Ich leide immer noch unter einem ähnlichen Denken des französischen Schulwesens. Als ich damals in die (französische) Oberstufe wechselte, hatte ich die Wahl zwischen "NaWi-Abi", "Geisteswissenschaften-Abi" oder "SoWi-Abi".
Ich wusste zu dem Zeitpunkt schon, dass ich Lehrerin werden will, das Fach war unklar, wenn auch mit leichter Tendenz für Deutsch. Zweitwunsch: Mathe. (Ein-Fach-Lehrer) Bei der LK-Wahl denkt das französische Schulsystem ähnlich wie du zur Zeit: Entweder alles NaWi oder alles Sprachen und Geisteswissenschaften.
Ich finde so ein Denken gefährlich, weil es die Opposition zwischen NaWi und nicht-NaWi stärkt und suggeriert, dass man nur das Eine oder das Andere kann. Oft genug höre ich von SchülerInnen, Eltern oder gar KollegInnen "ach, X ist sch... in Französisch, klar, er ist ein Mathe-Genie" äh??
und ich bin soo froh, dass man in Deutschland die Fächer einigermmaßen frei kombinieren kann. Ich finde, SchülerInnen brauchen solche Vorbilder unter ihren Lehrkräften, die eben eine Naturwissenschaft mit einem anderen nicht naturwissenschaften / mathematischen Fach verbinden. Man kann Schwerpunkte in unterschiedlichen Bereichen haben.
und ja: Dein Bio-Studium ist nicht darauf angelegt, dass du dir das notwendige Chemie-Wissen als Chemie-Student aneignest, sondern es wird so zusammengestellt, dass du alle Bausteine bekommst. Klar, es ist EINFACHER, wenn du es doppelt hörst, weil du Chemie als Zweitfach hast (oder gar mal den Baustein "Chemie für Biologen" dann erlassen bekommst). Aber du wirst Akademiker und kannst dir auch mal was aneignen, weil das Studium eh nicht ALLES abdecken kann, was du später irgendwann in der Schule brauchen wirst.
Hab Mut und studier, was du kannst, woran du Spass hast, natürlich auch unter Berücksichtigung der Stellenmglichkeiten (lass es lieber mit Deutsch / Geschichte...)
chili