Beiträge von Kathie

    Also wegen mir musst du dich nicht zusätzlich stressen, so habe ich deinen Post jetzt zumindest verstanden. Ich wollte echt nur helfen, war dann nur kurzzeitig genervt, denn ich fand meine Tipps nicht schlecht und deinen Frust wegzaubern kann leider keiner ;) Aber alles gut hier auf dieser Seite des Computers.
    Hoffe, du kannst aus dem Thread doch einiges für dich herausholen.

    Du fragst, wie du dich abgrenzen kannst, ich antworte (beinahe als erste in diesem Thread) ernsthaft mit Tipps auf deine Frage, aber das passt dir anscheinend nicht. Sorry, ich hatte wohl in der Tat nicht verstanden, um was es hier geht: es sollte ein Jammer-und-Mecker-Tread werden.

    Ich bin davon in der Tat etwas genervt, ja. Weil die Ausgangslage nicht war, dass du dir was von der Seele schreiben und etwas Mitgefühl wolltest, sondern weil du explizit gefragt hattest, wie du dich abgrenzen kannst.

    Es mangelt ja nicht an Gesprächen, sondern daran, was man für "das Beste" hält. Wenn Zocken besser ist, als Schule und die Mutter schreibt "Kind krank" oder entschuldigt gar nicht mehr- wie soll ich da noch Gemeinsamkeiten finden? Ich will ja was anderes als diese Mutter. Das macht ja gerade den Stress.


    Ja, ich glaube auch, dass ihr beide das Beste fürs Kind wollt. Die Mutter möchte, dass ihr Kind glücklich ist (und wenn es lieber daheim bleibt oder zockt, dann bekommt es eine Entschuldigung), und du möchtest, dass es zur Schule kommt und lernt. Ihr wollt beide das Beste, nur seid ihr euch nicht einig darüber, was das Beste ist.
    So würde ich das sehen. Und da kann man ansetzen, so kann man doch ein Gespräch ganz gut beginnen.

    Ob nach einem Gespräch eine Verhaltensänderung auftritt, ist natürlich wieder eine andere Sache ;) aber generell sind die Eltern doch offener und bemühter, wenn die Fronten nicht verhärtet sind.

    Naja gut, aber es nützt ja weder dir noch den Kindern, wenn du "verdammt wütend" wirst, weil die Eltern das Geld nicht beantragen. Von daher, versuch das abzustellen. Manche Dinge kannst du nicht ändern. Du kennst die Eltern, also gibst du genug Vorlaufzeit, du erinnerst, du unterstützt... alles andere liegt nicht in deiner Hand, also reg dich weniger darüber auf.

    Wenn dir meine Tipps nichts helfen, vielleicht findest du ja einen anderen Weg, damit umzugehen, ohne dass es dich so mitnimmt.
    Du hattest ja schonmal so ein Posting ("Schulpflicht abschaffen"), da klang auch Verzweiflung und Ärger mit, aber das bringt ja keinen weiter. Klar ist man mal sauer und entnervt, aber Abgrenzung ist wichtig und genau danach hattest du ja gefragt. Oder nicht?

    Ich kenne solche Fälle, sicherlich nicht in dem Umfang wie du, aber doch zur Genüge.
    Du würdest dich gerne abgrenzen. Find ich einen sehr wichtigen Vorsatz!! Denn all das Lamentieren, Jammern und Schimpfen nützt nix.

    Ich schaffe Abgrenzung ganz gut, indem ich mir sage, dass die Eltern sich nicht so verhalten, um mich zu ärgern, sondern weil sie
    a) selbst unsicher sind (z.B. im Umgang mit ihrem Kind, und sie sich dann schnell belehrt und angegriffen fühlen, wenn man mit ihnen redet)
    b) total überfordert sind (z.B. es nicht kapieren, wie man Geld beim Amt beantragt und dass da Termine einzuhalten sind)
    c) kognitiv nicht in der Lage sind, die Problematik zu durchschauen und deshalb keine Hilfe annehmen wollen (z.B. sehen sie Verhaltensauffälligkeiten oft nicht und lehnen Therapien oder Hilfe ab, weil "ja alles in Ordnung ist")
    d) ... setze beliebige Gründe ein

    Ferner versuche ich immer, Gespräche positiv zu führen, denn es nützt keinem, wenn man sich mit Eltern herumstreitet. Klappt nicht immer, aber oft. Die meisten Eltern wollen, genau wie wir, das beste für ihr Kind, und da kann man dann auch ansetzen und findet manchmal doch noch irgendwie zueinander.

    Außerdem:
    - nachmittags Sport treiben
    - nicht zu lange über Eltern oder ähnliches ärgern, Dinge die du nicht ändern kannst, einfach hinnehmen, abhaken
    - Elterngespräche nicht zu spät am Tag führen, sonst habe ich sie nachts noch im Kopf
    - Austausch mit Kollegen, Sozialarbeitern etc
    - alles wichtige dokumentieren, ist natürlich sowieso erforderlich, schafft aber zusätzlich einen freieren Kopf (hinschreiben und sofort an was anderes denken).

    Viel Glück bei der Abgrenzung. Deine Schüler und Eltern sind sehr wichtig, aber sie sind es nicht wert, dass du Falten und graue Haare bekommst ;)

    Hm. Du würdest diesem Mädchen quasi umsonst Deutschunterricht (Einzelunterricht) geben, hab ich das so richtig verstanden? Wie geht das überhaupt rechtlich?
    Ich meine, in zwei Wochen fragt ein anderer Schüler nach Englischstunden bei Frau XY, und der bekommt die dann auch, oder wie? Alles andere wäre ungerecht.
    Oder das nächste Mädchen mit schlechten Deutschkenntnissen möchte auch Deutschstunden bei dir haben, unterrichtest du dann beide? Oder nur die eine, weil sie "deine Kragenweite" ist und du sie magst?

    Das Mädchen nimmt am regulären Deutschunterricht teil; wenn es bei euch Förderstunden gibt, könnte es da auch mitmachen, aber ich vermute mal, das gibt es am Gymnasium nicht. Da könnte man den Eltern noch Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung, oder nachmittags Deutschkurse empfehlen. Das wird oft auch vom Amt bezahlt, wenn es die Familie nicht stemmen kann.
    Aber dass du jetzt Deutschstunden in Einzelförderung gibst, und während deiner Arbeitszeit anderes ausfällt, obwohl du gar keine Deutschlehrerin bist und nur, weil das Mädchen das gerne hätte... find ich komisch.

    Wollsocken: Ich habe dir nur meinen emotionalen Bezug erklärt, und darauf hingewiesen, dass dein Beispiel mit dem Kraftwerk hinkt. ;)

    Es scheint an Siobhans Schule heute nicht optimal und reibungsfrei gelaufen zu sein, und dass sich jemand ärgert, wenn er davon ausging, keiner käme zur Hospitation und dann stehen plötzlich doch Eltern da, kann ich schon verstehen.
    Darum ging es hier ja eigentlich, nicht ob du im Baselland Betriebe besichtigst und wie anständig eure Eltern sind.

    Hä? Du hast mich völlig missverstanden.

    Also: Ich glaube nicht, dass du hinterher zum Kraftwerkbetreiber gehen würdest und dich darüber beschwerst, dass Kühlelemente unfair behandelt werden, oder dass du im Bekanntenkreis darüber sprichst, ob und wie gut der Arbeiter seinen Job gemacht hat, ob er zu oft schimpft, ob Unruhe herrscht, ob der Arbeitsplatz aufgeräumt war.
    Szenarien, die ich mir bei Hospitationen in der Schule durchaus vorstellen kann. Ich habe selbst Kinder, ich weiß genau, wie nachmittags über Lehrer gesprochen wird.

    Das meinte ich mit emotionalem Bezug. Den haben nämlich alle Eltern zur Schule, ich wage zu behaupten insbesondere die, die sich zum Hospitationstag anmelden. Und da wäre es schön, wenn man sich zumindest drauf einstellen und vorbereiten könnte.

    Dachte eigentlich, das sei verständlich. Aber nun habe ich es nochmal erklärt.

    Datenschutz ist auch ein Thema. Bei uns muss jeder, der in die Klasse kommt, eine Schweigepflichtserklärung unterschreiben. Nur darauf zu achten, dass "alle Kinder einigermaßen gut wegkommen" reicht da nicht aus.

    Zur Roche und Novartis kannst Du hier in Basel am Tag der offenen Tür gehen. Natürlich lassen die einen nie die Produktionsanlagen sehen, das geht aus sicherheits- und hygienetechnischen Gründen nicht (das trifft auch auf die von Dir genannten Beispiele Krankenhaus und Flugzeug-Cockpit zu). Wohl aber kannst Du bei der Novartis das High-Throughput-Screening anschauen und das auf Anmeldung sogar jederzeit. Die Idorsia, das Kantonslabor, Feldschlösschen, das Kernkraftwerk in Gösgen oder Leibstadt, etc. etc. besichtigen wir mit Schulklassen im laufenden Betrieb. Wieso sollte es an einer Schule keinen Hospitationstag geben? Auch das habe ich schon mitgemacht. Von einzelnen Tagen bis zu einer ganzen Woche. So what.

    Wieder mal ein Beispiel aus der schönen Schweiz ;) Ich find das immer lustig zu lesen.


    Tage der offenen Tür gibt es hier auch an vielen Schulen, aber das ist ja nochmal etwas ganz anderes als dieser Hospitationstag, wo dann bei einigen Kollegen plötzlich Eltern im Zimmer stehen, ohne dass sie vorher informiert wurden. Das finde ich ein absolutes No-Go.
    Ist auch nicht vergleichbar mit der Besichtigung irgendwelcher Kraftwerke, zu denen man emotional keinen Bezug hat.

    Nein, zum Glück nicht. Ich unterbinde kleinere Gemeinheiten sofort und achte sehr darauf, dass schon von Beginn an keiner ausgelacht, ausgeschlossen oder absichtlich traurig gemacht wird. In 1/2 wirkt das noch ganz gut. Ich denke aber, die wahren Probleme kommen erst später...


    Hast du das Buch "die Welle" gelesen? Würdest du es im Unterricht lesen?

    Was ich nicht verstehen kann, Buntflieger, ist wie du als Sek1 Lehrer (noch dazu mit wenig Erfahrung, wie du selbst schreibst) die Rückmeldung vieler erfahrener Grundschullehrer bezüglich der Probleme in deinem propagierten Ansatz einfach wegwischt.
    Du bist zwar stellenweise konkreter geworden und hast Beispiele genannt, hattest auf Nachfragen dann aber auch wieder keine Antwort bzw. hast teilweise beinahe schon überheblich und auch faktisch unrichtig über den Grundschulunterricht gesprochen (es wird grob Falsches vermittelt, ihr kämpft mit der Rechtschreibung weil die Grundschüler jahrelang nach Gehör schreiben dürfen ...).
    Und dann wunderst du dich über Gegenwind.

    Ich glaube keiner bestreitet, dass "mit Sprache spielen" seine Berechtigung hat und dass die Funktion der Wörter im Satzzusammenhang natürlich betrachtet werden sollte, was wir übrigens auch schon in Klasse 2 tun. Allerdings müssen da einige Begriffe bereits sitzen, denn ohne Begriffe kann ich nicht sprechen.
    Und hier ging und geht es um die Einführung, und da bist du zwar konkret geworden, aber in etwa so, wie wenn ich einem Englischlehrer sage:
    Vokabeln, pfff. Spielt doch erst einmal mit den Wörtern, irgendwann wird sich die Bedeutung schon erschließen, ohne dass man nun lernen muss, was das Wort genau bedeutet.
    Sicher auch ein interessanter Ansatz, aber wenn mir dann 10 Englischlehrer sagen würden, dass man zu Beginn einen Grundstock von Vokabeln braucht, würde ich denen vielleicht einfach mal glauben...

    Hallo Kathie,

    ach so, jetzt muss auf einmal die Rechtschreibung in der Grundschule schon in der 1. Klasse hochgehalten werden - ich sage nur: "Schreiben nach Gehör!"

    Mit den Spätfolgen haben wir bzw. einige Kinder bei uns gerade ziemlich zu kämpfen.

    Ernsthaft: Ob das Kind nun Nomen zuverlässig zum Ende der 2. Klasse oder schon in der 1. Klasse (dafür aber i.d.R. auf physikalische Objekte und Namenwörter beschränkt) halbrichtig identifizieren kann, daran sollte doch die Sache am allerwenigsten scheitern. ;)

    der Buntflieger

    Also jetzt reichts aber langsam mal.

    Natürlich ist Rechtschreibung in der Grundschule wichtig, wir beginnen in Klasse 1 damit, dafür ein Bewusstsein anzubahnen, und die Wörter des Grundwortschatzes zu festigen.

    Und nun predige weiter, ich hab keine Lust mehr, auf diese versteckten Anschuldigungen und unrealisierbaren Tipps einzugehen.

    Also wenn ich danach ein Kind frage, was "essen" für ein Wort ist, dann
    -> müsste dieses Kind sich selbst einen Satz mit "essen" überlegen, bei dem das Wort an zweiter Stelle steht ("Essen wir heute Pizza?" und "Ich mag keinen Apfel essen." wären also ungeeignet)
    -> wenn das Kind dann hoffentlich den Satz "Ich esse heute Nudeln." überlegt hat und bemerkt, "essen" steht an zweiter Stelle, DANN weiß es, dass "essen" ein Verb ist.

    Aber was Verben genau sind, außer die zweiten Wörter in vielen Sätzen, das ist doch immer noch unklar!

    Es ist für Kinder doch viel hilfreicher und auch logischer, wenn man mit ihnen erarbeitet, dass Verben uns sagen, was jemand tut (dann ist es auch einleuchtend, dass man sie in verschiedene Zeiten setzen kann) Und dann kann man ja auch noch darauf hinaus, dass sie an zweiter Stelle stehen.


    Ich glaube mich überzeugst du nicht mehr. Bei Gelegenheit werde ich mir mal dieses Buch besorgen.

    Die Heterogenität in Klasse 1 ist bereits enorm und Grundschullehrer müssen damit klarkommen. Naiv zu glauben, dass die Heterogenität mit dem 5. Schuljahr beginnt und plötzlich nicht mehr händelbar wäre.

    Händelbar wäre es sicher, aber vielleicht ist es tatsächlich besser, ab einem gewissen Alter leistungshomogenere Gruppen zu haben.
    Ich finde das dreigliedrige System nicht schlecht. Auch (oder gerade) für die schwächeren Schüler, die dann endlich mal Erfolgserlebnisse haben, weil sie in einer Klasse unterrichtet werden, in der alle Kinder zumindest ähnlich stark sind. Ich habe schon von Fünftklässlern gehört, denen es auf der Mittelschule gerade deshalb gut gefallen hat, weil sie glänzen konnten. Weil da für sie auch mal eine Note 2 drin war. Weil es langsam voranging. Nach dem stressigen Jahr des Übertritts, wo am Ende viele besser abgeschnitten hatten als sie, war es gerade für diese Kinder schön, in einer Klasse zu sein, die ihrem Können mehr entsprach.

    Es muss nicht jeder aufs Gymnasium und ich finde, Firelilly hat ganz recht, wenn sie schreibt, eine solide abgeschlossene Ausbildung ist besser als ein schwaches Studium (womöglich noch ohne Abschluss).

    Dein Beispiel kenne ich so ähnlich aus 3/4, wenn Satzglieder behandelt werden. Und da macht es auch Sinn.


    Meine Frage ist, wie kapieren die Kinder, was das Verb ist? Benennst du das dann irgendwie? Also angenommen du machst einen Merkhefteintrag. Wie würde die Quintessenz lauten?
    Ein Verb ist "das Wort an zweiter Stelle", das ist ja nun keine wirkliche Erklärung.
    "Das Wort, das uns sagt, was jemand tut" ist angeblich auch nicht okay.

    Ich glaub immer noch, das verwirrt die Kinder eher als dass es nützt.

    Natürlich nicht, und in meinem ersten Beitrag über "Hinz und Kunz" hast du sicherlich den Smiley gesehen.

    Aber dennoch ist es in Bayern schwieriger, aufs Gymnasium zu kommen, weil nur der Notenschnitt und nicht der Elternwille zählt (ob das nun gut oder ungünstig ist, ist eine andere Frage), und die Aufgaben werden zentral gestellt, was meines Wissens nach auch nicht in allen Bundesländern der Fall ist.

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