Beiträge von chilipaprika

    Du hast den Master ErWi nicht mitberechnet. 😉 Ich habe das komplette Lehramtstudium mit einem "nur" Bachelor verglichen und selbst da ist schon ein deutlicher Unterschied vorhanden, wie du selbst festgestellt hast.

    nein, DU hast es nicht herangezogen.
    Und das ist das, was ich geschrieben habe: man soll vergleichen, was vergleichbar ist.
    Und natürlich ist ein 8-semestriges Studium nicht mit einem 6- oder 10-semestrigen Studium.
    Allerdings würde ich behaupten: 6 und 8 sind in dem Fall näher beieinander, weil erster berufsqualifizierender Abschluss (naja, nicht im Lehramt, aber..)

    Man kann es NICHT vergleichen.
    Deswegen ist es so arbiträr, wie mit Seiten-/Quereinsteiger*innen umgegangen wird.

    nee nee.. die kennst du nicht, weil sie einfach gar nicht zu dir rüberkommen.

    Wie wird ein hochbegabtes Kind zum Underachiever? • MenschensBILDUNG


    Underachievement hat sehr unterschiedliche Formen und es gibt diejenigen, die einfach ohne Anstrengung und mit vielen Aktivitäten ihre 2-3er schreiben (deutsche Noten), aber es auch diejenigen (die man in der Regel eher meint), die tatsächlich sogar eher in den mangelhaften Bereich rutschen. Es ist eine negative Spirale, hat viel mit der Lernumgebung zu tun, mit dem Verhalten, mit der Langeweile, usw..
    Je nach Studie bis ca. ein Drittel der Hochbegabten sind betroffen, oft kommt dann die Diagnose bei denen als Erleichterung, weil tatsächlich als Erkenntnis, warum es sich im Gehirn so anfühlt. Da sind solche Kids aber schon auf der Haupt- oder Realschule, wenn nicht Förderschule mit sozial-emotionalem Schwerpunkt abgeschult (wo man eigentlich weiß, dass SES nichts mit kognitiven Fähigkeiten hat, aber.. unser Schulsystem halt)

    Ich glaube, du versteifst dich auf die 1,0, es ging aber hier im Gespräch um das Bestehen.
    Und ich glaube, viele Studien zeigen, dass mehr Schüler*innen einen höheren Abschluss erhielten, wenn das Lernumfeld anders wäre. Wenn sie bessere Lernbedingungen hätten, wenn man sie besser begleiten würde, usw..
    Und dass nicht Alle das Abitur haben können, ist trotzdem logisch. Verteilung von Fähigkeiten in der Gesellschaft.

    Ja, es gibt auch Menschen mit Migrationshintergrund, die die AfD wählen.
    Es gibt auch Homosexuellen, die die AfD wählen oder früher die CDU gewählt haben.
    Es gibt auch Frauen, die schon abgetrieben haben, die auch für Abtreibung sind.

    Aber ich glaube, wir verstehen uns: die Rechte vieler Minderheiten wurden und werden in republikanisch geführten Staaten mehr beschnitten und Trump ist da eindeutig keine Hilfe.

    aber du zitierst mich doch (Beitrag 78) wortwörtlich mit dem Satz "gesellschaftliche Akzeptanz". Dass ich kryptisch bin, okay, wäre nicht das erste Mal, dass ich es höre, aber trotzdem stand es schon wortwörtlich da.

    Schöne Gartensonne! Sollte ich auch eher machen, statt zu viel Zeit am Rechner zu verbringen, die ich eh nicht mal sinnvoll fülle (sorry, Forum, du bist gerade nur Ablenkung :( )

    Lesekompetenz ist schwer.
    Natürlich akzeptiere ich, dass es Leute gibt, die "schlecht" sind.
    Ich akzeptiere die "gesellschaftliche Akzeptanz" davon à la "Juhu, in Mathe die 5 kassieren ist cool, dein Vater war auch schlecht, ist okay, wenn du keine 4 bekommst" NICHT.
    Ich kann es nicht akzeptieren, wie viele Eltern mir im Elterngespräch sagen, dass sie auch schlecht in Französisch waren, weil Frau Dumont eine Vogelscheuche war und Lisa-Marie jetzt im ersten Lernjahr nunmal nach ihnen kommt.

    Beschäftige dich mal ein bisschen mit Gauß-Kurven. Es ist okay, oben auf der Kurve oder im linken Teil zu sein, aber es gibt auch Leute rechts.

    okay, den Beitrag hatte ich auf Entwurf gelassen, weil ich aus der Diskussion aussteigen wollte, aber wenn ich wieder angesprochen werde (bzw. über mich gesprochen wird), passe ich ihn an:

    Und warum du es nicht akzeptieren magst, dass es völlig ok ist, wenn Menschen in bestimmten Bereichen "schlecht" sind, will mir absolut nicht in den Kopf.

    ... schließt du bitte woraus?


    Zwischen "eine Niete sein" (für mich also: keine ausreichende Leistungen erbringen) und überall eine 1 haben, gibt es Welten.
    Und MEINE Erfahrung in MEINEN Fächern / MEINER Laufbahn ist: Um eine 5 im Schulbereich (!) einzuholen, dann fehlt es - jenseits von anerkannten Störungen wie Dyskalkulie, Dyslexie, usw.. - nicht nur an Kognition, sondern *auch* an Motivation.
    Dass es nach 4 Jahren Motivationstief / Pubertät nicht mehr möglich ist, aus dem Französischtal rauszukommen, ist mir klar. Da will ich auch von den meisten Kids nur noch, dass sie zumindest die Vokabeln auswendig lernen, damit DAS klappt.


    *****
    Ergänzung nach der neuen Antwort

    und ich habe sehr viele SuS, die wirklich die komplette Schulzeit keine 4 haben (da wir allerdings bekanntlich keine Arbeiten schreiben, beziehe ich mich gedanklich auch auf meine NDS-Zeit).
    Da muss man keinen IQ über 130 haben, um die Schulzeit komplett ohne mangehafte Leistungen zu erbringen. (und auch ohne eine 4 zu haben, aber für MICH ging es um unter den 50%).
    Aber eyh, ich hatte meine Zeugnis-5 in Sport in der 10, ist es jetzt ein besseres Bild von mir?

    Aber vielleicht haben wir hier ja so einige "Alleskönner*innen" unter uns, wer weiß? Ich gehöre definitiv nicht dazu.

    Ist es "Alleskönner sein", wenn wir vom Stoff auf Abiturniveau spricht? Dann bin ich wohl ein Genie (leider ohne 1,0 :-D). Denn: ja, das, was ich "nicht konnte", war definitiv, weil ich sowas von keiner Lust darauf hatte (Bio, Italienisch und Sport). Und auch da hielt es sich in Grenzen, weil ich sonst Stress bekommen hätte. Aber da hätte ich mich mehr anstrengen können, wenn man mir nicht klar das Gefühl gegeben hätte "ist okay, sie ist eine "Intellektuelle", sie braucht nicht sportlich zu sein". "Ach, Bio ist nicht ihr Ding, ist okay", "Ach, Italienisch musst du nicht können, du hast schon drei andere Sprachen.." Damit will ICH aber nicht sagen, dass diejenigen, die etwas nicht können, lügen oder eine Lernbehinderung hätten oder was auch immer unterstellt wird. Ich erwarte nicht, dass alle Menschen alles gleich können und viele haben einige Grenzen. Aber die allgemeine Hochschulreife heißt auch so, weil sie auf einem bestimmten Niveau alles abbildet, was machbar sein sollte. Es gibt Menschen mit Dyskalkulie, trotzdem sind die meisten mit Problemen in Mathe nicht davon betroffen, sondern irgendwann war "klar": Ach, Mathe, lohnt sich nicht, es ist okay (gesellschaftlich okay), das nicht zu können." Ich habe kein Mathe, sondern Französisch und sehe es: die MEISTEN scheitern nicht am Fach selbst, sondern an ihrer Haltung oder Disziplin (und der Pubertät). Gut sein, heißt nicht, dass es einem zufliegt, sondern dass man die Grundlagen weiterpflegt.

    Zitat
    […]

    Ein Mathe-Studium würde ich vermutlich nicht schaffen, weder von der Ausdauer noch von den Fähigkeiten, aber ich kann ziemlich alles, was ich noch in Mathe im Unterricht hatte, weiterhin lösen. Genauso, wie ich ziemlich alles, was ich in Geschichte oder Französisch gemacht habe, noch kann. Gute Grundlagen.

    Was ich aber schon - ich drücke es mal vorsichtig aus: reichlich überzogen finde, ist, wenn hier jemand behauptet, dass er/sie wirklich in allen Bereichen gut sei und dass es überhaupt nichts gebe, was er/sie nicht kann, und es nur an "mangelnder Lust" scheitere, wenn er sie keine Höchstleistungen in allen Bereichen erbringe.


    Ging es um Höchstleistungen?
    Ich finde es jetzt extrem dargestellt, aber vielleicht fallen mir einige Beiträge weniger auf (triggern mich weniger).
    Ich maße mich nicht an, die selben Noten wie zu Schulzeiten in Themen zu schreiben, die ich seit 25 Jahren nicht mehr hatte, aber ich glaube, ich kann behaupten, dass ich noch ziemlich alles bestehen würde (außer Bio, dafür würde ich endlich von der 5 in Leichtathletik wegkommen! juhu)

    und vielleicht / sicher (höchstwahrscheinlich gebe ich zu) fühle ich mich umgekehrt getriggert, weil ich einerseits die gesellschaftliche Akzeptanz von "schlecht sein in bestimmten Fächern" nicht akzeptieren will und gleichzeitig auch doof finde, wenn Leistung(sfähigkeit) negativ angefeindet wird. "Inklusion" ist für mich in allen Richtungen.

    Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester (8*30 CP = 240 CP), nicht 10 und Bachelor/Master gibt es auch nicht. In Hessen wird Lehramt noch auf Staatsexamen studiert (außer für berufliche Schulen).

    Ach Danke, das hatte ich nicht mehr bedacht und da ich nicht nachgeguckt habe, nicht auf dem Schirm.
    (Ist es für Gym-Lehramt auch so?!)

    Ich muss zugeben, ich konnte immer (und kann weiterhin) behaupten, dasselbe studiert zu haben, wie die Fachwissenschaftler*innen, es ist in meinen Fächern und in meinem Studiengang nachweislich der Fall. Und ich weiß, dass ich ein sehr breites und vertieftes Wissen (in meinen Fächern) erlangt habe. Allerdings musste ich in den letzten Jahren feststellen, dass ich ein bisschen in meiner Bubble gelebt habe und auch einige Erinnerungen ausgeblendet habe.
    Ich habe zu einer Zeit studiert, wo die Mehrheit der SWS (unsere damalige Einheit) in VL, Übungen oder "Sitzscheinen" abzuleisten war.
    Wer am Ende des Studiums also lügen wollte, hat einfach alle VL des Faches aufgeschrieben. Ich hatte in einem Fach sogar genug "Sitzscheine" aus Seminaren und Übungen, um alles abzudecken, und zusätzlich die VL. In den zwei einhalb (BiWi) anderen Fächern auch einiges an Sachen, aber dort war das Angebot eingegrenzt (à la: nur 2 Seminare in Linguistik pro Semester und 1 davon war JEDES Semester dasselbe :D ).
    Die VL waren nie leer, aber rückwirkend: vermutlich haben sie nicht mal annähernd soviel Plätze gehabt, wie sie offiziell Studierende hätten aufnehmen sollen.

    Mittlerweile gibt es oft keine Anwesenheitspflicht (ich durfte 2x fehlen, das dritte Mal war ich raus) und in MEINEN Fächern halte ich es für eine Katastrophe. Wer sich den Mathe- oder Chemiestoff alleine beibringt, supi, er kann es in der Klausur zeigen.
    Wer in Soziologie oder Deutsch seine Leistungspunkte in einem Referat oder Hausarbeit erlangt und nur 2 mal im Semester da ist, dem fehlt echt einiges an Wissen, seine Punkte hat er/sie trotzdem. Wie man sich am Ende wohl fühlt, weiß ich nicht. Und es hat leider nichts mit Lehrämtler*innen zu tun. In den letzten Jahren habe ich mich über die Lehrämtler*innen aufgeregt, die NICHT in der Lage sind, sich ein Empfehlungsschreiben von irgendeinem Dozenten einzuholen, weil sie wohl nie anwesend genug waren, jetzt war ich dieses Semester in einem reinen Fachseminar (da sitzen keine Lehrämtler*innen drin), 13 Studis laut Anmeldeliste des Kurses, nie waren wir mehr als 6 Studis im Raum, die letzten 2 Mal musste es sogar ausfallen, weil keine*r (außer mir) kam.
    Die Dozentin erzählte mir, dass es leider nicht das einzige Seminar sei, wo es so ist. Es falle halt so auf, weil es ein Spezialseminar in einem Fach mit wenig Studierenden sei. Daraufhin mit befreundeten Lehrenden gesprochen: im Schnitt würde nur ein Drittel der Studis überhaupt zu mehr als 50-60% der Termine kommen.
    Ausnahme: Mathe-Tutorium und Biologie (absolute Anwesenheitspflicht des Faches).

    Tja, so kann man studieren, und auch sogar den Abschluss schaffen. Wie man sich danach vor SuS stellen kann, und den Wert von Bildung vermitteln, weiß ich nicht. Muss ich aber nicht. Ich mache für mich, wie ich es für richtig halte, bin nur frustriert, weil ich auch gerne die Diskussionen mit anderen geführt hätte.

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