Ich finde es spannend, dass eigentlich alle, die gegen eine leistungsbezogene Zahlung in unserem Beruf argumentieren, wie selbstverständlich davon ausgehen, dass ein Grossteil unserer Kollegen sich wirklich erpressen lassen würde. Nur man selbst natürlich nicht, gell?
Ich befürchte es ja selbst auch, dass es so sein könnte, aber wenn man genau drüber nachdenkt, ist das schon eine sehr tragische Annahme.
oh, ich gehe sehr wohl davon aus, dass ich dadurch erpressbar wäre. Man sieht es doch alleine an der ganzen Probezeit, da fühlt man sich nur genötigt, tolle Sachen zu machen und wenn man irgendwann eine gewisse Stellung oder Nische in der Schule haben will, dann muss man irgendwo / irgendwann Weichen stellen. und natürlich fühlt man sich genötigt, dies und dies mehr zu machen..
Wenn die Regierung erstmals alle Gehälter um 20% kürzt, um dann irgendwelche Leistungsprämien großzügig zu verteilen, werden ständig irgendwelche Streitereien entstehen.
Nur ein Beispiel (und wir reden hier nur über Probezeit-Gutachten): Eine Kollegin hat am Curriculum ihres Fachs gearbeitet. Ihre Kolleginnen haben sich zurückgehalten, die Fachvorsitzende meinte "ach, mach das doch alleine zu Ende, dann kannst du es fürs Gutachten aufschreiben".(nur als Info: kleines Fach mit wenig Jahrgängen, also durchaus "machbar") Tja, ist ganz nett, aber Hilfe hätte sie trotzdem gerne angenommen. Allerdings war das soweit so gut.
Ein Jahr später fiel aber der Fachvorsitzenden auf, dass sie gerne eine Beförderungsstelle hätte und beschloss also, dass sie 2 Zeilen im Curriculum verändern könnte und dann diese Arbeit für ihr Gutachten schreiben könnte.
Pech für sie, der Schulleiter konnte sich noch gut erinnern und meinte, er hätte doch im Gespräch mit Frau XY darüber diskutiert, dass sie die ganzen Reihenbeschreibungen gemacht hätte und so weiter...
Wie sieht es denn bei Leistungsprämien aus? Wie behält die Schulleitung im Blick, wer an welchem Projekt wie zu welchem Anteil mitgewirkt hat??!
Zitat
Es stimmt ja auch einfach nicht, dass ein Kollege die ganzen guten
Klassen hat und der andere die ganzen schlechten Klassen und so die
Bewertung der Unterrichtsqualität verzerrt wird. Ich unterrichte zur
Zeit 7 verschiedene Kurse und natürlich ist da bunt gemischt alles
dabei, genau wie bei meinem Kollegen immer bunt gemischt alles dabei
ist. Sicher ist das an der Grundschule z. B. anders, wo man sehr viele
Stunden in einer Klasse unterrichtet.
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Es mag sein, dass es nicht durchgehend und 10 Jahre lang immer so ist, ich sehe es aber in der Mittelstufe ganz anders als in der Oberstufe (und selbst da gibt es nunmal KollegInnen, die immer den LK bekommen. WEIL..)
Wir haben bei uns Klassen mit besonderen Profilen. Der Mathelehrer, der die mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, hat einfach viel einfacheres Spiel. Der Sprachlehrer in der Klasse übrigens auch.
Ich habe seit Jaaaaahren immer die "profillose" Klasse in der Mittelstufe. Hat sich mal ergeben. Irgendwann habe ich auch gesagt, "ach, ich nehme die 6D, ich bin ja dankbar, dass ich den Oberstufenkurs haben durfte, ich mache es einfach". Die Klasse hatte ich aber 4 Jahre am Hals. und ich hatte bei (anfänglich 30 SchülerInnen, am Ende) 22 SchülerInnen mehr als die Hälfte bei 4minus, 5 oder 6. und ganz ehrlich: die 1 war eine 1, hätte aber nie im Leben eine 1 in einer anderen Klasse/Schule zum selben Zeitpunkt bekommen. Das Niveau war schon gesenkt.
Bei solchen "Leistungszulagen im Hinblick auf Ergebnissen der Klassenarbeiten" würden alle KollegInnen sich um die NaWi-Klasse kloppen oder um den bili-Kurs in Englisch. Es ist zur Zeit schon so. Aber wer verliert, hat vielleicht Stress und weniger Spass im Unterricht, aber dafür nicht 20% Gehaltskürzungen ...