Aber selbst wenn es "nur" 1% ist - was dann? Meine Frage ist schon ernst gemeint und kein erhobener Zeigefinger. Ich kann den Wunsch nach Normalität und nach dem Ende aller Maßnahme gut verstehen - aber mich beschäftigt es gleichzeitig, wie sich das Ganze auf das Leben von Menschen auswirkt, die eine Impfung nicht erhalten können.
Ich verfolge auf sozialen Medien das Leben einer Familie, die ich aus einer Community heraus "kenne". Die Tochter ist unheilbar herzkrank und während Corona geboren. Sie sind eine so genannte Schattenfamilie. Davon gibt es leider nicht nur 2-3 in Deutschland, sie waren auch in einer kleinen Doku zu sehen: diese Familien leben tatsächlich monatelang komplett abgeschottet. Hinzu kommt, dass zum Teil einige Familienmitglieder (Mutter und Kind) keine Antikörper nach der Impfung bilden konnten. Die älteren Geschwister waren wochenlang nicht im Kindergarten, gehen nur abends bzw antizyklisch auf Spielplätze, gehen nur zu Ärzte /Orten, die für sie eine Sondersprechstunde einrichten können: erste Stunde des Tages, oder dafür sorgen, dass zu der Uhrzeit keine Warteschlange ist, usw.. der Papa macht möglichst viel im Home Office bzw. hat kaum Kontakte auf der Arbeit.
Und sowas betrifft viele Familien, die - auch außerhalb von Corona - sich um eine Krankheit organisieren.