Ich bin an einem ländlichen Gym im östlichen BW. Latein und Französisch galten immer schon als schwer, auch wenn m.E. gute Lateinnoten in den ersten Jahren vorwiegend durch Fleiß erzielt werden können und französische Grammatik viel regelhafter ist als englische, aber in den letzten Jahren ist in meiner Schule der Anteil derjenigen, die sich komplett dem Lernen der Grundlagen (Vokabeln, Formen) bzw. dem Merkenwollen auch des Sachwissens verweigern, auf über 80% gestiegen. Und das, obwohl in diesen Sprachen deutlich Abstriche an den Anforderungen gemacht wurden. Inzwischen sind wir in einigen Jahrgängen soweit, dass ich den Unterricht für sinnlos halte. Dass römische Spuren in der Umgebung sind und Kontakt nach Frankreich tatsächlich leicht möglich ist, spielt null Rolle für die Kinder.
Sogar in Englisch geht die Schere zwischen denen, die es privat sowieso nutzen (zocken, Serien…) und den anderen, die ebenfalls einfach gar nicht mehr Vokabeln und Basics lernen, Englisch als Schulfach erleben und nicht als Teil der Welt, weiter auf. Auch die Zahlen in Spanisch als 3. FS gehen runter.
Zusatz: Es macht mich zunehmend traurig; ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten dagegen anzuarbeiten ebenso wie meine Kolleginnen, aber es scheint immer vergeblicher.
Zusatz 2: Der Trend verschärfte sich schon vor ChatGPT etc.