Beiträge von chilipaprika

    Es ist ja wohl eine Ständevertretung. Wenn du dem Stand nicht angehörst, stimmst du nicht mit. Wenn man am Montag nach der Bundestagswahl den achtzehnten Geburtstag feiert, wählt man nicht mit, obwohl dieser Bundestag die nächsten Jahre über einen bestimmen wird.

    Interessantes Beispiel.

    1) So lange ich keine 18 bin, habe ich einige Rechte nicht, dafür aber auch einige Pflichten nicht.
    Die ich als nicht stimmberechtigtes Mitglied doch habe. Zum Beispiel Zweitkorrektur Abitur. Mündliche Prüfung oder Protokoll. Ebenfalls Teilnahme an den Fachkonferenzen, usw..

    2) Wenn ich das deutsche Bundesgebiet für zwei drei Jahre verlasse, habe ich trotzdem weiterhin mein Wahlrecht (25 Jahre...)

    Fällt das denn so sehr ins Gewicht? Wenn ich mal ein Jahr lang kein Englisch unterrichten würde - was ziemlich sicher nicht vorkommen wird -, wäre ich ja auch nur noch "beratendes Mitglied" in unserem Fremdsprachenteam. Aber allzu oft (wir haben eh nur noch zwei Teamsitzungen pro Schuljahr) müssen dort doch gar keine Beschlüsse gefasst werden, über die abgestimmt werden muss?!

    1) "Aus Prinzip" finde ich es demokratietheoretisch ziemlich crazy, dass ich dieses Jahr nicht darüber abstimme, was mich noch mehrere Jahre begleiten wird.

    2) Da in NDS auch die Lehrwerke deutlich häufiger gewechselt werden als in NRW und ich in NRW daran schon einige Fachschaftsdiskussionen hatte, fiel es mir wirklich schwer, das im Kopf zu haben und zu wissen, im Zweifel kann ich nicht mal mitbestimmen.
    Da ich mehr als genug Fächern habe, entscheidet im Zweifel der Klassenlehrer, der in seiner Klasse fachfremd das Fach unterrichtet (keine Wertung!) etwas, was ich nächstes Jahr mache. Also: Anzahl an Tests, alternative Leistungsbewertung, Klausurlänge, Kerncurriculum, usw..

    und JA: im Prinzip ist man sich oft einige, ABER: es gibt nunmal Abstimmungswege, WEIL es auch streitige Punkte geben kann.
    und WENN ich abstimmen lasse, dann finde ich es schon doof, dass einige ausgeschlossen sind (ich habe noch nie alle meine Fächer im selben Jahr unterrichtet, z.B.)

    Hm, das scheint dann an den nds. BBSn tatsächlich anders organisiert zu sein. Wir haben auch ein Fachteam/Fachgruppe "Fremdsprachen", in dem sowohl unsere Englischlehrkräfte als auch unsere beiden Spanischlehrerinnen Mitglied sind. Mir ist es völlig schnuppe, ob nun diese beiden mit darüber entscheiden, wie lang bspw. unsere Englischklausuren in der Klasse 11 dauern.

    Und ja: diese beiden Teams dürfen als Entscheidungsgremium so existieren und das tun sie auch an vielen anderen BBSn in NDS.

    EDIT: Wenn wir ein Extra-Fachteam für "Werte & Normen" hätten, würde dieses übrigens aus genau einer Lehrkraft bestehen ;) .

    ich habe nachgeguckt, es ist tatsächlich sowohl ein Unterschied zwischen NRW und NDS als auch zwischen allgemein bildenden und berufsbildenden. (§35 NSchG "für Fächer oder Gruppen von Fächern", §70 NRW-SchG "Mitglieder der Fachkonferenz sind die Lehrerinnen und Lehrer, die die Lehrbefähigung für das entsprechende Fach besitzen oder darin unterrichten")
    Aber da sind eh noch mehr Unterschiede (und der für mich schwerwiegendere, wenn auch in einer funktionierenden Fachschaft natürlich selten relevante...: das Stimmrecht. Und vielleicht haben wir eine andere Haltung zu "wer darf über meinen Arbeitsbereich mit-abstimmen?"
    Und da Sprachen unterschiedliche Voraussetzungen und damit Hürden bringen, finde ich es gut, dass meine kleine Fachschaft eine andere Entscheidung treffen konnte als die zahlenmäßig viel größere Englischfachschaft.

    Die gibt es auch an meiner Schule als Zusammensetzung, aber als Entscheidungsgremium muss sie nicht existieren (oder gar darf nicht?), Es können ja nicht die Lehrkräfte einer Konfession / Religion über alle Inhalte aller Fächer entscheiden. Das heißt, das Zusammentreffen und gemeinsame Arbeiten hat auch Grenzen.
    (Ähnlich: ein Zusammentreffen aller Fremdsprachen. Trotzdem möchte ich nicht, dass die "Spanier" darüber entscheiden, wie lang meine Klausur in Französisch sein darf (Ja, wir haben in NRW in der Oberstufe ein Korridor, und es ist / war bei uns eine Fachschaftsentscheidung)).

    Religionsunterricht ist das einzige grundgesetzlich verankerte und garantierte Schulfach.
    Also: das Fach wird wohl zu unseren/deinen Lebzeiten nicht abgeschafft.
    Dann ist natürlich auch: welche Religion/Konfession?
    Klar ist natürlich, dass wir nicht mehr in einem Deutschland leben, in welchem 90%+ am christlichen Religionsunterricht teilnehmen. Christliche Konfessionen haben also nicht mehr die selben Einstellungschancen wie vor 20-30 Jahren. Allerdings darf es das Fach nicht fachfremd unterrichtet werden, was Schulen auch zwingt, auch für wenig Stunden Lehrkräfte parat zu haben.
    Ich gehe davon aus (hoffe!!), dass in 20 Jahren die "Groß-Relifachschaft" (ich weiß, dass sie nicht existiert!) an jeder Schule ca. zu gleichen Anteilen evangelisch/katholisch/islamisch bestehen wird. Und parallel/dazu Praktische Philosophie (oder anderer Name je nach Bundesland)


    Aber: erstmal muss man auch das Studium schaffen, ist glaube ich nicht ohne, da sollte die Motivation eine andere sein, als "eine gute Stelle" (gilt aber für alle Fächer)

    Hallo Yvonne

    Hast du schon eine Klasse gefunden?
    Ich möchte in ein paar Monaten auch mit dem Thema Briefe starten und unterrichte eine 4. Klasse in der Schweiz. Das Porto kostet in die Schweiz nicht viel mehr (1,10€), dauert allerdings ein paar Tage länger. Tatsächlich ist es für die Kinder sogar spanned, weil die ländertypischen Unterschieden ein gutes Gesprächsthema sind. Ich unterrichte allerdings 23 Kinder, deshalb müsste man sich überlegen, wie man das ausgleicht.

    Liebe Grüsse aus Zürich
    Dominik

    Da die Schweiz eine andere Klassenrechnung hat und das "nicht ganz" zu deinen Profilangaben passt: Du hat eine 4. Klasse mit 10jährigen oder eine 4. Klasse einer "Oberstufe"?

    Wie interpretiert ihr folgende Antwortmöglichkeiten?

    - Implementierung flexibler Unterrichtspläne und Arbeitsvereinbarungen

    - Einsatz von Beurteilungen zur Berücksichtigung des Bedarfs von Lehrkräften an beruflicher Weiterentwicklung und Unterstützung

    - Bereitstellung weiterer Lernmobilitätsmöglichkeiten

    Ist es vielleicht auf Französisch verständlicher chilipaprika ?

    Also: ich hatte keine Probleme zu antworten, auch wenn ich die Antwortsmöglichkeiten und meine Kreuze nicht mehr weiß, die gehörten aber glaube ich nicht dazu)
    Nur: Erlaube mir die Anmerkung, dass ich die Frage mit dem Französisch seltsam finde.
    Ich weiß tatsächlich nicht mal mehr, ob ich auf Deutsch oder Englisch geantwortet habe (das habe ich gestern erhalten und erst heute daran gedachte, es im Forum zu posten und dann gesehen, dass die Sprache veränderbar ist, was ich aber gestern nicht gemacht habe).

    Implementierung flexibler Unterrichtspläne und Arbeitsvereinbarungen:
    -> die ewige Familienfreundlichkeit und Teilzeitdebatte in Deutschland?
    -> Viele Länder haben eine Art Präsenzpflicht in der Schule, vielleicht ist es für die Lehrkräfte dort - auch wenn sie es nicht anders kennen - ein Argument.?

    Einsatz von Beurteilungen zur Berücksichtigung ...
    -> Fort- und Weiterbildungsplanung?

    -> QUalifikationsmöglichkeiten für Laufbahnwechsel?

    Bereitstellung weiterer Lernmobilitätsmöglichkeiten
    -> Wechsel in andere Abteilungen, Blick in anderen Ländern (Erasmus-Mobilität?)?
    -> Laufbahnwechsel?
    -> Versetzungen?

    Ich glaube, das, was bei dir nicht durchdringt, ist bei mir der umgekehrte Fall: ich kann einfach NICHT vorstellen, dass es so viele Menschen gibt, die so verbohrt und engstirnig sind, dass sie nur entweder oder kennen.

    Warum

    Verstehe das jetzt so, dass es halt Menschen gibt, die Orga mehr als Unterrichten lieben.

    ... Hat das jemand irgendwo geschrieben?
    Ist es nicht vorstellbar, dass man mehrere Sachen mag und auch kann?

    und für mich echt eine Lehrerkrankheit, alle Menschen mit Stempel zu versehen, die nicht ihre alleinige Erfüllung im Klassenraum finden und/oder Interesse an was Anderem haben. So nach dem Motto: Wer was Anderes machen will, macht es NUR, um aus dem Klassenraum zu fliehen, ist also eine schlechte Lehrkraft.

    Menschen sind verschieden und es ist gut so.
    Es gibt Menschen, die Erzieher*in in der Kita werden, was mein absoluter Stress-Everest wäre. Eine befreundete Erzieherin könnte sich nie im Leben vorstellen, in der Schule zu sein..
    Es gibt Feuerwehrleute, Polizeibeamte, Altenpfleger*innen, usw.. Da bin ich ziemlich sicher, dass viele ihre Erfüllung dabei finden, andere es sich gar nicht vorstellen können.


    Ich kann mir aus verschiedenen Gründen eine Schul-/Abteilungsleitungsposition nicht vorstellen, finde aber einen Großteil der Aufgaben echt spannend und attraktiv, da hätte ich wirklich sehr viel Spass.

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