Beiträge von chilipaprika

    Ob es eine Regelung gibt, weiß ich nicht, aber es gibt viele Schulen, die solche Sprachen (Spanisch, Italienisch, Russisch, ...) spät anfangen. Ich gucke mal, ob ich da was finde, was zum Zentralabitur für Spanisch ist. Aber für Französisch waren zum Beispiel in der Q1 letztes Jahr (nach einem Jahr Sprachlernen! (4stündig, glaube ich? oder 5?), ein Roman, auch als Thema "Paris", da müssen die Schüler einiges darüber wissen, nicht nur, dass es in Frankreich liegt. Lieder, Gedichte, Prosa, Sachtexte, ... interpretieren, Stellungnahme, usw...
    aber du kannst ja auch googlen. Als Beispiel sind auf jeden Fall die Vorschläge fürs Zentralabitur in NDS frei zugänglich.
    Chili

    PS: in 3 Jahren müssen sie rein theoretisch soviel leisten, wie die anderen in 5 Jahren. Das braucht man nämlich fürs Abitur. und in normal bis gut arbeitenden Kursen (wenn der Druck für den Lehrer ausreichend ist, weil einige Schüler das Fach schriftlich nehmen...), dann klappt es durchaus.

    hier Zentralabitur 2013 Spanisch spät beginnende Fremdsprache (NRW)

    Spanisch als neu einsetzende Fremdsprache
    2.2.1 Inhaltliche Schwerpunkte
    · La diversidad cultural, política y lingüística en España
    - La lengua como elemento unificador
    - El bilingüismo castellano-catalán y sus reflejos en la sociedad con miras al
    pasado
    · La juventud en la literatura urbana de España
    - La convivencia de las generaciones
    - Realidad y ficción
    · Movimientos migratorios: de África a España
    - Motivos y objetivos de la inmigración a España
    - La población marroquí en España entre adaptación y aislamiento
    · México: Una sociedad entre dependencia y autodeterminación
    - Indigenismo y pobreza – el legado de Malinche
    - ¿Quedarse o marcharse a EE UU? - El sueño de un futuro mejor.
    2.2.2 Medien und Materialien
    · Sach- und Gebrauchstexte (Zeitungsartikel und Internet)
    · testimonios
    · Literarische Kurztexte
    - canciones
    - relatos: (Auswahl aus Juan Madrid: Cuentos del asfalto)
    - viñetas (Auswahl aus Sandra Cisneros: La casa en Mango Street)

    befristete Arbeitsverhältnisse sind in der Wirtschaft ja auch Gang und Gebe....

    in der Wirtschaft ist es allerdings nicht so, dass der Vertrag bis zu den Ferien geht und nach den Ferien wieder beginnt. Denn egal wie kurz mein Vertrag ist: ich erarbeite mir Urlaubstage und darf sie nehmen. In der Schule nicht. Denn: sie sind in den Schulferien.
    In den Schulferien habe ich als LehrerIn keine Chance, einer Beschäftigung nachzugehen (klar, ich _könnte_ auch in den Osterferien in die Fabrik gehen, ich muss aber nebenbei trotzdem den Kurs vorbereiten, den ich nach den Osterferien übernehme...). und wenn ich eine Krankenversicherung will (eine ganz praktische Sache, muss ich sagen...), dann bietet es sich an, in den Schulferien mit ALG 2 aufzustocken.

    Chili

    Nur weil Spanisch in der EF / 10 anfängt, heißt es nicht, dass es kein Oberstufenunterricht ist. Je nach Kurs und Vorbildung kannst du auch sehr gute SchülerInnen haben. Aber das ist nicht das Relevante, sondern: du unterrichtest halt anders. Schon ab der Q1 wirst du auch Textanalyse machen, was du im 2. Lernjahr in der Mittelstufe nicht machen würdest...

    Chili

    Lieber Elternschreck!

    Du wirst doch im Kenntnis darüber sein, dass Schulträger für die Einrichtungen von neuen Schulen zuständig sein.
    Weiterhin wird es dir wohl ein Begriff sein, dass in NRW keine Stadt im (finanziellen) Überfluss lebt.
    Vermutlich wirst du selbst oft von Konflikten zwischen (städtischen / staatlichen) Schulträgern und Schulen gehört haben, weil letztere nie genug finanziert bekommen.

    Glaubst du also ernsthaft, dass irgendein Schulträger auf die Idee kommt, irgendeine Schulform einzuführen, wenn es nicht Bedarf gibt?
    Oder willst du kompletten Elternjahrgängen "Bildungskommunismus" unterstellen?

    In Bonn wurden gerade mehr als 300 SchülerInnen von den Gesamtschulen abgewiesen (-> nicht genug Plätze), in Wuppertal sind es jedes Jahr mehr als 200 seit Jahren, in MÜnster auch ca. 150-200 in den letzten Jahren, die neue Gesamtschule wurde gerade erst eröffnet.

    Es werden nicht die Schulen eröffnet, die sich ein (künftiger?) Bildungsminister ausgedacht hat, sondern diejenigen, die von der Bevölkerung gewollt werden. Sei es durch Wahlen, durch Umfragen (vor jeder neuen Schuleröffnung laufen ständig Elternumfragen!!), Schulentwicklungspläne (und glaube mir, die Leute treffen sich nicht 1-2 Mal im Monat über mehrere Jahre nur zum Kaffee Trinken, sie machen sich schon Gedanken) oder was auch immer.

    Chili

    SoWi ist in NRW total überlaufen.
    Englisch ist vielleicht besser, aber Englisch wäre doch "nur" dein Zweitfach mit paar Scheinen oder? Mit einem Seiteneinstieg kann ich es mir nicht vorstellen, aber eyh, alles ist möglich. Bei mir am Nachbarsgymnasium (privat) ist einer (unbefristet) (quer)eingestellt worden, der 2 absolut überfüllte Fächer studiert hat.
    Aber darauf würde ich mich echt nicht verlassen.

    "Bildungskommunisten" sind hier Menschen, die das 3-gliedrige Schulsystem als nicht gottgegeben annehmen und hinterfragen.
    Für Elternschreck im Prinzip alles, was nicht in einem CDU/FDP-Wahlprogramm zu finden wäre. (Ich meine hier nicht unbedingt die parteipolitische Zuordnung), aber als Richtung eben Punkte, die die CDU/FDP vom Ansatz schreiben würde oder eben nicht schreiben würde.

    Chili

    und dein junger Industriekaufmann wurde in seiner Ausbildung (zwangs-)verbeamtet und wurde aus finanziellen Gründen fast "gezwungen"* sich krankenzuversichern und steht jetzt OHNE NICHTS, weil ihm kein ALG 1 zusteht?

    Chili

    *ja, ich weiß, es wurde keiner gezwungen. Wenn der Staat mir aber die Möglichkeit macht "200 Euro GKV vs. 70-80 PKV + Beihilfe", ist ja klar, was rauskommt. Ich weiß ja, dass man keine Pistole vor der Brust hatte.

    weil meine Fächer an reinen Sek-I-Schulen einen ganz anderen Stellenwert haben bzw. gar nicht existieren.
    weil ich bei der Bezahlung an Sek-I-Schulen und der damit einhergehenden Deputatshöhe (und den mir vermutlich nur noch übrig bleibenden reinen Korrekturfächern) nicht arbeite. (und wenn ich reduziere, um das Ganze zu bewältigen, dann kann ich direkt woanders arbeiten)
    weil an reinen Sek-I-Schulen das Klassenlehrerprinzip noch mehr vorherrscht (was ich widerum begrüßen würde), und die LehrerInnen dann sehr viel fachfremd unterrichten, damit sie 12-18 Stunden unterrichten können. Es gibt aber kein Fach, das ich mir zutrauen würde zu unterrichten, das ich nicht schon studiert habe.
    weil an reinen Sek-I-Schulen die sozialpädagogische Arbeit viel größer ist und ich das nicht in diesem Ausmaß in meinem Job will.
    weil ich dafür nicht ausgebildet wurde und ich die wundervolle Arbeit meiner KollegInnen an reinen Sek-I-Schulen respektiere und mir nicht anmaße, dass ich auch nur annähernd dort so gute Arbeit machen könnte.

    Das Ganze gilt, noch mehr, ebenfalls für das Sonderschulsystem.

    Ich bin keine Verteidigerin des dreigliedrigen Schulsystems. Aber dann auch bitte mit den passenden Qualifikationen.

    chili

    http://blog.gew-aachen.de/wp-content/upl…N_AZ_130213.pdf

    ich finde den Artikel nicht mehr, aber grob: im Sommer 300 Stellen (fürs Gymnasium oder allgemein?) Wenn ich kurz rechne, dass einige Studienseminare wie Münster 400 Refs aufgenommen haben (!!!), ich glaube mal gelesen zu haben, 3000 Refs werden fertig...
    Schulen dürfen Fächer wie Deutsch nicht ausschreiben, außer sie können groß und breit nachweisen, dass sie WIRKLICH keinen Deutschlehrer mehr haben, in Münster werden in November 100 Referendare mit Deutsch fertig.
    Juhu...

    Ich habe Gymnasium studiert, ich bewerbe mich nicht auf die Sek 1.
    und nein, ich jammere nicht, aber ich kann dieses ständige "geht an andere Schulformen" nicht mehr hören.

    120-150% ausbilden, um dann eine Auswahl zu haben würde doch ausreichen oder?
    Meinetwegen 200%, um einen Riesenschwund einzukalkulieren.

    Aber 1000%?
    (In NRW haben jetzt 90% keine Stelle!) Mein Gott, dann wären die NRW-Studis genauso sauer, wie die in SH, weil sie keinen Ref-Platz bekommen, aber warum dann Refs in eine qualitativ fragwürdige Ausbildung stecken (15 Refs an einer Schule, davon 5 Deutsch-Referendare!), um die danach eh in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Wenn schon nicht die Schraube vor dem Studium könnte man JETZT die vor dem Ref regulierend einsetzen.

    Dass die Leute, die aus dem Osten wegen NC-Freiheit nach NRW gezogen sind, nach dem Ref nicht alle in Bussen Richtung Heimat fahren und dann in NRW bleiben und hier ALG 2 beziehen, wird wohl auch kein finanzieller Lotto-Gewinn sein.

    Chili

    Das ist kein Automatismus. Es hat etwas ungemein Populistisches, wenn man dies dennoch als solches ansieht.

    Gruß
    Bolzbold


    @Boltzbold: "durftest" du die Erfahrungen von ALG1- und ALG2-Bezug machen?
    Natürlich kann man nicht verallgemeinern, aber es gibt bei ALG 2 viel mehr Spielraum. und an einigen Standorten gibt es klare Anweisungen zu sparen.
    Ich will wirklich nicht sagen, dass man Erfahrungen gemacht haben muss, um mitreden zu können. Ich war selbst nie im ALG2-Bezug. Habe aber einige FreundInnen gehabt, die betroffen waren. und die in derselben Situation wie ich waren. Während ich (ALG 1) alle 8 Wochen zeigen sollte, dass ich 6-8 Bewerbungen geschickt hatte, aber meine Mitarbeiterin sehr wohl wusste, dass es zu diesem Zeitpunkt des Jahres eh gar nichts gab, mussten einige Freunde (selbe Stadt, halt andere betreuende Einrichtung) im ALG 2-Bezug zu einem Computerkurs jeden Morgen um 8 antanzen und sich erklären lassen, wie die Maus mit dem Bildschirm verbunden ist. Eine Andere hat fast eine Kürzung bekommen, weil sie, morgens um 8 angerufen, nicht um 9 bei der Sachbearbeiterin sein konnte, obwohl der Weg nur 40 Minuten war und sie sich nicht abgemeldet hatte, um bei ihrem Freund zu sein. (Ortsabwesenheit ist immer zu melden). Natürlich jede Woche vorbei kommen und Liste mit Bewerbungen persönlich abgeben (am Schalter, da hatten die SachbearbeiterInnen keine Zeit), Fahrtkosten auf eigenen Kosten, man hat als ALG2-Empfänger echt zuviel Geld.
    Das Ziel war, wenigstens die Akademiker aus der Statistik zu haben. Entweder durch Vermittlung an ein Call-Center (7,50 Euro die Stunde, um den ganzen Tag in einer Fremdsprache Kundenservice zu machen) oder durch eigene Abmeldung, weil man es nicht mehr erträgt.

    In einer anderen Stadt hatte ein Freund (Akademiker, der die nächste Stelle in Aussicht hatte und von Anfang an gesagt hat, dass es nur Überbrückung ist) 3 Monate lang ALG2-Bezug, hat in dieser Zeit eine komplette neue Einrichtung bekommen, weil er vorher keinen Kühlschrank und keinen Ofen hatte, seine Wohnung war 52qm groß, es hat keinen interessiert. Sie haben ihren Schwerpunkt auf andere Gruppen gelegt. oder zuviel Geld zu verteilen gehabt?

    Chili

    ---
    Edit by Mod: ich versuche mal eben, die Quotings zu reparieren. kl. gr. frosch ... erledigt

    Also, ich gehöre nicht zu den Leuten, die der Meinung sind, dass wir nur fürs Lehramt ausgebildet sind und dass der Staat Schuld an der Misere hat.
    Wenn, dann sind Medien "Schuld", die einfach falsche Tatsachen ständig kolportieren, so dass jeder "weiß", dass wir einen Lehrermangel haben. Dass es sich aber um Physiklehrer in der Hauptschule handelte, hat natürlich keiner kapiert. aber eigentlich ist es ein viel weitgehender Komplex und mein eigentliches Problem ist wirklich nur diese fehlende Absicherung durch ALG 1, obwohl ich nunmal gearbeitet habe.

    Aber leider muss ich dir widersprechen. Das Bewusstsein fehlt nicht, dass wir qualifiziert sind. Bei den meisten fehlt sicher eher das Interesse an anderen Branchen.
    Das fehlende Bewusstsein an unserer Qualifikation liegt bei den Personalern.

    Ich habe habe mich monatelang in der "freien Wirtschaft" beworben. zu dem Zeitpunkt 3 abgeschlossene Gymnasiallehramtsfächer. 2 Auslandsaufenthalte mit jeweils mehrmonatigem Praktikum außerhalb der Schule, durch andere Muttersprache also 3-sprachig (C1-C2-Bescheinigungen vorliegend), mehrere mehrmonatige Praktika, zum Teil mit Stipendium ausgestattet, in namhaften Institutionen. Parallel zum Studium immer gearbeitet, die Hälfte der Zeit in Verwaltungsaufgaben.
    und bei JEDEM Vorstellungsgespräch hat man mich gefragt, warum ich denn "nur" Lehramt studiert hätte, wenn ich jetzt doch was Anderes machen möchte.
    ach, nee, nicht in jedem. In Neuseeland, wo ich mich auf reale langfristige Jobs auch beworben habe, hat man mich nicht gefragt. 2 Vorstellungsgespräche, keine einzige Frage, 1 Job.

    Wenn die Personaler dieser Welt verstehen, dass unser Studium nahezu identisch ist, und wir nur "mehr" [lexicon='Pädagogik',''][/lexicon] und Praktika haben..., dann haben wir auch mehr Chancen. Denn die Jobs, wo ich mich beworben habe, waren realistisch. Bei fast jedem Vorstellungsgespräch stand ich übrigens mit Bekannten in Konkurrenz, die objektiv gesehen von der Gesamtqualifikation weniger qualifiziert waren. (thematisch / inhaltlich). Aber denen hat man es zugetraut, dass sie "sich aufgrund ihres wissenschaftlichen Studiums schnell einarbeiten" :D

    Chili

    überspitzt gesagt: der Staat wird nicht für dich bezahlen.
    3 Szenarien:

    1) du bist Lehrer, juhu, Plan erreicht.
    2) du kriegst keine Stelle, wirst Pizzabäcker, Taxifahrer oder Erzieher aus eigenem Antrieb und eigener Motivation: der Staat hat nichts damit zu tun
    3) du bist arbeitslos / arbeitssuchend: der Staat hat hochqualifizierte Arbeitsanbieter auf dem Markt und kann mit denen (fast) alles machen, was er will, Danke Hartz-Gesetze. Also wirst du eben Pizzabäcker aus Zwang. oder Call-Center-Agent.

    Klar könnte der Staat die Kosten minimieren, indem er sagt, dass du nicht studieren darfst. Es würde aber gegen alle Ziele verstoßen, mehr Akademiker zu produzieren. und gegen die freie Berufswahl.

    und da der Staat eben ganz viele Akademiker will, gibt er den Unis eine Geldpauschale und will dafür möglichst viele Uni-Plätze haben. Mit diesem Geld lassen sich aber nur Studienplätze in den Geistes- und Sozialwissenschaften schaffen, weil sie die kostengünstigen sind. Ein Musikstudienplatz kostet mehr als 20 mal mehr Kapazität (also auch Geld) als ein Deutsch-Studienplatz. Ein Physik-Studienplatz fast soviel wie Musik-Platz.
    und ich rede ausschliesslich von Lehramtsstudienplätze.

    Chili

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