlich macht es auch Spaß, bisweilen ein Schulprojekt, das über das Maß des Alltagsgeschäfts hinausgeht, mitzugestalten. Die Frage ist doch, ob wir dafür noch bezahlen sollten - und da bin ich ganz klar der Meinung nein. Kein Angestellter zahlt dafür, dass er arbeitet oder bringt sein Arbeitsmaterial selbst mit oder ginge auf Dienstreise, ohne dass sie ihm vergütet wird. Ich finde es auch nicht richtig, wenn die ohne Zweifel für unseren Beruf nötige Bereitschaft zum Engagement, zum persönlichen Kontakt, zur Empathie dafür instrumentalisiert wird, uns als Arbeitgeber quasi moralisch unter Druck zu setzen nach dem Motto "Wenn du nicht bereit bist, über das vorgeschriebene Maß hinaus zu arbeiten, bist du ein schlechter Lehrer!" Und noch bedenklicher finde ich die Tatsache, dass sich Kollegen z.T. dahingehend überbieten, wer denn am meisten Mehrarbeit leistet, am häufigsten auf eigene Kosten mit Schülern wegfährt etc.

    Hallo,

    schwierige Frage. Bei uns muss der Haushalt in der Gesamtkonferenz abgestimmt werden, dabei werden durchaus auch einzelne Punkte kontrovers diskutiert. Ich würde aber in dieser Situation eher den Personalrat beauftragen, zu klären, ob diese Anschaffung in der Höhe zwingend nötig ist und wenn, ob es dann vll. auch andere Sondermittel oder Zuschüsse dafür gibt, angesichts der besonderen gesundheitlichen Probleme der Schulleiterin.

    Grüße Eugenia

    Hallo,

    meiner Erfahrung nach wollen Schüler vor allem, dass ein Lehrer authentisch ist und dass sie bei ihm unter fairen Bedingungen etwas lernen. Da stimme ich Josh vollkommen zu. Es bringt absolut nichts, Kollegen zu imitieren, die lockerer / unkonventioneller sind, wenn man das selbst eben nicht ist. Das macht keinen positiven Eindruck, sondern wirkt schnell einfach nur lächerlich und verkrampft. Du bekommst mit der Zeit auch mehr Selbstsicherheit - das ist durchaus eine Voraussetzung, um entspannter mit Problemen umzugehen. Lass dich nicht verunsichern, sondern geh deinen eigenen Weg und vertrau auch mal auf die positiven Rückmeldungen, die du schließlich erhältst.

    Grüße und viel Erfolg, Eugenia

    Wie soll das denn gehen? Wir arbeiten nebeneinander her und schweigen uns über die Schüler aus, die wir gemeinsam unterrichten? Oder wir ziehen uns für Gespräche über Schüler in einen schalldichten Raum zurück?
    Ich gehe davon aus, dass die anderen Kollegen sich bewusst sind, dass sie Informationen, die sie über Schüler mitbekommen - auch über Schüler, die sie nicht unterrichten -, verantwortlich und vertraulich behandeln. Alles andere fällt für mich unter kollegiale Kooperation.

    Sie ist 16 und wir bald 17?! Dann ist dieses Verhalten für meine Begriffe noch eine Nummer inakzeptabler. Vielleicht sollte ihr einmal klargemacht werden, was sie da fordert - ihr Vater soll sein gesamtes Privatleben ihr unterordnen, seine Beziehung ihr opfern. Wie wäre das denn im umgekehrten Fall - er verbiete ihr, ihre besten Freunde zu treffen, weil sie "seine" Tochter ist und er absoluten Besitzanspruch erhebt? Gerade in diesem Alter reagieren Jugendliche da erfahrungsgemäß sehr empfindlich. Im nächsten Jahr ist sie dann ja wohl volljährig, kann tun und lassen, was sie will - auch ausziehen. Das klingt hart, aber ich halte es auch für falsch, permanent um sie zu buhlen und zu versuchen, sie für sich einzunehmen. Sie bestimmt nämlich im Moment ganz klar die Spielregeln - und das bis hin zur Körperverletzung eines unbeteiligten Kindes! Ich frage mich auch, ob die Mutter des Mädchens am Leben ist und welche Haltung sie denn zu der ganzen Sache einnimmt.
    Nebenbei muss das "Kind" dich nicht lieben, nicht einmal sympathisch finden. Aber ein Minimum an Respekt sollte sie sowohl dir als auch deinem Vater entgegenbringen. Oder will sie im nächsten Jahr dann als Volljährige noch schreiend und tobend durch die Wohnung rennen und Kinder schlagen, um Aggressionen abzubauen???

    Hallo,

    ich glaube nicht, dass das Mädchen im Grunde Probleme mit deinem Beruf hat - es hat ein Problem mit dir als Eindringling in die gewohnte Beziehung zu seinem Vater. Da könntest du jeden beliebigen Beruf haben, es wäre immer der falsche :-). Wie man dieses Problem lösen kann, dafür gibt es sicher keine Patentlösung. Letztlich bringt es wenig, wenn du dich permanent um sie bemühst, dein Partner aber in seiner Überforderung nur halbherzig reagiert. Wichtig wäre aus meiner Sicht eine Kombination aus:
    1) Sicherheit für das Kind - es verliert den Vater nicht, sondern ist ihm noch genauso wichtig wie vorher.
    2) Verdeutlichung, dass auch der Vater ein Recht auf ein Privatleben hat und dass du ihm wichtig bist. Sie meint, du sollst "aus ihrem Leben verschwinden" - zu "ihrem Leben" gehören aber auch noch zahlreiche andere Menschen mit eigenen Rechten und Ansprüchen.
    3) Klare Abgrenzung von Aktionen wie Geschirr zerschmeißen oder gar Drohungen, dich im Beruf schlecht zu machen - ein absolutes No-go, das sollte auch der Vater ganz eindeutig aussprechen! Das hat nichts mehr zu tun mit Problemen eines Kindes in einer Patchworkfamilie, sondern ist eine ganz simple Benehmensgrundregel.
    Es gibt übrigens auch ein Internet-Forum http://www.scheidungskinder.de, das sich wohl konkret mit solchen Problemen befasst. Vielleicht ist das eine Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch?
    LG und alles Gute! Eugenia

    Zur Frage "Wohin mit dem Geld?": das kommt darauf an, wofür das gedacht war. Wenn ich das Geld nicht unmittelbar brauche, deponiere ich es auf einem speziellen Klassenkonto - meine Bank bietet das zum Nulltarif für Lehrer an. Ansonsten versuche ich, das eingesammelte Geld so schnell wie möglich seinem Verwendungszweck zuzuführen.

    Doch, man kann schon etwas machen - vorbeugend! Nämlich nie (!) Geld in der Klasse lassen. So ein Pultschloss knackt heute ein halbwegs versiertes Kind wie nichts (habe ich selbst erlebt, als ein Schlüssel verloren war, ein Schüler anbot "das zu regeln" und ruck zuck war das Ding auf!). Merke: etwas Misstrauen ist durchaus angebracht. Wer so was macht? Gelegenheit macht Diebe.

    Ich habe im letzten Sommer ein paar flotte offene Sandalen (nicht die Birkenstock-Richtung, sondern mit glänzendem schwarzem Leder) zum Reinschlüpfen in der Schule deponiert und wechsle dann vor Ort, da ich mit ihnen nicht Autofahren kann. Hat sich zumindest für mich sehr gut bewährt.

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