Ich kann diejenigen verstehen, die ferienreif sind, gerade dann, wenn sie in den Weihnachtsferien korrigieren mussten und womöglich vorher noch hinreichend Weihnachtsstress hatten. Ob man das nun unbedingt hier öffentlich posten muss, um das Vorurteil des ewig Jammernden zu pflegen, ist natürlich eine andere Sache. Aber ein nicht unerheblicher Teil der Ferien ist zum einen Überstundenabbau und zum anderen überlebensnotwendig. Sonst schafft das keiner von uns bis 67 (wobei ich ja eher mit 70 rechne).
Ich handle mittlerweile offensiv. Klar lächle ich brav und lasse mich nicht auf Diskussionen ein, wenn jemand beim Sport mich fragt, was ich eh den ganzen Nachmittag mache, nachdem ich angeblich um 12 zuhause bin.
Aber nachdem meine Eltern (!!!) noch vor ca. einem Jahr dachten (ich arbeite seit 10 Jahren im Job), ich würde vom ganzen Klassensatz sprechen, wenn ich sage, ich brauche 30-45 Minuten für eine Oberstufenklausur, bin ich für Aufklärung.
Ja, ich bin ehrlich, ich vergeude zu oft zuviel Zeit für ein schönes Bildchen oder das perfektere Einstiegsvideo (ich weiß, dass "perfekt" nicht steigerbar ist), aber nein, ich bin nicht "besonders pflichtbewusst", dass ich länger als eine Stunde brauche, um 20 Klausuren zu korrigieren. und nein, "[D]eine Lehrer haben "damals" auch nicht so schnell korrigiert, wie du das gerade denkst".
und wenn ich eine Klasse noch nie unterrichtet habe oder erst zum zweiten Mal (und beim ersten Mal zuviel Zeitdruck hatte...) muss ich mich einarbeiten. Klar, ich bin Profi und kann das dank meinem Hochschulstudium schnell und effizient. Aber trotzdem nimmt es Zeit. und auch wenn ich in den Sommerferien einen Höllenspass daran habe, mich in neue Theorien einzulesen: Zeit nimmt es trotzdem.
Für mehr Öffentlichkeitsarbeit.
(und ich habe auch öffentlich im Beitrag oben gesagt, dass ich es auch geniesse, eine andere zeitliche Einteilung in den "Ferien" zu haben und lange auszuschlafen. Das weiß ich sehr zu schätzen, hätte ich nunmal nicht im Büro.)
[Sorry, bin gerade zur Zeit besonders dafür empfindlich, weil die Lehrer- und Schulsituation in Frankreich am Brennen ist und ich echt merke, wie Leute so wenig Ahnung von unserem Beruf haben und nur noch mit den Füßen treten. und das zeigt mir, wie auch noch dankbarer ich bin, dass es mir als Lehrerin in Deutschland verhältnismäßig wirklich sehr gut geht]