Beiträge von chilipaprika

    Die GEW macht genau das, was ihre Mitglieder wollen. Jedes Mitglied kann sich da einbringen, den Kurs mitbestimmen und mitarbeiten.

    Es ist immer wieder amüsant, wenn Nichtmitglieder die Hasskappe aufziehen, weil die GEW nicht deren Meinung vertritt. :D Ich frage mich dann immer, ob diese Leute ähnliche Erwartungen an alle anderen Organisationen oder Parteien haben, bei denen sich nicht Mitglied sind.

    Seph hat es mit dem AfD-Beispiel sehr gut beschrieben.
    Ich war jahrelang (weit über ein Jahrzehnt) bei der GEW, aus bildungspolitischen und gewerkschaftlichen Gründen und habe selbst mit der Zeit eine Entwicklung durchgemacht (wie jede*r von uns, das ist ja das normale Leben) und es passte immer weniger.
    Da ich keine junge Aktivistin mehr war, sondern eher nach einer gewerkschaftlichen Heimat suchte, brauchte ich eine neue Organisation. Ich war sogar zeitweise doppelt Mitglied, aber eyh, irgendwann war mir das Geld zu doof. Zumal ich eher aus nostalgischen Gründen Mitglied blieb, hatte ich doch über mehrere Jahre versucht, bestimmte Sachen zu beeinflussen und musste ich feststellen, dass ich in der Minderheit war. Dann gehe ich woanders hin.
    Ich bin beim neuen Verband nicht mit allem zufrieden, deren bildungspolitischen Sichtweisen teile ich häufig nicht, aber ich bin dort für meine Arbeitsbedingungen. Für die Bildungspolitik gibt es Parteien (wo ich leider - auch nachdem ich durchaus aktiv zu gestalten versucht habe (und das auch fast ein Jahrzehnt in verschiedenen Kontexten!) - mittlerweile so desillusioniert bin, dass ich meine Abende lieber mit Mann und Hund auf der Couch verbringe, als in irgendwelchen Gremien).

    Ist von euch schon einmal einen Triathlon oder sogar Ironman gelaufen? Mich schreckt immer das Fahrrad ab.

    Nur Volksdistanz und das Rad ist meine Hassdisziplin. Langweilig hoch 10.
    Allerdings fahre ich oft 80% meiner Radleistung beim einzigen Volkstriathlon des Jahres (20km).
    Dieses Jahr habe ich zumindest Rad als ab und zu Bewegungsmöglichkeit entdeckt und komme glaube ich auf 100km (kein Rennrad), aber auch kein Triathlon-Start. Bevorzugen tue ich Swim&Run / Aquathlon, alle meine Starts und Ausdauerziele habe ich aber dieses Jahr aus dem Kalender gestrichen / streichen müssen.
    Und untrainiert mit längsten Läufen von 15km in den letzten Monaten werde ich wohl den 2/3-Marathon nicht antreten, den ich als "Jahresziel" hatte.

    Mein Sohn ist neulich als untrainierter Läufer aus dem Stand heraus mit einem Freund den Marathon, also über 40 km gelaufen, allerdings treibt er andere Sportarten, v.a. Krafttraining und Kampfsportarten. Fand es trotzdem toll, dass er es geschafft hat.

    und wie geht es seinen Knien?
    Ich schwanke bei solchen Erzählungen immer zwischen "Übervorsichtig sein ist unnötig" und "warum gibt es denn Trainingspläne?!"
    Gut für deinen Sohn, aber ziemlich ungewöhnlich, erst recht Krafttraining bereitet nicht auf die Belastung von einem so langen Lauf. Bei Kampfsportarten kenne ich mich da nicht so gut aus, die "springenden" Bewegungen sind aber definitiv andere, und selbst die Ausdauer ist immer kurzer Dauer mit Pausen dazwischen.
    Klar klappt es vielleicht irgendwie, aber bei vielen auch nicht (vgl. Anzahl an Verletzten (umgekippt) oder gar Toten bei Marathon- oder Ironman-Startfeldern), es hat für mich oft von Mid-Life-Crisis oder männlichem Ego zu tun. (was ich weder noch deinem Sohn nicht unterstellen will)

    zumindest als Azubi.


    Aber das Argument ist blöd.
    An der Uni verdienen die allermeisten Dozent*innen weniger als das, was top-Leute verdienen können. Sollen wissenschaftliche Mitarbeiter*innen in der Medizin mehr verdienen als in den Geisteswissenschaften? Aber derjenige, der Lehramtskurse anbietet mehr?
    (Zum Teil ist es durch die unsäglichen "halbe Stellen" tatsächlich schon so, aber ich meine die Entgeltstufe)

    1. in meinem kompetenzorientierten Fremdsprachenunterricht ist es vielleicht eine Kompetenz mehr.

    Oder die weitere Vertiefung.

    2. oder die Organisation des Stundenplans sieht vor, dass die SuS nur 2 Stunden in dem Fach haben, wo sie in Deutschland vll 3 Stunden hätten. Themen und Kompetenzen sind nicht immer gamze Stunden, sie wetden anders verknüpft, wenn meine Zeit anders aussieht.


    3. Eine Kürzung um weniger als 5 % mit einer Verlängerung um meht als 20% zu vergleichen…

    Kein Problem, die Bildungsminister lesen mit und wir haben demnächst UE à 50 oder 55 min ohne Kürzung der Zahl.

    Einwurf privat (also kein ausdrücklicher Mod-Beitrag):

    Ich LIEBE das, dass es in letzter Zeit immer wieder echt sachliche Diskussionen mit harten Fakten und Hinweisen (auch wenn ich die Hälfte nicht mehr verstehe :D )
    Und RosaLaune , ernsthaft, ich bin so ein Fan von dir, deiner Sachlichkeit und deinem scheinbar unerschöpflichen Wissen.

    Im Prinzip - ja. Der Vor- und Nachbereitungsaufwand für eine UE ist ziemlich identisch - ob die Stunde nun 10 Minuten länger dauert oder nicht. Weil in D noch zusätzliche Verwaltungsaufgaben hinzukommen, die in F nicht anfallen, könnte eine Stunde in F sogar noch einen geringeren Faktor besitzen.

    Lächerlich.
    Man könnte auch einfach sagen: es ist nunmal nicht vergleichbar.
    Die offizielle Arbeitszeit ist auch eine GAAAAAAAAANZ andere (35 Stunden vs. 40-41), die Sommerferien, das "Mehr" an Ferien sind in Frankreich (ursprünglich) offiziell nicht Teil der Arbeitszeit sondern das Gehalt ist annualisiert (was die Absurdität zeigt, denn damals war die Wochenarbeitszeit über 40 Stunden, es gab eine Woche weniger Urlaub, usw..)

    Ein Vergleich der einzelnen Aufgaben innerhalb der zwei Länder ist absurd.


    Im Prinzip - ja. Der Vor- und Nachbereitungsaufwand für eine UE ist ziemlich identisch - ob die Stunde nun 10 Minuten länger dauert oder nicht.


    DER Satz ist eine Frechheit.
    Dann könntest du also auch deine Unterrichtszeit statt in 45 Minuten in 55 Minuten-Blöcke mit der selben Gesamtvorbereitungszeit abgehalten haben und dein Dienstherr hätte eine halbe oder volle Stunde dazu gewonnen?!
    Da freuen sich die KuK an Schulen mit 60-Minuten-Stunden, wenn man ihnen das erklärt.
    Es hört sich genauso lächerlich und unwissend an, wie meine Mitreffis, die mich fragten, wie man in Frankreich unterrichten könne, da man am Ende einer Stunde immer 10 Minuten "zuviel" habe. Als ob 45 Minuten die einzige Einheit sei. Von einem erfahrenen Lehrer hätte ich es nicht erwartet.

    An der französischen Schule, die mit uns den Austausch macht, gibt es eine Bibliothekarin, die Leseabende und Ähnliches organisiert. Das meine ich mit Projekten. Und Austausch etc. halte ich für entspannt, wenn der ganze Orgakram übernommen wird.

    okay, stimmt. Es ist einfach die Lehrkraft (ihr Status), die für die Bibliothek / Leseförderung / usw. zuständig ist.
    Die Fachkraft gibt es. Ich dachte, du meinst AGs und so. (Sie sind entweder Teil des Deputats (Sport) oder Engagement (Fahrten, usw..)-)

    Dann bin ich wohl nie in einer solchen Region gewesen. Ich kenne keine einzige Abordnungsform, die daraus resultiert, dass die Stelle rein rechnerisch einen Überhang hat, sondern nur wegen Bedarf woanders. Was ja einen Unterschied ausmacht. Ich kenne KEINEN EINZIGEN Deutschlehrer im Staatsdienst, der nicht jahrelang (oder wenn überhaupt, bis er gekündigt hat) auf zwei Schulen war.
    Das ist übrigens der Grund für die "drei zusätzliche (Wochen)Stunden", die man ohne Widerspruch hinnehmen muss, weil man dadurch zum Beispiel lieber 4 Franz-Kolleg*innen mit Überstunden hat, also einen 5., den man sich mit einer anderen Schule teilen muss.

    Warum sollte man nicht den Aufwand fürs Geld gegenrechnen? Das hat meine französische Kollegin doch gerade gemacht und für sich bei Kenntnis beider Systeme beschlossen, dass sie nicht mit Deutschland tauschen möchte.

    Ich kann mir nicht vorstellen, bis zur Pension / Rente Lehrkraft in Deutschland zu bleiben, weiß aber, dass ich es in Frankreich nicht mal bis jetzt ausgehalten hätte (allerdings hauptsächlich aus anderen Gründen. Denn wenn man eben im System ist, ist das Geld vermutlich nicht mehr das große Ding. Man verdient halt schlecht, ist halt so). Und dass aus den ca. 10 Deutschlehrkräften, die mit mir studiert habe, die letzte vor einem Jahr nach 20 Jahren gekündigt hat, überrascht mich nicht.

    Außer der Bezahlung sind ein paar der hier aufgezählten Mankos anders im konfessionellen Schuldienst, weswegen immer mehr sich dort bewerben, auch wenn sie gerade mal getauft sind. Damit erkauft man sich Wohnortnähe und Schutz vor Abordnung zum Beispiel (was im deutsch-französischen Zusammenhang dazu führt, dass ich keine französische Schule mehr finde, die staatlich ist, die noch Kapazitäten für Austausche hat (entweder schon besetzt, oder keine Kraft mehr).

    Im Prinzip richtig - weil jedoch jede Stunde auch vorbereitet werden muss, darf nicht nur die Präsenzzeit betrachtet werden. Bei uns in Ba-Wü wird eine UE offiziell mit 1,74 Zeitstunden (an der GHWRS) veranschlagt. Das war die Zeit, die bei meiner Tätigkeit im Schulamt pro "Anrechnungsstunde/UE mit 45 min)" abzudienen war - was 104 Minuten/UE ergibt. 27 UE Deputat entsprechen damit 2808 Minuten pro Woche. Lege ich denselben Faktor für Frankreich mit 18 UE zu Grunde, ergibt das 1872 min/Woche - das sind 2/3.

    Das heißt: die 45Minuten-BaWüStunde ist 1,74 Zeitstunden wert, die 55-Minuten-französische-Stunde ist 1,74 Zeitstunden wert?
    Interessante Grundlage für eine Diskussion...

    dafür, dass hier ständig darauf gepocht wird "wir arbeiten 40/41 Stunden und die Aufgaben müssen passend gemacht werden", wird komisch verglichen.

    Dafür korrigieren französische Lehrkräfte wesentlich mehr (ich hatte in jedem Fach drei Arbeiten pro Trimester), haben mehr Konferenzen (Trimester)

    Aufsichten und Korrekturen von Abschlussprüfungen werden extra bezahlt, dafür wird man zum Beispiel 140km von seinem Arbeitsort entfernt geschickt (obwohl man selbst 50km weit weg wohnt), auf Fahrtkostenzuschüsse wartet man 10 Monate und man kriegt 1-5 Euro irgendwas pro Prüfug (auch Abitur). Korrigiert wird ausschließlich am Korrekturort (der NIE in der Nähe der Schule oder Wohnort sein darf, damit man - obwohl es schon anonymisiert ist - niemanden kennen kann).

    Es gibt in Frankreich kein "Ups, ich habe nicht genug Stunden für dich, dann mach Förder", sondern: sehr viele Lehrkräfte sind auf 2 oder gar 3 Schulen verteilt. Auf dem Land: gerne mit 30km dazwischen. Fahrtkostenzuschüsse: irgendwann in 10 Monaten, Zeitanrechnung: nada.
    Immer der schulinterne Jüngste ist mit der Teilabordnung dran, egal, wie weit er wohnt und wieviele Kinder er hat (was in Frankreich eh keine*n interessiert, es ist deine Privatsache, Zugeständnis ist nur der Mittwoch frei)

    Frankreich hat für feste Stellen im Staatsdienst nur die nationale Verteilung. Also 90% der Liste wird erstmal durch das Land umverteilt und sehr sehr sehr viele werden erstmal 10 Jahre und mehr in der Pariser Gegend verbringen. Familienstand und Co interessieren keine*n. Um versetzt zu werden, braucht man Punkte. Die sammelt man mit dem Alter und geografischer Herkunft, sehr wenig für Familie. Wenn man seine Punkte für eine Versetzung eingelöst hat (falls es Plätze gab), nur um aus der Pariser Gegend wegzukommen, ist man wieder bei 0 und sicher nicht schon in seiner Zielregion.

    So.. ich will nicht sagen "denen geht es super schlecht" aber das Lohnniveau abtun mit "sie machen viel weniger" ist echt ... interessant.

    und trotzdem... gibt es noch genug Dumme, die den Job machen. Allerdings mittlerweile ganz viele "Quereinsteiger", die die Prüfung nicht ablegen (um eben nicht in die Pariser Gegend zu kommen) und jedes Jahr aufs Neue bangen, eine Stelle zu bekommen und die Schule zu wechseln.

    Unser Job hat auch unglaublich an Kaufkraft verloren. aber wenn alles nach und nach gemacht wird, sind wir wie die Frösche im warmen Wasser... und werden gekocht.

    ... und dann?
    Ach bitte. seien wir realistisch. Die Hälfte der Lehramtsstudis (konservativ gesagt) studiert Lehramt und ihre Fächer, weil ihr nichts anderes eingefallen ist und Lehramt ein Job ist, den man kennt.
    Von den 50% gehen dann 10-15% Punkte weg? (insbesondere bei Mangelfächer, in denen woanders schon jetzt besser verdient werden KANN).

    Was kümmert es die Entscheidungsträger*innen?
    Dann gibt es noch größeren Mangel aber man hat Geld gespart und populistisch gepunktet.
    Ganz offensichtlich interessiert die Qualität unseres Schulsystems keinen Schwein.

    mmm...



    Selbst wenn ich davon ausgehe, dass die Lehrkräfte 35 Stunden die Woche arbeiten (was nicht sein kann, weil das Deputat sich nicht geändert hat, als Frankreich von 39/40 auf 35 Stunden gewechselt hat):
    Bei 2100 Euro netto (vor Lohnsteuer und (notwendiger!) Zusatzkrankenversicherung!) nach 10 Jahren oder 2286 Euro in den Monaten mit Unterricht (die "Indemnités"/ Entschädigungen werden als Zulage nur in den Schultagen bezahlt, nicht in den Schulferien...) komme ich bei 140 Stunden Arbeit im Monat auf grob 15 Euro Stundenlohn.
    Es kann sein, dass viele sich "wegen der Ferien" abfinden (ganz sicher!), aber viele machen den Job "trotz des Lohns". und darauf wollte ich hinaus. Deutschland hat noch viel Potenzial nach unten, bevor das Gros der Lehrkräfte ausbleibt (wenn es bundesweit einheitlich keine Verbeamtung mehr gäbe).

    Der Lehrermangel in Frankreich ist vermutlich nicht viel höher als in Deutschland (er wird auch einfach anders gelöst: dann haben die Kids einfach bis Weihnachten kein Mathe. Punkt. weder Vertretung noch Aufsicht) und gefühlt gibt es zwar mehr Anträge zur Entlassung aus dem Dienst in Frankreich als in Deutschland und trotzdem lassen sich jährlich Leute für den dortigen Lohn einstellen (ca. 60% des deutschen Nettos, noch vor Lohnsteuer, die in einer Lehrerfamilie kaum anfällt), trotz vergleichbarer Lebenshaltungskosten (das Lohnniveau ist in F definitiv niedriger, aber im Vergleich zum Median sind die Lehrkräfte dort richtig schlecht bezahlt. Trotzdem machen so viele weiter.)

    Ist das an der Uni nicht auch so? Wenn ich dieses Semester den Kurs nicht belegen kann, weil voll, und ich ein Semester länger studieren muss….

    Dann hast du _eigentlich_ Anspruch auf einen Kurs, weil du dein Studium in der Regelstudienzeit abschließen können musst (Angebotspflicht für die Uni).
    Das heißt weder, dass du den Kurs "Einführung in die Literaturwissenschaft" montags bekommen musst, wenn es freitags noch freie Plätze gibt, noch dass du Anspruch auf den "Dürrenmatt"-Kurs hast, wenn es bei "der Roman im Realismus" oder "Landschaften in Goethes Romanen" gibt.
    Aber die Uni kann dich nicht zwingen, einen Literaturkurs in der Anglistik oder eine Mathe-Übung als Ersatz zu belegen, wenn du Deutsch studierst.

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