Beiträge von chilipaprika

    Ich finde das Kriterium "nicht deutsche Herkunft" sowas von bescheuert, dass ich mich frage, wie akademisch gebildete Menschen darüber diskutieren könnten.
    Nach Pass?
    Nach Geburtsort?
    Nach Geburtsort der Eltern?
    Nach gesprochener / Mutter-Sprache der Eltern?
    Nach deutschem Sprachniveau der Eltern?
    Nach Religion?
    Nach Kriminalitätsstatistik?

    Was ICH durchaus interessant und diskussionswert halte, ist tatsächlich die staatliche Steuerung. Ich komme aus einem Land mit Schulsprengeln bis zur Universität. Dass sie nicht das Allheilmittel sind, weiß ich übrigens auch! Bürgerliche Städte sind nunmal groß genug, unschöne Vororte sind auch mal groß genug, dass man da keine Sprengel dazwischen ziehen kann.
    Meine Herkunftsstadt hat zwei (drei. eine in privater Trägerschaft) Mittelstufenschulen. Sie sind an zwei Enden der Stadt, die unterschiedlichen "sozialen Milieus" (wenn man sie anhand der Wohnsituation feststellen kann) sind schön verteilt. und so ist gesichert, dass Kinder aus bürgerlichen Stadtvierteln mit Kindern aus diesen sozial geförderten Türmen in einer Klasse sitzen.
    Klar, es gibt dadurch in vielen Städten einen florierenden Privatschulmarkt. und einige Schulen, die "Russisch als Erste Fremdsprache" anbieten, sind plötzlich attraktiv, wenn man einer anderen Schule entfliehen will (als Begründung für den Ausnahmewechsel des Sprengels: ein bestimmtes Fach. in der Regel sind es die Sprachen.)

    chili

    Huhu!
    Generell gilt: Deutsch ist einfach immer "schlimm". Du musst immer davon ausgehen, dass du (zeitweise) nur eins deiner Fächer unterrichtest und deswegen das nicht "nur so" studieren. Allerdings sei auch vorher gesagt: die Einstellung zu einem Fach kann sich im Laufe des Studiums, des Refs, des Berufslebens mehrmals ändern. Ich habe leidenschaftlich Deutsch studiert, tat mir zu Beginn mit dem Fach schwer, bin jetzt totunglücklich, dass ich es schon das zweite Jahr in Folge nicht unterrichte. Ich habe Französisch im Studium gehasst, ich unterrichtete es anfänglich am liebsten, ich bin mittlerweile in einer Phase, wo ich echt um jede Französisch-Gruppe weniger Freudesprünge mache. SoWi ist dabei relativ konstant. Das Fach an sich begeistert mich, ich hatte im Studium hohen Respekt vor einzelnen Gebieten, ich unterrichte es mit Begeisterung, genieße es, dass der Korrekturaufwand niedrig ist und sich also meine Gesamtkorrektur dadurch senken lässt. Ich mag es, ein "Nebenfach" zu haben, könnte aber nicht die ganze Zeit NUR Nebenfächer unterrichten. Genau die Abwechslung finde ich prima.
    Ich bin also - und auch aufgrund der Einstellungs- und Einsatzchancen - eine klare Befürworterin von Dreierkombis.
    Bilingual sowieso. Es ist mehr oder weniger die Zukunft an allen Schulen, so dass Schulen natürlich Leute, die nachweislich bilingual unterrichten können, lieber einstellen, als jemand, der zufällig beide Fächer hat...

    Abgesehen davon, dass es ‚DAS Asperger-Kind‘ nicht gibt, weil es eben immer sehr unterschiedlich ausfällt: wo ist das Problem. Asperger-Kinder sind absolut in der Lage soziale Regeln zu lernen, auch wenn es ihnen schwerfällt und es mitunter lange dauert. Irgendwann lernt das Kind, seine Antworten zu formulieren (und die Lehrkraft lernt auch vll daraus, nicht nur doofe Fragen zu stellen).
    Das divergente Denken von Aspies ist anstrengend, aber sicher eher bereichernd als störend. Gut, man soll sich von seiner homogenen Vorstellung vom Gym verabschieden...

    Mündliche Mitarbeit ist wichtig. Soll das stille Mädchen, das so wenig redet, auf die Sonderschule?

    ich bin selbst ob der Anspruchshaltung vieler meiner SchülerInnen, die neben der Schule schon jetzt 250-300 Euro verdienen und dann im Studium gerne dasselbe zur Verfügung hätten plus Miete und Unterhaltungskosten, sehr erstaunt.
    Man muss aber bitte differenzieren.

    Wer studiert und Bafög bekommt, darf ausziehen (und bekommt entsprechend mehr Bafög), aber es gibt AUCH die Jugendliche, die eben nicht zu Hause bleiben können und dann Anspruch auf nichts haben. Die Ausbildungsvergütung schließt sich mit jeder anderen Hilfe aus. Dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, ist klar. Dass Azubis nicht viel können, auch. eine "gerechte" Lösung (im Sinne von "man kann vollständig von der Ausbildungsvergütung leben") gibt es nicht, aber man soll auch nicht so tun, als würden alle Azubis sich das selbst aussuchen, wenn sie kein Geld haben und sich manchmal ein Studium eher "lohnt". Natürlich ist es kurzfristig gedacht, falls man für das Studium nicht geeignet ist oder nicht in der Regelstudienzeit fertig wird, aber für einige Abiturienten ist eine Ausbildung finanziell keine Alternative.
    (ich bezweifle zwar, dass viele SchülerInnen sich darüber Gedanken machen, aber ich habe gerade 2-3 Mädels bei mir gehabt, die langsam kapieren, dass einiges an ihren (erzwungenen) Plänen (Eltern unterstützen ein Mädel nach dem Abi nicht mehr. Bei der anderen ist es umgekehrt: Sie soll kein Studium aufnehmen, weil die Mutter sich sonst eine andere Wohnung suchen muss...) einen Haken hat.

    Eine Bankangestellte meinte mal zu mir bei einem Praktikumsbesuch, dass sie fast nur Abiturienten nehmen und keine Realschüler, wie es gesetzlich als Mindestanforderung stünde, weil (Achtung!) sie die Azubis zu unterschiedlichen Filialen (für unterschiedliche Ausbildungsabschnitte) schicken würden und die Busverbindungen ja schlecht seien, also brauchen sie volljährige Azubis, die den Führerschein haben.
    Man kann nebenbei gesagt sehr wohl mit dem Bus fahren (ich war selbst mit dem Bus zu dem Besuch angereist.), aber sie hätten ja schlechte Erfahrungen mit Busfahrern gehabt (Ausrede: "Bus war zu spät" oder "Bus verpasst") und die Azubis seien oft nicht bereit, 20 Minuten früher anzukommen und kämen lieber 10 Minuten zu spät, wenn die 30-Minuten-Taktung ungünstig sei.

    Super.... habe ich mir damals gedacht.

    Hast du denn (also auf einer höheren Ebene als von einer Seminarleiterin) abklären lassen, ob du den Seiteneinstieg machen darfst?
    in NRW durfte ich keinen Seiteneinstieg / OBAS machen, da ich ein Staatsexamen habe. Die Tatsache, dass ich auch einen anderen Abschluss habe, war irrelevant.
    Da du in deinem Lebenslauf den ersten Ref-Versuch nicht verschweigen wirst, ist der Behörde klar, dass du ein erstes Staatsexamen hast...

    Ich finde, das ist die Krux am Fremdsprachenunterricht.
    Natürlich muss man in allen Fächern ein gewisses (hohes) Niveau erreicht haben, damit man didaktisch reduzieren kann.
    Im Geschichts- (jetzt wird Nele schimpfen) oder Politikunterricht kann ich (ich setze natürlich ne gute Vorbereitung voraus!!!) über unsere Vorfahren oder unseren Klassensprecher sprechen. Ich kann in Mathe Bruchrechnungen durchnehmen, ohne von irgendwelchen Funktionen, die man erst in der Oberstufe hat, zu sprechen.

    Im Fremdsprachenunterricht ist das Fach STÄNDIGER Gegenstand. Ich SPRECHE die ganze Zeit (naja, schön wär's) die Sprache, natürlich passe ich meine Sprache möglichst dem, was SchülerInnen schon können, aber ich kann nicht einfach eine falsche Zeitanpassung machen oder einen falschen Modus mündlich benutzen, nur weil die Kids es noch nicht im Unterricht hatten. Auch das Erstellen von Materialien ist eine ständige Falle für Fehler (sehe an meiner aktuellen Referendarin). nicht zu sprechen von der Aussprache :(

    Ich hoffe, (die meisten) LehrerInnen sind sich dessen bewusst, dass solche Grenzen absolut nix bedeuten.
    Wenn ich jetzt meinen Vokabeltest mit 15 Wörtern/Sätzen von oben nehme: Wenn ICH beschlossen habe, dass ein Kind 10 Punkte braucht, um eine 3 zu bekommen, dann auch, weil ich weiß, wie ich korrigiere.
    Wenn morgen jemand total unreflektiert mir sagt, ich solle erst ab 12 Punkte eine 3 geben, dann ziehe ich nur noch halbe Punkte ab, wo ich zur Zeit volle abziehe. Umgekehrt nach unten.
    Es steht ja nirgendwo im Gesetz, wieviele Punkte ich für "le pére"(alternativ "la père", "le péré", oder "le vater"...) statt "le père" zu verteilen habe.

    Hä???? Du darfst keine Noten machen?
    und wie machst du dann die Zeugnisnote? Du würfelst?

    Ich sage nicht, dass ich einen Schüler dran nehme und ausfrage, wie in Bayern zum Beispiel sondern, dass ich rein theoretisch in jeder Stunde jedem Schüler eine Note gebe. (Dass die Realität anders aussieht und ich oft alle paar Wochen eine Grobnote gebe, ist für mich nicht der Idealfall).
    Ein Test darf maximal den Wert einer Unterrichtsstunde haben. Das heißt, wenn du 12 Wochen im Halbjahr hast, hat der einzelne Test kaum Bedeutung. und du darfst auf keinen Fall eine Zeugnisnote alleine anhand von Tests bilden.

    Naja, wenn ich zum Beispiel (von Erdkunde habe ich wenig Ahnung) Politikunterricht habe, dann sind doofe Fragen wie "Nenne den Staatsoberhaupt", "Wer wählt den Bundeskanzler?", "Wie heißt das deutsche Parlament?" oder Ähnliches Fragen, die in einer 9 darunter fallen. Natürlich schafft es nicht jeder, der anwesend war und die meisten müssen lernen, aber auch Fächer der Fächergruppe II sollen gefälligst ihren Anspruch nicht verlieren.

    um welches Fach handelt es sich.
    und ganz ernsthaft: wenn man so ein Bewertungsraster hat, sorgt man dafür, dass 40% der Punkte durch stupide Aufmerksamkeit im Unterricht zu schaffen ist.
    und sollte es sich um ein Nebenfach: ich begrüße eine solche Staffelung sehr. Es ist ja eh nur ein Test im Wert einer Unterrichtsstunde. Das heißt, du hast eh ganz viele mündliche Noten und dieser Test ist halt eine Vorbereitung darauf, dass man auch im Nebenfach Fachwissen lernen muss.

    erstmals nur zu diesem einen Punkt:
    Da du nur in der Unter- und Mittelstufe unterrichtest, sollte dir doch bekannt sein, dass es auf den Zeugnissen keine Tendenzen gibt und dass eine 4minus eine 4 ist und somit bestanden?
    Erst ab der Q1 ist eine 4minus ein Defizit.
    4 minus ist schließlich: "noch ausreichend".

    ich habe in allen Klassenarbeiten und Klausuren, die nicht nach Noten-Abivorgaben (also fast die ganze Oberstufe) bewertet werden bei 50% die 4minus.

    Die lineare / nicht lineare Verteilung hängt vom Fachschaftsbeschluss.
    In den (Vokabel-/Grammatik-)tests habe ich aber auch zum Beispiel unterschiedliche Verteilungsmuster, je nachdem, ob die Abfrage "schwieriger" war oder nicht.
    In der Regel:
    10 Punkte -> 10 / 9 / 8-7 / 6-5 / 4-3 / 2-0
    15 Punkte -> 15-14 / 13-12 / 11-10 / 9-8 /7-5 / 4-0

Werbung