Beiträge von chilipaprika

    Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass du eine Versetzung dann ablehnen kannst, wenn dir die Schule nicht passt. Sicher bin ich mir aber nicht...

    Zur Info:
    In NRW kannst du es selbstverständlich... also, ablehnen, wenn es dir nicht passt.

    In NRW wäre folgende Vorgehensweise gut:
    1) Versetzungsantrag stellen
    2) Okay der Schulleitung bekommen (ist bei uns notwendig, die Schulleitung kann 5 Jahre lang nein sagen - aus dienstlichen Gründen)
    3) dann sofort die Schulen, die in Frage kommen, anschreiben / besuchen, ob sie Interesse an dich haben.
    4) diese Schule meldet Bedarf an deine Fächerkombi.
    5) die Bezirksregierung merkt, dass es passt und verteilt dich dort. (Risiko: eine andere Schule braucht ebenfalls deine Kombi und hat sichhaltigere Gründe / bessere Beziehungen)
    6) Personalrat nickt zu
    7) Du stimmst zu, unterschreibst, wechselst die Schule.

    Wie gesagt, es wäre aber NRW.

    Falls ich falsch (anders als beabsichtigt) verstanden worden sein sollte:
    Es war Sarkasmus über die ebensolche Vermeidung aller Defizitnoten. Wenn man aber mit Gauß argumentiert, dass man nur sehr selten 15 Punkte verteilen kann, verstehe ich es so, dass man natürlich 12-14 Punkte dann mehr verteilt (halt gestaffelt mehr je mehr man sich den 7-8 Punkten nähert). Aber wie sieht es mit 1-4 Punkten aus?

    Ich gebe 14-15 Punkte unabhängig einer Statistik, gebe aber zu, dass ich gerne öfters defizitäre oder ausreichende Noten austeilen möchte, als ich es tue. Noch eine Baustelle der mündlichen Noten, an der ich arbeiten soll. (Schriftlich ist es in meinen Fächern mit den Erwartungshorizonten kaum möglich, unter die 4 zu kommen)

    Wenn es wenigstens auch die selbe proportionale Verteilung für 0-4 Punkte gäbe...

    Chili, die schon mehrmals 15 Punkte gegeben hat. Auch mehrere im selben Kurs von 15 Leuten. Und manchmal ist in einem anderen Kurs von 30 Leuten die beste Note 12 Punkte.
    Wer sehr gut ist, kriegt eine sehr gute Note. Punkt. Was soll ich ihm denn noch sagen? "Weißt du was? ICH kann's immer noch besser als du, also kriegst du nur eine 1minus..."

    Nee, ich meine es so.
    Ich muss offiziell 25,5 Stunden arbeiten. (Vollzeit Gym NRW, bei uns wird NICHT unterschieden, ob ich nur Oberstufe oder nur Unterstufe unterrichte...)

    Jede Schule hat einen "Topf" zur "freien Verfügung" (naja), in denen sagen wir mal 30 Stunden (für 50-60 Vollzeitstellen) sind. Daraus werden einige Entlastungen gesichert, die nicht offiziell festgelegt sind (das wären zb Betreuung eines Referendars oder Stufenleitungen und einzelne Beförderungsstellen zb.).
    Jede Schule hat ein eigenes Konzept, wie diese 30 Stunden verteilt werden. Sehr interessant übrigens, wenn man an verschiedenen Schulen gearbeitet hat und die Unterschiede kennt.
    Bei uns an der Schule kann am Ende des Jahres jeder Kollege in einer Tabelle eintragen, wieviele Klassenarbeiten er in welcher Lerngruppe geschrieben hat, es gibt für jede Stufe / Fach eine Anzahl Punkte vergeben, alles wird addiert und dann wird proportional diese mickrige Anzahl Entlastungsstunden auf die KollegInnen verteilt. Mit 6 Korrekturgruppen, 3 davon in der Oberstufe, hatte ich letztes Jahr fast eine komplette Entlastungsstunde (juhu!), aber halt sowas wie 0,835 Stunden.
    Auch für Klassenleitungen wird proportional mit Schülerzahlen etwas verteilt.
    Das heißt, ich müsste dieses Jahr sowas unterrichten wie 24,239 unterrichten (Reste von den Jahren davor, usw..). Ich könnte 24 oder 25 machen zb. (Pech für mich, ich mache weniger und muss nächstes Jahr mehr machen, ist aber ne andere Geschichte..)

    Hallo!
    In NRW habe ich noch nie davon gehört, dass es Gespräche in den kleinen Ferien gegeben habe. Nur mal sehr sehr vereinzelt "Nachschubstellen" zu Beginn der Sommerferien.
    Aber nur so als Hinweis: Irgendjemand muss ja diese Gespräche führen. und es sind keine Verwaltungsbeamte mit freier Ferienlegung, sondern LehrerInnen / Schulleitungsmitglieder.
    Sie freuen sich auch auf ihre Ferien.
    Also: plan ruhig deine Ferien.
    Aber gut, am Ref-Ende soll man ja pleite sein, du wirst also keinen Flug ans Ende der Welt buchen ;)

    meike: aus reiner Neugier: habt ihr denn in Hessen immer nur glatte Zahlen als (reale) Unterrichtsverpflichtung? Also keine Klecker-Minuten als Entlastung für die 300 Klausuren, Klassenleitung, was weiß ich noch?
    Ernsthaft, Schulleiter können manchmal Probleme sehen. Als ob es deren eigene Stunden wäre, die man denen wegnähme... (vermutlich leider am Ende tatsächlich so?)

    chili

    "Was Franzosen können, können nur Franzosen"? Oder wie ist das zu verstehen? Ganz ernstgemeinte Frage!

    Erster Punkt:

    Die Franzosen haben eine sehr unterschiedliche Prüfungsart. Das ganze Leben, die ganze Schule beweihräuchert sich mit der Aufsatzart "dissertation". Es ist eine Art Erörterung / Essay mit sehr starrer Struktur.
    Beispielthemen (Abi 2016, Philosophie) -> "Weniger arbeiten, ist es besser leben?" oder "Ist der Wunsch qua Natur unbegrenzt?".
    Dieser Aufsatz wird 3 Teile haben (These, Antithese, Synthese), jeder Teil hat 3 Unterteile. Wenn schon das nicht klappt, ist man schon fast raus. Natürlich gibt es darüber hinaus weitere Regeln.
    und diese Aufsatzart gilt für ALLE Fächer. Geschichte, Erdkunde, Philosophie, germanistische Linguistik.

    Wenn man damit nicht aufgwachsen ist, ist es schon eine sehr herausfordernde Umstellung. (Und wenn man damit aufgewachsen ist, ist es eine unglaubliche Befreiung, die deutsche Universität kennenzulernen.)

    Zweiter Punkt:

    Das französische Lehramtsexamen ist kein Examen, sondern ein Wettbewerb.
    Vor ca. 15 Jahren gab es für das Deutschexamen 104 Plätze in ganz Frankreich. Wer auf Platz 105 ist, ist raus. Nicht auf einer Warteliste, sondern raus. und darf neu antreten (unbegrenzt). Angemeldet in dem Jahr waren ca. 2000. Angetreten (sprich: an allen nationweit (ja, auch in den Überseedepartements im indischen Ozean) zentral gestellten schriftlichen Prüfungen erschienen) waren ca. 2/3. Zu den mündlichen Prüfungen dürfen nur ca. 350.
    Die schriftliche Prüfung ist halt eine Reihe von solchen Aufsätzen, in den Fremdsprachen auch mehr als zur Hälfte auf Französisch.

    Also ja, ich kenne Deutsche, die das Capes (so heißt die Prüfung) bestanden haben. Sie waren in der Regel schon mehrere Jahre im französischen Hochschulsystem. Und sie haben die Deutsch-Prüfung abgelegt.


    Gut, Lehrer sind in Frankreich aber mittlerweile Mangelware, nicht gut bezahlt und gar keine Anerkennung von der Politik, von den Eltern und Schülern schwindet auch der bisherige Respekt.
    und die aktuellen umfassenden Reformen sind auch katastrophal..

    Michael: Stimmt, Asien habe ich nie im Blick.

    @TS: solltest du (wirklich) gut in Englisch sein: Asien will dich. Sorry für den absolut undifferenzierten Spruch, aber so erschien es mir beim Reisen. Ich habe ein Jahr in Neuseeland gelebt und dort nicht nur viele Japaner in meinem Englischkurs kennengelernt, die nach 6 Monaten Sprachkurs gerade die B2-Prüfung gemacht hatten, in Japan aber schon seit Jahren Englischlehrer waren!!, sondern auch sehr viele Engländer und Skandinaven (die halt mit ihrem Englisch so gut wie Muttersprachler sind), die irgendwelche Verträge in Japan, Thailand, Vietnam bekommen hatten, um dort Englisch zu unterrichten. Thailand und Vietnam waren ja zur persönlichen Entwicklung und Reisen, Japan waren reale Jobs. Gut, dort spielst du nur lebende Kassette und machst nur Aussprache, aber ein Job ist ein Job...

    in die Schweiz gegangen ist. [...] die Bezahlung ist sehr gut.
    Ich habe vor dem Referendariat ein Jahr in einem osteuropäischen Land gearbeitet. Die Bezahlung der Lehrer ist dort mau, [...]Das ist in vielen Ländern so und das solltest du bedenken.

    Ich glaube auch, dass es jenseits der Schweiz kein Land gibt, wo man als Lehrer verhältnismäßig soviel verdient wie in Deutschland.

    Nein, man muss nicht überall Deutsch als Fach haben, um DaZ zu machen. In der aktuellen Zeit nehmen sie eh jeden, der bereit ist, den Schein zu machen, ob er überhaupt Ahnung von der Sprache hat oder nicht.
    Natürlich wird aber eine Schule im Ausland mehr darauf schauen, da sie nicht nur darauf angewiesen sind, Flüchtlinge zu beschulen, die (Achtung, sarkastisch zugespitzt "keine Rechte haben" und sich nicht beschweren können), sondern eine zahlende Elternschaft vor sich haben, die natürlich das beste für ihre Kinder haben, und wenn sie teuer Geld dafür zahlen, dass das Kind auf Deutsch beschult wird, wollen sie keinen Sportlehrer, der ab und zu Deutsch spricht, sondern eben auch Ahnung von Grammatik und Literatur hat.

    Man MUSS aber nicht Deutsch studiert haben und Deutschlehrer sein, um ins Ausland zu gehen. Nur gibt es eben Fächer, die dafür sehr wenig prädestiniert sind, und Sport gehört dazu. Auch die anderen Fremdsprachen. Was bringt einem Englisch oder Spanisch, um in die USA oder nach Südamerika zu fliegen. Die Sprache muss man können, man wird sie aber nicht unterrichten.

    Seine Fächerwahl darauf auszurichten, irgendwann "im Ausland" zu leben, ist nicht so sinnvoll.
    Um konkretere Antworten zu erhalten, wäre eine Angabe von möglichen Zielländern hilfreich.

    Zum Theaterbesuch: Ja, im Deutschunterricht hat man zu meiner Zeit Theaterbesuche häufig in Verbindung mit einer gerade im Unterricht behandelten Lektüre verbunden. Aber es war immer eine freiwillige Veranstaltung. Nie wurden alle SuS dazu verpflichtet. Das halte ich persönlich für wesentlich sinnvoller.

    Interessant.
    Ich verpflichte / Wir verpflichten auch mal meine / unsere SchülerInnen. Zum Theaterbesuch auf Deutsch, auf Englisch oder auf Französisch. In der Schulzeit oder außerhalb der Schulzeit. und auch gegen Geld.

    Freiwilligkeit und intrisische Motivation sind mal was super, aber wir haben einen Bildungsauftrag und Heranwachsende wissen nunmal nicht immer, was gut für sie ist, weil sie nicht alle Gründe und Absichten durchschauen (können). Also wird einfach verpflichtet.
    Einige mosern rum ("nix verstanden" (hättest du die Vokabellisten gelernt...)), aber die meisten freuen sich und mein letzjähriger Kurs redet immer noch vom französischen Theaterabend in der nächsten Stadt. (und sie werden sich in 10-15 Jahren auch daran erinnern, wenn sie ihren Kindern das Buch vorlesen (auch wenn sie das dann auf Deutsch vorlesen) )

    Nach Häufigkeit würde aber nur Sinn ergeben, wenn du Übersetzer aus dem Englischen ausbildest. Die Schüler sollen einen breiten Wortschatz entwickeln und auch mal Wörter verwenden, die nicht die allerhäufigsten sind. Weil es eben auf gutes Ausdrucksvermögen hinweist bzw. sehr differenziert ist.

    Ich unterrichte eine andere Fremdsprache und mische die Abfrageart, deutsch-sprache, sprache-sprache, kontext, wobei ich zugebe, dass deutsch-sprache am häufigsten ist. Aus effizienzgründen und weil ich auch dadurch die schwächeren SuS unterstützen will, die einfach den Fleiss zeigen, 'stumpf' Vokabeln zu letnen und sie nicht (immer) mit alten Wörtern bestrafen will, die sie nicht mehr wissen. Aber halt ab und zu eben doch mit Kontext oder Fremdsprache - Fremdsprache, damit ein 1er Schnitt in den Tests auch nicht nur auf Kurzzeitgedächnis zurückzuführen ist und ein gewisses Sprachverständnis honoriert wird.

    Wenn ich mich nicht täusche, basteln wir selbst.
    Wir haben bei uns "Bili-Wahlfach" (ein Jahr Geschichte, ein Jahr Erdkunde"), da muss etwas außerhalb des regulären Lehrplans her. Also wird zum Beispiel (Erdkunde) in einem Halbjahr die USA abgearbeitet, dann Neuseeland. Das ist bei Informatik und Bio-Chemie sehr ähnlich. Die Fachschaften basteln sich etwas anhand der existierenden Lehrpläne bzw. ergänzen, je nachdem, wie das Fach oder die Fächer sonst in der Stundentafel sind. So bereitet bei uns das Wahlpflichtfach "Informatik" auf den Informatik-Kurs in der Oberstufe (keine Pflicht weiterzuwählen und auch keine Pflicht, wenn auch sehr empfohlen, das Fach in der Mittelstufe belegt zu haben), da darf man natürlich nichts vorwegnehmen.

    chili

    Glaubst du ERNSTHAFT, dass es eine allgemeingültige Antwort für alle "Auslandsländer" der Welt gibt? Da gibt es gefühlt 1000 Threads zur Anerkennung des englischen Abschlusses in Deutschland je nach Bundesland, nach studierten Fächern, nach Schulart und so weiter.
    Im "Ausland" sind sie entgegen dem netten deutschen Glaube nicht weniger bürokratisch.

    In ganz Europa ist dir dein 9-10 semestriger Abschluss als solcher anerkannt. In Frankreich hast du damit das Recht, das dortige Staatsexamen abzulegen (wo du höchstwahrscheinlich durchfällst, aber das Recht hast du). In Neuseeland nehmen sie / nahmen sie vor ein paar Jahren NaWi-LehrerInnen und Primarleute mit Kusshand. Dafür musste natürlich das sprachliche Niveau passen.
    In anderen Ländern kenne ich mich nicht aus.

    Ich finde es ehrlich gesagt leicht arrogant, wenn Deutsche glauben, das "deutsche Lehramt" sei vermutlich "anerkannt genug", damit man überall arbeiten könne.
    Das Lehramt ist eins der nationalgeprägsten Ausbildungen überhaupt. Man arbeitet für einen Staat, in seinem Auftrag und man soll dessen Bürger ausbilden. Natürlich nehmen sie nicht "irgendwen". Irgendeine Kontrollschraube muss da sein.

    Nein, gibt es beides nicht. Die SL hält zur Eröffnung eine kurze Ansprache. Dann der Vortrag. Applaus. Alle gehen heim. Die Möglichkeit, Fragen zu stellen wird es nicht geben. Nicht zwischendrin und am Ende auch nicht.

    aber DARAN kann man vielleicht arbeiten, wenn man es will. Mit der Schulleitung Bedenken (wenn es welche gibt) nennen und konkret, konstruktiv versuchen, die Veranstaltung mitzugestalten.
    Aber wahrscheinlich gibt es daran kein Interesse.

Werbung