Beiträge von chilipaprika

    Das Fach heisst am Gym in NDS 'Politik/Wirtschaft', in NRW 'Politik/Wirtschaft' in der Sek I, 'Sozialwissenschaften' in der Sek II, in RLP 'Sozialkunde', etc... in jedem Bundesland anders, oft an den Unis mit unterschiedlicher Ausprägung/Gewichtung der Anteile, fast überall anerkannt (ich gab das Fach in RLP studiert, Ref in NDS gemacht, arbeite jetzt in NRW... Mitstudis von mir sind in RLP, BaWü und Hessen verstreut...)

    So formuliert klingt es natürlich nicht besonders positiv.
    Ich formuliere es anders: da ich (leider?) viel zu viel Zeit in Online-Foren verbringe und sowohl im Referendar- als auch Lehrerforum schon lange vorm Ref angemeldet war und da ziemlich alles gelesen habe, was ich nicht gebraucht habe UND (hier definitiv: leider) mir ziemlich alles merke, war es mir wichtig, dass die Infos zusammenpassen.
    Aber generell: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, ich will immer mindestens zwei unterschiedliche Quellen haben, wenn ich eine Entscheidung treffe. und ich werde hoffentlich nie erfahren, dass ich die schlechte Entscheidung getroffen habe, weil es dann bedeuten würde, dass ein Ernstfall eingetroffen ist.

    Ich habe keine Dienstunfähigkeitsversicherung (bin nicht versicherbar), kann aber generell die "Fairsicherungsläden", die es in den meisten Städten gibt. Dort wurde ich für alle meine Versicherungen sehr gut beraten, sie haben mir auch Zeit gelassen, und ich habe dann viel im Internet nachrecherchiert, ob die Infos passen, zb. und irgendwo muss man auch vertrauen, denn schliesslich: ich bin ausgebildete Lehrerin und NICHT Versicherungsmaklerin / -spezialistin.

    chili

    Naja, insbesondere in Mathe wird es mehr als genug Sammlungen geben. Ich hab eh das Gefühl, es gibt nur ein Lehrwerk ;)
    Material kann man en masse kaufen, im Netz finden, viel tauschen, auch mal geschenkt bekommen. Wobei ich wirklich das Wort TAUSCHEN betonen möchte. Arme junge Referendare brauchen Impulse und Starthilfe. Allerdings sitzen sie zb am Seminar an der Quelle von neuen Materialien, haben Zugang zu anderen Referendaren und haben mehr, als sie glauben. Darüber hinaus sollte man auch selbst was leisten, wenn man mal was geschenkt bekommt. Besonders wichtig ist aber auch, dass man selbst wissen muss / erfahren haben muss, wie man Materialien entwickelt und an seine Lerngruppe anpasst. DAS ist auch unser Job. Mit nur einen Ordner von jemandem bekommen, öffnen, unterrichten kommt man selten weit. Weder im Ref noch später.

    Ja, es hängt ja immer von der Schule und dem eigenen Stundenplan ab.
    Ich habe in einer Woche 2 Nachmittage frei, in der anderen 3. Sonst bis 15uhr oder 16uhr30 Unterricht. und natürlich brauche ich danach auch mal Zeit für Administratives oder so, aber ich wohne in der Nähe und habe kein Problem damit, ein bisschen länger zu bleiben.
    Lieber so als früher kommen ;)

    und nicht vergessen: man wächst auch mit der Zeit. Deswegen gibt es auch das Ref.
    Im Ref wirst du schon eine Menge Reihe unterrichten, sie alle schön abheften / archivieren und dann hast du sie eben parat, beim nächsten Mal. und mit deiner Frau hast du einen direkten Tauschpartner in einem Fach, ist auch ein großer Vorteil ;)


    Mein fach ist Mathematik und heißt das jetzt für mich, dass ich wegen Arbeiten weniger Stunden habe ? Wenn ich also 3 Mathekurse habe, have ich statt 25,5 vielleicht 23?

    Nein, das wäre natürlich nett.

    Erstmals:
    https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_tex…00692#det369427
    deine wöchentliche Arbeitszeit wird 28 Stunden sein.

    Wie gesagt: jede Schule hat ihre eigenen Regeln. Auf der Lehrerkonferenz verabschiedet.
    Bei uns gibt es solche Korrekturpunkte ausschliesslich für Klassenarbeiten und Klausuren. und ein Teil des Topfs ist für Klassenleitung-Entlastungen reserviert. Es gibt aber Schulen, die die Betreuung einer (naturwissenschaftlichen) Sammlung auch aus dem selben Topf entlasten wollen.
    Je mehr Interessen aus dem Minitopf bedient werden, desto weniger bleibt für den Einzelnen übrig.
    Ich weiß nie im Voraus, was ich bekomme. Am Ende des Jahres wird alles berechnet und eingereicht und dann proportional aus dem Topf verteilt. Die allerallermeisten KollegInnen kriegen sowas wie 0,328 Stunden oder so (ist schon nicht zu wenig). Mit über eine Stunde waren nicht viele KollegInnen (nicht mal ne Handvoll). Wir haben glaube ich knapp unter 40 Stunden im Topf, ca. 60-70 KollegInnen und 800 SchülerInnen. Du siehst: es ist nur ein Zeichen der Anerkennung der Arbeit, aber nur ein kleiner Trost.

    Die größeren Entlastungen sind wirklich mit Ämtern verbunden wie Stundenplan oder Stufenkoordination, aber es ist WEEEEEEEEEEEEEIT mehr Arbeit als die 2 Stunden zb.

    Korrekturentlastung: da es eben (sehr große) Unterschiede in der Korrekturbelastung innerhalb eines Kollegiums gibt, haben die meisten Schulen einen (viel zu) kleinen Topf mit Stunden, die nach einem bestimmten Schlüssel verteilt werden.
    Es ist nämlich ein Unterschied, ob ich 25 Stunden Sport/Bio ohne Klassenarbeiten unterrichte oder Deutsch/Englisch.
    Auch hier: die Entlastung ist niemals realistisch.
    Mit ausschliesslich Korrekturgrupoen und Vollzeit habe ich ketztes Jahr zb knapp über eine Stunde Entlastung bekommen.

    Du gehst nächstes Jahr ins Ref und hast also schon Praktika gemacht oder?
    Ist dir nie aufgefallen, dass man nicht in allen Fächern Klassenarbeiten schreibt?? Oh, zb in den Fächern Religion oder Geschichte...

    Klausurorganisation und zB Oberstufen- oder Mittelstufenkoordination sind Aufgaben, die sehr viel Aufwand bedürfen, weshalb es dafür in der Regel sogenannte Anrechnungsstunden gibt. Dh, man erledigt einen Teil seiner Arbeitszeit nicht im Unterricht/ Vorbereiten/ Korrigieren sondern übernimmt administrative Aufgaben. (Die Entladtungsstunden dexken sehr selten den Aufwand ab...)

    Ich hatte ein paar Halbjahre 26 Stunden, ich habe dieses Jahr viel weniger. Einerseits soll ich die "Überstunden" abbauen, andererseits hat es sich so ergeben, so dass ich tatsächlich ins Minus komme, und zum nächsten Halbjahr eben sicher 26 oder gar 27 machen muss.
    zu den Stundenplänen: such dich im Forum durch.

    Ich bin im 3. Jahr nach Verbeamtung, habe 4 Fächer, davon 3 Korrekturfächer und hatte nur in einem Jahr 2 korrekturlose Lerngruppen.
    Ich arbeite fast nie nach 20uhr, Regelfeierabend ist gegen 18uhr/18uhr30, mit einer ausgedehnten Stunde Pause, wenn ich nachmittags nach Hause gekommen bin (zusätzlich zur Mittagspause in der Schule). Dafür brauche ich das Abschalten und meinen Schlaf zu sehr. Ausnahme zb heute: ich war den ganzen Nachmittag krank und musste noch die Klassenarbeit fertig stellen.
    Ich spiele keine Musik, habe aber 2-3 mal die Woche FESTE Sporttrainingszeiten, da muss ich halt davor fertig sein. Ich schwimme 3 mal die Woche, laufe ebenfalls 3 mal die Woche, brauche Krafttraining und ab und zu sind Wettkämpfe. Ob das mit den Wettkämpfen am Wochenende gut geht, kann ich erst in 6 Monaten berichten aber zum Glück bin ich schlecht genug, dass es nicht jedes Wochenende.
    Ich arbeite in den Ferien zeitlich sehr flexibel (eher nachts), aber viel. Ich hab mich mit Familie und Freunden getroffen, viel trainiert aber auch den Unterricht der nächsten 6-8 Wochen fertiggestellt. In 3 Lerngruppen komplett neu, in 2 anderen mit neuen Lehrwerken.
    Meine SuS brauchen eine Lehrerin, die Ahnung vom Thema hat, aber kein Methodenfeuerwerk jede Stunde.
    Erwartungshorizonte sind seeeeehr ausführlich, mit vielen Beispielvorschlägen und Mustersätzen (zb in der fremdsprachlichen Analyse), viel Arbeit aber dann kann ich bei jedem Schüler darauf hinweisen. Gut, um die Positivkorrektur kommt man nicht rum, aber es erleichtert trotzdem einiges. Da in jedem Fach die EWH sich alle ähneln, ist die Schablone auch sehr hilfreich und von jeder Arbeit zu Arbeit weniger Aufwand.

    Ich will dich nicht von München überzeugen. Und ich habe auch jahrelang gedacht, Teilzeit in TVL, cool, ist genug Geld. Aber man gewöhnt sich auch an A13, ist völlig okay und nicht zuviel Geld ;)
    Übrigens: Zeit haben ist cool, aber wenn man kein Geld mehr hat, um Instrumente zu kaufen, mmm :( Gut, der Verbrauch an Gitarren (oder so) ist vermutlich niedriger als an Badehosen und Schwimmbrillen, aber der Preis auch.

    Triff die richtige Entscheidung für dich aber schlag dir aus dem Kopf, dass (Korrektur-)LehrerInnen kein Leben haben können.

    Chili

    Hallo!

    Ich bin eine starke Verfechterin von "Psychotherapien sind dasselbe wie Reha nach gebrochenem Bein". Trotzdem: wenn es nicht wirklich notwendig ist (und du jetzt nur wegen stärkerer Kraft des Attestes damit liebäugelst), würde ich es lassen. Da du noch in der Probezeit bist, werden am Ende deine Kranktage weitergeleitet und womöglich musst du noch zum Amtsarzt. Da eine solche Situation sicher regelmäßig aufs Magen drückt und du vielleicht die eine oder andere Grippe mitnimmst, würde ich nicht unbedingt das Schicksal herausfordern.
    Denn "die Situation ist untragbar und macht mich krank" wird schnell "sie ist nicht belastbar und macht gleich einen Burnout, weil der Vorgesetzte ihr nicht gefällt".

    Pass auf dich auf, aber einen solchen Attest würde ich an deiner Stelle nicht in der Akte haben wollen.

    Chili

    Gadolinium,
    einen 11 Monate alten Beitrag aus der Versenkung holen, um dann Gewalt zu verherrlichen? Grandiose Idee, sag ich mal so.
    "rein zufällig" darfst du keinen Schüler schlagen. Das darfst du auch nicht in der Welt außerhalb der Schule. Es ist Selbstjustiz und dieseist in einem Rechtsstaat verboten. Da du ein Vertreter besagten Staates werden möchtest, solltest du das auch wissen.
    Nach welchen Kriterien unterteilst du denn deine SchülerInnen? Die soziale Herkunft scheint bei dir eine Rolle zu spielen, um zu entscheiden, wie du dich ihnen gegenüber verhälst? Das nennt man Klassismus und ist auch in einem Rechtsstaat verboten.
    Bitte tue dir / uns / der ganzen Schulwelt ein Gefallen und bleibe der Schule ferne.
    Chili

    In NRW ist es eine Dienstpflicht UND wir kriegen die vollen Kosten zurück (plus Tagegeld).
    Es ist durchaus ein Unterschied.
    Natürlich eird keine Schulleitung, die noch bei Sinnen ist, jdn richtig zwingen, mitzufahren, aber mir fallen gerade mindestens 3 Fälle der letzten 3 Jahre ein, die über eine Fahrt nicht besonders glücklich waren. Egal ob zeitlich, oder die bestimmte Klasse oder was auch immer.
    Solange man nicht Teilzeit arbeitet und Kinder/Pflegeverwandte hat, wird es mit womöglich zwei Hauptfächern schwer, sich komplett und für immer rauszureden.

    Chili

Werbung