Beiträge von chilipaprika

    Wie jetzt «könnte könnte»? Fast mein gesamter Beitrag steht im Indikativ.

    Ich meine dabei nur, dass es nicht an jeder Schule so ist. Das böse Erwachen gab es definitiv zum Beispiel auch an meiner Schule.

    Denn:

    Zitat

    Klar ist das nur meine eine Schule, aber du hast anscheinend gar keine eigene Erfahrung mit gebundenem Ganztag, woher kommt da diese negative, befürchtende Haltung?!


    Ich biete 6 Jahre im gebundenen Ganztag als Erfahrung an, inklusive der davor geschalteten mehrjähriger Erfahrung an selbiger Schule ohne gebundenen Ganztag.

    kalle: außer die Schulen /TRäger entscheiden sich für die gebundene Form. Dann wird es eine Konkurrenz zwischen den Grundschulen mit OG und GG geben.


    Es ist auch eine "Gewohnheitssache". Wenn man es halt nicht anders kennt, (und die Eltern /Älteren nicht ständig einem sagen, wie schlimm es ist), dann stellt man es wenig in Frage.
    Millionen von kleinen Franzosen sind ab der 1. Klasse von 8.30 bis 16.30 (pi mal daum) an 4 Tagen oder 4,5 Tagen die Woche in der Schule. und am 5. Tag im Hort im selben Umfang.
    und sie schaffen es.
    Gesellschaftliche Veränderungen machen es in Deutschland auch notwendig. Seien wir mal ehrlich: der Wandel im Bildungssystem hat nunmal mit den wirtschaftlichen Verhältnissen und der Arbeitsteilung in der Gesellschaft zu tun.

    PS: ich kann mich nicht in eine Parallelwelt beamen, um zu wissen, wie es anders wäre, aber: ich war mit 16 für 2 Wochen bei meiner deutschen Brieffreundin. Im Vorfeld hatte sie ganz oft neidig angemerkt, dass sie auch gerne Sport machen würde, aber keine Zeit hätte, und auch Musik konnte sie aus Zeitgründen nicht machen. Sie hatte während meines Besuchs zu dem Zeitpunkt Schule und ich war total happy, mit in die Schule zu gehen. Ganz klassisch bis 13 Uhr. Ich habe mich nachmittags soooo gelangweilt. und mich echt gefragt, wie man so jeden Tag "einfach so abhängen" kann. Irgendwie konnte ich mit dieser krass vielen Freizeit wirklich nichts anfangen.
    Die Sozialisation prägt nunmal.

    Hätte ich heute ein Kind würde ich mir mehr Unterrichtszeit in der Grundschule (also 8-13 jeden Tag), als es jetzt gibt, würde aber gerne mein Kind tatsächlich nachmittags mehr entspannen lassen, wenn ich es mir auf einer Art und Weise leisten könnte.

    Die könnte man vielleicht auch so aufteilen, dass jeden Tag von 8 bis 12 Uhr die Lehrerin drin ist und von 12 bis 16 Uhr zwei Erzieherinnen. Hier ist stattdessen von 8 bis 13 oder 14 Uhr viel Doppelbesetzung, danach dann nur noch eine Erzieherin. Ist nicht so schlecht!

    In den Ferien findet die Betreuung immer im Wechsel in einer der sechs (?) Grundschulen statt und wird von ErzieherInnen gemacht.

    könnte könnte ...
    Wer sich aber auf sowas verlässt, hat ein böses Erwachen.
    Die Lernzeiten könnten auch von Studierenden betreut werden, sowie Förderunterricht.
    Oder auch nicht.

    Beim gebundenen Ganztag ist es ausdrücklich NICHT erwünscht, dass nachmittags der Spass ist und vormittags die Schulfächer. Es ist Schule vor- und nachmittags, nur dass ein Teil der Stunden auf einer anderen Art ist (Erledigung von Lernaufgaben, Förder- und Forderangebote, usw..). Klar können sie von Erzieher*innen oder Studierenden gemacht werden (aber noch besser: von der Lehrkraft mit einer geringeren Anrechnung aufs Deputat...). Aber die Mathestunde am Nachmittag kann nunmal nur von der Lehrkraft gehalten werden.

    nee, das glaube ich nicht, die Stundentafel wird glaube ich nicht tangiert.
    Die "Lücken", die bis 15 Uhr entstehen (die Schule kann sich aussuchen, ob sie 3 oder 4 Nachmittage sichert), werden durch die Schule gefüllt. Da meine Schule "nur" 3 Nachmittag hat, weiß ich nicht, ob die Schule mit 4 Nachmittagen 2 weitere Unterrichtsstunden (Profil / Förderunterricht ...) oder Lernzeiten anbietet.

    Ganz konkret: ein Gymnasium in gebundenem Ganztag hat auch Lernzeiten im Stundenplan. In G8 machte es fast keinen Unterschied mehr (ich glaube 4-1 Stunden im Plan, weniger nach steigender Klassenstufe, weil der Stundenplan selbst voller wird.), in G9 wird es wieder sichtbarer sein.
    Wenn die Lernzeit in der 4. Stunde ist, dann gibt es auch Mathe in der 7./8. Stunde.

    Eine Schule im gebundenen Ganztag kriegt einen Zuschlag auf die Personaldotation.

    Bei der OGS sind es tatsächlich in der Regel externe Lehrkräfte / Angebote.
    Ich vermute aber: wenn es für eine Schule / Schulträger (er hat in der Regel mehr zu sagen) klar ist: wir MÜSSEN dieses Angebot machen, dann ist es einfacher, einen Großteil der Schulen in den gebundenen Ganztag zu schicken (mehr Zeitstunden durch das Deputat des Landes abgedeckt), und dann wird der OGS-Anteil verhältnismäßig schrumpfen oder nur noch von 15/16-17 Uhr sein.
    und im gebundenen Ganztag sind es normale Schulstunden, normale Lehrkräfte.

    Nicht zu vergessen: in der Unistadt lässt sich jede OGS anhand von Lehramtsstudis wuppen. In anderen Städten kann es ggf. schwerer sein, verlässliche, kontinuierliche Kräfte zu finden, die für das Geld arbeiten (Stundenkontigent über das Jahr, wenig Stunden pro Tag, die super unflexibel im Tag liegen, usw..)

    und die Frage ist: was sind "Unterrichtsstörungen"? Ich lese jetzt noch mal meinen Beitrag und es kann sich nach Musterschüler*innen-Büllerbü anhören. War es nicht. und ich hatte doofe Schüler*innen, schlechter Schüler*innen und uninteressierte Schüler*innen. Aber mein Gott, es sind Jugendliche. Der Anteil an immer und überall intrisisch motivierten Schüler*innen, die morgens aus dem Bett freudestrahlend hüpfen mit "juhu, heute Trigonometrie und Ablativus absolutus", sollte an jeder Schule gering sein. und dass Gespräche mit dem Sitznachbar gelegentlich bis häufig interessanter als der Unterricht sein können: GEschenk. Deine / Unsere Aufgabe ist es eben, interessanter bzw. fordernder zu sein ;)

    In Niedersachsen hat man im Ref auf Gymnasiallehramt von Anfang an u.a. eigenverantwortlichen Unterricht, also die volle Verantwortung für den Fachunterricht in einer Klasse (ohne Ausbildunglehrkraft im Hintergund). Es ist sehr verbreitet, dass Referendar:innen in ihren eigenen Klassen längerfristig Probleme mit Unterrichtsstörungen, also ihre Klassen nicht im Griff haben.

    Also das halte ich für eine sehr merkwürdige Verallgemeinerung.
    Klar, du hast nur geschrieben "sehr vebreitet" und nicht "immer", aber: was die Disziplin angeht, waren die größten Unterrichtsstörungen, die ich hatte, fehlende Hausaufgaben. und ich hatte vorher (und nachher) echt andere Kaliber. Da würde ich keinen Bundeslandvergleich machen (Ref in NDS, vorher und nachher NRW). Ich war einfach auf dem Land.
    Die "Probleme", von denen meine Mitreferendar*innen berichteten, darüber konnte ich - bei aller Ernsthaftigkeit - nur lachen, sie wären in einer anderen Umgebung sicher drei Tode gestorben (und wären dran gewachsen, schafft ja auch fast jede*r).
    Mein ganzes Seminar (sehr großes Gebiet) war auf dem Land und da hat keine*r, der/die sich ein bisschen durchsetzen konnte, richtige Probleme gehabt.

    Ach, wenn wir bei Phobien und Ängsten, die uns das Lehrerdasei vermiesen _könnten_ (!!!), sind.

    1) Ich habe panische Angst vor Feuer. Ich habe aber tatsächlich einen sehr kühlen Kopf und kann jeden Feueralarm wie ein Roboter durchstehen und auf dem Sammelplatz mit meiner Lerngruppe rumblödeln, damit sie selbst keine Angst haben. Auf einer Kursfahrt hatten wir allerdings bei irgendeiner Besichtigung eine halb realistische Darstellung des Brands in London (1666, gut fürs Leben gemerkt). Also alle stehen in dunklen Räumen, es gibt Geräusche, Rauch, Feuerblitze... Ich bin schon kein Fan von engen dunklen Räumen, als wir in diesen Raum kamen und es um den Brand ging... halbe Panickattacke, weinend verkrochen. Ich wurde von einer Darstellerin nach draußen gezogen, mir wurde Wasser gegeben, ich hab meinen SuS Bescheid gegeben, sie haben sich nach der Darstellung nach mir erkundigt, war nie wieder Thema.

    2) Andere Kursfahrt: Besichtigung einer Mine: Enge Passagen, Wasser im Boden, dunkel. "Zum Glück" hat eine Schülerin gesagt, dass sie nicht weiter macht, ich hab mich dem angeschlossen und habe draußen mit den zwei Mädels gewartet (eine andere hatte es von Anfang an ausgeschlossen), dass der Rest der Gruppe am Ziel kommt.

    und trotzdem hätte ich / würde ich nie einer Schulleitung sagen "mmm, überlegen Sie es sich gut, mich einzustellen, ich weine vermutlich, wenn ein Feuer im dunklen, engen Raum ausbricht" ;)

    je nach Karrussel (sind die Karrussels nur die, die sich um eine Achse drehen?). die einen langsamen (mit Pferd und Auto und so) finde ich langweilig, die mit den fliegenden Stühlen LIIIIIIIEBE ich. Dieses Gefühl von Fliegen ist so einmalig.
    Die anderen "Attraktionen" auf Kirmessen mag ich nicht, weil ich kein Typ für diese Sachen bin, unabhängig vom Gleichgewicht.
    Das Autoproblem verbinde ich für mich nicht mit Ohren und Gleichgewicht, komischerweise. Aber ich hab es auch nicht schlimm. und tatsächlich auch Ohrprobleme, also vielleicht hängt es auch zusammen.

    Ich bin als Kind auch oft "reisekrank" gewesen, Busfahrten waren der Horror, Auto mag ich bis heute nicht besonders.
    Meine schlimmsten "Bauchgefühle" der letzten Jahre waren aber auf der 8km-Fahrt zwischen Schwiegereltern und Haus. Es gab immer ein Milchproduktnachtisch. Die Kombi Milchproduktnachtisch (nicht grundsätzlich Milchprodukte...) und Auto und die ersten Kurven, und ich war schon schneller aus dem Auto raus als gedacht.
    Auto- und Busfahrten kriege ich mit Sitz vorne und regelmäßigem Blick auf die Straße mittlerweile ganz gut hin, die Autotemperatur muss aber oft nach unten reguliert werden. Oft muss mein Mann einen Schal nehmen. 20-22 Grad, da bin ich innerhalb von 10 Minuten durch.

    Das sind vielleicht Punkte, die man beobachten kann, wenn man "mal" und "mal nicht" krank wird.

    ach so, ich hatte den Beitrag möglicherweise missinterpretiert: Quatsch! Auf keinen Fall deswegen nicht Lehrer*in werden! Sich nur dessen bewusst sein, und das machst du schon jetzt, ist gut.

    Insbesondere mit dem Fach Französisch könnte es ein Problem sein, wenn die Fachschaft sehr klein ist und eine Person nicht für Kursfahrten zur Verfügung steht. Aber du wärst nicht die erste Fremdsprachenkollegin, die aus gesundheitlichen Gründen an keiner Fahrt teilnehmen kann. Meiner Meinung nach (ebenfalls Sprachkollegin, die aber auch fahren kann und ggf. muss) aber kein Problem, wenn es klar kommuniziert* wird und es ggf. einen Ausgleich gibt (also wenigstens in den Ländern, wo es offiziell eine Dienstpflicht ist). Bei Austauschen gibt es ja auch einen Besuch in Deutschland: da kann man auch sehr viel unterstützden, jemanden aufnehmen, Aktivitäten vor Ort anbieten, aber auch aus Deutschland / dem Schulort aus kann man einiges planen, Anträge stellen und so weiter.
    In den jüngeren Klassen sind die Fahrten auch eher in der Nähe, 2 Stunden Fahrt würde passen.

    Es gibt Lösungen und Wege.

    *klare Kommunikation: das muss ja jede*r für sich entscheiden, aber ich persönlich wäre viel weniger genervt, wenn ich wüsste, warum ein Kollege/eine Kollegin sich Jahr für Jahr um Fahrten drückt. Man muss ja selbst einschätzen können, ob ein kleiner Kreis dafür mehr belastet wird oder ob es "nicht auffällt"

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