Beiträge von chilipaprika

    Ich verstehe das Problem irgendwie nicht. Wenn man in einer Region wohnt, in der 95% der Bevölkerung Katholiken sind, dann kann man sich doch nicht ernsthaft darüber wundern, wenn die meisten Schulen dann auch katholische Schulen sind. .

    Nicht, dass es für die Argumentation relevant wäre, aber: der Proporz stimmt in NRW in vielen Gegenden eben NICHT-


    Hast du dafür einen Beleg? Ich kenne das anders (§ 61 NBG)
    Allerdings musste in den letzten Jahren (zumindest in der Vergangenheit... als es an die Rückzahlung des verpflichtenden Arbeitszeitkontos ging (was ja sehr überraschend kam, man hatte ja nur 10 Jahre Vorlauf...) & bevor die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung/die Abschaffung der Altersermäßigung eingeführt war) durch die Schulleitung intensiv geprüft werden (und vorzugsweise abschlägig entschieden werden...), ob die Teilzeit genehmigt werden könnte. Aber für die Ablehnung mussten zwingende dienstliche Verpflichtungen angeführt werden...

    Aussage der Schulleitung meiner Refschule, der Personalrätin und es stand auf einem Papier bei dem Bewerbungszeitraum Februar 2014. Da ich mich doch am Ende für NRW entschieden habe, weiß ich gar nicht, ob es nur böse Gerüchte waren, um uns zu Vollzeit zu zwingen (aber wäre komisch, vom Personalrat) oder ein Fakt.
    War wohl ziemlich neu und im Kontext der Arbeitszeitserhöhung so zu deuten: "der Job ist in Vollzeit machbar, wir wollen nicht, dass Berufsanfänger reduzieren. (sonst gibt man eben zu, dass Berufsanfänger oft den Job kaum (so wie idealtypisch gewünscht) stemmen können.)"

    Ich glaube auch in Erinnerung zu haben, dass dies für Berufsanfänger galt. (Bestandsschutz? oder eben nur für die Berufsanfangsphase? keine Ahnung)

    in NRW ist Teilzeit zu jedem Halbjahr möglich, ohne Angabe von Gründen.
    Wenn aber keine familiäre Gründe vorliegen, kann die Schulleitung aus dienstlichen Gründen ablehnen. Bei unserem 70 Personen Kollegium kann ich schon auf Anhieb mindestens 5 Menschen aufzählen, die "grundlos" reduzieren. (Also nicht die mit Kindern unter 12)
    Hatte ich auch überlegt, habe aber beim Unterschreiben spontan Vollzeit angekreuzt und danach sah ich nur, auf wieviel Geld ich verzichten müsste, um auf einen freien Tag zu kommen (700 Euro!!) und leide zwar jetzt an vielen Wochenenden, aber es ist halt so. und es bekommen nicht alle Lerngruppen in der selben Woche tolle Arbeitsblätter oder so.

    chili

    Ich denke es kommt doch dabei auch auf die weltanschauliche Zusammensetzung der Bevölkerung an. Hat man in einer Stadt mit 60% katholischem Bevölkerungsanteil auch mehrheitlich katholische Bekenntnisschulen, fände ich das durchaus bedarfsgerecht.

    Das heißt, du fändest es auch "bedarfsgerecht" und ganz in Ordnung, wenn in meiner Schulstadt zb muslimische Bekenntnisschulen oder weiterführende Schulen vom Staat finanziert wären?
    An meinem Gymnasium haben wir in der Unterstufe knapp soviele "christliche Schüler" wie "nicht am christlichen Religionsunterricht teilnehmende Schüler". Tendenz steigend. Also in ein paar Jahren könnten wir uns in eine muslimische Bekenntnisschule umwandeln (ja, ich weiß, es gibt andere Religionen, aber 90% unserer "Reliabwähler" sind bei uns Muslime). Selbstredend durch weitere vollständige Finanzierung der Stadt (Schultrger), aber mit Entscheidungen der örtlichen Moschee / Imame. Und ab jetzt sollten sich nur Lehrer islamischen Glaubens bewerben dürfen. Wäre ja "bedarfsgerecht".

    chili


    Irgendwo in diesem Strang las ich, dass "freie Mitarbeiter" UND auch Referendare zur Aufsicht herangezogen werden können. Ich dachte bisher immer, dass das nicht geht. --- Kann da bitte noch jemand zu schreiben, wie das bei euch gehandhabt wird?
    !

    Hallo!

    Ich glaube, da ist auch ein Unterschied zwischen den Bundesländern.
    Bei mir im Ref (NDS) wurde klar gemacht, dass Refs keine Aufsichten machen. Einerseits wurde gesagt, dass wir (Refs) es nicht dürften (gesetzlich) und auch betont, dass wir uns auf die Ausbildung ( Kernaufgabe = Unterricht) konzentrieren sollen. Letzeres dürfte am Seminar an sich liegen. Es gab natürlich Refs, die Aufsichten hatten aber selbst sie wussten, dass sie es nicht durften, aber naja, man will keinen Ärger.

    An meiner jetzigen Schule (NRW) müssen die Refs selbstverständlich ran. 1) Wenn wir einfach so 6 bis 12 Halbzeitkräfte auslassen würde, dann müssten die anderen mehr Aufsichten machen. 2) es gehört zum Schulleben. Wir Lehrer unterrichten nicht nur, sondern erziehen auch und dies geschieht auch auf dem Pausenhof, auf dem Flur und in so vielen anderen Situationen. Unsere Refs haben auch Vertretungsbereitschaften wie alle anderen Lehrkräfte (entsprechend ihrem Deputat) und einige haben auch Lernzeitenaufsicht, es hängt aber eher daran, dass ihnen eine Stunde zum BDU fehlt, zum Beispiel und sie also die letzte Stunde da machen.

    chili

    und was las ich letztens.. in frankreich sind kinderreiche familien (ab 3 kindern) von der steuer befreit... das wär doch mal was...^^

    Aber klar...
    Ja, das 3. (u alle weiteren) kind steigert überproportional die steuersenkung, aber komplett steuerbefreit ist man nicht.
    Dazu ist das kindergeld in Frankreich lächerlich wenig (ich müsste recherchieren, aber sowas wie 8 euro für 2 Kinder und 40 für 3 kinder haben meine eltern bzw tante bekommen...)
    Vorteile hat man nur in den gesellschaftlichen angeboten der zb kostenlosen ganztagsvorschule von 8.30 bis 16.30 ...

    Ach ja, übrigens:
    ich bin jemand, der seine 8 Stunden Schlaf pro Nacht braucht und ich HASSE die erste Stunde. Ich würde also einiges tun, um Vormittags-Unterricht gegen Nachmittagsunterricht zu tauschen.
    Ich habe "kein Problem" mit Nachmittagsunterricht und mit Freistunden, mein "Wunsch" war wirklich, ich will nur nicht jeden Tag erste Stunde haben. Ich habe auch Kollegen, die aufgrund von vielen Oberstufenkursen oder der Fächerkombi einen Quasi 5.-10. Stunde-Stundenplan haben. Dafür haben sie eben 3 Tage die Woche bis zur 4. frei.
    Mein Problem ist, dass ich aufgrund der "Forderungen" der Kollegen in meinen Kopplungen eben beide Extreme und "Nachteile" habe. Ich wünsche mir in dem Fall, dass der Stundenplaner einer der Teilzeitkräfte gesagt hätte, ihre Wünsche gehen dieses Halbjahr nunmal nicht, weil sonst dadurch 3 VZ-KollegInnen so einen lustigen Greyezer-Stundenplan haben.
    aber ich habe meine 1,5 Tage mit "keiner ersten Stunde" und bin somit super zufrieden. Merke aber: als jemand, der sich mit kleinen Sachen zufrieden gibt, kriege ich sie "vielleicht", "wenn es geht". Wenn jemand lauter schreit und nach höheren Stellen ruft, dann haben die Anderen den Salat...

    Ach, den Job vom Stundenplaner hätte ich wirklich wirklich ungerne.

    chili

    1) ich habe natürlich Löcher dazwischen: Springstunden, Mittagspause (ja, 8 Stunden am Stück gehen selten) und Vertretungsbereitschaften. Habt ihr denn keine?
    2) wir haben Doppelstundenmodell, also A- und B-Woche. Nur die 5./6. und 9. Stunden sind bzw. können Einzelstunden sein.
    3) An 2 Tagen macht es einen Unterschied in den äußeren Zeiten. Generell ist es nur eine Verschiebung von Fächern (3-stündige Fächer zb eine Woche 2 und eine WOche 4)
    4) Vertretungsbereitschaft je nachdem, ob ich eben vertreten muss oder nicht.
    5) freitags nachmittags habe ich entweder eine 1-stündige AG oder einen 2-stündigen Kurs.

    Mich würde ja mal brennend ein konkreter Stundenplan einer Vollzeitkraft interessieren, wie schlimm der denn tatsächlich aussieht. Müsst ihr alle tatsächlich JEDEN Tag bis zur 9. Std. unterrichten??? Oder mindestens 4x?

    Bitte, postet doch mal, wie eure Stundenpläne so aussehen. Dann haben wir mal einen konkreten Vergleich.

    Montag 1-8 (15uhr), mit Vertretungsbereitschaft in der 9. Stunde (15uhr50).
    Dienstag 1-7 quasi jede Woche ab 15 oder 17uhr irgendeine Konferenz bisher
    Mittwoch 3-9
    Donnerstag 6-10 oder 1-8
    Freitag 1-7 oder 8

    Erklärung: eine Mutter kann nachmittags nicht arbeiten (Kinderbetreuung), eine andere wiederum nicht zur 1. (also erst zur 3.) 5 bis 6 Kolleginnen sind immer in der selben Leiste, ich decke mit meiner Vollzeitstelle fast alle Leisten ab, in denen diese zwei beispielhaften MÜtter sind.
    Wie gesagt, an sich ist es vielleicht okay, und ich habe Verständnis. Nur in Stoßkorrekturzeiten frage ich mich: wann?

    chili

    also in den französischen Horten, wo ich gearbeitet habe (zwar in Ferienzeiten, aber es funktioniert in Schulzeiten ähnlich, außer halt, dass die Kids "zwischendurch" in die Schule gehen, wenn sie eben zur Vor- oder Grundschule gehen). Ich habe immer in den Gruppen 3- bis 6-jährigen gearbeitet, kann also einiges einschätzen.

    - Halbtage mit oder ohne Mittagessen buchbar.
    (also folgende Varianten:
    - Vormittag
    - Vormittag mit Mittagessen
    - Mittagessen mit Nachmittag
    - Nachmittag
    - Ganztags mit Mittagessen.)

    Die Kernzeiten sind klar (Beispiel: zwischen 9 und 11.30 darf kein Kind ankommen oder weggehen..)

    Ein gewisser Kern an Kindern bleibt identisch, so dass es nicht "Komplett neu" für das Kind ist. Und ja, ich hatte mal ein paar Kids von Eltern in Schichtdienst, die ich im Monat zum Beispil nur 3-4 Tage gesehen habe. Weil sie sonst bei den Eltern waren.


    Ich glaube, die Gesellschaft muss noch seeehr viel umdenken, die deutsche KiTa ist vom Modell nur eine kleine Sozialisationsinstanz, damit die Kids auf die Schule vorbereitet werden und währenddessen geht Mama von 10 bis 12 auf den Markt oder ihrem Nebenjob nach. Die Öffnungszeiten haben sich zwar sehr verändert, aber der Gedanke bleibt derselbe. (Weswegen Mütter, die eine Ganztagsbetreuung buchen, sich immer rechtfertigen müssen oder sich so fühlen)

    Ja, ich war nie begeistert, um 7 uhr am Hort zu stehen und die Eröffnung zu machen. und auch nicht, wenn ich spät hatte und bis 19uhr warten musste. Ja, die meisten Kids gehen zwischen 16.30 und 18uhr weg, aber so sind die gesellschaftlichen Anforderungen.
    "Wir" können nicht auf der einen Seite längere Öffnungszeiten im Supermarkt wollen aber keine Kinderbetreuung nach 3 anbieten. (Ja, in meinem "Dorf" gibt es 3 Kitas, 2 davon mit "Möglichkeit eines Platzes bis 15uhr", 1 macht um 1 zu, Punkt.)
    Aber die (deutsche) Gesellschaft baut nunmal auf das Ernährermodell und sieht die arbeitende Mutter nicht vor. Es ist nicht vorgesehen, die Kinderbetreuung finanziell zu unterstützen (sorry, bei den KiTa-Beiträgen würde ich eher an ein Au-Pair denken, als eine KiTa-Ganztagsbetreuung in der Stadt meiner Schule denken) oder flexibel zu gestalten, obwohl sich immer mehr Arbeitsverhältnisse in den letzten Jahren flexibilisiert oder gar präkarisiert haben.

    und nein, ich weiß, dass es eben echt nicht so ist, wie ich es mir vorstelle. Aber ich finde es auch ein Unding, wie überhaupt Kleinkinderbetreuung in Deutschland läuft.

    chili

    Aber das Problem liegt nicht (oder nur zum Teil, systembedingt) in der Schule, sondern in der Betreuung, die total unflexibel ist. Dass man nicht - seien wir verrückt - monatsweise die Vor- und Nachmittage anmelden kann, ist hierzulande ein Skandal.

    Und: es wurde hier argumentiert, dass man halbtags arbeitet, weil man dem Kind keine Ganztagsbetreuung zumuten will. Wenn es aber nur eine persönliche Vorliebe ist, dann beisst man eben in den sauren Kompromissapfel. Denn seien wir mal ehrlich: bis 16uhr ist es NICHT vollzeit, denn echte Vollzeitler haben noch lange keinen Feierabend (wenn man schon die ganze Zeit mit Öffentlichem Dienst vergleicht)

    Also ja: ich verstehe das Anliegen, glaube aber, dass die Schraube nicht an der Schule sein kann. Bei 2 bis 3 Kids in 'normalem' Abstand ist eine Mutter 12 bis 14 Jahre aus dem Nachmittags Betrieb raus (bis das letzte Kind die Grundschule verlässt?) und sorry, als kopplungsgeplagte Kollegin, die zwar nicht reduziert aber einen langen Arbeitsweg hat, hätte ich gerne auch mal einen angemessenen Stundenplan (klopf klopf, es geht dieses Halbjahr noch), und ich habe ALLE möglichen Nachmittage, bis 15uhr, einmal sogar bis 16.30. der 4. Nachmittag in der Woche ist unser Konferenztag und ich war als junge Kollegin in mehreren Fachschaften in einigen AK vielleicht einmal früh (vor 16uhr von der Schule weg) zu Hause dieses Halbjahr.

    In dem Land, in dem ich aufgewachsen bin, sind (die meisten) Horte von (grob) 7 bis 19 uhr geöffnet. Damit die Leute eben zur Arbeit hin und zurückkönnen. Was sollen diese lächerlichen Öffnungszeiten in Deutschland, die im Prinzip kürzer sind als jede Arbeitszeit, selbst, wenn man 20 Meter davon arbeitet..
    Und natürlich bleiben auch dort die wenigsten / keine Kids 12 Stunden dort.

    Ja, ein Kita-Tag ist anstrengend, aber es liegt eher generell daran, dass 1) die Kitas noch Nachholbedarf in rixhtiger Ganztags-Betreuung haben und 2) viele Kids einfach so verwöhnt sind, dass sie nur in ihrem eigenen Bett mit 100% Ruhe und persönlicher Musik schlafen können.

    Ich wüsste nicht, dass die Franzosen sich alle zu Psychpathen oder wie auch immer entwickeln, und das, obwohl 99% in die Ganztags-Kita gehen (8.30-16.30).
    Und ja, zur Zeit debatieren sie auch umgekehrt, ich weiss... Aber nur über weniger Schulbetreuung, nicht über weniger Betreuung überhaupt.

    Chili, ein Leben lang Ganztagskind

    wenn der Stundenplan nicht so löchrig und man dafür eben auch später an einzelnen Vormittagen bzw. den kompletten Vormittag frei hat, dann hat doch das Kind auch was davon? Es wird wohl nicht so sein, dass das Kind an zwei Tagen 9 Stunden "fremdbetreut" wird (was auch immer es bedeutet, ich würde persönlich schon Wert darauf legen, die Betreuung meines Kindes kennenzulernen und sie wäre mir also nicht mehr fremd...)

    An meiner Schule gibt es 3 Nachmittage mit Unterricht. Ich habe eine Vollzeitstelle und bin an 5 Tagen in der Woche in der Schule, 4,5 Vormittage und 3 Nachmittage. Also in der einen Woche fange ich erst zur 6. Stunde an einem Tag (bis zur 10.). Deswegen der halbe Tag
    Ich bin kinderlos und habe durchaus Verständnis für Mütter. Es hat aber Grenzen. Es hängt echt davon ab, was (und wie) man das fordert. Der Stundenplaner kann nunmal oft keine Wunder erwirken, insbesondere nicht in einzelnen Fächerkombis. und da finde ich, okay, einmal entgegenkommen, nächstes Halbjahr wird's besser. mein Stundenplan zum beispiel ist gerade so doof auseinander geraten, weil eine Mutterkollegin bei mir in der Kopplung ist, quasi Vollzeit arbeitet, sich aber weigert, zur 1. Stunde zu kommen (nachmittags aber auch ungerne möchte), eine andere Mutter aber nachmittags nicht kann. Die sind beide in unterschiedlichen Jahrgängen bei mir in der Leiste, ich habe also die ganze Bandbreite.
    Da die Schüler aber bis zur 10. Stunde Unterricht haben, habe ich auch mal regelmässig vormittags Unterricht (Kopplung mit "Müttern") und 9./10. ... Tja, irgendjemand muss auch da unterrichten, ein paar Kinderlose sind also noch da. Das fördert nicht mein Verständnis, wenn am Ende des Schuljahres die Kurse "verteilt" werden.

    chili

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