Beiträge von chilipaprika

    aber nimm dir wirklich Samus Worte zu Herzen.

    Ich wusste mit 6, was ich werden wollte. Ich wollte es weiterhin mit 18. und mit 21.
    und mit 24-25 (jup, Langzeitstudentin, gerne und stolz darauf) hatte ich die Sinnkrise meines Lebens, wollte nichts mehr werden. Weil mir niemals die Möglichkeit gegeben wurde, mich auszuprobieren. Als Erstklässlerin wollte ich Lehrerin werden (wer denn nicht?) und meine Eltern haben es nur so stark unterstützt, dass ich nie was Anderes zugelassen habe. Meine Eltern hätten auch nie was Anderes zugelassen. Lehrerin ist super, sicherer Job und gut bezahlt. und so stand ich, mit mitte 20, wünschte, ich hätte eine Ausbildung gemacht, ein anderes Studium, ein AuPair-Jahr (gut ein Teil der Sachen wollte ich mit 18 machen, meine Eltern haben es auch tatsächlich verboten).

    Ich habe mein Studium zu Ende gebracht, in einem ganz anderen Bereich ein Jahrespraktikum gemacht, dann ein Jahr im Ausland als AuPair (mit Ende 20!), und danach, auf Umwegen und zuerst aus doofen Zufällen, wurde ich Lehrerin. Weil ICH es WOLLTE. Das Leben der Anderen sieht manchmal viel einfacher, als es ist. Glaub nicht, dass alle 24 Jährigen, die mit dem Studium fertig sind und ins Ref ziehen, superglücklich sind! Viele denken sich, dass sie Umwege gebraucht hätten, andere werden es später bereuen, und nicht wenige machen nur weiter, weil sie einfach eben nicht wissen, was sie sonst machen sollen (und natürlich gibt es auch die super Glücklichen, die es immer wussten und auch richtig liegen).

    Weniger das Instagram-Glitzerleben der Anderen schauen (ist nur ein Spruch, nicht wörtlich zu nehmen), mehr auf sich selbst vertrauen.

    Mach was ganz anderes. Work&travel in Australien oder Woofen in Argentinien. Ich würde mich mal 12 Monate klammheimlich dem Dunstkreis entziehen, der immer irgendwas von dir erwartet.

    Vorsicht mit solchen Vorschlägen zur Zeit, wenn sie sich nach "jetzt" anhören. Viele Länder haben ihre Grenzen zu (aus gutem Grund). Zumindest Neuseeland ist voraussichtlich die nächsten 12 Monate nicht bereisbar, wenn es bis dahin keinen sicheren Impfstoff gibt. Australien wäre schlau, dasselbe zu machen.

    es ist so schwer einfach nicht darüber nachzudenken, ich bin schon bald 21. In dem Alter haben viele ihren Bachelor schon.

    Nach einem Schultag kannst du doch keine Entscheidung treffen. Abgesehen davon: es dauert eben nur ein Jahr. Augen zu und durch, es kann nur Vorteile haben: du wirst herausfinden, was du magst und nicht magst, du hast einen Ausbildungsabschluss, weißt ein bisschen mehr über dich und kannst in dem Job vielleicht jobben, wenn du danach studieren solltest.
    Zur Bändigung "irrationaler" Ängste tut es auch mal gut, sich erstmals an seinen Plänen und Entscheidungen zu halten. Sei erstmals zuversichtlich, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast. Zumindest für diesen Zeitpunkt und für das, was du brauchst: Zeit für weitere Entscheidungen.

    Es scheint eine Kooperation mit einer anderen Schule zu geben. Ich kann nur aus unserer Kooperation sprechen: wir geben seit Jahren unsere ganze Oberstufe in einem Fach ab: es sind 9 Stunden, die uns durch die Lappen gehen. Wenn ein Kollege auf die Stunden angewiesen ist (Zweitfach existiert an der Schule nicht), wird die Schulleitung darauf pochen, dass die Stunden zu seiner Schule gehen, im Tausch gegen was Anderes. und dann verliert eben ein Unbeteiligter: Chris, weil es keine Stunden übrig sind, wenn es ein "kleines Fach" ist.

    vielleicht ist es keine besonders hilfreiche Antwort, aber: je nachdem wie sehr ich an meiner Schule gebunden bin, wäre es ein Grund, schon jetzt anzukündigen, dass ich weg will. Klar hat man keinen Anspruch auf bestimmte Stunden, aber wenn man mir langfristig (und es sind schnell 30 Jahre) ein komplettes Fach von zwei wegnimmt, würde ich mich umsehen. Schließlich habe ich mich nicht grundlos an eine bestimmte Schule beworben.

    ...Das Deputat berücksichtigt diese Faktoren jedoch nur kaum, was wiederum bedeutet, dass "Zeit investieren und sich fortbilden" neben dem üblichen Schulalltag noch in diese 40h-Woche hineingequetscht werden muss.

    Wenn du das Bundesland nicht gewechselt hast: deine Woche hat 41 Stunden, wenn ich mich nicht täusche. Kleiner, aber feiner Unterschied... Man sollte zumindest solche Regelungen kennen, bevor man sie als Rechtfertigung nutzt...

    ich habe damals zurück gefragt, ob man auch von einem Italienischlehrer Französischunterricht verlangen würde,

    Ich hatte ein "Vorstellungsgespräch" (SIE wollten mich unbedingt, ich war nur neugierig) an einer Gesamtschule (NDS): Hauptgrund war Französisch. Da ich ebenfalls Deutsch habe, wäre ich definitiv KLassenlehrerin gewesen. Da ich Französisch unterrichte, war erwartet, dass ich auch Englisch in der Klasse unterrichte, weil ich dann den kompletten "Fremdsprachenbereich" im Blick hätte. Mit PK hätte ich (logisch, Gesamtschule) auch Geschichte und Erdkunde bekommen. Kunst oder Musik hätte ich bitte bitte nehmen sollen, es sei an dieser Schule üblich, und schließlich könne ich ja Noten lesen und ein bisschen ein Instrument spielen (haha, ich LIEBE es Musik zu spielen, aber ich merke es manchmal nicht mal, wenn ich ein Vorzeichen ein komplettes Stück vergesse.. :D). Zum Glück wussten sie nicht, dass ich dabei war, meine ÜL-C-Lizenz zu machen :D

    Ich brauche nicht zu sagen, dass sie nie wieder was von mir gehört haben. Es waren aber fast nur die kleinsten Gründe, die komplette Pädagogik stimmte nicht für mich.

    ich kann zuwenige Fragen beantworten, aber: Da die Universität Bielefeld kein BK-Studium anbietet (oder?), musst du eben an eine andere Uni. Du kannst nicht hier und da Sachen studieren und dann puzzlen. (Gut, rein technisch schon, aber es hilft dir nicht, du MUSST irgendwann in dem realen Studiengang angemeldet sein).

    Mein Zug, der sonst immer sehr voll war (vor Corona) ist aktuell nach wie vor sehr sehr leer.

    Ach, schön, dass es woanders eine ähnliche Wahrnehmung gibt. Ich habe versucht, extra auf einen Zug auszuweichen, in dem keine SuS sitzen (davor oder danach), musste aber letzte Woche drei mal in den "Schulzug" einsteigen. Er war genauso voll / leer wie die anderen. Liegt nicht unbedingt an den Schüler*innen (es sind ja nicht soviele), aber die Menschen, die normalerweise diese Verbindung nehmen (DIE Verbindung war normalerweise brechend voll, die davor und danach weniger aber nicht leer), sind einfach nicht mehr da. Ich spüre Auswirkungen des Home Offices (und des Urlaubs, aber die meisten Menschen fahren in den Schulferien).

    Es ist soooo traurig, sowas von einem Grundschullehrer zu lesen.

    „Schade, Pablo, dass du nicht so gut Deutsch kannst. Streng dich an, es ist deine Leistung, ich kann es dir doch nicht beibringen!“

    Ich hoffe, du merkst das Bild. Ich erwarte nicht von dir, dass du deinen ausländischen Nachbar an die Hand nimmst und ihm Deutsch oder Mülltrennung nach Feierabend beibringst. Aber als Gesellschaft, als Lehrer, als Staatsdiener ist es unsere Aufgabe. Es ist unsere Aufgabe, Deutschförderubg zu betreiben.

    Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft, Asylunterkunfte nicht ausschliesslich in einem (armen, ausländisch geprägten) Stadtteil zu bauen. Darauf zu achten, dass es Angebote in einer Stadt gibt, usw... (Integrationspolitik ist ja eine Kreuzaufgabe von Sozial-, Bildung-, Wohnpolitik usw...)

    Es ist wichtig und gut, dass Sensibilität für interkulturelle Bildung auf dem Lehrplan der Lehramtsausbildung steht. Ganz offensichtlich nicht immer erfolgreich. (Über die Aufnahme von Flüchtlingen rede ich nicht! Sondern über Integration)

    Es führt jetzt weiter ins OT aber da sind wir eh schon: der Gedanke der zeitlichen Begrenzung ist im Übrigen die Quelle jedes Übels in der Integrationspolitik. Warum soll man sich anstrengen, eine neue Sprache / Kultur / Sitten zu lernen, wenn man eh bald wieder weg ist? Warum soll ich fremde SuS beschulen, Kraft, Zeit und Mitteln investieren, wenn sie eh nicht im System bleiben?

    Ein kurzer Blick auf das Scheitern der sogenannten Ausländerpädagogik (und davor, noch schlimmer, da war gar nichts) zeigt es: Integration ist nicht alleine die Leistung des (einzelnen) Migranten sondern aller, auch der aufnehmenden Gesellschaft, schon allein die Haltung.

    fast OT:

    Es ist echt ärgerlich, dass es in manchen Ländern auf der Welt immer noch derart desolate gesellschaftliche Strukturen gibt, dass Menschen sich gewungen sehen, diese zu verlassen.

    Stell dir mal vor: es gibt auch Menschen, die einfach in ein anderes Land ziehen, OHNE dass sie desolate gesellschaftliche Strukturen verlassen. Obwohl, vielleicht trifft es doch auf mich zu..
    "_Noch_ kein geregelter Aufenthaltsstatus" bedeutet wirklich lange nicht, dass es sich um Flüchtlinge handelt. und auch nicht, dass es Länder sind, die uns arm und kriegerisch vorkommen. Es kann auch der US-Amerikaner sein, der seiner deutschen Liebe nachzieht und noch keinen Job hat. (kein Job -> kein Visum, und oft: kein Visum -> kein Job).

    Ich wüsste gerne (anekdotische, reine Neugier) wie viele von den (überspitzt!) „Blindvertrauern“ schon Erfahrung mit einer Ausländerbehörde haben. Selbst oder als nahbetroffener.

    Ich war (in verschiedenen Städten und Ländern) Ausländerin „Erster Klasse“ (kein Scherz, es gibt in vielen Städten und Ländern unterschiedliche Abteilungen und Schalter) und diese wenigen, verhältnismässig so harmlosen Erfahrungen haben mich genug geprägt. Mit einem vollständig ausgefüllten Antrag samt Unterlagen kommen, bei Öffnung des Gebäudes um 7uhr da sein, 2-3 Stunden warten („Zweite Klasse“ = locker 6-8 Stunden und keine Garantie...), diesem Blick des Sachbearbeiters ausgeliefert sein, der nicht glaubt, dass ich von ‚so wenig‘ Geld lebe... lügen MÜSSEN... wenn meine Eltern nicht unterschrieben hätten, dass sie mir 1000 Mark pro Monat geben, hätte ich keine Aufenthaltspapiere bekommen (offiziell notwendig waren 1350 DM, real hatte ich 600, und: es ging, niedrige Wohnheimmiete und Recht, ab und zu arbeiten zu dürfen („erste Klasse“-Ausländerin) waren okay).

    Und natürlich haben sie nur ihren Job gemacht, und natürlich sind es nicht alles A... Trotzdem ist mir diese jährliche Panik hängen geblieben.

    Wie gesagt. In Deutschland, in mehreren Städten und Bundesländern, wie in anderen Ländern.

    Man verschweigt also nicht, weil man besch... will, sondern weil es keinen Grund gibt, bestimmte Infos zu nennen. Die Ausländerbehörde braucht keinen Vermerk, dass Abdul eine 5 in Mathe hat, wenn ich mich bezüglich Übernahme von Nachhilfekosten informiere. Dass schlechte Noten einem angekreidet wird, wenn man den nächsten Antrag stellt, weiss man auch beim ALG2. (Auch da müsste übrigens jeder mal einen Antrag ausfüllen und zu einem Termin, da würden einige anders reden...)

    Aber warum meinst du, dass man ‚den Fall weitergibt?‘

    Wenn ich gerade unsicher über die Versetzungstegelungen bin und meinen Mittelstufenkoordinator oder bei super komplexen Fragen die BR frage, frage ich auch ‚anonym/hypothetisch‘ und nicht ‚in meiner 8a habe ich einen Schüler, Hans-Johannes Müller, er hat in den Fächern Deutsch und Russisch folgende Noten...‘.

    Und damit habe ich der BR weder etwas verschwiegen noch absichtlich belogen, wenn ich nur frage, wie die Versetzung bei Defiziten in Fächern der Fächergruppe 1 und Fächergruppe 2.

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