Die Wahrnemung, was Einzelfall ist und was nicht, hängt möglicherweise sehr von der Schulform ab und was man dort so erlebt. Viele meiner letztjährigen Schüler hatten hochseltsame Fehlstundenmuster, die sich mit "einmal am Tag vorbeischauen reicht der Behörde" zumindest erklären ließen. Von woanders kannte ich das so nicht.
Und ja, mich ärgert das Verhalten auch, zumal man dieses ganz offen gelebte Ausreizen des Systems als Steuerzahler ja auch noch mitfianzieren darf. Wenn solche Schüler aufgrund ihres selbst zu verantwortenden Fehlverhaltens gehen müssen, halte ich das für eine Entlastung des Systems und nicht für einen Arschloch-Move.
Dass es an der BK-Schulform aber Schultourismus gibt, hört man doch ständig. Betrifft es Neuankömmlinge statistisch höher? Oder ärgert man sich allgemein und wenn das einer im Duldungsstatus macht (warum auch immer man es weiß), fühlt man sich komplett betrogen?
Ich meine: Bis ich eine Klassenfahrt organisiere (was ihr am BK kaum macht), weiß ich gar nicht, ob meine SuS deutsche Staatsbürger, Ausländer oder geduldet sind. Ich weiß höchstens, ob sie in den letzten Jahren angekommen sind.
Wir sind doch die Berufsgruppe, die in der Wahrnehmung vieler in der Gesellschaft ständig krank und voll bezahlt bleibt, weil einige Einzelfälle in der Öffentlichkeit bekannt wurden und jede*r von uns Kinder im Umfeld hat, wo "gefühlt" "ständig" jemand ausfällt. Also sind alle verbeamtete Lehrkräfte Betrüger, die die Regeln ausreizen und denen gekündigt werden muss?