Ich empfinde "Lifestyle-Fasten" als sehr passenden Begriff für die ganzen Verzichtsaktionen, die mit richtigem Fasten eigentlich nichts zu tun haben. Selbst wenn kirchennahe Initiatoren dahinter stehen, ist es doch eher ein Versuch, einen zunehmend irrelevanten Randgruppenbrauch durch sehr weit hergeholte Adaptionen doch noch irgendwie einer breiteren Bevölkerungsgruppe zugänglich zu machen. Was nicht heißt, dass die Ansätze an sich schlecht sind, aber sie sind halt schon primär im Lifestyle verortet.
man will die Leute "mitnehmen".
Und das ist ja nicht sooo neu.
Ich kann mich an eine meiner ersten "bewussten" Fastenzeiten (weil mit Reliunterricht bzw. Katechismus).
Die "Katechismus-Mama" (die die Gruppe leitete) empfahl uns, auf das Schokocroissant vom Bäcker nach der Schule (Schulschluss in Frankreich: halb 5, da ist IMMER ein Snack geplant). Stattdessen irgendwas von zuhause (oder nichts) und das Geld für den anstehenden Bau einer Kathedrale zu spenden.
Ich war ca. 10, wir gingen nie zum Bäcker, ich hatte kein Taschengeld und meine Oma hatte mir erklärt, dass Fasten was komplett Anderes war und ich konnte nicht verstehen, warum mein "Verzicht" etwas vom Bäcker sein sollte und warum ich keine gute Katholikin war, weil ich kein Geld spenden konnte. ("Zum Glück" gab es noch genug Aktionen, um an Geld zu kommen. Ich habe mindestens einen ganzen Stein dieser Kirche gespendet ![]()