Beiträge von chilipaprika

    und genau deswegen würde dich eine solche Schule niemals einstellen..

    Bei uns gibt es 2 bis 3 Lateingruppen pro Jahrgang (6 bis 9 und eine EF /10) und damit beschäftigen wir 2 Lateinlehrerinnen. Ein weitere Lehrer hat einen Zertifikatskurs und springt ein, wenn es eine dritte Lerngruppe gibt.

    hallo!

    da gibt es tatsächlich viele Varianten

    1) du wirst eingestellt und du hast tatsächlich Anspruch auf deine volle Stundenzahl (weswegen du eben Schwierigkeiten haben wirst / könntest, eine Stelle zu finden, mehr dazu gleich). Also du wirst ALLE möglichen Lerngruppen in Latein bekommen (also 6, 7, 8, 9, 10 und Oberstufe, wenn es das bei euch gibt), dann auch noch Lernzeiten / Hausaufgabenbetreuung oder Ähnliches (nicht unbedingt immer mit dem Faktor 1 Stunde = 1 Stunde bezahlt), und da wo man dir unbedingt Geschichte geben muss, wirst du tatsächlich andere Geschichtskollegen "verdrängen".

    1a) du wirst vielleicht von selbst auf die Idee kommen, um 2-4 Stunden zu reduzieren, da du den bescheuertesten Stundenplan aller Zeiten bekommst. Wofür keiner was kann, aber du hast schliesslich 22 Stunden Latein und 4 Stunden Geschichte...

    2) du wirst eingestellt unter der Bedingung, dass du ein Drittfach sofort nachholst (in der Regel ein Mangelfach: Zertifikatskurse Mathe, Informatik, usw...) Ich gehe mal davon aus, wenn du so ein Fach studieren möchtest / könntest, hättest du es schon in der Kombi, also wird es schwierig, auf diesem Weg eine Stelle zu bekommen.

    2a) Vielleicht hast du ein besonderes Englischniveau und machst das bilinguale Zertifikat in Geschichte, das wird dann wiederum attraktiv, es sei denn, die Schule wird langsam mit bili-Lehrern übersättigt.

    3) du findest eben keine Stelle.
    Vor 6 Monaten gab es bei mir in der Gegend (NRW), 60 Kilometer von der nächsten größeren Stadt auf eine Latein / beliebig -Stelle (Geschichte und Deutsch als Zweitfach ausgeschlossen) 60 (!!!) Bewerbungen. Glaub mir: darunter sind DEFINITIV attraktive Kombis. (und Geschichte war eh nicht dabei).


    aus der Perspektive einer ganz normalen Kollegin ohne Geschichte:
    wenn mein Schulleiter den nächsten Geschichtskollegen freiwillig (also keine Pflichtversetzung) einstellt, kriege ich die Krise und mein Versetzungsantrag wird (noch) aktueller.

    Denn: ein neuer Geschichtskollege wird wohl Geschichte unterrichten (weil er eben kaum nur sein anderes Fach unterrichten wird. - Nebenbei: doch die Kollegen mit Fremdsprache / Geschichte mit Reduzierung unterrichten bei uns NUR die Fremdsprache), das wird dazu führen, dass Kollegen, die zur Zeit Geschichte unterrichten, wieder noch mehr in ihr Zweitfach gedrängt werden, das bedeutet, dass ICH schon wieder aus bestimmten Fächern gedrängt werde.
    So nach dem Motto: weil ICH nicht so dämlich (sorry!) war, ein absolutes Nicht-Mangelfach nur in einer 3er-Kombi zu nehmen, werde ich ständig übergangen, damit die Geschichte/Reli oder Geschichte/Deutsch-Leute sich ein schönes Leben machen können (okay, Mitleid für Deutsch habe ich schon, aber mein Gott, ich habe keine Sonderausnahmegenehmigung erhalten, ein drittes Fach zu studieren, um eben eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Warum tun das nicht andere?

    Also ja, ich habe Kollegen, die nur ein Fach unterrichten (zum Teil existiert das Fach an der Schule nicht, aber die Kollegen wurden in einer Zeit eingestellt, wo es noch Bedarf gab...), ich habe Kollegen, die nur 2 Stunden Geschichte unterrichten, weil sie eben zu uns versetzt wurden und wir haben GAR KEINEN Bedarf...

    chili

    chili


    Sehe ich auch so. Wenn es jetzt schon Schwierigkeiten gibt (Risikozuschlag? klingt ziemlich grauenvoll), würde ich mir das mit der PKV doppelt überlegen, und vielleicht eher darüber nachdenken, eine wirklich gute gesetzliche Versicherung aufzutun. Soweit ich weiß, gibt es da ja auch Unterschiede.

    Tja, rechnet einfach ein bisschen nach...

    Selbst mit nicht wirklich geringem Eintrittsalter (Mitte 30) und mit 30% Risikozuschlag bezahle ich knapp 300 Euro im Monat. Wäre ich in der gesetzlichen Versicherung würde ich knapp unter 600 Euro bezahlen...

    und ja, ich traue der GKV nach und bin WIRKLICH NICHT vom PKV-System begeistert und überzeugt. Aber 300 Euro im Monat sind mir das nicht wert...

    chili

    Ich würde mich auch nie auf einen Leistungsausschluss einlassen!

    Ich habe im Ref in der gesetzlichen 205 Euro (Gym-Gehalt) bezahlt. Ist zwar nicht wenig, aber lieber das, als später horrende Tarife wegen riesiger Zuschläge.
    Bei der Öffnungsklausel MUSS die erste PKV einen nehmen, maximal 30% Zuschlag. Aber Achtung: es gilt nur, wenn man vorher noch nie privat versichert war.

    chili

    Augen zu und durch! Gesetzliche Versicherung im Ref, dann muss die jetzt gewünschte PKV (so sie an der Öffnungsklausel teilnimmt, machen alle Großen) sie nach dem Ref nehmen.

    Ich wurde auch nur über die Öffnungsklausel übernommen, weil eine Ärztin mir bei Ermüdung nach einer langen Korrekturphase und Einfangen des ersten dahergelaufen VIrus nicht nur "Erkältung" oder so diagnostiziert hat, sondern auch eine "F-Diagnose" verpasst hat. "chronische Müdigkeit" oder so, unter "F" stehen alle psychischen Störungen, da guckt eine PKV einfach nicht mal weiter.

    Den Amtsarzt hat es gar nicht interessiert (abgesehen davon, dass ich die Diagnoseziffer zu diesem Zeitpunkt nicht mal kannte). es sind zwei komplett verschiedene Verfahren, die nicht unbedingt die selben Kriterien haben.

    chili

    Ich habe nur auf die Frage geantwortet, ob man das Geld nachgezahlt bekommt, nicht gesagt, ob ich den Zustand gut finde. Mir war das damals 'egal' (ich hatte Ersparnisse und eine 'Nebenbeschäftigung' (weil so wenig Stunden) von der ich mit Einschränkung leben konnte), genau DESWEGEN, weil ich wusste, dass das Geld nachkommt.
    Es war schon stressig genug, den Papieren hinterherzurennen, ich brauchte nicht auch noch die Angst, dass deren Schuseligkeit mir Kürzungen einbringt.

    Chili

    jaja, das fachfremde Unterrichten (bei uns in der Unterstufe ganz normal, macht einfach der Klassenlehrer)

    Warum soviele die Fächer allgemein studieren, weiß ich persönlich auch nicht. Ganz besonders, wenn ich sehe, dass in meinem Französischkurs (25 Leute) zb nur noch 3 SuS Geschichte belegt haben und die Zahlen für SoWi nur knapp höher sind. Das heißt, die meisten wählen einfach alles ab, was sie können (in NRW haben wir ja Päda im selben Fächerbereich und das boomt bei uns wie kein anderes Fach).

    Bei der Fächerkombi Deutsch / Geschichte hatte ich an der Uni oft das Gefühl, dass es Leute (Frauen) anzieht, die einfach "Lehrerin" werden wollen und dann per Ausschlussverfahren die Fächer genommen haben. Da an meiner Uni allerdings das Geschichtsstudium sowohl das Latinum als auch 2 Sprachklausuren in Englisch und Französisch erforderte, musste man es schon wollen.
    Das Geschichts- oder PoWi-Studium würde ich nicht als "locker" ansehen, Geschichte hat mich mit ihrer riesigen Bandbreite abgeschreckt (Wie? Man muss auch die Sachen vor der französischen Revolution lernen? dann nee... :-D), in Politik saß ich als frisch zugezogene Ausländerin neben Leuten in Seminaren, die mit dem deutschen Grundgesetz nichts anfangen konnten und der Dozent hat sich oft die Haare gerauft, warum die zwei Ausländerinnen im Kurs am meisten Ahnung hatten. Politik ist aber so breit und vielschichtig, dass es richtig viele Interessen abdeckt. Ich hätte am liebsten "nur" "politisches System" studiert und "Soziologie", andere waren da, die sich hauptsächlich für "Wirtschaft" oder "Internationale Beziehungen" interessierten.
    Sehr viele meinerPoWi-Lehramtsmitstudis sind im Übrigen nicht in der Schule gelandet, sie hatten sich aber von Anfang an abgesichert und durch Praktika und Nebenjobs die selben Aussichten wie die Magister-Leute. Mit Politik kann man ja die Welt verändern / retten und regieren. Das zieht eine Menge Leute an. Und viele sind sich aber parallel dessen bewusst, dass PoWi-Jobs nicht auf Bäumen wachsen und deswegen Lehramt eine gute Absicherung ist. Wird wohl in Geschichte ähnlich sein. Da verändert man zwar weniger die Welt, aber lernt, sie richtig zu verstehen.

    Chili

    Es soll natürlich auch Leute geben, die sich von großer Leidenschaft zum Geschichtsstudium verleiten lassen. Aber denen ist dann auch nicht zu helfen... ;)

    das kann ich gut nachvollziehen, aber dann ist es umso wichtiger, sich dessen bewusst zu sein, Praktika in anderen Bereichen (Archiven, Museen, VHS, ...), es ist ja nicht so, als würde man als Historiker keine Kompetenzen haben, die außerhalb der Schule gefragt werden. Das Problem liegt eher oft daran, es beweisen zu können ;)

    Chili

    Wenn man
    1) hier und auf referendar.de liest und sich ein Bild machen kann, wie hoch die Einstellungsschnitte für Fächerkombis wie Deutsch/Geschichte oder Englisch/Geschichte in Bayern zb sind (Sozialkunde wird dort quasi nicht als eigenständiges Fach unterrichtet,
    2) an einzelnen Unis die Anzahl an Studis in den Fächern wie Geschichte sieht und die in Relation zur Stundentafel setzt,
    3) generell guckt, wieviele Vollzeit(halb)stellen (halb, weil ein Lehrer 2 Fächer hat) man braucht, um eine komplette Schule in Geschichte oder SoWi zu versorgen... (an meiner 4-zügigen Schule brauchen wir 26 Stunden Politik, es reichen also 2 Lehrer... Geschichte müsste ein bisschen mehr sein, weil wir tatsächlich ab und zu einen LK haben und Geschichte bei uns ein Jahr mehr in der Stundentafel hat. Im Vergleich: Deutsch braucht ca. 100 Stunden alleine in der Mittelstufe von 5-9!!!))

    ... dann merkt man, dass so eine Warnung keine Warnung ist, sondern nur logische Konsequenz ist...

    es ist ein landesweites System in NDS...
    Keine Angst, Überstunden bauen sich schneller ab, als aufgebaut: Klasse ist bei einem Ausflug, im Praktikum oder Abschlussklasse ist 1 Monat vor Jahresende weg von der Schule (da freut man sich 2 Abiturkurse zu haben, oder?)
    Und wie Mikael geschrieben hat, man soll maximal 40 Stunden erreichen (ich glaube, für Teilzeitkräfte anteilig?), es könnten also 1 Stunde abgebaut werden und dann noch ein bisschen Plus..

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