Beiträge von chilipaprika

    Es ist sicher ein Unterschied, ob der Sportlehrer gerade spontan den Termin einsetzt, weil ihm eine Note fehlt / aus einer Laune heraus, oder ob die Schüler ‚projektartig‘ seit Monaten an dem Ziel arbeiten, bei der Veranstaltung eine gute Leistung zu bringen. Wenn der Termin seit Monaten bekannt ist und man sich nur kurz vor knapp weigert, da hätte ich kein großes Mitleid.
    Ist bei uns zb beim Theaterkurs so. Einmal im Jahr Probentage, ein Wochenende und 2-3 Schultage. Da muss die ganze Truppe da sein. Dass immer ein pasr Schülern spontan einfällt, dass sie sonntags gerne zur Oma fahren, nee...

    Komischerweise haben dieselben Schüler selten Probleme, wenn eine Klassen-/Kursfahrt übers Wochenende stattfindet ;)

    in NRW kannst du jederzeit den Antrag stellen. Er darf nicht abgelehnt werden, wenn du besondere Gründe wie Kindererziehung/ Pflege hast. Andernfalls kann er aus "dienstlichen Gründen" abgelehnt werden (= einziger Lehrer des Faches und/oder Unterrichtsversorgung dadurch gefährdet). Bei mir an der Schule sind etliche Kollegen immer noch in Teilzeit, obwohl die Kinder schon längst mit dem Studium fertig sind, und auch nicht wenige "junge Kollegen" ohne Kinder haben schon aus unterschiedlichen (nicht offiziellen) Gründen reduziert. Hauptsächlich: ich genieße gerne mein Leben und unterrichte gerne ein paar Stunden weniger.

    Bei uns an der Schule haben wir in den letzten Jahren eine Handvoll solcher Kinder bekommen, entweder direkt parallel zum Deutschkurs oder im Anschluss und weiter parallel. Und ein Kind, das ganz eindeutig kognitiv am Gym gehört, braucht keinen mehrhährigen Umweg über Integrationsklassen und Hauptschule.
    Der eine Schüler, vor 3,5 Jahren aus Syrien angekommen, macht jetzt ein 1er-Abi bei uns, hat immer noch ein paar Schwierigkeiten in Deutsch und Englisch, ist aber generell ein fleißiger Musterschüler. Die anderen leiden unter Sprachproblemen, die aber zum Teil nicht größer sind als diejenigen unserer hier geborenen Kinder.

    Unsere engelhaften Helfer waren bei uns übrigens pensionierte Kollegen, die Zusatzstunden und/oder Drehtürstunden anbieten. Wo die Bezahlung herkommt, weiss ich nicht. Ich schließe nicht aus, dass es furchtbar schlecht bezahlt ist, aber ein bisschen Geld werden sie schon bekommen.
    Und ansonsten: Kollegen, die zb aus einer Elternzeit zurückkamen und bis zur Halbjahresgrenze nicht voll eingesetzt werden konnten, haben Förderstunden gegeben, in den Lernzeiten, die wir bei uns dank Ganztag haben, kann man sich auch mit extra Materialien beschäftigen...

    2 Sachen noch:
    Das Mädel ist zwar in Deutschland, es ist für mich aber ein ganz klarer Fall von DaF und nicht DaZ...
    Ein Schüler von mir autodidaktisch Französisch gelernt und wir haben eine ‚Brieffreundschaft‘ gemacht. Eine Mappe, Brief über den Tag und alles (auch total verrückte Themen), auch mal Grammatikpunkte erklärt anhand von 2-3 Fehler in seinem Brief... auch mal Übungen gegeben, aber eigentlich ging es hauptsächlich ums Texte schreiben... er hat auchviele Serien auf Französisch geguckt, die er schon auf Deutsch/Englisch kannte (und sich über die Syncro lustig gemacht...
    zugegeben: der Junge ist ein unglaubliches Sprachgenie (ich sage nur: B1-Prüfung nach 9,5 Monaten autodidaktisch, B2 nach fast 2 Jahren, beides mit 90% ...), aber es war mehr ein ‚freundschaftliches Briefverhältnis‘ (Achtung! Ich war stets professionell unterwegs, aber wann redet man sonst über das eigene Haustier?)

    Ich wünsche dir viel Erfolg!

    Ich würde mir da keine Gedanken machen: Wenn die Fachschaft weiterhin Französisch engagiert unterrichtet und es auch weiterhin Schüler gibt, die Französisch als ihr Lieblingsfach bezeichnen, dürfte es in Zukunft auch noch einschlägige Leistungskurse geben - unabhängig von der Stundentafel.

    ach.... jetzt, wo du es sagst....
    Daran liegt es also wohl, dass wir seit Jaaaaaaahren keinen LK bekommen...
    Dann werde ich wohl jetzt an meinem Engagement arbeiten müssen...

    oh nein, so ne Stundentafel bedeutet den Tod der Leistungskurse in vielen kleinen Fächern!!
    (Ich hab mein Ref in NDS gemacht und ich fand es wirklich super, dass sowohl die Kurse auf grundlegendem als auch auf erhöhtem Niveau 4-stündig waren und man dadurch die Möglichkeit hatte, Kombikurse anzubieten (mit entsprechender Differenzierung, aber dafür rettet man eben die LKs...) )

    ich verstehe das Problem nur halb. Ich bin ja nicht mehr in NDS. Sind jetzt _alle_ Kurse, auch die deiner Parallelkollegen und an anderen Schulen, 3-stündig?
    Wenn deine einzige Frage "Ist es rechtens?" ist: ja.
    Nur so als Vergleich: Ich habe in NRW in der Sek I 5 bis 6 Klassenarbeiten pro Lerngruppe pro Jahr (3 oder 4-stündig), in der Oberstufe 4 Klausuren bei 3 Stunden (war zumindest die letzten Jahre immer so)..

    Du hast einfach deine Zeit so einzuteilen, dass du es schaffst. und wenn du es nicht schaffst, stelle eine Überlastungsanzeige, reduziere andere Aufgaben, stelle Klausuren korrekturfreundlicher, gehe zur Schulleitung und kündige an, dass du die Korrekturzeiten nicht schaffst, beschließt in der Fachkonferenz, weniger Klassenarbeiten / Klausuren in den Jahrgängen zu schreiben, da wo es Spielraum gibt, usw...
    Sorry, es ist zynisch, ich habe ebenfalls ausschliesslich Korrekturfächer, 26 Stunden die Woche und renne von Korrektur zu Korrektur. und manchmal kann ich eben nicht schöne Unterrichtsstunden vorbereiten. Ich hatte nunmal am Tag / Wochenende davor auch Feierabend und Anspruch auf Pause. Pech für den Unterricht und Pech für die Korrekturzeit (die es aber in NRW nicht offiziell gibt).
    Viel Erfolg!

    Hast du denn in den 6 Semestern in Deutschland irgendeinen Abschluss gemacht? Dann wird die Einstufung doch nicht "so niedrig" sein? (ich habe durchaus Verständnis für die ärgerliche Stimmung und dein Befinden, störe mich aber ehrlich gesagt ein bisschen an den wiederholten Hinweisen zur "billigen polnischen Arbeitskraft, mit der man es machen kann".) Ist zwar nicht besonders erfreulich, es wird aber mit deutschen AbsolventInnen ohne Lehramtsabschluss genauso doof umgegangen.
    Viel Erfolg aus der Ferne!

    ich bin zwar "regulär" über Staatsexamen ins Lehramt gekommen, hatte aber keine deutsche Staatsbürgerschaft beim Bewerben, einen ausländisch klingelnden Namen und es hat auch keine Rolle gespielt (okay, zugegeben, auch deswegen wollten sie mich haben).
    Deine Staatsbürgerschaft spielt (in dem Fall der polnischen) nur eine Rolle bei der Einstellung und möglicher Verbeamtung, sonst spielt es gar keine Rolle.
    chili

    Wobei es immer vom jeweiligen Anerkennungsverfahren abhängt.
    Es gab in NRW sehr lang sowas wie einen Muttersprachlererlass. Da brauchte man irgendeinen universitären Abschluss (aus dem Heimatland, ich weiß nicht, ob ein deutscher Abschluss auch okay gewesen wäre) und konnte dann seine Muttersprache unterrichten. Für TVL-11 oder so, versteht sich.
    Spanisch ist aber mittlerweile nicht mehr soooo ein Mangelfach (= gar nicht wirklich), dass es noch so funktionieren würde.

    Mit der sogenannten "pädagogischen Einführung" wäre das Wirtschaftsfach relevant, das zweite Fach wäre ziemlich egal, und da könnte jemand sagen, ach alles gut, wenn du schon in der Schule bist, darfst du irgendwas unterrichten, dann eben deine Muttersprache.

    Nur bei OBAS ist es wirklich viel "strenger" (trotzdem mit viel Spielraum). Da sind 2 Schulfächer definitiv notwendig und müssen irgendwoher ableitbar sein. Aber in dem Wirtschaftsabschluss versteckt sich eben vielleicht auch eine Philologie, wenn es zb ein "internationaler Abschluss" war, mit vielen Englisch-Veranstaltungen, usw... Da kann man durchaus kreativ sein.
    Aber Spanisch-Veranstaltungen hat die Kollegin vermutlich nicht gehabt, darauf wollte ich hinaus.

    Chili

    Es hat doch nichts mit sozial zu tun... wenn die Regelung in BaWü nicht so einfach wie in NRW ist (& das ist sie eben nicht, das weiss ich, auch wenn ich nicht weiß, wie genau es ist), wie machst du das, wenn deine Schule dich nach 3 Jahren nicht gehen lässt / deinem Antrag nicht stattgegeben wird? (Nur dass deine Mindestpflichtzeit vorbei ist, heisst nicht, dass du weg darfst).
    Darüber hast du dir sicher vor der Annahme der Stelle ausgiebig Gedanken gemacht. Schliesslich ist es ja eine langfristige Entscheidung gewesen. und jetzt tritt nunmal der Fall ein...
    Viel Erfolg beim Aufbau /Pflegen des (Betreuungs)Netzes, bis die Versetzung (schnell) klappt! Der Job sollte ja kein Grund gegen ein Kind sein...

    aber selbst nach einem Kilometer ist man oft weiter gegangen als viele der Menschen, die man auf der Strecke trifft ;) Diejenigen, die auf dem selben Niveau sind, würden nie was sagen und diejenigen, die viel weiter sind, sind mehrheitlich sehr "tolerant", so meine Erfahrung...
    Hauptsache, man hat selbst Spass (oder bildet sich an dem einen Tag ein, dass man es aus gutem Grund macht. Manchmal macht nicht alles Spass, was mal sinnvoll ist)

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