Ich bin nicht in Bayern und meine Erfahrung hier kommt aus dem Fremdsprachenbereich.
In NRW haben wir keinen Fehlerquotient mehr, aber es gibt (nicht wenig) Punkte für die Darstellungsleistung / die sprachliche Qualität (auch Rechtschreibung, Grammatik, ...)
Oft passiert es, dass einzelne Schüler einige Aufgaben nicht beantworten, oder so kurz, dass man sie nicht ernsthaft als Antwort wahrnehmen kann. Zusätzlich zu der großen Kürzung der Punkte beim inhaltlichen Bereich verfahren wir so, dass wir zb bei 3 Aufgaben und nur 2 "vollständig zu wertenden" Aufgaben nur noch bei 2/3 der Punkte in Sprache ausgehen. Das heißt, selbst, wenn ein Schüler tatsächlich fehlerfrei, mit tollen Satzkonstruktionen und so alles perfekt geschrieben hätte, dann könnte er - zum Beispiel - nur noch 20 von 30 Punkten erreichen.
Es zeigt also den Schülern, dass man mit kleinen, viel zu kurzen Texten nicht nur beim Inhalt Punkte verliert / verlieren kann, sondern eben nicht genug Möglichkeit hatte, im sprachlichen Bereich bewertet zu werden.
Finde ich viel weniger stressig als Wörter zählen. und auch fairer, wenn vielleicht "Ermessungssache". Viele Schüler haben einfach soviele Füllwörter, dass es auch lächerlich wird.
chili