Beiträge von chilipaprika

    Da wurde dann die These in den Raum gestellt, dass ein A13er-Lehrer, der bislang 3.300 Euro netto hatten, auf zum Beispiel 2.100 Euro netto gesetzt werden sollten, um eine „faire Verteilung der Lasten nach Corona“ zu erreichen.

    Wie sehr ihr das?

    Nachvollziehbarer Gedankengang. Klingt halt nach Kurzarbeit.
    Gerne.

    aber:

    Bitte nicht vergessen: bei Kurzarbeit arbeitet man nicht.

    und viele Unternehmen stocken sogar das Kurzarbeitergeld auf (von ein paar Prozentpunkte bis viel).

    Also mein Mann hat jetzt im 2. Monat (Teil)kurzarbeit, 2 Tage die Woche. Zum Beispiel gestern und heute. Da ist er im Garten. Seine Akten warten brav auf ihn...

    aber es gibt auch einen Unterschied zwischen Verletzung der (sorry für den falschen Fachbegriff) "Dienstschweigepflicht" und "Datenschutzverstoss". (also ja, ich verletze auch meine Dienstschweigepflicht, wenn ich eine unsichere Mail schreibe)


    Ich habe zum Beispiel meine Mails ausschliesslich online, auf dem Server. Kein Outlook. Dürfte ich also auch nichts eintippen?

    (und nein, ich schreibe keine Infos per Mail, sondern ausschliesslich per Rauchzeichen. Liegt aber sicher daran, dass ich keine Klassenlehrerin bin. Oh, stimmt nicht, ich habe schon mit Eltern Mails ausgetauscht und über deren Kinder geschrieben.
    und auch in der Corona-Zeit mit Schüler*innen über deren Leistungen geschrieben. Tja, schuldig :( )

    Danke kalle!
    Ich finde, es wird einfach viel zu oft vergessen. Klar spielt Fleiß eine Rolle bei der Abitur- oder Durchschnittsnote. Aber ein nicht zustande kommender LK kam viel Einfluss auf die Endnote haben. Wer musisch-künstlerisch gut ist, freut sich über einen besonderen LK, hat aber vielleicht Pech und doch keine Wahl und muss Geschichte nehmen.
    Viele Schulen sind zu klein, um alle Fächer anzubieten und für einige Schüler*innen macht es doch einen Unterschied, ob man Erdkunde oder Pädagogik, Bio oder Physik wählt.

    Ich sage "gerne", dass mein Abitur komplett ohne Mathe und NaWi ist. Ganz stimmt es nicht, ich hatte insgesamt 3 Stunden die Woche für Mathe, Bio, Physik und Chemie zusammen. Anteil am Abitur: ca. 6%, ein Fach wurde 3 Wochen vorher ausgelost. Ich war sehr gut in Mathe (zumindest für dieses Niveau, davor aber eigentlich auch), ich habe eine 1,0 in Mathe/NaWi auf dem Zeugnis. Wäre Bio oder Physik/Chemie gelost worden, hätte ich mich über eine 3,0 freuen können...
    War mein Abitur zu einfach, weil ich keine mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung hatte? Vielleicht. Aber dafür hatte ich 8 Stunden Philosophie die Woche, 4 Fremdsprachen, zwei davon wurden schriftlich und mündlich geprüft, die zwei anderen nur schriftlich, zusätzlich die Muttersprache schriftlich, mündlich plus noch dazu Literaturwissenschaft als Fach. Hinzu natürlich noch ein paar Fächer (es wurde in jedem Fach eine Abiprüfung abgelegt). "Mein" Abitur gilt / galt als das "Mülleimer-Abitur", das jeder macht, der kein Mathe kann. Kann sein. Aber 3-4 Fremdsprachen muss man aber auch können.

    Sind meine Schüler*innen doof, die kein Französisch können? Nö. Einige sind stinkefaul und _könnten_ es, wenn sie arbeiten würden. Einige sind durchschnittlich aber nicht unbedingt super talentiert, andere sind einfach sehr gut. und einige sind sehr gut, entscheiden sich aber für einen anderen Schwerpunkt.
    Jeder von uns, der zwei Fächer in "unterschiedlichen Bereichen" hat, kennt es: wie ein Schüler in einem anderen Fach ganz anders wirkt. Das hatte ich gerade dieses Jahr im Abitur. Ich hatte einen Drittel des Jahrgangs in der zweiten Fremdsprache unterrichtet: und bei den allermeisten war deren Entscheidung abzuwählen die beste ihrer Laufbahn. Menno haben wir uns in der Sek1 aneinandergerieben.
    und dann treffen wir uns in sozialwissenschaftlichen Fächern wieder und sie sind gut. Sehr gut. Argumentativ, analytisch, in der Lage, viele Verknüpfungen zwischen Theorie und Fall herzustellen, sie können Empfehlungen formulieren. Ein richtiger Genuss. und eine richtige Freude, dass diese Schüler*innen durch den jeweiligen Schwerpunkt ihren Weg gefunden haben. Sozial- und Geisteswissenschaften sind am AG möglich. Wenn sie lieber einen wirtschaftlichen Schwerpunkt gehabt hätten, wäre der Weg zum BK um die Ecke auch schön gewesen.

    Ja gut, Idioten gibt es überall und an jeder Schulform.
    (und (vielleicht immer an das Gute im Menschen denken): vielleicht meinte ein Lehrer "du hast es dort einfacher?")

    Aber da die Flexibilität zwischen den Schulformen noch schwieriger für die Lehrkräfte als für die Schüler*innen ist (okay, es gibt einige Zeitpunkte, da ist es super einfach), haben wohl die meisten Kolleg*innen von der jeweils anderen Schulform wenig Ahnung (außer vielleicht höchstens als Schüler*in, und der Weg von Catelyn wird wohl die Ausnahme sein).

    @ Kinetto: Kann ich dir sagen (vielleicht)

    Die normalen Gymnasialllehrer müssten anderenfalls zugegeben, dass

    -

    puntino und Flipper79:

    Wenn ich mich nicht täusche: diejenigen, die hier im Thread für einen besonderen Unterricht / für irgendeinen Kanon in der gymnasialen Oberstufe argumentieren, sind Grundschul- oder Förderschullehrer.
    Die beteiligten Lehrkräfte am AG haben (glaube ich?) hier mitnichten damit argumentiert, ihr angebotenes Abitur sei höherwertig.

    Für die Makroebene sehe ich es eventuell anders, ist aber nur meine persönliche Beobachtung und also nur anekdotische Evidenz, und es ist hier nicht Thema.

    Mir geht es in erster Linie darum, dass gelesen, verstanden und kommuniziert wird. Dabei ist mir relativ egal, ob wir "Klassiker" lesen oder nicht. Literatur ist in der Schule ein Vehikel für Inhalte und macht mit etwas Glück dem ein oder anderen Schüler etwas Freude. Halt dich fest, ich arbeite auch ganz gerne mit Graphic Novels. Das ist auch Literatur.

    Ich möchte gerne das betont unterschreiben. Für Englisch, für alle Fremdsprachen, für Deutsch, für alles.
    @Lehramtsstudent: ich empfehle einen Blick in Klafkis Bildungstheorie.

    Ich rate ganz dringend ab, eine Fremdsprache abzuschließen, ohne eine lange Zeit ins Ausland zu gehen (das weißt du sicher von Englisch). und B1 ist wirklich ein sehr niedriges Niveau, als Fremdsprachenlehrerin.

    Meine Vertretungstätigkeit vor dem Ref ist schon ein paar Jahre her, zur Zeit ist es zumindest in NRW schon schwieriger, an eine solche zu kommen (weniger Lehrermangel am Gym und viele suchende fertige Lehrkräfte).
    Wegen Flexibilität und Vereinbarkeit: ich sage es mal so (den Unterton kannst du für dich beschließen, ob du es auf dich beziehst oder nicht...) -> Ich habe 4 Tage die Woche (16 Stunden) unterrichtet, 4 Korrekturgruppen gehabt und bin einfach an meinem freien Tag und abends zur Uni gegangen, bzw. mal um 14uhr zu einer Vorlesung, wo ich zwar zu spät kam, aber mich brav hinten hinsetzte.
    Ich habe jedes einzelne Blockseminar genommen, das ich konnte und habe durch meine bisherige Studienerfahrung fast Vollzeit studieren können (ich fand, dass man auch ein bisschen effizienter arbeiten knnte, als die angegebenen ECTS-Punkte.)
    Ja, es war Stress und Arbeit. und ich treffe immer wieder auf Menschen / lese hier, dass die Arbeit für ein Drittfach den Aufwand nicht wert sei. Irgendwie sei es einfacher zu pokern und später auf eine Nachqualifikation des Staates zu setzen. Mir war mein Erweiterungsfach wichtig, ich wollte ihn unbedingt studieren und ihn unbedingt unterrichten. Und der Unterricht erfüllt mich wirklich ungemein, ich bin wirklich sehr sehr glücklich über die zwei Jahre, die das Studium gedauert hat. Zugegeben: ich hatte das Glück, einen gut bezahlten Job zu haben. Aber ich glaube, man muss realistisch sein und wissen, was einem wichtig ist. Mir war es nie wichtig, so früh wie möglich eine feste Stelle anzutreten, sondern durch möglichst viele Vielfalt im Alltag glücklich zu sein. Wenn dein Ziel "nur" ist, die Sprache so gut wie möglich zu können: gönn dir vor dem Ref ein Auslandsjahr und erfreue dich an die Erfahrungen und die Sprache. Wenn dein Ziel ist, drei Fächer zu unterrichten und Spanisch abzuschließen, dann: Pobacken zusammenkneifen und "kämpf dafür".
    Du kannst und sollst also für dich abwägen, welcher Weg für dich den größten Mehrwert ohne den zu großen Schaden hat (also welcher Weg ist ein Kompromiss für dich?)

    und ich schicke den Fragebogen per Rauchzeichen an die Mailadresse?
    Sorry für den Sarkasmus, aber man sollte sich schon bewusst sein, dass so ein Fragebogen eine höhere Hürde darstellt. und ich bin nicht betroffen (unterrichte das Fach nicht), würde aber sowas nicht per Mail mit meiner Mailadresse schicken und mir auch keine neue anschaffen. Es sind Details und Kleinigkeiten, aber nur ein gut gemeinter Hinweis.

    Du musst doch für Spanisch ein Auslandssemester / einen Auslandsaufenthalt machen? und von B1 bis C2 dauert es auch ein bisschen mehr Aufwand als nebenbei neben dem Ref. Ein Auslandsjahr kann einiges beschleunigen (vll als Fremdsprachenassistent*in, da verdienst du schon Geld)...

    Es sind auch Punkte, die du berücksichtigen musst.

    Was ist deine Wahrnehmung von "richtiges Geld"? Davon hängt es auch ab. Ich hatte vor dem Ref eine Vertretungsstelle ca. 60%, es war für mich der Himmel auf Erde (geldmäßig) und ich habe daneben eben noch weiter studiert.
    Ich hätte vor dem Ref gedacht, dass ich später nach dem Ref auch weiter studiere (im Ref selbst war ich realistisch und eh zu weit weg von einer Uni). Rückblickend: ICH hätte es nicht geschafft. Entweder hast du nach dem Ref schon deine Stelle und dann ist die Motivation nicht unbedingt super hoch (je nachdem, was du für einen Typ bist), oder hast du noch keine Stelle, bist aber raus aus dem studentischen Milieu und hast Schwierigkeiten, den Spagat zwischen Jobs (möglichst schnell an einer festen Stelle kommen) und Uni zu halten.
    Aber es gibt auch hier im Forum Leute, die das Drittfach nach dem Ref neben der Stelle machen. Ich habe gemerkt: Vollzeit an einer Ganztagsschule, ich habe danach keine Kraft mehr, um 40km zur Präzensuni zu fahren. (und das Auslandssemester bliebe noch...)

    Wir bringen aber den Schüler*innen nicht eine besondere Position zu Hamlet bei (ich habe kein Englisch...), sondern sich zum Beispiel mit einer literarischen Figur auseinanderzusetzen, weil sie zum Beispiel ein Problem zu lösen hat. Da würde man zum Beispiel die Figur charakterisieren, ihre Positionen untersuchen und so weiter.

    Gut, ich habe zu wenig Ahnung von Englisch, ich nehme Französisch, weil es sicher auch greifbar ist.

    Wenn ich die "Fabeln" von La Fontaine aus dem 17. Jahrhundert durchnehme, machen wir da genauso viel Gesellschaftskritik wie möglich. Die Analyse von damals ermöglicht Diskussionen zu heute. (Ähnlich, wenn man in Deutsch zum Beispiel Büchner liest...)
    Wenn ich Sartre lese, dann beschäftigen wir uns mit dem Existentialismus.

    Soll ich dann nur mit den SuS untersuchen, ob sie Reime finden und die Stilfiguren erklären können? oder ob sie die Dramentheorie verstanden haben? Natürlich nicht nur!
    Natürlich nicht. Wir reden über Herrscher und Gesellschaftsformen, wir reden über Sein, Schein und Tod.
    und ich drücke den SuS selbstverständlich nicht meine Meinung auf, sondern wir arbeiten argumentativ, wir lesen eine historische Rezension, machen einen Vergleich mit der heutigen Zeit, usw..

    Was soll es sonst für eine "kommunikative Kompetenz" sein, wenn die jungen Erwachsenen sich nur über Sartre und Shakespeare unterhalten können, aber nicht über die Gesellschaft, in der sie leben?

    @MrJules: du unterrichtest keine Fremdsprache oder?
    in dem Oberstufenunterricht einer fortgeführten Fremdsprache geht es um weit mehr als "nur" den Spracherwerb. Das, was wir da vermitteln, ist viel mehr als ein bisschen Grammatik, Redewendungen und Vokabeln. Die Auseinandersetzung mit Alltagsthemen ermöglicht nicht nur die Umwälzung von Wortschatz und grammatischen Strukturen, sondern auch den Perspektivwechsel (zum Beispiel mit dem Vergleich zwischen den "Kulturen" der jeweiligen Sprache - was automatisch dadurch geschieht, dass man da kaum noch auf didaktisiertes Material zurückgreift und also die Aktualität anhand von realen Texten (Achtung, weiter Textbegriff) studiert. und so weiter...

    @MrJules: Wobei man auch dazu sagen muss, dass es in Hessen z.B. möglich ist, Englisch in der Q-Phase abzuwählen und dafür Französisch oder Latein, wenn in der Sek I damit begonnen wurde, weiterzumachen. Ich nehme aber mal an, dass diese Sprachen auch wieder ihre Standardwerke haben.

    Und was ist schlecht daran?

    Es ist in NRW, und vermutlich überall, auch der Fall. Eine fortgeführte Fremdsprache reicht, warum sollte / muss es Englisch selbst?

    Das ist auch in Bayern so und mit nachträglicher Erweiterung gemeint

    Was ich meinte ist: es gibt woanders gar keinen Unterschied und in den meisten BL macht man eh das Ref nur in 2 Fächern, die Note des Drittfachs spielt oft keine Rolle (leider).

    Ich hatte 3 Fächer vorm Ref fertig, das Ref in 2 Fächern (2. u 3. Fach) gemacht, das 4. Fach direkt zu (während) Refbeginn abgeschlossen.

    Für die Einstellung (NRW) zählte nur 1. StEx der ersten 2 Fächer und 2. StEx. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es in Bayern komplexere Berechnungen und so.

    Allerdings ist das Studium bzw. das Abschliessen des Drittfachs in BY ‚einfacher‘, in den meisten (allen?) anderen Bundesländern studiert man mittlerweile fast das selbe Studium für das Drittfach :( (ich hatte weniger Kurse, aber die selben Abschlussprüfungen, fand ich fairer).

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