Beiträge von chilipaprika

    stimmt, das habe ich auch bei einigen SuS beobachtet.
    Von "krass, was sie trotz der Krankheit XY schafft" zu "stellt sich nur an, will einfach nicht lernen" (ja, die Geschlechter sind kein Zufall), wir haben echt viele Ärzt*innen in Kollegien.
    Je "bekannter" die Krankheit, desto mehr Glaubwürdigkeit erhält sie.

    (also: MS schlägt eindeutig Rheuma und Reizdarm, zum Beispiel)

    okay, vielleicht bin ich einfach total isoliert und bekomme Sachen nicht mit.
    (Glaube ich zwar nicht, aber ich hatte bisher nicht das Gefühl, an einer egoistischen Schule zu arbeiten. Allerdings haben sehr viele Kolleg*innen seeeeeeehr viele Überstunden seit Jahren und wären froh über jeden Abbau und trotzdem bauen dieses Jahr etliche wieder auf. Da ist irgendwann eine Grenze erreicht (ich merke: es könnte noch mehr geben, und ich bewundere euch wirklich) ).

    Die SL schreibt anfangs an die Fachschaft, was verteilt werden muss und innerhalb weniger Tage ist fast immer alles verteilt. Es bringt ja nichts, wenn sich ein 2. KoK übernimmt und auch ausfällt. Die Aufgabe der SL ist dann noch, den Stundenplan anzupassen.

    Da würde der Stundenplaner den Vogel zeigen. Irgendwie wird eben bei solchen spontanen Vertretungen geguckt, bei wem es im Plan möglichst passt, damit es nicht zu gravierenden Änderungsketten kommt.

    Es kommt oft vor, dass die Vertretungsplaner Hilfe schreiben, weil die Bereitschaft nicht ausreicht und mehrere antworten innerhalb von Sekunden, ok, ich mache es. Ich weiß also, wenn ich wirklich nicht mehr kann, übernehmen andere ohne Protest.

    Das kenne ich und habe mich schon des Öfteren selbst spontan gemeldet.
    Es ist aber etwas Anderes, spontan in einer Freistunde / früher zu kommen / länger zu bleiben, als eine Klasse über einen noch unbestimmten Zeitraum zu übernehmen. Mit einem Stundensatz, wo ich nur weinen möchte.

    Das stimmt nicht, es ist eine bezahlte Nebentätigkeit. Dass es das nicht sein könnte, ist ein Missverständnis.

    dann habe ich das missverstanden. Ich wusste nicht, dass du Einblick in die Nebenverträge von Kolleg*innen hast.
    Dass ein Trainerjob am Ende des Monats ein bisschen Geld einbringt, macht daraus keinen Job, es kann es Ehrenamt sein.
    und du weißt doch nicht (habe ich es falsch/überlesen), ob sie TATSÄCHLICH den Job ausführt, oder zum Beispiel für einen Wettkampf dabei und auf dem Foto steht und der Name "Trainerin" steht (weil sie die Mannschaft seit Jahren trainiert hatte?

    Wenn du 100% alles sicher weißt: ja, dann ärgere dich.
    Ändert nichts daran, dass du nichts machen kannst (außer nie wieder freiwillig was übernehmen).

    Ihr kommt aber vmtl. nicht in der Zeitung, im Krankenstand eine Nebentätigkeit ausführend. Das erzeugt im allgemeinen ein G`schmäckle, wie man hier sagt. Nicht nur bei denen, die die Arbeit übernehmen müssen, sondern evtl. auch bei Eltern, Schülern, usw. Wir wissen alle, dass das niemanden etwas angeht und dass die Nebentätigkeit im Krankenstand evtl. sogar erlaubt ist, aber das garantiert noch nicht die allseitige Akzeptanz.

    Dass dies eine Nebentätigkeit ist/sei, ist Hörensagen der Kollegin, die das annimmt.
    Tatsächlich hätte ich in der Zeitung landen können, wenn mein Verein die jährliche Veranstaltung weitergeführt hätte bzw. letztes Jahr wie geplant durchgeführt hätte.
    Aber GENAU aus DIESEN Gründen habe ich wochenlang versteckt gelebt, damit kein Kollege irgendwas denkt (und wäre also nicht zur Veranstaltung gegangen...).
    Und wenn die Kollegin Krebs hat, zwei mal die Woche zur Dialyse geht, aber einmal die Woche zum Training gehen (wenn sie kann) Punkte zählen und soziales Leben ihr hilft? EGAL, welche Krankheit dahinter steckt: soziale Isolierung ist das Schlimmste, was einem Kranken passieren kann.

    wow. Was für nette Kollegien (die noch nicht voll überlastet sind?!)

    Ich habe noch nie mitbekommen, dass jemand freiwillig sagt "kein Ding, mache ich".
    Leute werden krank, die Kurse bleiben wochenlang unbetreut und irgendwann fällt der SL ein, dass es doch gut wäre, sie zu vertreten.
    Same für ("Väter-")Elternzeit. Da springt keine*r "freiwillig" ein (und die zweimonatige Elternzeit wird nie vertreten).

    Das Einzige, was ich weiß, was die SL nicht geregelt hat, war, als ich wusste, ich muss ausfallen und eine Kollegin gefragt habe, ob sie eine Stunde die Woche in die Klasse kann (eine hat ja gesagt, die andere nein. Nach sechs Wochen haben beide je 4 Stunden aufgedrückt bekommen).

    Kann sein, dass es doch freiwillige Fälle gab, aber ich sehe genug unbetreute Kurse und höre genug Kolleg*innen jammern und meckern, dass es im Promillbereich (in meiner Schule) bleiben dürfte.

    Ich habe den Passus nicht parat, aber mein Sportverein organisierte einmal im Jahr eine Veranstaltung für Schulen, also unter der Woche. Da erhielten alle Angestellten ein Dokument, das Arbeitgeber (öffentliche und private) daran erinnerte, wie wichtig Ehrenamt und tralala ist und dass sie aufgrund von Paragraf XY die Möglichkeit haben, für einen Tag im Jahr (?), jemanden bezahlt freizustellen. Alle im öffentlichen Dienst haben jedes Jahr frei (und bezahlt) bekommen, die von den (großen, aber es gab nur die) lokalen Unternehmen auch (es gehört zu ihrem "wir sind toll und lokal engagiert und setzen das auch von der Steuer ab"), und auch einige weitere von Unternehmen, die ganz woanders sind.
    Aus dem Stand kriege ich die Daten nicht mehr, unsere letzte Veranstaltung war 2019 und ich war nie betroffen (weil ich eher unsere (Schul)Kids dahin brachte und daher nicht mitmachen konnte. Ich weiß nicht, ob meine Schule mir nicht den Vogel gezeigt hätte und es nicht eher ein Angestelltending ist)

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