Beiträge von chilipaprika

    Aber es gibt doch einen (wesentlichen!!!) Unterschied, was ich zuhause mache und was ich als staatlich bezahlte Beamtin mache.

    Ich kriege A13 von Steuerzahlern, um einem Gottesdienst beizuwohnen oder Aufsicht zu machen. Unterricht darf ich in der Zeit nicht machen, weil ich sonst die Kirchgänger benachteiligen würde...
    Also fällt Unterrichtszeit aus. Bei uns 4 Gottesdienste im Jahr während der Unterrichtszeit, es ist nicht so, dass es genug Projekttage, mehrstündige Klausuren, Ausflüge und so weiter gäbe, die mit meinem Unterrichten regelmässig kollidieren...

    Und ob der Herr zuhause betet und / oder welche Lieder er singt, geht uns gar nichts an. WIR aber repräsentieren den Staat. Den angeblich säkulären Staat.

    Chili

    aber wenn du unbedingt sowas brauchst:
    https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Sch…Schulgesetz.pdf
    §2 (2)
    Ehrfurcht vor Gott.
    und nein, es ist kein "Satz nebenbei, der nicht mehr gestrichen wurde". Es gab genug Novellen und es gab Anträge der Opposition, diesen Satz aus dem Schulgesetz zu streichen, aber die "Mehrheit" stimmten dagegen.
    Also lieber Gott, bring gut bitte noch genug Gottesdienste in unsere "staatliche" Schulen...

    Na klar, von einem Akademiker erwarte ich auch einiges, aber trotzdem ist es doch keinen Grund, dass man ganz viele Akademiker einstellt, die sich dann einarbeiten müssen.
    und ich habe naiv gedacht, dass "der menschliche Körper" schon umfassend genug ist, dass Mediziner sich nicht auch noch mit Tieren und Pflanzen beschäftigen.
    und ja, mir ist klar, dass ein ausgebildeter Arzt selbstverständlich den Mittelstufenschulstoff von einigen Naturwissenschaften locker im Kopf hat. Es ging mir auch um die formale Seite, wo man tatsächlich schon stark auf die Fachnähe guckt.
    Aber gut, es ist egal, ich glaube nämlich gar nicht, dass man mit einem Medizinstudium an einer allgemeinbildenden Schule den Seiteneinstieg machen kann. Wenn Biologie gesucht wird, werden genug Diplom-Biologen anstehen.
    Aber guter Anstoss, ich werde mir jetzt ein bisschen gucken, was man in Bio tatsächlich macht.

    Ich hatte sehr viel Spass an Nachhilfe, fand aber da Sachen total doof, ich liebe meinen Job (als Lehrerin), finde aber auch da Sachen doof und im Vergleich sind es ausgerechnet Sachen, die sich gegenseitig bedingen.
    Je nachdem, was man also besonders mag, kann es sehr frustrierend sein. Ich bin sehr oft sehr frustriert, dass ich eben nicht auf den Einzelnen eingehen kann, dass ich keine Zeit für alle meine SchülerInnen habe und dass ich zb bewerten MUSS. Zum Glück gibt es aber ganz viele andere Aspekte, aber wenn ich insbesondere diesen Aspekt bei der Nachhilfe geliebt hätte (individuelle Förderung), hätte es nie geklappt. Zum Glück war das aber auch etwas, was mich da gehemmt hatte, weil es mir auch zum Teil "zu individuell" auf Teaching for the test vorkam..

    aber Panama versteht sich selbst auch als "absolut nicht greifbar" und fällt bei der Arbeit nicht aus, das ist doch gleichwertig oder?

    Den Mann in Schutz zu nehmen ("so wichtiger Job" und so weiter) finde ich nur problematisch, wenn man selbst mit 12 Stunden in der Woche jede 3. Woche zu Hause bleibt, weil Schnupfen oder Kopfschmerzen (der Kinder) und keine andere Alternative / kein Netzwerk vorhanden.

    [ganz schlimme Krankheiten lasse ich mal außen vor, das ist was Anderes. Aber "normale" Kinderkrankheiten und Ausfälle sollten bei Berufstätigkeit, auch Teilzeit eingeplant werden ]

    Der Wechselgedanke kommt daher, weil ich am Studium selber keinen Spaß habe, ich mich ständig erschöpft und müde fühle und meine Noten immer schlechter werden und ich immer öfter wiederholen muss. Für mich war die Vorklinik ein einziger Graus und ich gehe auch nicht mehr gerne in die Uni. Ich fühle mich da irgendwie falsch.

    Für einen Seiteneinstieg brauchst du aber ein abgeschlossenes Studium. Entweder machst du dann das Medizinstudium, das dir keinen Spass macht, zu Ende, und dann könntest du immer noch Arzt werden, oder du wechselst jetzt das / die Studienfächer und studierst grundlegend Lehramt.
    Abgesehen davon: du hattest Ärzte als Lehrer??

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Lehrermangel an allgemeinbildenden Schulen soooooo schlimm ist, dass man sogar noch auf Ärzte zurückgreift, da ist gar kein Fach erkennbar...

    chili

    Sag mal, gibst du uns jetzt die Argumentation für die Steuer wieder (okay, man muss / kann ja alles ausnutzen, was geht), oder ist es tatsächlich deine persönliche, eigene Meinung, dass jemand, der zufälligerweise eine Funktionsstelle hat, seine KollegInnen belohnt, wenn er gerade mal Geburtstag hat?
    Irgendwie eröffnen sich neue Abrechnungsmöglichkeiten, so oft wie ich Klementinen auf dem Tisch liegen lasse und / oder Kekse für KollegInnen backe (weil ich gerade Zeit und Lust habe. und "so oft" auch nicht).
    Aber dann müsste ich auch in meiner Steuererklärung den Apfel aufführen, den mir mein Kollege (mit Funktionsstelle!!) letztens geschenkt hat oder die Kekse, die unsere Schulleitung mal gebacken hatte? Weil es ist ja ein Geschenk also auch anzugeben?

    mein Kenntnisstand: sobald ein "Ausgleich" (wie auch immer) gegeben wird, muss es aufs Zeugnis. Wer die zusätzliche Zeit / Unterstützung nicht mehr braucht und nicht mehr bekommt, braucht ja also keine Bemerkung auf dem Zeugnis. Es ist aber nicht so, dass man "im Nachhinein" argumentieren kann, à la "aber Peter hat bei der letzten Arbeit frühzeitig abgegeben", sondern man klärt, unter welchem Status man quasi läuft.
    chili

    Ja, das mit den wenigen Standorten ist wirklich ein Problem, zumal einige Unis / Länder dadurch erhebliche Kosten haben, die andere Länder brav einsparen.
    Ich habe kurze Zeit Gehörlosenpädagogik in Berlin studiert, da werden nur 15 Leute (oder mittlerweile mehr?) pro Jahr genommen, der Sprachlernanteil ist riesig u nur mit kleinen Lerngruppen (15 durch 2), in anderen Veranstaltungen mussten zum Teil Dolmetscher dabei sein, weil der Dozent eben gehörlos ist. Riesenkosten für eine richtig gute Qualifikation, da graut es zu wissen, was andere Unis auf Sparflamme anbieten oder sogar gar nicht anbieten.

    Susannae, das ist doch total albern, was du sagst.
    Wenn man an einem Tag die Vorbereitung "verschieben" kann, hieße es, dass die anderen Tage eben nicht voll sind. Was bei der Arbeitsverteilung von jemandem mit solchen eingeschränkten Arbeitszeiten nicht sein wird. Wir reden nicht von jemandem "vollkommen gesunden", der am Wochenende eine 12-Stunden-Schicht einlegt, um die Konferenzzeit abzuarbeiten.
    Wenn man auf der anderen Seite damit argumentiert "ach, dann bereiten Sie den Unterricht einfach einmal nicht vor", um eine längere Pflichtarbeits/präsenszeit zu begründen, könnte man einfach sagen, dass die TE die nächsten Monate einfach weniger / gar nicht mehr vorbereitet, dann kann sie doch die eine oder andere Unterrichtsstunde im Stundenplan mehr haben. Braucht sie ja schliesslich nicht vorbereiten...

    Bei uns an der Schule (NRW) gilt die Regelung, dass ein freier Tag erst unter 18 Stunden (von 25,5) möglich ist. Für mehr als einen freien Tag gibt es keine Regelung, dafür gibt es einfach zu viele unterschiedliche Kopplungen und so weiter. Klar, der Deutsch- oder Erdkundelehrer, der nur in der Mittelstufe unterrichtet, hat es einfacher, als der Religions- oder Lateinlehrer, der durch alle möglichen Kopplungen an anderen KollegInnen gebunden ist.

    falsch ist falsch, ist mir doch egal, woher die Fehler kommen.
    Also natürlich sag ich meinen SchülerInnen "Achtung, pass auf, das "ma" ist Italienisch, es ist auf Französisch "mais", usw.
    Ich hab einen Oberstufenkurs mit SuS, die zum Teil auch entweder Italienisch oder Spanisch lernen, da müssen sie es lernen: ohne Fleiss und Konsequenz geht es nicht mit drei Sprachen (Englisch in der Regel dazu). Einige sind schlau und wählen eine der romanischen Sprachen ab oder ändern ihr Lernverhalten, oder kassieren dafür die Quittung in den Klausuren ;)
    und dass das nicht ohne ist, weiß ich selbst. Ich musste mich aufgrund meines mehr als faulen Lernverhaltens in der Oberstufe von Italienisch trennen. Es ist nicht jedem gegeben, zwei Sprachen einer selben Sprachfamilie gleichzeitig und ohne Disziplin zu lernen. Da muss man halt kein falsches Verständnis dafür haben. Habe ich zumindest nicht.

    1) weil ich das machen muss, Dienstanweisung. 2) Da die Fahrtkosten (an meiner jetzigen Schule) sich im Rahmen halten, habe ich ehrlich gesagt bis jetzt nie darüber nachgedacht. Versichert bin ich meiner Meinung nach selbstverständlich, da es sich um einen Dienstweg handelt.
    Ich hatte letztes Jahr mit 8 Praktikanten geschätzt 20 Kilometer zusätzlich. JedeR kann sich bei uns eintragen, wo er will (solange in der Liste Platz ist) und natürlich nimmt jeder, was auf seinem Arbeitsweg liegt, bzw. ich bin zu Fuss durch die Innenstadt gelaufen.
    chili

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