Wieso sortieren die Grundschulen die Kinder dann nicht in Klassen, in denen die Voraussetzungen fürs Durcharbeiten des Lehrplans gegeben sind und in denen man die vorgesehenen Kompetenzen beim Übertritt mitgeben kann, und Klassen, in denen das eben nicht der Fall ist? Dazu dann passende verbindliche Übertrittsempfehlungen und wir hätten die Probleme möglicherweise gar nicht fortlaufend an allen Schulformen. Auch den Grundschulkollegen ist doch kaum zumutbar, alles tausendfach maximal zu differenzieren.
Weil du so früh die Schullaufbahn noch nicht festlegen kannst. Wie würdest du das denn Sortieren, nach welchen Maßstäben? Kinder, die zu Beginn der 2. Klasse Schwierigkeiten mit dem Zahlenraum bis 100 haben, kommen automatisch in eine Klasse, die den Besuch des Gymnasiums nicht mehr ermöglicht? Das geht natürlich nicht. Es macht auch keinen Sinn, denn die Kinder lernen nicht linear und manche brauchen einfach etwas mehr Zeit für gewisse Lerninhalte und holen dann schnell auf, vereinfacht ausgedrückt.
Grundschulklassen sind ein buntes Gemisch aus Kindern mit Förderbedarf, diagnostiziert und oft noch nicht diagnostiziert, Schülern, die die Mittelschule besuchen werden, Schülern, die die Realschule besuchen werden und Schülern, die das Gymnasium besuchen werden. Das Ziel ist es, jedes Kind beim Lernen zu gut zu unterstützen wie möglich, sodass jedes Kind sein Potential entfalten kann. Es ist nicht so, dass das einzige Ziel wäre, den Gymnasien perfekte Kinder zu "liefern". Grundschule ist Schule für alle. Wir differenzieren und fördern und fordern, und natürlich wird der Lehrplan erfüllt.
Wir haben ja in Bayern die verbindliche Übertrittsempfehlung und vielleicht haben wir dadurch von vornherein weniger Kinder an Gymnasien, die dem Ganzen gar nicht gewachsen sind, dazu fehlt mir der Vergleich zu anderen Bundesländern. Ich weiß aber, dass das Sortieren (ich hasse das Wort, benutze es jetzt aber dennoch mal) für die Viertklässler extremen Stress bedeutet und noch früher zu sortieren, da bin ich absolut dagegen. Ich wäre eher dafür, es erst nach der 6. Klasse zu tun.