1) Ich habe heute ein Kärtchen abgegeben, mein Name wurde genannt, ich habe gewählt.
Ich wurde (von keinem der Wahlhelfer, keine*r kannte mich) nach einem Ausweis gefragt, nach irgendetwas...
Aus meiner "französischen" Wahlpraxis aber auch "theoretischen" Überlegungen (Ist es WIRKLICH die Person? Hat sie einen Zettel abgefangen?) total surreal.
2) vgl. oben.
Das Prozedere ist in Frankreich viel "zeremonieller", aber auch ritualisierter, transparenter und durchaus "sicherer".
Ich mag den "offizielleren" Ablauf mehr, wo man wirklich ein kleines Parcours abläuft (Stimmzettel, "Umkleidekabine" zum Wählen (die Stimmzettellösung ist aber in Deutschland viiiiiel besser gelöst (ökologisch, ökonomisch), in Frankreich kreuzt man nichts an, sondern jede Partei hat einen Zettel und man packt einen einzelnen Zettel in den Umschlag), dann wird im Wahlregister überprüft, dass man drin ist (4 Augen-Prinzip!), der Name wird laut gesagt, man geht zum nächsten, UNTERSCHREIBT das Wahlregister nach Vorzeige des Persos (zumindest, wenn ich nicht in meinem Dorf gewählt habe), geht zum nächsten, wirft ostentativ den Umschlag ein, der Mensch an der Urne "öffnet" die Falte, der Umschlag fällt ein (man sieht es, denn die Urne ist TANSPARENT!), der Mensch sagt laut und deutlich "a voté" (hat gewählt) und voilà, fertig...
Briefwahl ist in Frankreich nicht möglich, wurde aus gutem Grund abgeschafft, es gibt aber die Möglichkeit der Vollmacht. Diese wird aber nicht aus der Entfernung mit einer (Fake-?)Unterschrift oder einem Klick online beantragt. Ist umständlicher, keine Frage.
Umständlicher ist auch eindeutig die Wahl aus dem Ausland, wenn man keine Vollmacht erstellen will (oder es zu spät ist).