Beiträge von chilipaprika

    Ich sehe hier zwei Probleme: Einerseits, dass der Gewöhnungseffekt schnell eintritt, sprich dass all die genannten Aspekte nicht als "besonders", sondern als "normal" angenommen werden, andererseits,

    puh....
    Ganz schlimm, wenn die Leute das Heft und den Taschenrechner nicht mehr als "besonders" sehen würden.
    und wenn sie auch noch das Pflicht-Tablet geliehen / gestellt bekämen. Puh...

    Ehrlich gesagt, finde ich Tische und Stühle auch "besonders". Soll ruhig seine eigene Ausstattung mitbringen, dann könnte man sehen, wer bequem und wer nicht sitzt.

    Zitat

    dass der Einzelne dann weniger Entscheidungsgewalt über die Nutzung von Mitteln hätte, da es eine weitere Aufgabe in den Händen des Staates wäre.

    Ja. Kann man so sehen.
    ICH bin der Meinung, dass der Staat einen (kostenlosen, gut ausgestatteten, personell und so weiter...) Kindergarten stellen muss und nicht 300 Euro jedem in die Hand drückt, der dann entscheidet, ob er damit zuhause bleibt, eine Privatvorschule finanziert oder eh an den Staat zurückgibt.


    Edit: ein Genus korrigiert

    Und auch hier könnte man wieder die Theorie aufstellen, dass mehr Geld dazu führt, dass sich weniger Paare aus finanziellen Gründen gegen ein (weiteres) Kind entscheiden. Klar gibt es auch noch weitere Gründe, warum man sich gegen ein Kind entscheidet, aber so würde zumindest dieser eine Teilaspekt entfallen. Ich denke aber mal, dass das Thema bereits mehrfach in der Vergangenheit aufkam und die Position hierzu inzwischen klar sein dürften.

    Und inwiefern ist der Geldanreiz in bar jeden Monat besser/sinnvoller/effizienter als ein kostenloser Kindergarten, kostenlose Vereinsangebote, Lernmittelfreiheit, kostenfreie Bereitstellung von ALLEN Lernmaterialien und Infrastruktur, mehr pädagogische Angebote, usw..?

    Von den Selbstmorden weiß ich nur von Online-Artikeln und referendar.de, es war nie Thema am Seminar. Ich war glaube ich der 2. Jahrgang der neuen Leitung, also sie war seit einem Jahr im Amt (aber seit über 20 Jahren stellvertretende Leiterin)
    Davor durften Männer nur in Anzughosen und Lackschuhen kommen.
    Eine Kollegin meiner Schule wurde unter diesem Leiter als Referendarin zitiert, dass sie bitte ihre (langen) Haare zu binden habe.

    Wir wurden am ersten Tag vom Personalrat sehr ausführlich instruiert, welche Kleidung geht, welche Tasche geht, dass Piercings wegzunehmen sind, usw..
    Und es ist mir egal, ob das unverschämt ist oder nicht: es ist ein asymmetrisches Verhältnis und wenn die Mitreferendarin zur Seminarleitung zitiert wird, weil man mit einem Piercing in der Schule war, dann kann man revoltieren, ... oder halt das Piercing tagsüber abmachen.

    Über das Studieneseminar Meppen wurde auch an unserem Seminar von ganz oben sehr abfällig gesprochen. Es hieß, dort würde mit der Selbstmordrate unter den Referendaren regelrecht geprahlt!

    Dank der neuen Leitung ist sie gesunken...
    Mann durfte dann auch Jeans tragen. (ob es eine Korrelation mit Abbrüchen und Selbstmorden gibt, weiß ich nicht. Obwohl ich als Frau gedurft hätte, habe ich glaube ich 90% der Zeit schwarze Stoffhosen oder Rock getragen, die ich mir neu gekauft hatte, Organisationen haben Regeln )

    Mit deinem letzten Absatz meinst du der Fachleiter, der die "Prüfungskommission" dann für "seine" Stunde lenkt?

    Das kann ich für mein Seminar genauso bestätigen. Was mein zweiter Fachleiter zu meiner Französischstunde als Begründung gelabert hat (sorry für den Ausdruck, ist nichts Anderes und spätestens da hatte ich keinen Respekt mehr), nachdem er mir 18 Monate lange immer wieder gesagt hat, KEIN Wort Französisch zu können (natürlich mit französischem Akzent) und nur Pommes bestellen zu können "des pommes s'il vous plaît" (hahahahaha)... er hat weit und breit erklärt, warum er sich der Fachleiterin anschließt, was ihm alles an Qualität gefehlt hat, die sprachliche Tiefe hier und da, blablabla...

    Da ich in einigen Examensstunden und -besprechungen (offizieller Teil) anderer Reffis saß, hatte ich es schon gehört...

    ich habe vor über 10 Jahren mein Ref an einem anderen, nicht weit entfernten Seminar absolviert und genauso wurde auch über das Seminar gesprochen (und es stimmte soweit, ich könnte die Artikeln zu meiner Zeit dort nehmen). Wir hatten einen Abbrecher aus Oldenburg gehabt (der dann bei uns abgebrochen hat).
    Ich bin zwiegespalten zwischen "was ist hart und schlimm" und "hören wir mal bitte auf, Alle in Watte zu packen" (eine von mir beobachtete Entwicklung)

    Ich habe sehr viel geweint, es war eine verdammt harte Zeit, mein (jetziger) Mann musste echt viel durchmachen, ich bin wochenlang nachts in Tränen aufgewacht, aber es liegt an meiner schlechten Verarbeitung und fehlenden (gesunden) Distanz und dessen war ich mir zu dem Zeitpunkt schon bewusst. Keiner hat mir was Böses gesagt (aber auch nichts Nettes). Ich habe also 14 Monate gezappelt, um am Ende eine gute Vornote zu bekommen und damit unter den besten des Jahrgangs... aber ich habe 14 Monate lang geglaubt, super schlecht zu sein.
    Ich war PR' und viele haben am Ende gesagt, es sei die schlimmste Zeit ihres Lebens gewesen und ich habe nur gedacht "Mensch hattet ihr ein nettes Leben bisher". (Was auch stimmt. Dorfkinder, die für 5 Jahre (und kein Tag mehr) unter der Woche an der Uni waren (in Oldenburg :D für die meisten, einige "mussten" zum weiter entfernten Osnabrück, puhhh...), und jetzt zurück zum Dorf kamen...

    Ich habe in meiner Zeit dort 2 mal Durchfallen (und danach bestanden), 2 mal Durchfallen mit Abbruch (ist also endgültig...), 1 mal endgültiges Durchfallen und 3 Abbrüche miterlebt. Wir waren insgesamt auf drei Jahrgängen verteilt maximal 75, also doch eine satte Quote.
    Es herrschte einfach Angst (die die Leitung womöglich als Respekt empfand). Weil eben NIE "positiv" gearbeitet wurde. Grundsätzlich: ohne Wörter, die je auf eine Note zurück schließen lassen könnten, also nie das Wort "gut" benutzt, und der hierarchische, formale Gedanke war einfach das wichtigste. Und dadurch war keine Kultur des Lernens und Entwickelns da.
    Strukturell liegt einiges schief in den Studienseminaren allgemein, aber ich glaube, dass die Erwartungen der Referendar*innen auch zu hoch sind. Das Referendariat ist das Einfügen in das Beamtenverhältnis und da muss man von Anfang an wissen, wie der Wind weht. Dann weiß man genau, ob man für immer in so einer Struktur sein will.

    Ich würde die Rechnung nicht bezahlen, mich die ganze Zeit ärgern, dann doch bezahlen, weil ich von ihnen abhängig bin. (ist bei einem Facharzt so, aber da haben sie zumindest aufgehört, mir Sachen zu berechnen, die nicht stattgefunden haben "oh sorry, wir haben vermutlich eine Probe vertauscht", hahaha)

    Aber wenn ich die Praxis wechseln könnte, würde ich es darauf ankommen lassen. Geht natürlich nur, wenn nicht irgendwo steht / unterschrieben wurde, dass du bei Ausfall deinerseits unter 48 Stunden eine Ausfallgebühr zu bezahlen hast, usw. Aber selbst das wäre nicht korrekt abzurechnen.
    Ich würde mich definitiv beschweren: Überhöhte Rechnung beim Arzt: Das können Sie tun | Verbraucherzentrale.de und dann bei der passenden Landesärztekammer anrufen...

    Nachfrage:
    Stehen auf der Rechnung die abgemachten, aber von ihnen abgesagten Termine, oder die von dir?
    (es werden doch die Termine aufgelistet)

    Deren Argument, dass sie dir den Termin, den du abgesagt hast, berechnest, ist schon falsch. DU müsstest eine Ausfallgebühr bezahlen (wenn bei denen so üblich), aber NIEMALS die Krankenkasse / Krankenversicherung.
    Das heißt, das, was sie machen, ist Krankenversicherungsbetrug. Gut, da du die Rechnung einreichst, bist du am Ende die Dumme.

    Außer, sie haben die Termine aufgeschrieben, die du nicht wahrnehmen konntest.

    Oder haben sie sogar komplett falsche Termine (ich verstehe das nicht, ich hatte schon Doppeltermine, sie waren eben 2 mal nacheinander am selben Tag?).

    Lustig, den kannte ich, ohne seinen Namen zu kennen.
    Ja, das fasst das ganz gut zusammen.

    und genau DAS, was mich als Muttersprachlerin fasziniert hat (die "richesse de la langue francaise"..., diese geschichtsträchtige Sprache, an der man es in jedem Wort ansieht, usw..), fasziniert mich zwar weiterhin als Linguistin... aber für den Fremdsprachenunterricht würde ich lieber ein paar englischsprachige Serien auseinandernehmen :)
    Und wenn man auch noch den Landeskundeteil nimmt, wo ich aufzeigen soll, dass die Franzosen ernsthaft glauben, die Zivilisation nach Afrika gebracht zu haben, oder dass in den Banlieues alles schwierig ist...


    Tja.

    Meine Lieben, ich habe Französisch nur studiert, weil es meine Muttersprache ist. Nicht, um mir ein schönes Studium zu machen (ich habe es weitgehend gehasst, nicht die passende Uni), oder weil ich dachte, dass mein Leben als Lehrkraft einfach wird, sondern, weil ich in Frankreich auch das Fach studiert hätte und eh schon lange daran gedacht hatte, Fremdsprachenlehrerin zu sein (für Deutsch, halt). Allerdings hätte ich (bzw. habe ich angefangen) "Klassische Philologie" zu studieren (Französisch mit Latein).
    In Deutschland musste ich einsehen, dass Latein auf Deutsch eine Nummer zu hoch ist.

    von meinem Gehirn her hätte ich in Deutschland Latein und Russisch oder so in der Schule gehabt. Ich LIEBE die Struktur, die Regeln, die Logik. (fand ich an Deutsch auch cool). Französisch? Zuerst lernen wir 18 Regeln, dann 57 Ausnahmen und eine Liste der unregelmäßigen Verben gibt es nicht, sie sind so unregelmäßig, dass man fast immer alle 6 Formen einzeln lernen muss.
    Und ein paar stille Buchstaben darf man immer über den Satz streuen, sieht gut aus.

    HAHAHAH

    Die Reihenfolge von 1-3 hätte ich auch gehabt. Wo ich 4 platziert hätte, schwierig, weil die Kombi für mich nicht wirklich existiert. Bio alleine hätte ich hinten angestellt oder mit den Fremdsprachen. Chemie ist für mich eine starke Unbekannte.
    Bio war für mich in der Schule zu unnaturwissenschaftlich (zu unstrukturiert und "unlogisch") und an den Belegungen meiner SuS entnehme ich, dass sie das Fach auch als das am wenigsten NaWi-wahrnehmen.

    Also wählt bei euch fast jeder die Fremdsprache ab? Die NaWi-Kollegen wird's freuen. Bei uns belegen circa 40% der Schüler in der Qualifikationsphase eine 2. Fremdsprache, wozu natürlich auch Schüler mit neu einsetzender 2. Fremdsprache dazu gehören.

    Zeiter Satz ist wichtig: die neu einsetzende Fremdsprache "profitiert" total.
    Ob ich allerdings Lust hätte, alle gescheiterten Lateiner und Franzosen in eine Fremdsprache einzuführen, wo sie spätestens zu Weihnachten merken: altes Verhalten mit neuer Fremdsprache bringt auch nichts... ich weiß nicht ...

    Ob die NaWi-Kolleg*innen sich freuen? Keine Ahnung. Nur, weil jemand keine Fremdsprache kann, ist er automatisch ein NaWi-Genie.

    Ich war in der Schulzeit im umgekehrten Fall: ich hatte keine Naturwissenschaften und Mathe mehr (ich korrigiere: 4 Stunden in der Woche insgesamt für Mathe (1), Bio (1,5), Physik und Chemie (1,5) ), da gingen alle diese Kolleg*innen davon aus, wir seien eine geniale geisteswissenschaftliche Klasse... hahaha...
    Es gab (wie auch heute in den Nawi-Gruppen aber sicher auch geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern): einen Drittel super gute Schülerinnen, fast die Hälfte an "Französisch, Geistes- und Fremdsprachen sind der kleinere Übel, aber ich kann nichts und schlafe lieber durchgehend"-Schüler*innen und ein paar durchschnittliche Hanseln.
    (Ja, ich habe richtig gegendert, es gab nur 2 Jungs in der Klasse und sie waren echt schlecht.)

    Wie viele Parallelkurse gibt es in der Mittelstufe, wieviele in der Oberstufe.

    Bei einem 100er-Jahrgang müsste die Anzahl an SuS, die bei uns eine fortgeführte Fremdsprache in der Qualifikationsphase haben WOLLEN bei ca. 5-10 liegen. Tun: 0-3.
    Die Einführungsphase hat mehr Glück. In Latein wegen Latinum, in Französisch wegen "ein Jahr Französisch statt 3 neue Sprache" ? (Eigentlich weiß ich gar nicht, warum es in der EF noch ein paar SuS gibt, oft wissen sie, dass es nicht in die Quali weitergeht. und der Rest merkt in der EF, dass es doch viel Arbeit wird (kein Problem) und es mit einem anderen Fach einfacher wird.

    Die paar super motivierten haben Pech, weil immer öfter kein Kurs (TROTZ KOOPERATION!) zustande kommt.
    Teufelskreis: frühe Beratung und Orientierung der SuS entsprechend, so dass es noch weniger zustande kommt.

    die anonyme Anfrage geht über einen Berater oder Makler, der bei der Versicherung direkt anfragt.
    Grundsätzlich würde ich einen der Beiden beauftragen (ich war bei uns am Ort beim "Fairsicherungsladen", der Berater konnte bei 3 Versicherungen eine anonyme Anfrage stellen. Eine hat abgelehnt (hatte keine Öffnungsklausel), die andere wollte einige Papiere von mir, die dritte hat mich sofort genommen, mit höchstem Risikozuschlag. Sie ist es geworden, die andere hätte auch die 30% aufgezogen, wollte aber noch weitere Belege.


    Edit: Mein Fenster hatte k_19s Beitrag nicht angezeigt und ich habe zu lange getippt. Überschneidung.

    Spannend ist auch, dass es durchaus Flüchtlinge am Gymnasium gibt, die bereits ihre Muttersprache, Deutsch und Englisch und dann noch eine weitere Fremdsprache lernen müssen. Schüler, die russisch oder syrisch als Muttersprache beherrschen müssen dann noch Französisch lernen, um ihren Horizont zu erweitern??? Dazu ist auch generell die Frage, ob man dafür wirklich Französisch oder Latein lernen muss. Vielleicht sollte man dann eher chinesisch als 2. Fremdsprache verpflichtend einführen.


    Also, Hessen ist vielleicht in dem Punkt ziemlich rückschrittig, aber kein Flüchtling muss in NRW neben Deutsch und Englisch und den schon beherrschten Sprachen Russisch / Ukrainisch und Arabisch noch Französisch lernen.
    Es gibt für die Oberstufe eine Regelung, dass man eine Fremdsprache durch die Muttersprache ersetzen kann.
    Wer so jung ankommt, dass er davon nicht betroffen ist (Notenschutz zwei Jahre, dann Oberstufe), ist auch in der Lage, die Fremdsprachenbedingungen des Gymnasiums - wenn er/sie zielgleich unterrichtet wird - zu erfüllen.

    ich finde es eher traurig, dass es aufgrund von Angebot und Nachfrage sowie Belegungspflichten an vielen Schulen echt erschwert wird.
    Ich hatte auch 4 Sprachen in der Schule (wobei es bei uns 3 hieß, Latein zählt nicht zu den Fremdsprachen, sondern wird nur dazu genommen), und obwohl ich mit der dritten schnell wenig anzufangen wusste (lag an der Sprache an sich), möchte ich es nicht missen.

    Das ist erschreckend zu sehen, dass einige den (qualitativen, sowie quantitativen) Sprung der KI in den letzten - sagen wir mal 5, maximal 10 - Jahren nicht wahrnehmen. Wir reden nicht über lustige Übersetzungen, in denen immer zur ersten Bedeutung eines Wortes gegriffen wird. Die KI wird (weiterhin) trainiert, genau aus dem Kontext das zu erkennen. Da die verschiedenen KI-Systeme nicht nur durch ihre Hersteller gut trainiert und gefüttert werden, sondern auch durch unsere Nutzung weiter lernen, werden sie erschreckend gut.
    Man kann keinen realen Unterschied sehen.

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