Beiträge von chilipaprika

    Ich glaube aber nicht, dass es an der Sprache liegt, sondern an Vorurteilen: Spanisch scheint einen Coolness-Faktor zu haben, wo auch immer der her kommt. Sind Spanier coole Leute ? Ich glaube kaum, dass jemand Spanisch wählt, weil es in Südamerika von vielen gesprochen wird.

    Ach, in 20 Jahren haben wir ganz viele Erwachsene, die über ihre doofe Spanischlehrerin schimpfen werden, und darüber, dass sie nichts mehr können außer "una cerveza per favor".
    Es ist halt ein Pflichtangebot, das man wahrnehmen muss und nur funktioniert, wenn man kontinuierlich lernt. Und selbst wenn man irgendwann Interesse entwickelt, kann man es kaum "nachholen".

    Mein Problem mit Französisch lag darin begründet, dass es in der 7.Klasse startete [...] pubertätsbedingt

    und hier haben wir das Hauptproblem Nummer 1.
    Da wo man in Geschichte, Biologie oder gar Deutsch in der Sek 1 verschlafen kann: in Französisch geht es nicht. In einer Fremdsprache geht es nicht, aber in Englisch holt es sich viel einfacher auf, weil die Basis(!)grammatik WESENTLICH einfacher ist und die Umgebung schon englischgeprägt ist.
    Latein hat den Vorteil, dass man es "nur" passiv können muss (um zu bestehen, zumindest) und alle mit schludrigem, ungenauen Lernen also einfacher durchkommen.
    (Ich bin eine schludrige Lernerin, wenn ich kein Interesse habe und kann also passabel Italienisch oder Spanisch lesen, leider fand die Italienischlehrerin meinen Trick, ein -o oder -a am Ende von französischen Wörtern zu packen, nicht sooo berauschend und so ist mein aktives Sprechen echt eine Sache... (und ich finde dieses Gesinge beim Sprechen zum Kotzen..). Genauso wenig lustig finde ich es auch heute, wenn die Kids le/la würfeln, die Verbkonjugation nicht lernen, usw..)

    Das halte ich für logisch und gut.
    Es wäre doch ein bisschen blöd, wenn Abschlüsse in jeder Form von jedem gemacht werden können.
    Ich würde keinen Abschluss in Pyrotechnik schaffen, ich bin sicher, dass ich mit meinem bisherigen Lebensweg an jedem einzelnen naturwissenschaftlichen und mathematischen sowie ingenieurhaltigen Studiengang scheitere, und das obwohl ich den Abschluss davor - Abitur - habe.

    Ich habe tatsächlich Antimons Frage nicht wirklich verstanden und weiß nicht, worauf sie hinaus wollte.

    Und natürlich reicht es nicht, Interviews zu führen, da gehört noch eine Menge Arbeit davor / danach und in der Theorieentwicklung.

    Erstmal: Herzlichen Glückwunsch zum Therapieplatz und der erhaltenen Hilfe. Es ist gut, dass du dich um dich und deine Gesundheit kümmerst!
    Dann: du solltest GENAU DAS mit deinem Therapeuten / deiner Therapeutin diskutieren (und zum Beispiel über einen Klinikaufenthalt sprechen, der dir Abstand ermöglichen würde, aber auch neue Strategien gibt, falls die ambulante Therapie nicht ausreicht).
    Zu aller erst kann dich natürlich dein Arzt krank schreiben / medikamentös helfen. Falls dein Therapeut kein Arzt ist, sollten beide im Kontakt sein, um die richtigen Therapieangebote für dich auszuloten.

    Ja, das ist Kindergarten und absolut verständlich, dass dich das nervt. Aber gell... Ich weiss überhaupt nicht, wie gross der Unterschied zwischen mit/ohne Dr. im Phil I Bereich ist. Phil II kommt da schon noch einiges dazu.

    was für einen Unterschied? 4-5 Jahre Bibliothek- und Archivwälzen, alternative Interviews führen, und dann anschließendem Schreiben? ;) (natürlich vereinfacht gesagt)

    Das ist auch so eine dämliche Unart hier in Deutschland. Wenn jemand auf eine Anrede mit Doktor besteht, kann ich nicht anders als die Person zu belehren, dass es nur ein akademischer Grad ist und kein Titel und er sich den sonst wohin schmieren kann...

    Wobei meine Erfahrung ist, dass oft auch Andere darauf bestehen.
    Meine allererste Erfahrung der Art war im Studium, ich suchte einen Dozenten eines sehr kleinen Faches, sein Büro wäre also in der Bibliothek gewesen.
    "Guten Morgen, ich möchte gerne mit Herrn Goldt sprechen", werde ich wohl in meinem charmantesten französisch geprägten Deutsch gesagt haben, so ca. 2 Wochen nach meiner Ankunft in Deutschland, total eingeschüchtert und unsicher.
    "Ich weiß nicht, ob Herr Goldt da, aber ich könnte schauen, ob Herr DOKTOR Goldt zu sprechen ist", antwortete eine leicht in die Jahre gekommene Sekretärin/Bibliothekarin/Hilfsfrau des Faches.

    Über die nächsten Jahre nutzte ich zwar ihr gegenüber (und ihm gegenüber) immer ehrfurchtvoll den Titel, ihm schien es egal zu sein, zumal er lieber in der Studiensprache sprechen wollte, die ich gar nicht beherrschte :-D, aber SIE wiederum hatte neue Regeln der Satzprosodie entwickelt, wo der Doktortitel (Grad) ständig betont wurde.

    Essen8877 kein Trost, aber wenn die Schule DIESE Fortbildung aus welchen Gründen auch immer blockiert: die Berufsverbände bieten auch oft SLQ-Module an, dies auch kompakt in der unterrichtsfreien Zeit.
    Ich konnte auf Anhieb nichts finden, aber wahrscheinlich, weil der jeweils neue Kalender fehlt, ich kenne es sowohl in "Wochenform" / mehrere Wochenenden von der GEW als auch mehrere Blöcke beim PhV.
    Der VBE hat es auch modular, aber an Schultagen: M1 Schulleitungsqualifizierung Schwerpunkt P und SI - VBE (vbe-nrw.de) (allerdings ist es manchmal auch das Problem, beim dapf einen Platz zu bekommen, so dass es gut ist zu wissen, wo es Alternativen gibt).

    Ich kann logischerweise nur für Chemie schreiben: Ich habe während des Doktorats unter anderem alle Fördermittelanträge selbst geschrieben. Dass man an Fachinhalten wenig bis gar nichts mehr dazu lernt ist sicher richtig, aber es geht nicht primär ums "aushalten können" sondern ums Projektmanagement. Wir hatten immer auch Diplomandinnen und Diplomanden, später dann Bachelor-Studierende, die betreut werden wollten und da bleibt ein guter Teil an den Doktorierenden hängen.

    Das stimmt, das hatte ich vergessen. und das halte ich auch für wichtig.
    Diese Fähigkeiten kann man aber auch woanders lernen (durch eine bestimmte Arbeitsstelle) und TROTZDEM wird man bei vielen Positionen nicht gleichgestellt behandelt. (meine bisherige Arbeitsstätte hat gerade drei Leitungspositionen ausgeschrieben, jeweils mit Promotion als Voraussetzung. Abgesehen davon, dass ich organisationsmäßig meiner promovierten Kollegin sehr oft den A.. gerettet habe, durfte sich jetzt die stellvertretende Leiterin der Abteilung, die wiederum ihrer bisherigen promovierten Chefin den A... mehr als ein Mal gerettet hat, die ganze inhaltliche und Koordinationsarbeit (nachweislich) gemacht hat, nicht bewerben. Formal.
    Und dann gab es sogar nicht genug Bewerbungen. haha..

    Ja, ja, das weiss ich, dass das in Deutschland super wichtig ist. Hier nicht. Bei den Chemiker*innen kannst eh davon ausgehen, dass bei > 90 % der Dr. vor dem Namen steht, dann kannst's auch gleich wieder weglassen ^^

    Mich hat es gewurmt, dass es MIR gegenüber regelmäßig betont wurde, um genau diesen Abstand zu zeigen (ich war nicht würdig, bestimmte Themen zu besprechen, weil ich keinen Dr-Titel habe), aber ich bin ganz ehrlich: sollte es irgendwann mit einer Promotion bei mir klappen, werde ich nicht den Titel in einer Schublade verstecken. (Ich würde nicht jedem Menschen / Schüler / Studi sagen "Frau DOKTOR Paprika, bitte", aber es wäre durchaus okay, wenn es in meiner Signatur steht ;) (nicht auf dem Klingelschild!)

    (Aber da ist es leider wahrscheinlicher, dass ich einen kleinen Einhorn adoptiere oder so)

    Mit "nur" einem Bachelor stellt dich bei der Roche keiner auf eine Gruppenleiterstelle ein. Übrigens auch nicht mit "nur" einem Master in Chemie oder Biologie, es muss ein abgeschlossenes Doktorat sein. Weil sowohl das Masterstudium als auch das Doktorat weiterführende Ausbildungsgänge sind während denen man nicht in der Nase bohrt sondern tatsächlich zusätzliche Qualifikationen erwirbt.

    Auch wenn es stimmt, würde ich einwerfen, dass die Weiterqualifikation des Doktorats in sehr vielen Fällen diejenige ist, das "auszuhalten" und geforscht zu haben, mehr als die konkrete inhaltliche Kompetenz.
    Und nach vier Jahren in einer Hochschule / Behörde, in der - wie sicher in den meisten Behörden - die Leitungspositionen grundsätzlich nur an promovierte Personen vergeben werden und in einer Abteilung mit weiteren (also zusätzlich zur Abteilungsleitung) promovierten Menschen, kann ich sagen: OH DOCH, es wird auch auf Leute ohne Promotion herabgeschaut.
    Es gab sehr viele Tätigkeiten / Momente, in denen ich ungebildete Unpromovierte nicht mit bestimmten (promovierten) Menschen reden durfte, sondern es entweder über meinen Chef (okay) oder meine (promovierte) Kollegin gehen musste, obwohl diese GAR NICHTS mit dem Bereich zu tun hatte.

    und es war immer wichtig, dass auf jeder PPT "Dr. Rote Bete, Dr. Frisch Käse und Chili Paprika" stand.

    WOW!!!

    Dass man sich als Sachbearbeiter*in nicht schämt, einen solchen Bescheid zu schicken....

    (Ist es eigentlich eine freiwillige Aufgabe, wird man angefragt oder wird man "zwangsbestimmt"? (habe ich mir schon vor deinem zweiten Beitrag gefragt, pure Neugier)

    Seid ihr euch da so sicher? Dem Amtsarzt hat man ja wahrheitsgemäß angegeben, dass man keine Krankheiten hat. Oder zählen da nur ärztlich festgestellte Diagnosen?

    Wenn man jetzt dem Arzt sagt "Ich bin übrigens seit 10 Jahren depressiv, aber aufgrund des Beamtenstatus war ich bisher nur bei Charlatans", okay.
    Aber wenn ich nach 10 Jahren des Umirrens von Bauchschmerzen plötzlich eine blöde Krankheit diagnostiziert bekomme, kann ich doch mit gutem Gewissen sagen: die Diagnose ist neu.

    Dass man in den drei Jahren zwischen Verbeamtung auf Probe und Verbeamtung auf Lebenszeit ein Unwohlsein entwickelt, in unserem aktuellen Arbeitsverhältnis und in einer (Post-)Pandemie-Phase... ich weiß nicht, ob es so selten ist...

    Und was ist mit der PKV? Diese wird sich möglicherweise auch dafür interessieren, wenn jemand bei Vertragsabschluss kerngesund war und nach Lebenszeitverbeamtung plötzlich seit Jahren Symptome hat.

    Da gilt dasselbe. Sie würden im Höchstfall nachfragen, ob man wirklich noch nie eine Diagnose hatte, sich eine was-auch-immer-Entbindung geben lassen...

    Abgesehen davon: die meisten von uns werden die Rechnungen bei der PKV vermutlich ganz oft nicht einreichen, weil es sich finanziell nicht lohnt (vielleicht anekdotisch, aber so um mich herum, abseits von Entbindungen oder Kindern... und bei den Leuten mit hohem Beihilfe-Anteil, deren Beiträge "niedrig" sind.)

    So oder so, wenn

    demnächst endlich meine Urkunde zur Verbeamtung auf Lebenszeit erhalten.

    dann ist es vermutlich November oder Februar.
    Ich befürchte, bis zur Urkunde ist höchstens ein Kennenlerntermin gewesen.
    WENN es der Person richtig richtig schlecht geht, dann kommen einige AKutversorgungstermine dazu. Wenn es nicht super akut ist, heißt es "wir sehen uns in 18-24 Monaten".

    1) Frage "Psychotherapie wann?", Antwort: wenn es einem schlecht geht und es also einem gut tut. (Spoiler: und wenn man einen Platz bekommt, also in der Regel nach einer sehr langen Wartezeit...)

    2) Ruf schon JETZT bei allen möglichen in Frage kommenden Stellen, du würdest wirklich in einem Versorgungsparadies leben, wenn du innerhalb von ein paar Wochen einen Therapieplatz bekämst (nicht zu verwechseln mit einem Termin zur Akutversorgung oder probatorische Sitzungen, sie gehören erstmal nicht zu den genehmigungspflichtigen Leistungen und führen auch nicht sofort zu einer Diagnose)

    Ich kenne mich mit den US-Wahlen da leider zu wenig aus, bzw. lese viel zu wenige US-amerikanische Medien, ich befürchte aber: wir finden es noch lustig, es wird durch unsere Perspektive (außen, kein Risiko, aber auch durch europäische Medien aufbereitet) gefiltert, die US-Amerikaner*innen, die eh vor haben, ihn zu wählen, merken es nicht mal (und die Anderen denken übers Auswandern nach, wie einige von uns es im Hinblick auf die AfD tun)

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