Beiträge von chilipaprika

    Naja, wenn das Buchmädchen mit Mama A und Mama B Mittag isst, mit Mama B shoppen geht und mit Mama A die Tiere füttert, dann fällt es schon auf...

    Nur am Rande: nicht jedes Kind hat einen tollen Bruder oder Eltern. Manchmal muss die Schule eben ein paar Sachen leisten...

    Chili

    aber hier geht es doch genau darum, das nicht besonders zu thematisieren.
    Es wäre nicht eine Lektüre für eine Unterrichtsreihe zur Homosexualität sondern vll eine Ganzschrift über ein Mädchen, das ihre Liebe zu Pferden entdeckt und sich vll in den Nachbarsjungen verliebt und ihre Mamas sind zufälligerweise 2 Mamas.
    3 Zeilen im Buch, einmal ein verwirrter Blick vom neuen Nachbarsjungen, wenn er davon erfährt und gut ist.

    Chili

    wobei es vielen Menschen eben nicht bewusst ist, was sie für verinnerlichte Kulturwerte haben. Das merkt man oft, wenn man erst damit bewusst konfrontiert wird.

    Das ist nur eine Anmerkung, ich "erwarte" durchaus, dass 2. Generation-Eltern mit Migrationshintergrund (also seit 20 Jahren hier lebend) mit mir als Frau reden können.

    Chili

    Hand aufs Herz:

    Wenn Ihr ein "Begrüßungsritual" oder ähnliches in einem fremden Land vollziehen sollt, das Euch gänzlich fremd ist oder Euer Schamgefühl, Eure religiöse Überzeugung etc. so berührt, dass Ihr Euch dabei extremst unwohl fühlt, würdet Ihr diese Geste oder dieses Ritual trotzdem vollziehen?

    Ich könnte mir vorstellen, dass es auch Leute gibt, denen das "Bussi hier, Bussi da" in Frankreich oder beispielsweise in der ehemaligen Sowjetunion je nach Gegenüber zuwider ist bzw. war.

    Danke,
    Chili, Französin, die schon als Kind/Jugendliche dieses "Küsschen links, Küsschen rechts" total schlimm fand und die "deutsche Kühlheit" ganz toll findet ;)

    Hallo!

    Nein, "Negger" ist keine Beschimpfung für Schwarze. Es ist eine Beschimpfung für den (weißen) Spielpartner, der gerade geschummelt hat.

    An meiner Schule noch nie gehört aber scheinbar an vielen Schulen doch aktuell: "Jude". Betrifft auch keinesfalls jüdische MitschülerInnen. Bedeutet soviel wie "Opfer".

    Chili

    Ich kann mich bei diesem Thema des Eindrucks nicht erwehren, als würde Homosexualität in ihrer Bedeutung in ihrem wie auch immer gearteten Einfluss auf Kinder total überbewertet.

    Wie oft wird es denn vorkommen, dass Kinder ein homosexuelles Pärchen sehen? Und ist das wirklich ein so prägendes Erlebnis, dass man Kinder dezidiert darüber aufklären muss?
    "Mama, wieso küssen sich da zwei Männer?" "Weißt Du, Kind, es gibt eben Männer und Frauen, die sich lieb haben, und es gibt Männer und Männer und Frauen und Frauen."
    Für viele Kinder ist das Thema damit in positiver Hinsicht erledigt.

    Die Diskussion hier in diesem Thread hat so etwas von "wer ist der toleranteste und weltoffenste unter uns"?

    Gruß
    Bolzbold


    Wie oft wird es passieren / konnte es passieren, dass ein Kind einen schwarzen Menschen trifft? Wie oft kann man wirklich wissen / erkennen, dass ein Kind einen Juden trifft?

    -> es geht um Respekt. Weil wir nicht akzeptieren und dulden können, dass Kinder andere als "Neger", "Jude", "Schwul" oder "behindert" beschimpfen.

    Punkt. Aus.
    Ich habe so viele KollegInnen, die einfach dazu sagen "Ach, lass, es sind Kinder" (an meiner Schule sind "schwul" und "behindert" gängige Beschimpfungen, die anderen kenne ich nur von "auf der Straße / Spielplatz", das kann ich einfach nicht verstehen.

    und dass meine SchülerInnen immer wieder hinkichern, wenn jemand "behindert" gesagt hat "oh, Frau Paprika mag das nicht", finde ich noch schlimmer... beweist eben nur, dass es bei anderen LehrerInnen eben kein Problem zu sein scheint.

    Chili

    das heißt, du meinst, in den Schulen werden (nur / hauptsächlich??) Leute gebraucht, die einen Einser-Abi haben? Vermutlich haben auch genau diese Leute richtig viel Verständnis für Kinder mit Schulprobleme.

    Chili


    (PS: die Politik hat auch zum Beispiel entdeckt, dass LehrerInnen mit Migrationshintergrund gebraucht werden. Scheinbar spielen andere Kriterien eine Rolle als NUR Noten. (Es wird nicht argumentiert, dass man LehrerInnen mit Dreier-Abi und Migrationshintergrund nehmen soll)

    ich hatte mal eine Nachprüfung vor 2 Jahren, ohne Vorschriften aber die 2 anderen LehrerInnen waren ja erfahren. Ich vertraue also auf deren Erfahrung:

    Im mündlichen Teil sollte ich explizit noch mal kurz bestimmte Sachen nachfragen, die im schriftlichen Teil dran kamen (ohne darauf hinzuweisen). Da es bei mir viel Grammatik gab, war es anhand eines anderen Lektionstexts, der vorgelesen wurde, und dann sollte der Schüler einige grammatische Sachen erklären. Darunter eben dieser einzelne Fakt, der normalerweise sehr einfach ist, und den der Schüler schriftlich alles verkehrt herum gemacht hatte.

    Sonst hatte ich die Anweisung, einen anderen Bereich zu prüfen, damit möglichst viel vom Halbjahr dabei ist.

    Chili

    Mal überspitzt angedacht: Laut Forschung ergreifen überproportional viele Personen den Lehrberuf, welche ein eher schlechtes Abitur haben. Wahrscheinlich sind diese Personen dann auch generell anfälliger für Stereotype und Vorurteile.

    Hättest du bitte einen Link oder eine Quelle?
    Ich arbeite gerade am Thema und eigentlich ergreifen überproportional LehrerInnenkinder den Lehrerberuf ;) Der LehrerInnenberuf ist knapp hinter dem Medizinerberuf der zweite Beruf mit Reproduktion. Ca, 25 % der LehrerInnenkinder werden LehrerInnen (Zahlen aus dem Kopf, ich korrigiere vll später, Größenordnung stimmt)

    Chili

    Es gibt einen Unterschied zwischen sexueller Orientierung und sexuellen Praktiken.

    Und "asexuell" ist ja Schimpfwort, das man den Kindern austreiben soll.

    Ich bin nicht an der Grundschule, habe aber auch schon in antidiskrimierungs- Kontexten mit jüngeren Kindern gearbeitet und weiß, dass es bei kleineren noch problemlos und selbstverständlich ist. Erst danach entwickeln die Kids anhand ihres Umfelds eine seltsame Norm und beschimpfen ihren Stift als schwul oder als behindert.
    Also ja, ich versuche auch im Deutschunterricht Bücher zu lesen, die sowas auch mitbehandeln, weil es nunmal dazu gehört. Nicht weil Schwule oder Behinderte so lieb und nett und so sind. Man soll sie auch nicht bevorzugt behandeln ("Artenschutz?"), aber sie eben nicht extra zu behandeln, wenn sie in einer Lektüre dabei sind, ist schon ein Anfang.
    Stichwort: Familienkonstellation: ja, Mama Isabell ist mit Mama Regina zusammen, jetzt einfach die Eigenschaften der Personen aufschreiben und gut.

    Chili

    Behandelst du denn sonst nur Bücher mit dem "perfekten" Familienbild, perfektem Leben und nichts abweichend von der "Norm"? (ich hasse mich selbst gerade dafür, dass ich irgendeine Norm nenne)

    Genau solche Bücher werden gebraucht, damit (in der Regel diskriminierte) Minderheiten nicht stigmatisiert werden. Es ist eben genauso normal, wie Patchwork-Familien und andersreligiöse, man muss das nicht zum Hauptthema machen, nur damit es genannt wird.

    @ chilli

    naja ich finds schon unangebracht, dass man einem (zukünftigen) kollegen wünscht gefeuert zu werden. auch wenn du eine andere ansicht als silicium vertrittst.

    Nett ist es nicht, aber ich bleibe ehrlich gesagt dabei.
    Jemand, der in jedem einzelnen Thread erklärt, dass der Lehrerjob sowieso unterbezahlt ist und in jedem zweiten die Möglichkeit nützt, um zu sagen, man solle regelmäßig zum "Doc Holiday" gehen, den möchte ich nicht als Kollege haben.

    Ich wünsche ihm nicht, erwischt zu werden, weil er mir nicht sympathisch ist. Oder weil er oft krank ist. oder was auch immer.
    Sondern weil er schon jetzt, bevor er überhaupt angefangen hat, die Einstellung immer wieder (und nicht nur hier einmal) zeigt, dass er sich das Geld, was er seiner Meinung nach im Vergleich zu anderen ach so gut bezahlten AkademikerInnen, als krankgeschriebene Freizeit zurückholt.
    Ich hoffe, von mir behaupten zu können, dass ich einen guten Mittelmaß zwischen "idealisierte Aufopferung für den Lehrerjob" und "Dienst nach Vorschrift" (schon genug) finden kann. Vermutlich mit der Tendenz, mehr zu tun als zu wenig. Ich kann aber die KollegInnen verstehen, die das "Notwendigste" ist (wenn es aber auch alle Dienstpflichten umfasst, die wir nun mal als LehrerInnen neben dem Unterrichten haben), und bin sogar ein bisschen neidisch. Ich würde auch manchmal gerne sagen, dass ich leider nicht am Pflingstwochenende nach Paris fahre.

    Es gibt aber für mich einen Unterschied - und eine Grenze !! - zwischen "nicht übermäßig engagieren" und "krankfeiern"

    Chili

    Hallo??!

    Ich habe doch ausdrücklich geschrieben, dass man auch dagegen ankämpfen soll.

    Silicium hat aber geschrieben, an der Stelle des Threadstarters würde er zum Arzt gehen und sich regelmäßig ein paar Tage krankschreiben lassen. Ist es die Einstellung, die man will?
    Es gibt in Schulen Lehrerräte, Personalräte, es gibt andere Möglichkeiten, zu versuchen, dass es für alle bessere Arbeitsbedingungen gibt.
    Ein schlechter Stundenplan ist scheiße, keine Frage, aber dafür lasse ich mich doch nicht krankschreiben!!!

    Chili

    Off-Topic, tut mir leid.

    @Silicium: Ich hoffe, dass irgendwann jemand die Verbindung zwischen deiner echten Person und deinen Internet-Aussagen macht und dich aufgrund deiner regelmässigen "Kraft-Tanken-Krankschreibungen" einfach entlässt.
    Die Einstellung nervt echt.

    Du willst die Sicherheit des Lehrerjobs? Dann nimm in Kauf, dass einige Sachen nicht so schön sind. (ich sage nicht, dass man nicht dagegen kämpfen darf!!! Aber bitte nicht mit Krankschreibungen).

Werbung