Beiträge von chilipaprika

    Der Schule geht es wahrscheinlich ziemlich gut (deputatsmäßig), wenn sie sich einen Springer leisten kann. Oder der Vertrag hat zu wenig Stunden bzw. ist zu kurz (sprich: die zu vertretende Person kommt bald wieder und zu keinem Zeitpunkt, wo man einen Stundenplanwechsel will.)
    Der Sachgrund ist ja nur der Grund, warum die Schule das Recht hat, so und soviel Vertretungsstunden auszuschreiben. Ich hatte schon mehrere Verträge für die Vertretung von Personen, wo man nie gewollt hätte, dass ich deren Fächer unterrichte. Das Beispiel von Andrews Bruder ist ja perfekt: Eine Schule ab mittlerer Größe wird den Ausfall einer Deutschkollegin relativ gut verkraften können. Wenn sie sich dafür eine Vertretungslehrkraft mit Physik schnappen kann, und damit den Grundmangel auszugleichen, goooo...
    Die normalen Stellenzuweisungen spielen auch genug mit den Zahlen "Wie? Ihr habt doch 102% Versorgung, beschwert euch nicht! Ach, ihr habt keinen Physiklehrer? Nicht unser Problem, verschiebt ja die 18 Deutschlehrer"

    Das Bundesland wäre auch nicht irrelevant (Modulname deutet auf NRW)
    Irgendwie gab es vor 2-3 Jahren (Menno geht die Zeit schnell, also VOR Corona) das Gerücht im Lehrerzimmer (NRW), das dürften nur KuK unterrichten, die eine Zusatzquali hätten. Finde ich gut, ich bin generell kein Fan davon, dass all meine Fächer von Hinz und Hunz unterrichtet werden dürfen, nur weil Bedarf da ist.
    Ob es stimmte, weiß ich nicht, ich glaube, zu dem Zeitpunkt aber schon (in der Bildungslandschaft ändert sich oft sehr viel sehr schnell.).

    Andererseits ist fachfremder Unterricht auch nicht verboten und auch nicht abzulehnen (außer Religion und ein paar andere Regelungen aus Sicherheitsgründen), also wenn Bedarf da ist...
    Wie Palim reime ich mir jetzt zusammen, dass du mit dem Einsatz in deiner Vertretungsstelle nicht so glücklich bist... Was ist jetzt dein Status? Bist du examiniert? Zwischendurch? Sogar noch am Studieren? und was sind deine Fächer? Hast du Deutsch oder eine Fremdsprache? (aus denen man sich die Fachdidaktik schon ableiten könnte)-

    durchaus eine verrückte Idee, aber neben der Regelstudienzeit, den Kosten und dem Partyleben könnte auch das Studium an sich interessant sein:
    Gleichwertig ist nicht immer gleich gut. Ausgerechnet bei Experimentalfächern wäre es mir persönlich lieb zu wissen, ob die Uni gut ausgestattet ist und viele Praktika anbietet oder ob sowas zu selten passiert und den "Diploma" vorbehalten bleibt.

    Ich habe mir meine Uni nicht ausgesucht, bin aber auch - nebensächliches Kriterium, das aber mein Studium ganz anders hätte verlaufen lassen - froh, dass ich an einer Campus-Uni war.
    Wer in einer Stadt studiert, wo man erstmal 30 Minuten Rad zwischen 2 Fächern braucht, ist vielleicht weniger in Studigruppen integriert, hat weniger Möglichkeiten oder setzt sich weniger spontan in einer VL eines anderen Faches "einfach so".
    Mein Gott... hätte ich nicht an einer Campus-Uni studiert, hätte ich nur zwei Fächer. HORROR, sage ich euch :D


    Ich habe später an zwei weiteren Unis studiert, wo ich sogar innerhalb des einen Faches 30 Minuten UBahn oder Rad hatte und ganz ernsthaft, es hat mich sehr sehr genervt.

    ... und ich dachte, ich hätte nur eine anekdotische Erfahrung :D
    Also in meinen mädchenlastigen Kursen (bei zwei meiner Fächer ist es in der Oberstufe sehr unausgewogen...) muss ich immer die Jungs dazu animieren, aktiv zu sein und sich zu melden. Die Mädels sind da (im Schnitt) nicht nur im Unterricht viel aktiver, sondern auch im Quatschen (ernsthaft, die sitzen in JEDEM LK zusammen, also MINDESTENS 2 Stunden am Tag, und hätten genug Stoff, um trotzdem jede Doppelstunde vollzuquatschen, wenn du sie lässt...)


    Das kann man so empfinden, aber ich frage mich ganz ehrlich, ob ihr wirklich denkt, dass man Personal und räumliche Ausstattung mal eben so herbeizaubern kann.

    man kann anfangen.
    und wenn ich sehe, was für Geld für Studis für "komm am Wochenende / in den Ferien / am Nachmittag und bespaße unsere Schüler*innen" ausgegeben wird, könnte man auch vormittags anfangen zu teilen. (Denn: Studis haben auch vormittags Interesse an dem 30 Euro-Stundenlohn... ) Irgendwie glaube ich, dass unsere Diplom-Pädagoginnen im Ganztag nicht soviel bekommen...

    Aber das können die Politiker jetzt auch nicht so schnell bewerkstelligen: Wo sollen denn plötzlich doppelt so viele Lehrer und doppelt so viele Räume herkommen???

    Ich wünsche mir das auch sehnlichst, aber das ist eher ein langfristiges Projekt.

    Wenn man allerdings nicht mal den Anschein gibt, anzufangen... SELBST wenn es erst für die Kinder unserer Schüler*innen für alle soweit wäre: wäre es nicht schön? Endlich die Bildung ernst nehmen.
    Aber lieber das verschweigen und zum Nulltarif eine Lösung haben wollen... Ob die Politiker*innen kurz vor der Wahl vorsichtig sind? Ah nee..

    Extraterrestrisch, deswegen war es auch so schwer in Sachsen anzufangen. Aber so nach 20 Jahren wird es dann langsam. Wie sagte Antimon? Sie sei jetzt Baslerin. Das geht, auch wenn man vielleicht nie Schweizer oder Sachse werden kann.

    Wunderschön geschrieben, den Gedanken schnappe ich mir.
    An einer ganz anderen Ecke in Deutschland... wobei die Region bei mir weniger eine Rolle spielt. Aber werde ich jemals (als) Deutsche (angesehen)?
    Früher wäre ich nicht in den "Osten" gezogen (hatte eine Möglichkeit und begründete Bedenken, ich bin auch froh, das nicht gemacht zu haben, aber jetzt mit höherem Alter und anderen Erwartungen (Hauptsache will ich meine Ruhe und Platz dafür :-D), wäre es sicher eine Alternative. Aber: und das auch im Bezug auf den TE: ich finde auch, dass man in einer (ernsthaft angesehenen) Beziehung den Partner einbeziehen soll. Deine Beschreibung klingt nach dem Ende deiner Beziehung - über kurz oder lang -, wenn du dich für den Schritt entscheidest. Das ist schon eine zu berücksichtigende Komponente.

    Abgesehen davon, dass ich es als gesetzt und keine Wahl sehe (zum Teil durch die Ausbildung zum Teil durch meinen eigenen beruflichen Anspruch von Transparenz und Förderung), muss ich zugeben: es passt mir wirklich gut, bei der Korrektur von 20 LK - Klausuren nur noch sehr knappe Erläuterungen zu schreiben.

    Wenn der Schüler neben ‚formuliert eine passende Ein/Überleitung‘, ‚erklärt die Theorie‘ oder ‚findet passende Bezüge im Text‘ seine Punktzahl neben der maximal erreichbaren Punktzahl zieht, dann brauche ich ihm nicht extra schreiben, ‚du sollst Einleitungen‘ schreiben. Und wer zu wenig Punkte bei der Theorie hat, fasst sich an die eigene Nase.

    Passt mir sehr gut in meinem faulen effizienten überlebensKorrekturmodus.

    CDLs Idee kann ich nur unterstreichen... Kontaktiere die Cursus intégré Lehramtsstudiengänge-Kontakte. Mein Studiengang war einer der letzten, die kein Lehramt hatten (ich hab es auf eigene Faust gemacht), aber alle Deutschen, die dann in Frankreich geblieben / zurückgekehrt sind, sind entweder noch dort oder in Deutschland keine Lehrer+innen mehr. Bei aller Liebe: nach 3-5 Jahren als Lehrer*in das Ref nachmachen dürfen ist nicht der Traum von jedem..
    Also: Cursus intégré Kontakt Mainz-Dijon. Es gibt sogar bald einen Ehemaligentreffen, zur Kontaktaufnahme super.

    Aber dann wäre es nicht eine französische Sekundarschule sondern eine deutsche Auslandsschule in Frankreich.. was ja eine ganz andere Fragestellung umfasst. Bienvenue Wenn Interesse besteht, schreib mir mal, ich habe - wie gesagt, soweit ich es überblicke - keine Interviewpartner*innen für dich, aber Interesse an deiner Fragestellung. Ich bin ähnlich unterwegs, nur mit Studis und kürzeren Zeiträumen ;)

    auch in NRW gilt es schon EWIG nicht mehr, aber es hält sich als Legende fest.
    Und SELBST wenn es noch gelten würde: dann genehmigt die SL eben anhand der Unterlagen (in NDS hat mir die SL im Ref eine Arbeit ganz schnell genehmigt und die SuS haben echt doof geguckt. Bei der nächsten Arbeit haben sie besser gelernt)

    Es gilt für jede Klausur / Klassenarbeit. eine gute, eine schlechte, eine mittlere.
    und es war an meinem Ref-Gymnasium in NDS auch der Fall. (und eigentlich an allen Schulen, an denen ich in NRW und auch RLP der Fall. Wie ich aber hier aus dem Forum (und aus Mitreferendar*innen im Ref) weiß: reiner Zufall (und soviele Schulen waren es nicht, aber auf eine gute Hand komme ich schon)

    Da scheint eure SL aber viel Zeit zu haben, wenn sie sich das alles durchliest... Vor allem frage ich mich: Kennt sie sich denn mit allen Themen aus? Oder reicht ihr nur bei der erweiterten SL - also den Abteilungsleitungen - eure Klausuren ein? Und vor allem: Aus welchem Grund sollt ihr eure Klausuren einreichen?

    Bei uns müssen nur Prüfungsvorschläge mit EWH bei der SL eingereicht werden.

    Also: keine Ahnung, was ich MUSS, aber logischerweise reiche ich immer der Erwartungshorizont mit ein, ich soll immer 3 Klausuren bei der SL vorlegen und in den Klausurmappen liegen ja die Erwartungshorizonte, dank denen ich mir ja auch ausführliche Wortkommentare spare. Bei den allerallermeisten SuS kommentiere / ergänze ich direkt auf dem EWH neben der Punktzahl, bzw. der Schüler kann an den Häkchen sehen, was gut war oder an Markierungen, was gefehlt hat.
    Ob die SL sich wirklich alles ausführlich anguckt: bezweifle ich. Aber sicher stichpunktartig. und vll auch bei "Spezialfällen" oder wenn man kurz vor einer Begutachtung steht, keine Ahnung. Ich habe zumindest schon mal Rückmeldung zu Klausuren bekommen. (und der Spruch "Ach, Chili, ich hab deine Klausuren auf dem Schreibtisch, kommst du bitte in die Pause, ich wollte dir was sagen..." hat mich echt sehr sehr unangenehme zwei Stunden verbringen lassen... (es war, um mich darauf hinzuweisen, dass ich unter einer Klausur einen Strich mache, damit Schüler*innen nicht nachträglich noch was hinzufügen können. Der Rest stimmte :D )

    du meinst einfach ganz stumpf "analysiert die erste Strophe 5 Punkte"?

    Das habe ich tatsächlich schon bei einigen KuK gesehen (und es ist fast derselbe EWH für jede Klausur), das finde ich überhaupt nicht sinnvoll.
    Einige SuS wissen nunmal nicht, welche Stilfiguren sie hätten erkennen sollen.

    Oder "erklärt die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik". Klar, hätte der Schüler wissen sollen. Aber wenn er es gewusst hätte, hätte er (jeder) die volle Punktzahl...

    Also ist am Ende ein ausfhrlicher EWH ein Zusammenschnitt von von vielen Bausteinen, die man (nicht unbedingt alle, ich schreibe zb immer viel mehr, als in der Zeit machbar, weil in meinen Fächern die Breite an möglichen Antworten sehr groß ist) hätte schreiben sollen, um die Anzahl an Punkten, die in der Spalte daneben stehen, zu bekommen.

    Ich schreibe immer einen Erwartungshorizont und das so ausführlich wie nur möglich, immer mit der Betonung "schreibt eine Einleitung mit Autor, Titel, Datum, Thema, zb... ", "nennt Stilfiguren und deren Wirkung, zb ..." und sage den Schüler:innen, dass sie natürlich nicht alles haben müssen, um die volle Punktzahl zu haben. Außer eben in einigen ganz klaren Punkten (Einleitung, Wiedergabe der Theorie, usw..). Ich orientiere mich in allen meinen Fächern an dem "Erwartungshorizont" (der nicht so heißt und nicht so heißen darf) vom Abitur. Also an den guten, nicht an den schlechten, die immer wieder auftauchen.
    Schlaue SuS könnten in meinen Fächern die Hälfte der Fehler schon weghaben, wenn sie den EWH lesen (oder in der Klausur schauen würden. Ja, Trotz EWH in der Klausurmappe schaffen es fast alle SuS nicht, eine sprachlich richtige Einleitung zu schreiben.).

    Je nach Zeit (und eigener Motivation / Selbstsicherheit) schreibe ich den EWH vor oder während der Klausur. Aber meine Fächer können keine Folgefehler produzieren. Wenn ich vorab gecheckt habe, was alles möglich ist und handschriftlich meine Fassung bunt gekritzelt habe, kann die Klausur geschrieben werden und ich kann alles in die vorgefertigte Tabelle abtippen.

    Hallo,

    der Erwartungshorizont wird stets direkt nach der Klassenarbeit und vor dem Merkzettel für die Lerngruppe erstellt, bevor mit der Unterrichtseinheit, zu der die Klassenarbeit gehört, begonnen wurde.

    In der Oberstufe könnten (und sollten) alle EWH am Ende eine gute Grundlage für das Wiederholen. Da ich natürlich in den Klausuren nur das erwarte, was wir im Unterricht gemacht haben, sollte mein EWH ein Spiegel der Lernzettel der SuS sein, aber ich weiß auch, dass es bei einigen SuS eher umgekehrt ist (wobei DIESE SuS oft die Klausurmappe nicht vollständig haben :D )

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