Ich glaube zu verstehen, was du glaubst zu wissen (zugegeben: meine Annahme fusst auch auf deiner Fächerangabe.), aber es ist ein breiter Irrglaube, dass die Schulfächer (Schulniveau) sich so stark unterscheiden.
Als Lehrkraft ist es sowieso egal, ich habe eh das notwendige Wissen oder das Werkzeug, mich schnell einzuarbeiten und meine größte Arbeit ist die didaktische Reduktion unter Berücksichtigung didaktischer Prinzipien, die sich natürlich von Fach zu Fach unterscheiden.
Mir wäre es sooo lieb, wenn die vielen Schüler*innen, die sich als "Naturwissenschaftler*innen" verstehen und "nichts mit Sprache am Gut haben" das anders betrachten würden und das ach so "analytische" Werkzeug auch bei einer Gedichtsinterpretation oder Fremdsprachenlernen einsetzen würde.
Ich behaupte mal von mir: Ich bin nicht nur sowas von analytisch unterwegs, sondern sehr "strukturiert denkend", literarische Interpretationen waren in meiner Schulzeit "hokus pokus" und das Gefühl, der Autor sei high gewesen, wenn er sich wirklich diese Gedanken gemacht hat. Sprachgefühl habe ich nicht wirklich (Fragt die Italienischlehrerin der Schule, Spanisch ging im Romanistik-Studium gerade so), hatte aber Latein-LK, konnte mit Lego-Denken gute Grundlagen in mehreren Sprachen aufbauen.
Ich gehe aber mit dir mit: "Womit will ich mich 30-40 Jahre lang beschäftigen?" ist eine nicht unwichtige Frage. Zumal man keinen Anspruch auf einen bestimmten Einsatz hat und es sein kann, dass man jahrelang 80% der Zeit in einem bestimmten Fach verbringt. Allerdings kann ich für mich sagen: Vorlieben ändern sich auch.
@TE:
Ich habe leider keine Ahnung von BBS und sowieso nicht in NDS.
Spanisch und Französisch sind halt als zweite Fremdsprache Nischenfächer. Französisch für BBS würde ich grundsätzlich als rotes Tuch sehen (weil alle, die das schon in der Sek1 hatten, das nur fortführen dürfen und nicht neu anfangen können. Fortführen werden es aber die allerwenigsten (Gymnasialzweig, und selbst da werden viele eine neue FS anfangen...)
Spanisch wird mehr Stunden (als Französisch) haben aber auch nicht der Bringer sein.
Wenn du also keine dieser zwei Sprachen eh schon perfekt sprichst, usw.. lass es lieber.
* Musst du für Englisch für dein BBS-Lehramt ins Ausland und kannst / willst du das? Finanziell gibt es mittlerweile (sehr!) hohe (garantierte) Hilfen, aber es ist trotzdem eine organisatorische Sache, die man gewillt sein will, durchzuziehen.
Deutsch ist ein Fach, das alle SuS haben, aber sicher auch ein Fach, das viele BBS-ler*innen aus Verlegenheit als allgemeinbildendes Fach nehmen (immerhin hast du nicht "Wirtschaft" oder "Politik" genannt..), trotzdem sicher gut, weil überall einsetzbar (wie Englisch und Mathe) und trotz häufiger Anwahl zur Zeit Mangelfächer.
Dass Mathe und Info dauerhaft Mangelfächer bleiben, was man bei Deutsch und Englisch nicht garantieren kann, haben andere schon geschrieben, das kannst du dir denken.
Die Korrekturbelastung an der BBS würde ich nicht so stark gewichten wie am Gym, trotzdem realistisch einplanen.
Aber auch realistisch gucken: was macht mir Spass, was kann ich mir vorstellen, mein Leben lang zu machen. Und auch realistisch bleiben: es ist und bleibt ein Job.
Also: Gedichtinterpretation und Literaturanalyse auf Schulniveau unterrichte ich mittlerweile super gerne und mein Linguistikschwerpunkt der Uni tut mir weh, aber mit SuS macht es kaum noch Spass, weil sie den Zugang weniger haben (leider!).