Beiträge von chilipaprika

    Das verstehe ich nicht. Was hat der Beitrag zur Krankenversicherung mit dem ALG zu tun in Frankreich?

    Keine Ahnung, wie es in Frankreich ist.
    Aber die Tatsache, dass Deutschland Beitragsbemessungsgrenzen hat, hat zwar den negativen Aspekt, dass diejenigen, die 6000 Euro verdienen, dasselbe einzahlen, wie diejenigen, die 50000 Euro verdienen (ich nehme bewusst 6000, denn 5000 ist unter der Beitragsbemessungsgrenze der KV. Knapp drüber ist dann auch die BBG für ALG1 und Rente.
    Es hat aber auch den Vorteil, dass diese Töpfe (ALG und Rente) nicht übermäßig belastet werden, weil es eben die Kappung gibt.

    Auf die KV bezogen; Ich vermute, dass die Tatsache, dass der KV-Beitrag für freiwillig Versicherte und Pflichtversicherte gedeckelt ist (940 Euro mit Krankengeld, 907 ohne), kombiniert mit der Tatsache, dass alle anderen Arbeitnehmer*innen außer unsere, die Hälfte dieses Beitrags übernehmen, dafür sorgen, dass doch viele in der GKV bleiben. Der Abstand zur PKV ist auch kurzfristig nicht sooo groß, dass alle sofort in die PKV abwandern. Wenn die sehr gut verdienenden 1500 Euro zahlen müssten, wäre es vielleicht noch abschreckender.

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    Okay, ich bin / war biaised, dass die gut Verdienenden um mich herum alle in der GKV sind.
    Ich habe meinen Mann gefragt, wie es bei seinen gut verdienenden Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen ist (er hat Akteneinsicht als Personaler): es ist doch so wohl als auch. Insbesondere die jungen Techniker sehen die 200-300 Euro Gewinn im Monat und gehen in die PKV (der Arbeitgeber bezuschusst ja auch für die PKV zu 50% den Beitrag, in maximaler Höhe der BBG).

    Das halte ich für fragwürdig. Klar erinnert man sich nicht an Begebenheiten, aber Kinder speichern ab dem 1. Tag Gefühle ab wie Angst, Freude, Liebe, Geborgenheit, Wärme, Abweisung, Einsamkeit usw. Jede positive elterliche Zuwendung ab dem 1. Lebenstag ist daher ein Investment in diesen Menschen, von dem er oder sie sein Leben lang profitieren wird (vgl. Bindungstheorie Bowlby). Die Annahme, für das Kind sei es schon ok, wenn man sich ihm "erst in ein paar Jahren" widmet, kann ich daher überhaupt nicht teilen.

    ergänzt / korrigiert von mir.

    Alle Zuwendungen und Bezugspersonen sind wichtig.

    Nein, die Sorge ist nicht berechtigt.
    Du kannst auch im Rollstuhl unterrichten.

    PS: Falsch ausgeführte Kniebeugen sind nicht hilfreich, also streiche sie durchaus aus dem Trainingsplan, bis jemand drüber geguckt hat, dass du sie richtig ausführst (und natürlich erstmal ohne Zusatzbelastung).

    PPS: Sportmediziner ist ein Label, den man sich in zwei Wochenenden Segeln an der Nordsee holt, geh auf jeden Fall zu einem Orthopäden und informiere dich, ob der Mensch auch richtig Ahnung von Sport hat, am besten von der Sportart, die du treibst (falls es wirklich relevant sein sollte).
    "Knieschmerzen?" -> "Hör auf zu laufen, 150 Euro, vielen Dank" ist ziemlich einfach zu diagnostizieren. Ein guter Plan zur Stärkung der Fuss- und Beinmuskulatur, in Begleitung eines Physios zum Beispiel, bringt viel mehr. Da sind sowohl mein Mann als auch ich durch, bei meinem Mann ist es leicht langwieriger gewesen, bei mir zwei mal Physio, ein paar Stunden Training im Fitnessstudio und ein laaaaaaaaangsamer Neubeginn. (leider darf man nie aufhören, ich starte nach langer Pause mit Stabi und Kraft und schaue seit Tagen im Spiegel, wie meine Kniebeuge ausgeführt wird, deswegen gerade sehr aktuell bei mir.)

    Positiv formuliert: die Beitragsbemessungsgrenze

    - ermöglicht bei der der GKV, dass viele drüber sich trotzdem gesetzlich versichern, ohne zu sehr auf den Beitrag zu gucken (weil außerhalb des Beamtentums der Arbeitgeber immer die 50% des Beitrags dazugeben)

    - kappt auch die Leistungen des ALG und der Rente
    (ich habe letztens entdeckt, dass es Länder gibt, wo es NICHT der Fall ist - tadaaa Frankreich - und ich staune echt, wie man als Staat auf die Idee kommen kann, jemandem 6000 Euro Arbeitslosengeld auszuzahlen).

    Zur grundsätzlichen Kritik

    Wieder mal müssen nicht die den Spaß finanzieren, die das Geld haben.
    Ich bin für die Abschaffung der PKVen. Sollen sich bitte alle gleichermaßen an den Gesundheitskosten beteiligen.

    bin ich sowas von mit dabei!

    das Lehrerforum ist für alle Lehrkräfte da.
    Sorry fürs Schnipigsein, die Situation in den Bundesländern, wo die Verbeamtung erst vor kurzem möglich ist, ist natürlich anders, das gehört finde ich auch zu den Infos im Beitrag.
    Trotzdem mag ich eine solche Pauschalisierung nicht. Es fällt mir nicht auf, dass die paar Angestellten meiner Schule (von denen ich weiß, dass sie angestellt sind) den Laden schmeißen. Sie machen sich kein schönes Leben, sind sich aber zum Teil auch dessen bewusst, dass sie durch den Lohnunterschied auch nicht für die Schule aufs Schlachtfeld gehen sollen.

    Allerdings möchte ich ergänzen, dass ich jetzt feststelle, dass sich Kinder quasi an nichts erinnern, das sie vor dem 3 1/2 Lebensjahr erlebt haben und daher ist es fü das Kind vermutlich weniger ein Problem, wenn Du Dich ihm erst in ein paar Jahren widmest.

    Dem möchte ich ganz eindeutig zustimmen.
    Ich habe ÜBERHAUPT keine (negativen) Erinnerungen, dass ich (französisches Kind der 80er) ab dem zweiten Lebensmonat bei der Ganztagstagesmutter war (und es wird bei euch nicht mal das sein), dann in der Vorschule und so weiter.
    Allerdings habe ich wiederum sehr STARKE und NEGATIVE Erinnerungen daran, wie meine Mutter mir ständig unterbuttert hat, dass sie "wegen uns" keine Karriere gemacht hat, "wegen uns" nicht mehr auswärts arbeitet und "für uns" zuhause ist.
    (und ich konnte als 10jährige schon denken "nö, du wurdest gefeuert und hast nirgendwo wieder einen Job gefunden und ehrlich: ich hätte gerne, dass du nicht immer da bist".)

    Nicht jede*r ist wie meine Eltern gestört, aber was ich sagen will: Wenn du die Entscheidung getroffen hast, dann hast DU sie getroffen. und wenn ihr sie - wie in einer guten Beziehung sicher angebracht - zusammen trefft, dann habt ihr sie im Vernehmen getroffen. Jammer bitte NIE im Beisamen deiner Frau oder deines Kindes, wie schön es mit A15 gewesen wäre, dass der Urlaub jetzt schöner wäre oder du weniger Langeweile hättest. Auch nicht beiläufig neidisch auf den Kollegen.

    Ich sprach nicht von der Oberstufe (also nicht in meinen Beispielen), aber ich dachte (korrigiere mich bitte!), wenn du vom (Schweizer) Gymnasium sprichst, hast du eher Formen des Kurzgymnasiums im Blick (weil doch verbreiteter?) und damit automatisch reifere Schüler*innen, wo man mehr nach Motivation sortieren konnte.
    In vielen BL in Deutschland entscheiden die Eltern, so dass nicht wenige Schüler*innen aufs Gym in die 5. Klasse kommen, um noch "alle Chancen zu haben" (was die meisten meiner Eltern meinen: runterrutschen ist kein Problem, dann hat das Kind immernoch Gymnasialluft gehabt, und man weiß nie, es gibt genug, die eben bis zum Ziel hochrutschen...)

    das Gymnasium in der Schweiz hat auch eine viel ältere Schüler*innenschaft (oder? Es sind doch "nur" die letzten 4, oder manchmal 6 Jahre?) und die anderen Schularten haben vielleicht eine bessere Anerkennung.
    Ich sage es mal so: auf dem Dorf in Niedersachsen war das Gymnasium auch anders, und meine Schwiegereltern und Mann können bis heute nicht verstehen, warum so viele Eltern ihr Kind an ein Gymnasium anmelden würden, wenn die Empfehlung es nicht hergibt. Die Kids aller dort gebliebener Freunde meines Mannes (es sind ja auch im Prinzip alle und von der 10er Clique haben nur 2 das Abitur, mein Mann nach Umweg auf der Realschule) sind an allen Schulformen und haben im Anschluss alle einen Job / eine Ausbildung und werden sich mit ihrer jeweiligen Ausbildung ein schönes Häuslein bauen können. Trotz Preissteigerungen und so.
    Es sind trotz nur 100km weltweit unterschiedliche Umweltbedingungen.

    Keine Angst, ich habe es nicht als Angriff auf mich gewertet (wenn überhaupt: auf die Gymnasialzunft!). Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand heutzutage auch nur ohne minimale Differenzierung auskommt.

    Aber vielleicht (ganz sicher!) ist meine Schule so untypisch, dass ich vergessen habe, wie ein ‚richtiges Gymnasium‘ ist?

    Okay, also letztlich gibst du den Schwächeren Lernhilfen und Übematerial an die Hand, weil sie zu Hause nicht unterstützt werden. Das ist natürlich sehr nett von dir, aber ich glaube trotzdem, dass das nicht der Normalfall ist.

    Sorry: Das hört sich wie von jemandem an, der keine Ahnung vom Lehrerberuf hat und mir erklären möchte, dass ich zuviel Zeit in meine Arbeit reinstecke und ALLE anderen Lehrer*innen sich nur die Jahre / Jahrzehnte alte Unterlagen aus dem Schrank ziehen.

    Nein, glaub mir, ich habe zur Zeit WIRKLICH nicht die Kraft, viel mehr reinzustecken, als ich brauche (gut, ich arbeite nicht AUSSCHLIEßLICH mit dem Buch, wenn du es so meinst). Ich arbeite sehr weit von meinem Anspruch und bin durchaus frustriert, aber ich mache das, was ich brauche,

    1) damit mir meine Lerngruppen nicht (noch mehr) explodieren

    2) um nicht den Schnitt NOCH MEHR unten zu haben

    3) um noch die abzuholen, wo es Hoffnung gibt.

    Die meisten Kolleg*innen am Gymnasium, die ich kenne, erwarten, dass die Jugendlichen selbständig lernen oder sie müssen eben die Schulart verlassen.

    Tja, Sachsen teilt sich vielleicht nicht umsonst die vorderen Ränge mit Bayern.
    Ich bin in NRW und werde mich nicht anmaßen, über Vorurteile über sächsische und bayrische Lehrkräfte zu urteilen, meine Schüler*innenschaft sowie die Systembedingungen (Übertritt-, Bestehens- und Wiederholungsregelungen) lassen ein Verhalten wie von dir beschrieben, nicht zu.
    Und meine Schüler*innen kleben bis zum bitteren Ende (wo sie dann auch keinen Schluabschluss haben, ist aber so), ich habe sie also im Unterricht (oder nicht, man muss ja nur alle 19 Tage kommen, um keine zu riesigen Probleme zu haben)

    Im Fremdsprachenunterricht:
    - Kleinschrittigere Aufgaben

    - Tips (wie man die Form bildet, wo man die Form finden kann, zum Beispiel)

    - bei der Schreibproduktion den SuS die Möglichkeit geben, zusätzliche Materialien zu nutzen, oder gar einen kompletten Raster mit Aufbau und Hinweisen

    - bei Grammatikübungen gibt es immer unterschiedliche Niveaus, es ist zwar nur eine Differenzierung in dem Sinne, dass einige SuS mindestens die erste Stufe erreichen müssen, andere die dritte, aber es ist zum Beispiel in der 10. Klasse einer bald abgewählten Fremdsprache notwendig.

    Ich nutze sehr viele digitale Apps (learnapps, Kahoot, Kreuzworträtsel, ..) und sie sind mit Niveaustufen betitelt, so dass die SuS zum Beispiel sowohl deutsch-französische Vokabelafragen, als auch "Lückentext-Abfragen" haben können, bei der Grammatik ähnlich. Einige SuS überspringen die eine Übung, einige müssen die erste Übung mehrmals durchlaufen.

    Und ja, in der Klassenarbeit darf ich nicht differenzieren, da müssen einige SuS mehr üben als andere, bzw. in der 9. / 10. Klasse geht es einigen SuS in meinem Fach nur noch darum, die 4 zu erreichen, einige wollen sich steigern und in die Oberstufe.

    Ich weiß nicht, warum du gerade so um dich schlägst und persönlich, gar beleidigend wirst.
    Ganz offensichtlich ist dir ein Fehler unterlaufen, sonst hätten die SuS nicht spicken können (und WEM ist das noch nicht passiert?!). Du bist auf der Suche nach Lösungen, wir versuchen dir zu helfen und dabei die Schwachstellen zu sehen.

    1) Zwischen dem, was man an Niveau / Arbeitshaltung / Arbeit erwarten darf / können soll und der Realität sind allerdings manchmal Welten. Da müssen wir uns anpassen und "abholen" (oder konsequent mit den Noten sein).

    2) Ich habe dir nichts unterstellt, sondern nachgefragt. Ich komme nicht von der BBS und es hätte sein können, dass es Projekttage gibt, während du zum Beispiel prüfst, usw..

    3) Wenn es keine verbindliche Beschlüsse sind, hast du die Lektion gelernt: Mach, was DU willst und nicht das, was Kolleg*innen für richtig halten. Vielleicht haben sie eine andere Lerngruppe, eine andere Erfahrung, einen anderen Umgang ..

    Und wenn ich - Achtung, mein Wissen über BBS kommt vom Forumlesen! - davon ausgehe, dass Deutsch vielleicht mit einer (gar zentral gestellten?) Abschlussprüfung endet, würde ich keine Klausurersatzleistung anbieten, die womöglich das Ziel hat, besser auszufallen, als eine Klausur. Da *müssen* die faulen SuS schon jetzt dafür die Quittung bekommen, dass sie das Buch nicht lesen und/oder nicht mal im Netz vorbereitend ein paar Sachen aus dem Netz lesen, um eine halbe Interpretationsleistung zu machen.

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