Huhu!
Liebe Chili, ich finde das Projekt sehr ambitioniert. Verstehe ich es richtig: Da kommen Schüler aus einem westafrikanischen Staat mal eben auf einen Kaffee vorbei und du sollst bis morgen ein wissenschaftlich ausgearbeitetes Projekt anleiern, dass Probleme löst, die die Welt nicht gelöst bekommt?
überspitzt formuliert: in etwa 
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Ich möchte gar nicht demotivieren aber für mich klingt es so, als ob man dir und den Kindern auf die Schnelle etwas viel zumutet. Wenn ich mit 16 nach Ghana geflogen wäre, wäre ich wahrscheinlich einfach nur geflasht gewesen.
ja, so ging es uns auch bei unserem Besuch dort.
Allerdings war auch die "Ziellosigkeit" und "Langeweile" durchaus ein Frustrationsgrund.
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Mir würde daher eher sowas einfallen, wie: deine Schüler bereiten eine Stadtführung vor/ einen gemeinsamen Kochvormittag/ ihr sucht ein kleines Schwarzlichttheaterstück raus, was man gemeinsam ausprobiert/ Zusammen singen... irgendwas Überschaubares, was sich während des Prozesses entwickeln kann und darf oder was die Schüler vorbereiten können. Begegnung ist doch hier erstmal die Hauptsache.
Solche Aktivitäten sollen natürlich auch nicht wegfallen.
Stadtführung und Rallye werden wir auch auf jeden Fall machen, auch den Schulalltag kennenlernen (wobei einige Mädchen kein Deutsch lernen, andere natürlich nur rudimentär, aber Englischunterricht geht immer)
Kochnachmittag versuche ich zu organisieren. Für die voraussichtliche Gruppengröße ist meine Küche zu groß, aber die Nachbarhauptschule hat eine Lehrküche, ich hoffe, da lässt sich was machen.
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Oder muss ein gesellschaftsrelevantes Thema aufgearbeitet werden bzw. hab ich die Anfrage falsch verstanden? Lieben Gruß!
Das ist das Problem.
Mittel- bis langfristig sollte die Schulpartnerschaft nicht daraus bestehen, dass man einfach mal so vorbei kommt, sondern auch Projekte zusammen hat. Um Fördergelder zu erhalten (denn ja, irgendwann geht es auch tatsächlich darum), sollen wir ein gemeinsames Projekt haben, das eben aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird.
Als wir dort waren, haben wir versucht, am Thema "Bildung" zu arbeiten, es lief sehr schief und unorganisiert. Mein Kollege ist natürlich sehr auf "lass sie doch machen, es muss von denen kommen". Super Idee, in einem System, das sowas nicht fördert und mit meinen eingeschüchternen europäischen Mädels.
und jetzt wundert er sich ein bisschen, warum unser Projektantrag nicht gefördert wird. Dass wir keine Ergebnisse vorzuweisen haben UND er die Unterlagen mit 2 Monaten Verspätung abgegeben hat, das hat natürlich keine Auswirkungen..
Also werde ich "typisch deutsch" durchaus etwas vorbereiten. Mir geht es keinesfalls darum, die Kids 8 Stunden am Tag wissenschaftlich zu beschäftigen. Aber wenn wir neben den Phasen der "reinen Begegnung" und Kontaktaufnahme auch ein Rahmenthema haben, fände ich es praktisch und auch durchaus entlastend. Schließlich können die Kids sich besser selbst beschäftigen, wenn sie wissen, worum es geht.
Voll cool im Sinne der Förderung sind natürlich die SDGs, und da würde das Thema Plastikmüll gut dazu passen.
Ein paar Beispiele von mir bekannten, geförderten Projekten: Musik im Vergleich, "Wasser", "Demokratie". Also suchen wir nicht nach DER Lösung. Aber versuchen, Denkprozesse anzustossen.
Chili