Beiträge von chilipaprika

    De facto hast Du Recht, de jure jedoch glücklicherweise nicht.Der Gesetzgeber unterscheidet nicht zwischen der Wertigkeit einer Stunde. Prüfungsaufsicht, Vertretung, regulärer Unterricht - das sind alles Unterrichtsstunden unabhängig von ihrem zusätzlichen zeitlichen Aufwand.

    Statt Unterricht Prüfungsaufsicht zu machen mag in der Tat wie eine Entlastung wirken, aber ab dem Moment, wo die Stunde nachgeholt werden soll, ist das ja definitiv nicht mehr der Fall.

    Bei uns (NRW) an der Schule (und ich dachte ehrlich gesagt, es für ganz NRW gelesen zu haben) gilt:
    - Aufsichten sind keine Mehrarbeit (außer es ist eine "Statt-Stunde", dann entsteht zumindest keine Minus-Stunde). Wenn ich allerdings 2 Stunden früher kommen muss, weil mein Kurs nunmal früher schreibt, als ich ihn hätte (passiert einmal im Jahr bei den Klausuren unter Abiturbedingungen oder Abitur...), dann ist es halt meine Dienstpflicht.

    - bei uns an der Schule (ich halte es für illegal und stehe deswegen im "Clinch" mit unserem Lehrerrat, der nichts dagegen tun will, weil sie es okay finden) werden allerdings Stunden unterschiedlich gewertet: "Lernzeiten" werden nur hälftig angerechnet, die Vertretung einer solchen Lernzeit also auch nur zur Hälfte. Die Vertretung einer ganz normalen Unterrichtsstunde natürlich voll.

    das ganze hängt aber auch seeeeehr stark vom Bundesland ab. Weswegen man auch nicht unbedingt antworten kann, wenn man von anderswo kommt.

    Ich hatte in NRW mit erstem StEx (Gym) E13 am Gym. Vor dem Ref. (motivierte mich nicht wirklich, das Ref anzutreten). und es war kein Eingruppierungsfehler, das habe ich 3 Jahre lang gehabt, auf geschätzt 7 oder 8 Verträgen, an 3 verschiedenen Schulen bei 2 verschiedenen MitarbeiterInnen.

    es ist zwar nicht schön, wenn KollegInnen gewisse Schulregeln nicht einhalten (lassen), es hat aber doch keine Auswirkungen auf DEINEN Unterricht. Bei jedem Lehrer müssen sich SchülerInnen auf einzelne Regelungen einstellen. Eine Kollegin von mir lässt keinen verspäteten Schüler rein, bis SIE beschlossen hat, dass sie reindürfen. SchülerInnen klopfen und warten vor der Tür. Wenn sie dann mit der Phase fertig ist, öffnet sie die Tür. Bei ihr sind SchülerInnen nie zu spät, die woanders 10 Minuten verspätet antanzen. OberstufenschülerInnen sind in der Lage, zu wissen, dass es bei dir drastische Konsequenzen hat. Also: Handy einkassieren, beim Sekretariat abgeben und bis Ende des Tages hat der betroffene Schüler kein Handy. Sie werden es schnell lernen.

    Du könntest es positiv sehen (und sorry, genauso meine ich es manchmal:) Du _darfst_ nunmal den Arbeitsplatz wechseln. Sprich: man bescheinigt dir die Kompetenz (nicht Fähigkeit, um nicht zu nah am Wort "Befähigung" zu kommen), landesweit zu unterrichten.
    Es ist ein seeeehr guter Deal.

    Warum sollte es ein PEler bei einer Versetzung "einfacher" haben?

    OT:

    Wir sind Seminarschule und ich habe momentan fast in jedem Jahr einen ehemaligen Schüler (m/w) als Referendar. Ist immer spannend zu sehen, wie sie sich entwickelt haben, und sie nun als junge Kollegen zu erleben. Mir erging es ähnlich, als ich als Referendar im Zweigschuleinsatz für ein halbes Jahr an meiner ehemaligen Schule gelandet bin. Meine früheren Lehrer waren plötzlich meine Kollegen. War aber kein Problem, sondern eine schöne Zeit gewesen, und ich fand es auch interessant, sie nicht nur in der Lehrerrolle, sondern nun auch als Kollegen zu erleben und mich mit ihnen auszutauschen.

    Sarek

    Man liest immer, dass bayerische Reffis durchs ganze Land verschickt werden und ihr habt jedes Jahr jemanden aus der unmittelbaren Nähe??
    UND: Es ist nicht "verboten" / "ausgeschlossen", dass jemand an seiner ehemaligen Schule Ref macht?
    Erstaunte Grüße,
    Chili

    Es gibt durchaus Lehrer, die nur ein Fach haben, aber sie sind für eine Schule absolut unattraktiv (beim Einsatz), es sind auch diejenigen, die nur die PE machen können. Bei OBAS hast du zwei Fächer (Ausnahmen beim Staatsexamen und also vielleicht OBAS? waren mal Kunst und Musik als (jeweils) Doppelfach).

    In der Regel werden Physikern Physik als Erstfach und Mathe als Zweitfach anerkannt. Wenn die Anerkennung einmal gelaufen ist, dann bist du auch Mathelehrer.


    Und dass man das Gefühl hat, in einer anderen Region nicht so recht einzufinden kenne ich auch. Mentalitäten sind verschieden, ich finde das sehr interessant. Ich denke nämlich, dass es oft Kleinigkeiten sind, die man fehlinterpretiert, weil sie unbewusst eine große Rolle einnehmen.

    Dieses Zitat ist nur ein Aufhänger und ich unterstelle dir, Krabappel, keinesfalls solche Gedanken, aber mich regen Deutsche (in dem Fall) furchtbar auf, die sich zb in der Schweiz ausgeschlossen fühlen.
    Das sind Menschen, die in Deutschland gar nicht merken, wie sie in ihrem Alltag ständig Leute ausschliessen oder nie angesprochen haben, ob sie etwas unternehmen wollen aber jetzt genau das erwarten.
    Ich bin sooo oft umgezogen und denke mir jedes Mal, "mein Gott, was ist los mit euch?" Ich habe in meiner letzten Stadt Theater gespielt, Gebärdensprachkurse besucht, bin bei mehreren Stammtischen gewesen, bin zu politischen oder kulturellen Treffen / Veranstaltungen gewesen. Es hat einfach nichts gebracht.
    Jetzt wohne ich 30 kilometer weiter, bin zum Sportverein gegangen (den ganzen Rest gäbe es hier nicht :-D), und irgendwie hatte ich nach 2 Monaten mehr Bekanntschaften als nach 5 Jahren in der anderen Stadt. Als Freundschaften würde ich sie tatsächlich nach 2,5 Jahren nicht bezeichnen, aber ich bin diesbezüglich anspruchsvoll und ab einem bestimmten Alter ist es halt so oder so schwierig, irgendwo einzusteigen.
    Dass es allerdings wenig mit Nationalitäten zu tun, sondern einfach mit dem Alltag der jeweiligen Personen zu tun. Wenn man sich auf alles einlässt, wird es einfacher. Einfacher ist aber nicht einfach. und ja, ich beneide meine ganzen KollegInnen, die aus einem 20km-Umkreis kommen und / oder hier studiert haben, damit ihr soziales Netz aufgebaut haben.

    1) oft: die Planstelle.
    2) möglicherweise: bei einem Versetzungsantrag ist es natürlich "einfacher", eine aufnehmende Schule mit dem Fach Informatik zu finden als mit Englisch/Deutsch.
    3) selbst, wenn man fachfremd unterrichten _darf_, Schulleitungen wollen doch eher Leute mit dem Zertifikatskurs. Das heißt: ich DARF das Fach unterrichten, das kann mir keiner nehmen, also in dem Sinne, dass eine neue Schulleitung sagen würde "nee, mit mir geht es nicht, sie brauchen schon eine Art Berechtigung".
    4) immerhin eine Art Qualifikation, es ist schon 100 mal besser als ganz fachfremd. Soweit mir aber von KollegInnen erzählt wurde, ist so ein Kurs aber wirklich kein Studium sondern die Begleitung der KollegInnen, die gerade schon fachfremd unterrichten oder die Vorbereitung der Einheiten für den späteren Einsatz. Man geht also aus dem Kurs mit vielen "Kochrezepten" heraus. Man ist zwar den SchülerInnen ein bisschen voraus aber ohne Eigeninitiative wird es bei pfiffigen Nachfragen sehr schwer.

    Allerdings muss ich sagen: einige Refs geben mir das Gefühl, dass deren Studium auch nicht viel mehr gewesen sei, manchmal. Also: nicht sofort ein schlechtes Fachniveau unterstellen. Nur absitzen und lächeln kann man ja nicht, man hat auch viele Übungen beim Kurs und zwischen den Terminen.

    Naja rein formal bekommst du sie ja nicht.
    Du hast dann nur die Unterrichtserlaubnis nicht die Unterrichtsbefähigung. ;)

    Aber in der Praxis heißt das natürlich nicht viel.

    was ist der Unterschied? Nur, dass ich mich nicht auf eine fachbezogene Beförderungsstelle bewerben darf bzw. das Fach nicht automatisch beim Länderwechsel mitnehme?
    Oder gibt es da ‚gravierendere‘ Unterschiede?

    Und ja, ich bin auch ein bisschen skeptisch, ich hab schliesslich alle meine Fächer voll /regulär studiert bzw. regulär abgeschlossen (das Studium war zum Teil abgespeckt, nicht die Prüfung) und finde es doof, dann mit Menschen ‚gleichgestellt‘ zu werden, die sogar in ihrer Arbeitszeit dafür bezahlt wurden.
    Allerdings: es hat System und das Land will halt nur die Unterrichtsversorgung sicher stellen.

    Wenn man sieht, dass man bei „Bereitschaft, den Zertifikatskurs Physik / Mathe / Informatik“ eine Planstelle bekommt, auch wenn man Deutsch/ Geschichte hat, dann ist es klar... klar, es wird der Mathe/beliebig-Kandidat für Info bevorzugt aber bei uns an der Schule macht das auch ne Sprachkollegin. Ohne Mathe-LK.
    Ich traue ihr zu, sich einzuarbeiten aber natürlich kann man es nicht vergleichen. 4 Stunden Anrechnung. Kein Mensch reduziert auf halbe Stelle, um sich da voll darauf zu konzentrieren.

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