Beiträge von unter uns


    Unter Uns, ich denke, wer es nicht mit dem eigenen Kind erlebt hat, kann da nicht mitreden.
    Das ist ein Dilemma besonderer Art.
    Andererseits habe ich seither auch meinen Umgang mit Schülereltern grundsätzlich anders gestaltet, hat also auch positive Seiten...


    Nun, Du hast schlimme Erfahrungen gemacht, das verstehe ich auch, ohne im Moment ein Kind in der KiTa zu haben. Ich habe durch die Familie ziemlich intensive Einblicke in das ganze KiTa-System, nur eben aus anderer Perspektive - und ich kenne diese Probleme und Geschichten (Kind zur Disziplinierung im Dunkeln einsperren etc.) Das Ganze hat einfach viel mit der Qualität der Leitungen und des Personals zu tun, und da sieht es zum Teil wirklich düster aus, zum Teil aber eben auch nicht (s. Linnas Beitrag).


    Da könnte man jetzt viel zu schreiben, aber ich will diesen Thread jetzt nicht kapern. Mir ging es nur darum, dass die ganze Sache imho jetzt sehr in Richtung "hat nicht studiert = hat keine Ahnung = was erlauben x" abrutscht, und das finde ich total unangemessen. Inklusive der üblichen Reflexe ("kann nicht Kaffee kochen - will mir was über Authismus" erzählen etc.)


    Generell ist es ja immer schwierig, wenn ein Mensch, den man liebt, in eine Institution kommt, die ihn nicht in derselben Weise liebt. Ich hatte letztes Jahr den Impuls, einem Krankenhaus-Chefarzt in die Schn... zu hauen, was ich natürlich nicht gemacht habe. Und der hatte studiert. Und seine griechische Kollegin erst...


    Ein urdeutsches Problem bei allen KiTa-Diskussionen ist auch, dass gerade die Mittelschichten es nicht schaffen, sich klar zu den KiTas zu verhalten - das sieht man auch in diesem Forum. Einerseits herrscht vollkommene Verachtung (wozu brauche ich eine Ausbildung, um Kindern beim Sandkuchen-Backen zuzusehen?) Andererseits wird aber inzwischen sehr viel erwartet, fachliche Top-Qualifikation, Empathie, Individualbetreuung etc.


    Und dann kommt natürlich noch die Politik dazu, z. B. hier - was aber letztlich nur Mittelschichten-Ideen spiegelt: So stellt sich Klein-Fritzchen mit akademischer Ausbildung und dickem Gehalt Frühpädagogik vor:


    http://www.spiegel.de/wirtscha…as-schicken-a-843481.html

    Interessant zu sehen, wie so ein Thread in vollkommenen Dünkel abrutscht.


    Gut, das dient der Psychohygiene und ist insofern wertvoll.


    Aber das, was hier geschrieben und - zurecht - kritisiert wird, dürfte sich äußerst wenig von dem unterscheiden, was an anderer Stelle über Lehrer geschrieben und gesagt wird. Da nützt "Akademisierung" auch nichts.


    Zitat
    Mich gruselt es im Moment immer, wenn ich hier im Kiga irgendwelche Schilder sehe- mindestens jedes zweite enthält einen Rechtschreibfehler. Gut, dass meine Kurze noch nicht lesen kann, trotzdem hab ich langsam das Gefühl, ich könnte sie selbst deutlich besser fördern als die angeblichen Expertinnen.


    Nun, außerhalb von Lehrforen würde man darauf wohl antworten: Wer hat es ihnen nicht beigebracht? (Womit wir in anderen Threads sind, in denen die akademisch ausgebildeten Lehrer-KollegInnen feststelle, das beizubringen sei ja eigentlich gar nicht ihre Aufgabe bzw. dafür sei keine Zeit.)


    Ach so, was machen eigentlich die bereits "akademisierten" Erzieherinnen?


    http://www.derwesten.de/politi…-erziehen-id10422273.html

    In der Schule werden ja so manche Rechte der Schüler (und deren Eltern) eingeschränkt. Jeden Morgen wieder zwingen wir Schüler, sich im 45-Minuten-Takt in einem bestimmten Raum aufzuhalten und gestatten ihnen (außer in Ausnahmefällen) nicht, den Raum wieder zu verlassen (Freiheitsberaubung?). Und die Eltern dürfen auch nicht jederzeit mit ihren Sprösslingen in den Urlaub fahren.
    So viel zum Thema Grundrechte in der Schule. (Ist also nicht vergleichbar mit dem Mietrecht...)


    Die Grundrechtseinschränkungen müssen aber verhältnismäßig sein und bedürfen außerdem einer gesetzlichen (!) Grundlage. Sie können nicht einfach per Hausordnung festgelegt werden. Insofern dürfte das eine oder andere, das Lehrer gerne in in Hausordnungen festhalten wollen oder auch festhalten, auch in Schulen rechtlich anfechtbar sein.


    Zumindest seit 1972.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderrechtsverh%C3%A4ltnis

    Was deine erste Frage betrifft: Eine Hausordnung darf natürlich auf keinen Fall etwas erlauben, was anderorts per Gesetz verboten ist.


    Das ist das eine.


    Das andere ist, dass Hausordnungen ganz sicher viele Dinge nicht einfach regeln können. Sie dürfen im Mietrecht z. B. nicht die Persönlichkeitsrechte einschränken, und die reichen durchaus weit. S. etwa hier:


    http://news.immowelt.de/tipps-…n-darf-und-was-nicht.html


    Was das genau heißt, wäre dann ggf. im Einzelnen (gerichtlich?) zu klären. Aber man wird vermutlich nicht durch eine Hausordnung verbieten können, dass muslimische Mädchen Kopftücher tragen, und man wird nicht durch eine Hausordnung festlegen können, dass SuS ihre Lehrer grüßen oder ihnen die Tasche tragen müssen. Oder älteren SuS die Schuhe putzen müssen (a la Enid Blyton ;-)).


    Darüber hinaus können natürlich geltende Bestimmungen nicht einfach durch Hausordnungen ausgehebelt werden. Z. B. wird eine Hausordnung, die festlegt, dass an Schule X von den Lehrern keine Aufsicht übernommen wird, diesbezüglich ganz sicher nicht gültig sein. Man kann auch nicht per Hausordnung festlegen, das eine 17-stufige Notenskala verwendet wird.


    Ich verstehe die ganze Aufregung (schweres Dienstvergehen usw...) nicht. Das Mathematikabitur war doch schon geschrieben!


    Die Aufgaben samt Musterlösungen kann man immer nach dem Abitur beim Stark Verlag erwerben. Oder sollte dem Verlag das Geschäft nicht verdorben werden?


    Erstaunlich, was in einem Lehrerforum so alles gepostet wird. Und dann auch noch mit Verschwörungstheorie anbei.


    Wir brauchen dringend mehr Schulrecht an den Schulen. Schon im Interesse der KollegInnen, die im ungünstigen Fall völlig unwissend ins Messer laufen.


    Zum aktuellen Fall noch einmal hier:


    http://www.stuttgarter-nachric…7b-9d39-1e6b39aeb305.html

    Meine Meinung zu gewissen Berufsständen ist seither nicht die Beste.


    Das geht natürlich manchen Menschen mit Lehrern ähnlich. Für mich immer auch ein Grund, die eigene Arbeit mal wieder kritisch zu reflektieren...


    Wir hatten es ja in letzter Zeit schon im Forum - mittlerweile ist die systematische Testung + Erzeugung von Unsicherheit und Angst schon pränatal (!) absoluter Standard, und das setzt sich fort bis zur Volljährigkeit. Mit "Abweichungen" vom Durchschnitt (die logischerweise sehr häufig existieren) kann man einfach hervorragend Geld verdienen und sich legitimieren. (Und ich rede dabei nicht über offensichtliche Krankheiten, sondern über Körpergrößen, Gewichtsangaben etc.)


    Wer sich dem entzieht, kann dann als verantwortungslos stigmatisiert werden. Trotzdem hilft nur: Standhaft bleiben.

    Ich glaube nicht, dass der Sohn weiß, in was für eine Lage er seinen Vater potenziell bringt.


    Ich war mal an einer Schule, an der ein Kollege tatsächlich eine Abituraufgabe (ich meine, nur die Aufgabe, bin mir aber nicht sicher) an einen Schüler verraten hat. Das war allerdings - anders als im vorliegenden Fall - kurz VOR der Prüfung. Es muss aus einem Moment der Schwäche heraus passiert sein. Der Schüler konnte natürlich die Klappe nicht halten, plauderte es weiter, Neider machten die Sache öffentlich.


    Der Kollege wurde von einem Tag auf den anderen - er durfte nicht einmal seinen Tisch im Lehrerzimmer abräumen - aus dem Betrieb entfernt und vom Land vor Gericht gebracht. Was draus geworden ist, weiß ich nicht, aber hätte ich es nicht miterlebt, hätte ich es nicht geglaubt.

    Bei den Uniprofessoren hat man das mit der Leistungszulage schon versucht. Die haben dann als Grundgehalt weniger bekommen als ein Studienrat - der Rest sollte nach Leistung zugeteilt werden. Dagegen haben sie erfolgreich geklagt.


    Man darf dabei nicht übersehen, dass die Klage auch aus der Tatsache resultierte, dass die vorgesehenen "Sonderzulagen" nie wie vorgesehen realisiert wurden. Das ganze Modell - wie viele raffinierte Bildungsideen übrigens eine SPD-Idee der bis heute sich keiner Schuld bewussten Ministerin (und weiterhin als Berufspolitikerin aktiven) Edelgard Bulmahn - hat deutlich gezeigt, was passiert, wenn im öffentlichen Dienst Dinge "dynamisiert" werden. Es wird nämlich kräftig gekürzt.


    Das hat natürlich auch damit zu tun, dass jedes Modell, Leistung (aber etwa auch "Erfahrung") zu prämieren, auch zur Abstrafung fehlender (!) Leistung genutzt werden kann. Und da sind im Bildungsbereioch aus verschiedenen Gründen der administrativen Phantasie keine Grenzen gesetzt. Weshalb haben nicht alle SuS eine 2? Weshalb ist die Klassenarbeit nicht nach zwei Tagen korrigiert? Weshalb leitet der Kollege nur zwei AGs, nicht drei? Weshalb wird nicht jede Woche ein Vokabeltest geschrieben? Weshalb ist X bei den SuS ausweislich von Evaluationen unbeliebter als Y? Und Y unbeliebter als C? Und weshalb hat C mit seiner Klasse ein VERA-Ergebnis unter dem Landesschnitt? Und weshalb haben die Stunden von F nur einen Gruppenarbeitsanteil von deurchschnittlich 7%? Und weshalb hat F es nicht geschafft, alle Kapitel des Lehrbuchs durchzuarbeiten? Usw.

    Man könnte natürlich auch über den Sinn und Unsinn der Verbeamtung mal nachdenken.


    Klar, könnte man. Wäre auch überfällig. Aber auch da gilt: Das wird faktisch nur heißen, über Gehaltskürzungen nachzudenken.


    Alles pragmatische Gründe gegen Leistungsmodelle, keine theoretischen. Aber doch nicht unwichtig.

    Aus den Romanen sind meist gut handhabbare Passagen interessant, die aber auch schon in diversen Anthologien aufbereitet sind. Zusätzlich zu dem, was Wossen schon gesagt hat, z. B. auch hier:


    http://www.amazon.de/Unterbrochene-Schulstunde-Michels-Volker-Hrsg/dp/3518065483?tag=lf-21 [Anzeige]


    Ein Klassiker in der Darstellung des traditionellen, autoritären Gymnasiums ist neben den bisher genannten Texten auch Alfred Andersch: Der Vater eines Mörders.

    Deutsche Lehrer: Rechtsradikal


    In deutschen Lehrerkollegien sind rechtsradikale Tendenzen sehr viel weiter verbreitet als gedacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Universität Hinkelsburg, die unter Betreuung der bekannten Namensforscherin Astrid König erstellt wurde. "Wir haben starke Anzeichen dafür gefunden, dass zahlreiche Lehrer rechtsradikalem und sogar nationalsozialistischem Gedankengut anhängen", so König im Interview. "Allerdings haben wir ebenso herausgefunden, dass sie dies zu verschleiern versuchen und es daher selten an die Oberfläche dringt." Sowohl das rechtsradikale Denken vieler Lehrer als auch die Tatsache, dass die Lehrer ihre Ansichten verbergen, seien besorgniserregend. "Hier wird nicht nur einer menschenverachtenden Ideologie gehuldigt, sondern die Lehrer verhindern durch ihr Verhalten auch überfällige Debatten", sagte König bei der Präsentation ihrer Ergebnisse.


    In der Studie, die König mithilfe des Erstsemester-Studenten Pascal Limburg durchführte, wurden in nicht-repräsentativer Weise Lehrer mit einem Online-Fragebogen konfrontiert. Zwischen harmlosen Ausdrücken waren hier nationalsozialistische Schlüsselwörter versteckt. Die Bereitschaft vieler Lehrer, an der Untersuchung teilzunehmen, werten König und Limburg als Zeichen für die hohe Attraktivität der rechtsradikalen und nationalsozialistischen Schlüsselwörter für die Lehrer. "Offenbar fühlten sich viele Pädagogen von Teilen des Fragebogens angezogen", so Limburg. Zugleich entdeckten die Forscher, dass Lehrer verleugneten, Formulierungen wie "Heil Hitler" zu schätzen oder über Rassenfragen nachzudenken. "Statistisch ist es sehr unwahrscheinlich, dass bei einer Wahl zwischen vier Grußformeln niemand >Heil Hitler< ankreuzt", so König. "Hier hätten eigentlich 25% der Lehrer eine entsprechende Auswahl treffen müssen. Dass wir ein Ergebnis von 0% haben, deutet auf ein systematisches Vertuschungsverhalten hin." Die Forscher wollen in Folgestudien der auffallenden Demokratie- und Menschenfeindlichkeit deutscher Lehrer weiter nachgehen.


    Der Grund dürfte wohl eher darin liegen, dass unter-35-Jährige insgesamt deutlich mehr Kinder zur Welt bringen.


    Was das Einfrieren von Eizellen angeht, würde ich ganz bescheiden einfach empfehlen, nicht so laut über Dinge zu reden, von denen man bestenfalls theoretisch etwas versteht. Letztlich ist jedes Leben ein Wunder, ob aus einer eingefrorenen Eizelle oder nicht. (Dass in diesem Kontext auch mancher Abtreibungsgegner zum Lebensfeind wird, ist allerdings bemerkenswert - letztlich will er dann doch Gott spielen und das lebenswerte vom lebensunwerten Leben trennen.)

    Danke für die interessanten Links.


    Der erste belegt Deine Aussage imho nicht. Der zweite schon, wenn man neben Trisomie 21 auch noch andere Erkrankungen berücksichtigt. Dass allerdings ältere Frauen ganz allgemein eine höhere Chance auf Fehlgeburten haben, bestreitet, glaube ich, niemand.


    Meine letzte Info zu Trisomie 21 war trotzdem, dass die Zunahme der Fälle in höherem Alter eine scheinbare ist, weil entsprechende Kinder mit höherem Alter eher geboren werden (und nichts anderes belegt Link 1, der nur über Geburtsrisiken spricht.) Habe leider die Quelle grad nicht zur Hand.


    Das Grundproblem bleibt aber ohnehin, dass man die Zahlen drehen und wenden kann, ohne dass sich daraus für den Einzelfall etwas ergibt. So ist auch interessant, dass


    Zitat

    Jedoch sind nur in etwa 30% der Fälle von Trisomie 21 die Frauen älter als 35 Jahre. Die weitaus meisten Kinder mit Down-Syndrom werden von Frauen unter 35 Jahren geboren.


    http://www.frauenaerzte-kaiser…331a3a2562d5b865adb986dcb

    Familie ist oberste Priorität in meinem Leben und für meine Zukunft wünsche ich mir nichts mehr, als eine glückliche Mutter mit glücklichem Ehemann und glücklichen Kindern zu sein.


    Wenn das so ist, krieg halt Kinder.


    Es lohnt sich sicher - wie schon geschrieben - nicht blauäugig zu sein.


    Andererseits solltest Du Dich auch nicht von den ganzen Rationalisierungen der Kinderfeinde beeindrucken lassen, die in Deutschland ja zum guten Ton gehören, weil man nie saturiert genug ist. Kinder sind laut, egoistisch, selbstfixiert, schmutzig und grauenhaft anstrengend - aber eben auch noch vieles andere, weshalb es sich lohnt, sie zu haben. Der "richtige Zeitpunkt" wird niemals kommen, das kann ich Dir jetzt schon sagen.


    Was die Pränataldiagnostik betrifft, ist es imho so, dass tatsächlich keine (!) 100% verlässlichen Diagnosen möglich sind. Für wirklich gute Ergebnisse muss man mindestens eine Fruchtwasseruntersuchung machen und die birgt eigene Risiken, die man auch wieder abwägen muss. Weder bedeuten negative Ergebnisse, dass eine Behinderung tatsächlich vorliegen muss, noch positive Ergebnisse, dass das Kind gesund ist. Dieser kleine, aber wichtige Aspekt wird in den Massenmedien gelegentlich unterschlagen.


    Und was Trisomie 21 angeht: Es werden wohl tatsächlich mehr solcher Kinder von älteren Müttern geboren. Das Risiko auf Trisomie 21 ist zwar mit höherem Alter NICHT höher, aber bei jüngeren Frauen kommt es häufiger zu einem Abgang.


    Nun ja, das Leben ist lebensgefährlich und enthält noch ein paar andere Gefahren, die vielleicht noch schrecklicher sind als die Gefahr fürs eigene Leben. Wenn man davor Angst hat, darf man wirklich keine Kinder kriegen. Man steckt die eigene Kohle dann lieber in ein Prefa-Dach und ein paar Dutzend Versicherungen. Wie man sich ein deutsches Leben eben so vorstellt.


    Das sehe ich jetzt weniger als Problem. Du musst ja keine Dateien annehmen. Noch dazu, wo diese manipulierbar sind.


    Die Alternative, die Dir vorschwebt, wäre?


    Zitat

    Aber auch getippt kriegst du in zwei Stunden kaum Texte hin, die ein Netzwerk-Laser nicht in 5 Sekunden ausspucken würde. Tacker drauf, vom Verfasser unterschreiben lassen und fertig.


    Kenne ich so nicht. Ich kennen nur Computerräume, wo die Schüler hektisch vor den Laserdruckern rumrennen, "ihren" Text suchen, sich beklagen, er sei nicht da, die Blätter durch die Luft fliegen und das natürlich alles auf die letzte Sekunde... Oder plötzlich der Toner alle ist etc. Okay, man muss den Teufel nicht an die Wand malen, aber in Testsituationen muss man sich auch nicht darauf verlassen, dass es "irgendwie" funktioniert.


    Zitat

    Das die SuS verschieden schnell tippen ist bei handschriftlicher Anfertigung auch nicht anders.


    Handschrift wird in der Schule gelehrt und darf als vorhanden vorausgesetzt werden. Tastaturschreiben ist - je nach Schule natürlich - Privatsache.


    Man könnte es natürlich den SuS freistellen, welches Medium sie nutzen.


    Was das Verstecken von Spickzetteln auf dem Rechner angeht: Sehe ich auch so.

    Halte ich für pragmatisch kaum durchführbar wg. der extremen technischen Fehleranfälligkeit + der Unmöglichkeit, Fehler rasch zu korrigieren. Und wg. eventueller juristischer Anfechtbarkeit.


    Problematisch wird es schon, wenn ein Schüler "aus Versehen" große Teile des eigenen Textes löscht. Natürlich kann man es zur Auflage machen, jeder sei für die Speicherung selbst verantwortlich. Dennoch wird das ein großes Konfliktpotenzial geben. Und was ist, wenn ein Schüler behauptet: "Das habe ich gespeichert" und der Text ist weg?


    Wer druckt die Texte aus, in welchem Format und auf wessen Kosten? Wer überprüft die orthographische Leistung (Rechtschreibprogramme)? Wer garantiert, dass alle SuS an der Tastatur zügig schreiben können? Etc. pp.


    Der Schlüssel dürfte in diesen Ausführungen liegen:


    Zitat

    Viel Übung ist nötig.[...] Die Standardschreibschrift ist also kein Selbstzweck, um die Schüler zu knechten. [...] Und während man sie lernt, muss man viele, viele Schwünge, Wörter und Sätze schreiben.

    Warum ist das denn ziemlich schlecht? Wieso gibt es keine eindeutigen Formulierungen? Wieso kann es nicht so geschrieben sein, wie es auch gemeint ist?


    Eine berechtigte Frage, zu der die wesentlichen Antworten ja schon gegeben wurden. Man könnte sie vermutlich an viele Wortzeugnisse richten, auch an schulische Zeugnisse.


    Abgesehen von dem, was schon gesagt wurde: Die notorische Problematik von Wortzeugnissen kommt (a) aus ihrer pädagogischen Überformung (gesetzlicher oder selbstauferlegter Zwang zur positiven Formulierung), (b) aus der Tatsache, dass der Wert einzelner Äußerungen sich nur relational ergibt, die Skala von möglichen Äußerungen aber unbedarften Beobachtern meist unklar ist (anders als bei Ziffernnoten, die hier auch ihre primäre Leistungsstärke haben), (c) aus der Tatsache, dass einzelne Äußerungen sich vor einem Erwartungshorizont beweisen müssen, der oft auch unklar ist ("verhält sich kooperativ" ist bei einem ausgebildeten Akademiker KEINE gute Bewertung, sondern schlichte Selbstverständlichkeit - erwartet wird natürlich weit mehr, nämlich Engagement, das selbstständige Erkennen von Bedürfnissen und Notwendigkeiten und entsprechendes proaktives Verhalten.)

    Nun, "vernichtend" ist das nicht, aber schon ziemlich schlecht.


    Generell ist natürlich die Frage, was Du mit diesem Zeugnis willst und ob irgend jemand von einer Schulleitung erwartet, dass sie vernünftige Arbeitszeugnisse schreiben kann (im Zweifelsfall: eher nicht). Aber gut, da man nicht weiß, wozu es gut ist, wäre etwas besser sicher nicht verkehrt.


    Ich weiß nicht, ob es eine diplomatische Lösung gibt. Mögliche Strategien:


    1. Du könntest erschrocken tun, der SL signalisieren, dass Du den Eindruck hast, man hätte Deine Arbeit als nicht besonders gut wahrgenommen - und um ein nachträgliches Gespräch auch mit Blick auf eigene Weiterentwicklungsmöglichkeiten bitten (vielleicht mit jemandem vom PR dabei, birgt aber das Risiko, dass die SL sich unter Druck gesetzt fühlt). WENN die SL nun im Gespräch sagt "nein nein, Sie haben nicht schlecht gearbeitet, sondern absolut zufriedenstellend/gut/sehr gut" wäre der nächste Schritt, vorsichtig anzumerken, dass sich das in dem Zeugnis nach Deinem Empfinden nicht niederschlägt.


    2. Du kannst auch einfach Deine Irritation äußern und darum bitten, dass Deine SL Deine Leistungen mit einer Note einschätzt - WENN sie dann z. B. sagt "gut", siehe oben.


    3. Etwas diplomatischer geht es vielleicht auch so: Ruf in der Schule an, bitte um ein Gespräch und sage dann, Du wolltest Dich in irgendeiner Firma/Branche bewerben. Nun hätte ein Freund, der sich auskennt, Dein Zeugnis gesehen und gesagt, DAMIT könntest Du Dich da nicht bewerben, das entspräche sicher den Regeln der Schule, nicht aber denen von Branche X. Der Freund hätte Dir auch einige Formulierungsratschläge gegeben - oder sogar eine Kopie von Formulierungen, die üblich seien (kannst Du aus einem beliebigen Ratgeber kopieren). Dann kannst Du mit der SL klären, in welchem Notenbereich sie Dich sähe und vorschlagen, das Zeugnis "nur für Branche X" anzupassen.


    4. Wenn Dir das alles zu viel Bohei ist, ruf in der Schule an, sag, dass Du nicht zufrieden bist und begründe kurz (nicht mit: die SL hat Mist gebaut, sondern mit: das entspricht nicht außerschulischen heutigen Zeugnissen). Sag dann, Du willst ein besseres Zeugnis.


    Last but not least: Wenn eine dieser Strategien fruchtet, würde ich der SL vorschlagen, ihr einen "Formulierungsvorschlag" zu unterbreiten. Den ich dann auch ganz korrekt machen würde. (Wenn die SL also sagt, Note "gut", würde ich auch ein "gutes" Zeugnis formulieren.) Normalerweise wird die SL dankbar sein. Wenn das Gespräch gut gelaufen ist, würde ich also auf keinen Fall die SL bitten, das Zeugnis selbst neu zu formulieren, sondern ich würde es vorschreiben und z. B. als Word-Vorlage an die SL geben.


    Das würde ich bei Arbeitszeugnissen, die nur für mich selbst sind, ohnehin immer machen, sobald ich merke, dass mein Chef sich mit der Textsorte schwer tut oder überlastet ist. In der Regel freut es den Chef und solange er den Bewertungsrahmen vorgibt, sind alle happy. Zeugnisformulierungen findet man dann in der Ratgeber-Literatur.

    Bin geschockt. Ich dachte, hier wäre jemand 30 (Jahre alt). Und hoffte noch auf eine schulische Karriere.


    Vor was für Nachteilen hast Du Angst?


    In Deiner Situation müsste man Dir fast Folgendes raten: Werd doch in der Korrekturphase einfach mal zwei Wochen krank. Ich garantiere Dir, dass DAS Wirkung zeigt. Im Glücksfall bekommst Du keine Kurse mehr und kannst ruhig in Pension gehen.


    Aber das rate ich natürlich nicht, weil es weder korrekt noch den Kollegen gegenüber fair wäre.


    Dennoch: Du hast allen Grund, die Dinge ruhig angehen zu lassen, wie hier von vielen schon beschrieben. Und Du hast allen Grund klar zu sagen, dass man das mit Dir nicht machen kann.

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