Die Frage finde ich berechtigt und ich kann mich an eine Userin (weiß aber nicht mehr, wer es ist und hätte spontan dich genannt, Zauberwald), die erzählte, ihre Kinder seien in inklusiven Settings beschult worden, und es gab ganz tolle Freundschaften, aber ab der Pubertät trennten sich trotz gemeinsamer Beschulung doch die Freundschaften. Weil die Entwicklung und die Interessen auseinander gingen.
(Ich sage das nicht als Argument gegen eine gemeinsame Beschulung, finde aber auch, dass man das betrachten muss, auch im Sinne des Kindes, Anschluss zu haben. Also mehr Kinder mit Gemeinsamkeiten..)
Ich bin in einigermaßen inklusiven Settings in die Schule gegangen (reines Gesamtschulsystem, das Förderschulsystem ist ein anderes und die Kinder sind in der Regel in den "normalen" Schulen gewesen (zumindest L und ESE nicht GE). Ich halte mich nicht für eine bewusst diskriminierende Person aber meine Freundschaften waren mit Kindern, mit denen ich sehr viel kognitiv teilte. Da spielte die Kultur für mich gar keine Rolle. NATÜRLICH hat es viel damit zu tun, dass das Kognitive für mich schon mein Leben lang im Vordergrund steht und mein Kommunikationsweg ist. Es gibt aber Menschen, die nach Interessen (Sport, Spezialinteresse, ..) oder Kultur Freundschaften eher schließen.
Man soll sich halt dessen bewusst sein, dass ein Teil (!) der Anknüpfungspunkte wegfällt. Da es allerdings kein Grund (mehr!) ist, alle türkischstämmige Kinder separat zu beschulen, geht es nur darum, den Schulunterricht so zu gestalten, dass Anknüpfungspunkte und Verbindungsmöglichkeiten entstehen können.